Vermögens-, Finanz- und Ertragslageheadline

Erfolge von ForMotionplus steigern nachhaltig die Leistungskraft

Belastungen aus der Restrukturierung, eine Körperschaftsteuergutschrift sowie Unternehmensverkäufe beeinflussen das Ergebnis des Konzerns. Operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen und Liquidität des Volkswagen Konzerns deutlich verbessert. Kostenstruktur des Automobilbereichs optimiert.

ANPASSUNGEN VON VORJAHRESZAHLEN
Der im Geschäftsjahr 2006 durchgeführte Verkauf der Europcar-Gruppe sowie eine vorgenommene Ausweisänderung machten es erforderlich, die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2005 entsprechend anzupassen.

Die Europcar-Gruppe ist Ende Mai 2006 aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden. Die bis zum Entkonsolidierungszeitpunkt aus dem kurzfristigen Vermietgeschäft entstandenen Aufwendungen und Erträge sowie den Überschuss aus der Veräußerung haben wir gemäß IFRS 5 „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche“ als auf „nicht fortgeführte Aktivitäten“ entfallende Werte gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung des Volkswagen Konzerns ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.

Zur besseren Vergleichbarkeit weisen wir ab dem Jahresabschluss 2006 die erwarteten Erträge aus der Anlage von Planvermögen (IAS 19) im Finanzergebnis aus. Für das Vorjahr wurden die ursprünglich in den Funktionsbereichen erfassten erwarteten Erträge aus dem Planvermögen ebenfalls in das Finanzergebnis umgegliedert.

BILANZSTRUKTUR DES KONZERNS
Im Jahr 2006 stieg die Bilanzsumme des Volkswagen Konzerns um 2,6 % auf 136,6 Mrd. €. Die Zunahme ergab sich fast ausschließlich im Automobilbereich. Im Finanzdienstleistungsbereich ist der Vorjahresvergleich durch den Verkauf der Europcar-Gruppe beeinflusst.

Die Struktur der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2006 ist aus der Grafik „Struktur der Konzernbilanz 2006“ zu ersehen.

Da das Eigenkapital am Bilanzstichtag mit 27,0 Mrd. € um 14,0 % über dem des Vorjahres lag, verbesserte sich die Eigenkapitalquote des Volkswagen Konzerns auf 19,7 (17,8) %.

BILANZSTRUKTUR IM AUTOMOBILBEREICH
Im Konzernbereich Automobile lag die Bilanzsumme am Ende des Berichtszeitraums mit 72,1 Mrd. € um 4,8 % über dem Stand zum Jahresende 2005. Bei den Langfristigen Vermögenswerten gingen die Sachanlagen aufgrund unserer disziplinierten Investitionstätigkeit um 10,9 % zurück. Insgesamt jedoch lagen die Langfristigen Vermögenswerte am Bilanzstichtag um 3,0 % über dem Vorjahreswert. Dies ist zum einen auf den Erwerb von Anteilen an der MAN Aktiengesellschaft zurückzuführen, der unter den at Equity bewerteten Anteilen ausgewiesen wird. Zum anderen war die aufgrund des geänderten deutschen Körperschaftsteuergesetzes entstandene Steuerforderung von 1,0 Mrd. € hier auszuweisen. Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 6,7 %. Die Zunahme resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Bestand an Wertpapieren und Zahlungsmitteln sowie gestiegenen Forderungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten. Dagegen lagen die Vorräte unter Vorjahresniveau.

