Prognosebericht
Nachhaltigkeit sichert eine erfolgreiche Zukunft
Die Weltwirtschaft und auch die globale Automobilnachfrage werden im Jahr 2007 – trotz der hohen Öl- und Rohstoffpreise – weiter wachsen. Der Volkwagen Konzern erwartet Auslieferungen leicht über dem Niveau des Vorjahres dank der erweiterten Modellpalette und innovativer Dienstleistungen.
Im vorangegangenen Kapitel haben wir die wesentlichen Risiken unserer Geschäftstätigkeit erläutert; nachfolgend stellen wir die Chancen dar, die sich für den Volkswagen Konzern aus der erwarteten zukünftigen Entwicklung ergeben.
Die identifizierten Chancen fließen frühzeitig in unsere Planungsprogramme ein, damit wir auf die zusätzlichen Potenziale zeitnah mit wirkungsvollen Maßnahmen reagieren können. Chancen entstehen für den Volkswagen Konzern insbesondere aus der Erschließung neuer Märkte, der Entwicklung neuer Modelle sowie aus technischen Innovationen.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
In unseren Planungen gehen wir davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr leicht abschwächen wird. Dämpfend werden sich weiterhin die hohen Öl- und Rohstoffpreise sowie die in vielen Ländern restriktivere Geldpolitik auswirken. Das stärkste Wachstum erwarten wir in Asien, insbesondere in China und Indien, sowie in Südamerika.
NORDAMERIKA
In den USA wird das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgrund der gestiegenen Zinsen und der Belastung durch hohe Energiepreise voraussichtlich auf unter 3,0 % sinken. Für Kanada erwarten wir ein Wachstum leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Mit einer stärkeren Abschwächung wird für Mexiko gerechnet.
SÜDAMERIKA/SÜDAFRIKA
Für Brasilien prognostizieren wir einen höheren Anstieg des BIP als im vergangenen Jahr. In Argentinien wird das sehr kräftige Wirtschaftswachstum voraussichtlich anhalten, allerdings mit einer gegenüber dem Vorjahr verminderten Expansionsrate. Für Südafrika gehen wir aufgrund der unverändert günstigen Exportsituation für Rohstoffe von einer weiterhin positiven Entwicklung aus.
ASIEN-PAZIFIK
China wird auch im Jahr 2007 auf seinem sehr dynamischen Wachstumskurs bleiben. In Japan wird die Zuwachsrate des BIP bei circa 2,0 % liegen. Für Indien rechnen wir mit einer Fortsetzung der kräftigen Expansion.
EUROPA
Wir gehen davon aus, dass die Steigerungsrate des BIP in Westeuropa im Jahr 2007 niedriger als im Vorjahr ausfallen wird. Auch in Zentral- und Osteuropa wird sich die wirtschaftliche Expansion voraussichtlich abschwächen. Die Wachstumsrate wird jedoch im Vergleich zu Westeuropa deutlich höher sein.
DEUTSCHLAND
Nach dem starken Anstieg im abgelaufenen Geschäftsjahr erwarten wir, dass sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft aufgrund der nachlassenden Binnennachfrage auf unter 2,0 % verringern wird. Die Arbeitslosenquote wird im Jahresdurchschnitt nur noch leicht sinken.
ENTWICKLUNG DER AUTOMOBILMÄRKTE
Unseren Prognosen legen wir die Annahme zugrunde, dass sich das Wachstum der weltweiten Automobilnachfrage im Jahr 2007 verlangsamen wird. Dabei gehen wir insbesondere von leicht rückläufigen Pkw-Neuzulassungen in der Region Westeuropa sowie von einem geringeren Wachstum des chinesischen Gesamtmarktes aus.
NORDAMERIKA
Für die USA erwarten wir insgesamt einen leichten Anstieg des Gesamtmarktes. Dabei wird die Entwicklung der Kraftstoffpreise die Nachfrageverschiebung von den leichten Nutzfahrzeugen hin zu den Pkw weiter unterstützen. Der kanadische und der mexikanische Pkw-Markt werden voraussichtlich moderat wachsen.