BILANZSTRUKTUR NACH KONZERNBEREICHEN ZUM 31. DEZEMBER

STRUKTUR DER KONZERNBILANZ 2006
IN PROZENT

Das Eigenkapital des Automobilbereichs erhöhte sich zum 31. Dezember 2006 um 19,5 %. Der Anstieg ist insbesondere auf das Ergebnis 2006 zurückzuführen, in dem auch der Sonderertrag in Höhe von 1,0 Mrd. € aufgrund der Änderung des deutschen Körperschaftsteuergesetzes enthalten ist. Darüber hinaus wirkten sich die positive Entwicklung der Zeitwerte von Sicherungsgeschäften (Cash-flow-Hedges) sowie die Ausübung von Wandelschuldverschreibungen mehrerer Tranchen unseres Aktienoptionsprogramms erhöhend aus. Die Eigenkapitalquote betrug 28,8 (25,3) %. Sowohl die Langfristigen als auch die Kurzfristigen Schulden lagen zum Bilanzstichtag auf dem Niveau des Vorjahres. Innerhalb der Schulden gelang es, die Langfristigen Finanzschulden um 2,0 Mrd. € und die kurzfristigen Finanzschulden um 2,5 Mrd. € zu reduzieren. Dagegen führten unter anderem die umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen zu einem deutlichen Anstieg der in den Sonstigen Schulden enthaltenen lang- und kurzfristigen Rückstellungen.

BILANZSTRUKTUR IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH
Die Bilanzsumme des Finanzdienstleistungsbereichs lag am 31. Dezember 2006 mit 64,5 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahresstichtages. Der Verkauf von Europcar führte dazu, dass sich auf der Aktivseite das Vermietvermögen und damit die Langfristigen Vermögenswerte verringerten. Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen aufgrund höherer Forderungen infolge der gewachsenen Geschäftstätigkeit um 4,8 % im Vergleich zum Stand vom 31. Dezember 2005. Zum Ende des Berichtsjahres entfielen 47 % der Aktiva des Volkswagen Konzerns auf den Finanzdienstleistungsbereich.

Das Eigenkapital des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen lag am 31. Dezember 2006, bedingt durch den Verkauf von Europcar, um 1,1 % unter dem Wert vom Vorjahresstichtag. Die Eigenkapitalquote blieb mit 9,6 % nahezu konstant. Die kurzfristigen Finanzschulden erhöhten sich infolge der Geschäftsausweitung um  1,5 Mrd. €; das Einlagevolumen der Volkswagen Bank direct stieg leicht auf 8,8 Mrd. €. Insgesamt nahmen die kurzfristigen Schulden um 1,6 % zu. Das Verhältnis von Kreditstand zu Eigenkapital (debt-to-equity ratio) betrug unverändert gegenüber dem Vorjahr 8:1.

FINANZIELLE SITUATION UND ZAHLUNGSMITTELBESTAND DES KONZERNS
Die positive Entwicklung der finanziellen Situation des Volkswagen Konzerns setzte sich 2006 fort. Nachfolgend geben wir einen Überblick über die Liquiditätsentwicklung des Konzerns und stellen anschließend die operativen Ursachen nach Konzernbereichen dar.

Der im Jahr 2006 erwirtschaftete Cash-flow aus dem laufenden Geschäft des Volkswagen Konzerns lag mit 14,5 Mrd. € um 3,8 Mrd. € über dem Vorjahreswert. Dabei verzeichnete die Mittelbindung im Working Capital einen deutlichen Abbau um 4,4 Mrd. €.

Die Investitionstätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2006 um 14,9 % auf 11,9 Mrd. €. Der Netto-Cash-flow konnte um 2,2 Mrd. € auf 2,6 Mrd. € verbessert werden.

Der Zahlungsmittelbestand des Volkswagen Konzerns erhöhte sich um 17,6 % auf 9,4 Mrd. €. Die Brutto-Liquidität lag mit 16,5 Mrd. € deutlich über dem Vorjahreswert. Die Netto-Liquidität des Konzerns betrug – 42,3 Mrd. € nach – 48,2 Mrd. € im Vorjahr.

KAPITALFLUSSRECHNUNG NACH KONZERNBEREICHEN

FINANZIELLE SITUATION IM AUTOMOBILBEREICH
Der Cash-flow aus dem laufenden Geschäft des Automobilbereichs erhöhte sich im Berichtsjahr um 44,8 % auf 11,7 Mrd. €. Dabei führte insbesondere die Veränderung der Forderungen sowie der Sonstigen Rückstellungen zu einer geringeren Mittelbindung im Working Capital. Der Anstieg der Rückstellungen ist unter anderem auf Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen, die erst in der Zukunft zu Zahlungsmittelabflüssen führen werden. Höhere Ertragsteuerzahlungen wirkten sich dagegen negativ auf den Cash-flow aus dem laufenden Geschäft aus.

Die Sachinvestitionen im Automobilbereich konnten wir um 15,6 % auf 3,6 Mrd. € senken. Das ist zurückzuführen auf die disziplinierte Investitionstätigkeit, die unsere Modelloffensive jedoch nicht beeinträchtigt. Die Sachinvestitionsquote belief sich auf 3,8 (5,0) %. Wir haben insbesondere in Modelle investiert, die in den Jahren 2006 und 2007 in den Markt eingeführt worden sind oder deren Markteinführung noch bevorsteht. Dies sind vor allem der Eos, der neue Kompakt SUV Tiguan, der Audi A5, der SEAT Altea XL, der Caddy Maxi und das Bentley Continental Cabriolet sowie die Nachfolger des Gol, des Audi TT, des Audi A4 und des Škoda Fabia. Die aktivierten Entwicklungskosten erhöhten sich um 3,2 % auf 1,5 Mrd. €. Aus dem Erwerb beziehungsweise Verkauf von Beteiligungen ergab sich im Saldo ein Mittelabfluss. Dies führte dazu, dass die Investitionstätigkeit des Automobilbereichs im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt leicht über dem Niveau des Vorjahres lag. Der Netto-Cash-flow des Konzernbereichs Automobile konnte auf 5,6 Mrd. € gesteigert werden.

Im Berichtsjahr war der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit aufgrund der Rückzahlung von Krediten infolge der deutlich verbesserten Liquiditätssituation höher als 2005. Insgesamt stiegen die Zahlungsmittel um 0,9 Mrd. € und führten am Ende des Berichtszeitraums zu einem Zahlungsmittelbestand von 8,1 (7,2) Mrd. €. Unter Berücksichtigung der Wertpapiere, der Darlehensforderungen und des Kreditstands ergab sich am 31. Dezember 2006 im Automobilbereich eine Netto-Liquidität in Höhe von 7,1 Mrd. €; das entspricht einer deutlichen Steigerung um 6,4 Mrd. € im Vergleich zum Wert am Jahresende 2005.

FINANZIELLE SITUATION IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH
Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen steigerte im Berichtsjahr den Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit um 4,9 % auf 2,7 Mrd. €. Durch den Verkauf von Europcar fielen die Investitionsausgaben für Vermietete Vermögenswerte geringer aus als im Vorjahr. Aufgrund gestiegener Forderungen aus Kunden- und Händlerfinanzierung erhöhte sich jedoch die Investitionstätigkeit des laufenden Geschäfts im Finanzdienstleistungsbereich auf 5,8 (4,6) Mrd. €. In der Finanzierungstätigkeit führte vor allem die Begebung von Anleihen der Volkswagen Bank GmbH und der Volkswagen Leasing GmbH zu einem Mittelzufluss von 3,5 Mrd. €. Insgesamt erhöhten sich die Zahlungsmittel um 472 Mio. € auf 1,3 Mrd. € am Berichtsjahresende. Einschließlich der Wertpapiere und Darlehensforderungen lag die Brutto-Liquidität zum 31. Dezember 2006 bei 3,0 (2,3) Mrd. €. Der Kreditstand stieg um 1,3 Mrd. € auf 52,5 Mrd. €. Die Netto-Liquidität des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen lag bei – 49,4 (– 48,9) Mrd. €.

GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENTS
Das Finanzmanagement des Volkswagen Konzerns umfasst die Themengebiete Liquiditätsmanagement, Management von Währungs-, Zins- und Rohstoffrisiken sowie Bonitäts- und Länderausfallrisiken. Das Finanzmanagement wird für alle Konzerngesellschaften zentral vom Bereich Konzern-Treasury auf Basis interner Richtlinien und Risikoparameter gesteuert.

Mit dem Liquiditätsmanagement stellen wir die jederzeitige Erfüllung aller Zahlungsverpflichtungen des Volkswagen Konzerns sicher. Die Basis für das Liquiditätsmanagement bildet eine Vorausschaurechnung, die alle kommerziellen Zahlungsströme des Automobil- und Finanzdienstleistungsgeschäfts erfasst und täglich auf rollierender Basis aktualisiert wird. Liquiditätsüberschüsse werden im internationalen Geld- und Kapitalmarkt rendite- und risikooptimiert angelegt. Neben der Liquidität werden auch eine bestätigte syndizierte Kreditlinie in Höhe von 12,5 Mrd. € als strategische Liquiditätsreserve und weitere bestätigte Kreditlinien im Konzern vorgehalten.

Das Management von Marktpreisrisiken dient dazu, Preisschwankungen auf den Devisen-, Zins- und Rohstoffmärkten zu reduzieren. Das jeweilige Risiko wird anhand des Planvolumens ermittelt. Wir begrenzen die Risiken durch den in der Regel fristenkongruenten Einsatz marktgängiger Derivate. Sicherungsentscheidungen werden in regelmäßig tagenden Ausschüssen für Devisen und Rohstoffe sowie von einem separaten Asset-Liability-Komitee getroffen.

Die Bonitäts- und Länderfinanzrisiken werden in der Regel mittels eines internen Limitsystems gesteuert, das sich im Wesentlichen an Rating-Klassifizierungen und Bilanzkennzahlen der Kontrahenten orientiert. Insbesondere ist hier das Adressenausfallrisiko für Kreditinstitute und Emittenten von Wertpapieren abgedeckt. Das Risiko von Kapitalanlagen in Tochtergesellschaften und Joint Ventures wird bei Bedarf über Investitionsschutzgarantien des Bundes abgesichert.

Kundenrisiken aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wirken wir durch den Einsatz von bestätigten Akkreditiven, Bankbürgschaften, Garantien oder Kreditversicherungen, zum Beispiel Hermes, entgegen.

ERTRAGSLAGE DES KONZERNS
Die Ertragslage des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2006 wurde stark von Sondereinflüssen beeinflusst, insbesondere aus Restrukturierungsmaßnahmen im Automobilbereich, aus einer Körperschaftsteuergutschrift und dem Verkauf von Europcar.

Die Restrukturierungsmaßnahmen umfassen Aufwendungen für Abfindungen und Altersteilzeit sowie kapazitäts- und produktbezogene Maßnahmen.

Die Veräußerung von Europcar führte in der Gewinn- und Verlustrechnung zu einem gesonderten Ausweis als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten. Infolge dieser Umgliederung und des geänderten Ausweises der erwarteten Erträge aus der Anlage von Planvermögen wurden die Positionen der Erfolgsrechnung 2005 angepasst.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG NACH KONZERNBEREICHEN

UMSATZANTEILE NACH MÄRKTEN 2006 GEMÄSS SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
IN PROZENT

Von Januar bis Dezember 2006 erwirtschaftete der Volkswagen Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 104,9 Mrd. € und übertraf damit den Vergleichswert des Vorjahres um 11,6 %. Der Anteil der im Ausland erzielten Umsatzerlöse betrug 72,8 (72,5) %. Die Kosten der Umsatzerlöse erhöhten sich um 11,4 %. Die Bruttomarge konnte von 13,0 % auf 13,2 % verbessert werden. Das Operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2006 nach Sondereinflüssen betrug 2,0 Mrd. € (– 20,8 %), die operative Umsatzrendite lag bei 1,9 % nach 2,7 % im Vorjahr. Vor Sondereinflüssen verbesserte sich das Operative Ergebnis um 51,7 % auf 4,4 Mrd. €.

ERTRAGSLAGE IM AUTOMOBILBEREICH
Im Geschäftsjahr 2006 erreichten die Umsatzerlöse des Konzernbereichs Automobile einen Wert von 96,0 Mrd. € und übertrafen damit die des Vorjahres um 12,0 %. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf das höhere Absatzvolumen und den anhaltenden Trend zu höherwertigen Fahrzeugen zurückzuführen. Da das Leistungssteigerungsprogramm ForMotionplus konsequent fortgeführt wurde, konnten wir die Produkt-, Prozess- und Gemeinkosten weiter optimieren. Dadurch ist es uns gelungen, die Bruttomarge auf 12,1 (11,7) % zu verbessern, obwohl die Kosten der Umsatzerlöse durch Restrukturierungsmaßnahmen belastet wurden. Absolut erzielten wir einen Anstieg des Bruttoergebnisses auf 11,6 (10,0) Mrd. €. Die Vertriebskosten nahmen aufgrund des höheren Absatzvolumens um 5,9 % auf 8,7 Mrd. € zu; der Anteil der Vertriebskosten an den Umsatzerlösen konnte jedoch auf 9,0 (9,6) % gesenkt werden. 

Die Verwaltungskosten des Konzernbereichs Automobile lagen auf dem Niveau des Vorjahres; der Anteil am Umsatz verringerte sich ebenfalls. Die Kostenstruktur des Konzernbereichs Automobile hat sich somit spürbar verbessert.

Das Sonstige betriebliche Ergebnis fiel mit 46 Mio. € um 1,5 Mrd. € geringer aus als im Vorjahr. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in den traditionellen Werken der Volkswagen AG sowie bei Volkswagen Bruxelles S.A. Entlastend wirkten dagegen die Erträge aus dem Verkauf der gedas AG und der Volkswagen Bordnetze GmbH.

Insgesamt lag das Operative Ergebnis mit 1,2 Mrd. € um 31,8 % unter dem Vorjahreswert. Der Anteil am Umsatz betrug 1,2 (2,0) %. Dank der Aktivitäten zur Verbesserung der Kostenstrukturen wurde jedoch eine gute Ausgangsposition geschaffen, um die mittelfristigen Ziele zu erreichen.

Im Finanzergebnis sind als wesentlicher Posten die Aufwendungen aus der planmäßigen Aufzinsung langfristiger Rückstellungen enthalten. Gegenüber dem Vorjahreswert erzielten wir mit – 0,4 Mrd. € ein um 0,7 Mrd. € verbessertes Finanzergebnis. Das war vor allem auf höhere Beteiligungserträge aus den at Equity in den Konzernabschluss einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen, auf ein gestiegenes Zinsergebnis sowie auf positive Effekte aus der stichtagsbezogenen Fair-Value-Bewertung derivativer Finanzinstrumente zurückzuführen.

ERTRAGSLAGE IM FINANZDIENSTLEISTUNGSBEREICH
Die Umsatzerlöse im Konzernbereich Finanzdienstleistungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 8,9 Mrd. €. Sie übertrafen damit den Vorjahreswert um 6,7 %. Insbesondere gestiegene Zinserträge aus der Händler- und Kundenfinanzierung sowie ein verbessertes Operate-Lease-Geschäft wirkten sich positiv aus. Das Bruttoergebnis des Finanzdienstleistungsbereichs lag mit 2,3 Mrd. € auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Die Vertriebskosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 66 Mio. € auf 499 Mio. €; der Anteil am Umsatz wuchs von 5,2 % auf 5,6 %. Hier schlugen sich im Wesentlichen höhere Werbekosten und volumenabhängige Provisionen nieder. Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 517 (502) Mio. €; der Anteil am Umsatz konnte auf 5,8 (6,0) % gesenkt werden. Das Sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich auf – 400 (– 462) Mio. €. Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen erwirtschaftete im Berichtszeitraum mit 843 Mio. € ein um 1,7 % über dem Vorjahr liegendes Operatives Ergebnis und leistete damit erneut einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis des Volkswagen Konzerns.

Aufgrund einer erhöhten Eigenkapitalbasis aus fortgeführten Aktivitäten liegt die Eigenkapitalrendite bei leicht besserem Ergebnis unter Vorjahr.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE KENNZAHLEN

KONZERNERGEBNIS
Der Volkswagen Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2006 ein Ergebnis vor Steuern aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 1,8 Mrd. €. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Verbesserung um 10,6 %. Mit 1,7 % lag die Umsatzrendite vor Steuern auf dem Niveau des Jahres 2005. Aufgrund einer Änderung im deutschen Körperschaftsteuergesetz ergab sich im Berichtszeitraum ein außerordentlicher Steuerertrag von 1,0 Mrd. €. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten beinhaltet den Überschuss aus dem Verkauf sowie das Ergebnis des laufenden Geschäfts von Europcar. Unter Berücksichtigung dieser Erlöse belief sich das Ergebnis nach Steuern für den Volkswagen Konzern auf 2,8 Mrd. € nach 1,1 Mrd. € im Vorjahr.

GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Die wirtschaftliche Lage des Volkswagen Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2006 weiter verbessert. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass wir unser Leistungssteigerungsprogramm ForMotionplus konsequent umsetzen. Auf dem Weg zu unserer mittelfristigen Ergebniszielsetzung sind wir einen guten Schritt vorangekommen. Allerdings müssen die eingeleiteten Maßnahmen mit Nachdruck weiter verfolgt werden. Die im Konzernbereich Automobile durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen haben unser Ergebnis 2006 erheblich belastet. Sie tragen jedoch maßgeblich dazu bei, unsere Kostenstrukturen weiter zu verbessern und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern. Die erreichten Fortschritte werden auch am erneut höheren Netto-Cash-flow und der stark gestiegenen Netto-Liquidität im Automobilbereich deutlich. 

Einen Überblick über die Entwicklung des Volkswagen Konzerns in den vergangenen fünf Jahren vermitteln die Darstellungen „Finanzwirtschaftliche Kennzahlen“ und „Fünf-Jahres-Übersicht“. Die wirtschaftliche Lage des Volkswagen Konzerns nach Geschäftssparten und Märkten ist im Kapitel Konzernbereiche ausführlich erläutert.

WERTSCHÖPFUNGSRECHNUNG
In der Wertschöpfungsrechnung werden der erwirtschaftete Wertzuwachs als Beitrag des Unternehmens zum Sozialprodukt des jeweiligen Landes und seine Verteilung dargestellt. Der Wertzuwachs des Volkswagen Konzerns im Geschäftsjahr 2006 lag um 20,4 % über dem Vorjahreswert. Pro Mitarbeiter belief sich die Wertschöpfung auf 78,6 Tsd.  € (+ 26,8 %).

WERTSCHÖPFUNG DES VOLKSWAGEN KONZERNS

FÜNF-JAHRES-ÜBERSICHT

WERTBEITRAG ALS STEUERUNGSGRÖSSE
Die kontinuierliche und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes des Volkswagen Konzerns bildet den Kern unseres finanziellen Zielsystems. Dieses Ziel ist eng mit der effizienten Nutzung aller Ressourcen im Unternehmen verbunden. Um den Ressourceneinsatz im Automobilbereich so effizient wie möglich zu gestalten und dessen Erfolg zu messen, nutzen wir seit mehreren Jahren den Wertbeitrag(1), eine an den Kapitalkosten orientierte Steuerungsgröße.

Das Konzept des Wertbeitrags ermöglicht nicht nur das Messen des Erfolgs im Konzernbereich Automobile, sondern auch der einzelnen Geschäftseinheiten, Projekte und Produkte. Darüber hinaus können Geschäftseinheiten und produktbezogene Investitionsvorhaben mit Hilfe des Wertbeitrags operativ und strategisch gesteuert werden.

KOMPONENTEN DES WERTBEITRAGS
Die Höhe des Wertbeitrags wird durch das Operative Ergebnis nach Steuern und die Kapitalkosten des investierten Vermögens bestimmt. Im Operativen Ergebnis spiegelt sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Automobilbereichs wider. Mit Hilfe eines pauschalen Durchschnittssteuersatzes von 35 %, den wir aus den international unterschiedlichen Gewinnsteuersätzen der Gesellschaften ermittelt haben, wird das Operative Ergebnis auf eine Ergebnisgröße nach Steuern übergeleitet. Die Kapitalkosten als zweite Komponente des
 
Wertbeitrags ergeben sich aus der Multiplikation des investierten Vermögens mit dem Kapitalkostensatz. Das investierte Vermögen ist die Summe der Vermögenswerte, die dem eigentlichen Betriebszweck dienen (Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte, Vorräte und Forderungen), vermindert um das unverzinsliche Abzugskapital (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie erhaltene Anzahlungen).

Vermögenspositionen aus dem Beteiligungsengagement oder aus der Anlage liquider Mittel werden nicht in die Berechnung des investierten Vermögens einbezogen, sondern über das Finanzergebnis verzinst. Das Konzept der wertorientierten Steuerung ist somit ausschließlich auf das operative Geschäft ausgerichtet.

ERMITTLUNG DES AKTUELLEN KAPITALKOSTENSATZES
Der Kapitalkostensatz ist der gewichtete Durchschnitt der Verzinsungsansprüche an das Eigen- und Fremdkapital. Der Eigenkapitalkostensatz wird nach dem Kapitalmarktmodell „CAPM“ (Capital Asset Pricing Model) bestimmt, das als Grundlage den Zinssatz langfristiger risikofreier Bundesanleihen, erhöht um die Risikoprämien einer Anlage am Aktienmarkt, heranzieht. Der Fremdkapitalkostensatz wird aus der durchschnittlichen Verzinsung langfristiger Kredite ermittelt. Im Geschäftsjahr 2006 lag der auf diese Weise vom Kapitalmarkt abgeleitete effektive Kapitalkostensatz für den Automobilbereich bei 7,6 %.

WERTBEITRAG UND KAPITALRENDITE IM AKTUELLEN GESCHÄFTSJAHR
Der Wertbeitrag des Konzernbereichs Automobile lag im Berichtsjahr bei – 2.269 (– 1.947) Mio. €. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf die hohen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der sechs traditionellen Werke der Volkswagen AG sowie bei Volkswagen Bruxelles S.A. zurückzuführen. Bereinigt um die Sondereinflüsse, in denen auch entlastende Effekte aus Beteiligungsverkäufen enthalten sind, hat sich der Wertbeitrag des Konzernbereichs Automobile gegenüber dem ebenfalls um Sondereinflüsse bereinigten Vorjahr um 993 Mio. € auf – 726 Mio. € verbessert. Das ist im Wesentlichen auf den Absatzanstieg und die – auch im Rahmen von ForMotionplus – erzielten Kosteneinsparungen zurückzuführen. Die Kapitalkosten erreichten mit 3.053 Mio. € das Niveau des Vorjahres. Dabei wurden die Verbesserungen aufgrund einer deutlichen Reduzierung des investierten Vermögens durch den gestiegenen Kapitalkostensatz aufgezehrt.

Im Geschäftsjahr 2006 belief sich die Kapitalrendite nach Sondereinflüssen – als periodenbezogene Verzinsung des investierten Vermögens (RoI) – auf 2,0 (2,4) %. Die um Sondereinflüsse bereinigte Kapitalrendite hat sich mit 5,8 % gegenüber dem Vorjahr zwar um 2,9 Prozentpunkte verbessert und damit verdoppelt, liegt aber noch deutlich unter dem Mindestverzinsungsanspruch von 9 %, an dem unverändert festgehalten wird.

Nähere Informationen zu den finanziellen Steuerungsgrößen des Konzernbereichs Automobile finden Sie auf der Internetseite www.volkswagen-ir.de.

KAPITALKOSTENSATZ NACH STEUERN KONZERNBEREICH AUTOMOBILE

(1) Der Wertbeitrag entspricht dem Economic Value Added (EVA®). EVA® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Unternehmensberatungsgesellschaft Stern Stewart & Co.


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Geschäftsbericht 2006 Seiten 67-77
PDF, 11 Seiten, 178 KB