SÜDAMERIKA/SÜDAFRIKA
In Südamerika ist nach dem kräftigen Anstieg im Jahr 2006 mit einer deutlichen Beruhigung bei den Pkw-Neuzulassungen zu rechnen. Für den brasilianischen und den argentinischen Markt gehen wir von Verkaufszahlen auf dem Vorjahresniveau aus. Die positive Entwicklung in Südafrika wird sich voraussichtlich fortsetzen.
ASIEN-PAZIFIK
Im asiatisch-pazifischen Raum insgesamt erwarten wir im Jahr 2007 eine Fortsetzung des Nachfragewachstums. Während in China und Indien die Steigerung geringer ausfallen wird, gehen wir in Japan nach dem Rückgang im Berichtsjahr von einem Wachstum der Pkw-Neuzulassungen aus.
EUROPA
Im Jahr 2007 wird das Pkw-Nachfragevolumen im westeuropäischen Gesamtmarkt voraussichtlich leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Von den großen Märkten dürfte nur Frankreich einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr erzielen. In Zentral- und Osteuropa, insbesondere in Russland, erwarten wir weiter steigende Pkw-Neuzulassungen.
DEUTSCHLAND
Wir rechnen damit, dass das Zulassungsvolumen auf dem deutschen Pkw-Markt leicht rückläufig sein wird. Ursache dafür sind im Wesentlichen Käufe, die im Hinblick auf die Mehrwertsteuererhöhung 2007 in das Jahr 2006 vorgezogen wurden.
WECHSELKURSENTWICKLUNG
Unseren Absatz- und Werksbelegungsplanungen liegen für das Geschäftsjahr 2007 die Einschätzungen von Wirtschaftsinstituten und Kapitalmarktteilnehmern zur weltweiten Wechselkursentwicklung zugrunde. Sie gehen in der Mehrzahl davon aus, dass sich im Jahr 2007 der US-Dollar, das britische Pfund, der brasilianische Real und der chinesische Renminbi gegenüber dem Euro abschwächen werden.
ZINSENTWICKLUNG
Für den Euroraum rechnen wir im Jahr 2007 mit weiter steigenden Zinsen. In den USA wird das Zinsniveau voraussichtlich leicht sinken.
ENTWICKLUNG DER ROHSTOFFPREISE
Wir erwarten, dass die Preise für Rohstoffe und Stahl 2007 auf hohem Niveau bleiben werden. Auch die Angebotssituation wird sich aller Voraussicht nach nicht wesentlich entspannen.
KONZERNSTRATEGIE 2015
Nur mit einer klaren langfristigen Ausrichtung können kurz- und mittelfristige Maßnahmen sinnvoll entschieden werden. Im Rahmen der Konzernstrategie 2015 haben wir darum unsere Geschäftspolitik auf nachhaltige Erfolgs- und Ertragsgenerierung ausgelegt. Transparente und konzernweit einheitliche Prozesse sollen kürzere Entwicklungs-, Auftrags- und Durchlaufzeiten und eine effizientere Auslastung der Werke gewährleisten sowie die Effektivität des Vertriebsnetzes erhöhen. Der Volkswagen Konzern wird sich zukünftig ausschließlich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. In allen anderen Bereichen wird er mit Dritten auf Basis vertrauensvoller vertraglicher oder gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen zusammenarbeiten. Finanzielle Zielgrößen der Konzernstrategie 2015 sind für den Konzernbereich Automobile unter anderem eine Kapitalrendite von mindestens 9 % und eine operative Umsatzrendite vor Steuern von 6,9 %. Weitere Ziele lauten: Der Volkswagen Konzern ist bei Kundenzufriedenheit, Qualität und Liefertreue weltweit führend. Die Marken und ihre Produkte sind klar im Markt positioniert und voneinander abgegrenzt. Der Konzern ist bevorzugter Arbeitgeber für sehr kompetente und hoch motivierte Mitarbeiter sowie begehrter Kooperationspartner für überdurchschnittlich leistungsfähige Lieferanten und Handelsbetriebe.
ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNGSSCHWERPUNKTE
Der Wunsch der Kunden nach Individualisierung bestimmt zunehmend den Entwicklungstrend in der Automobilbranche. Hinzu kommen gesetzliche und gesellschaftliche Anforderungen an den verantwortungsvollen Umgang mit den verfügbaren Ressourcen. Die Herausforderung für den Volkswagen Konzern besteht künftig also darin, einerseits die Produkte weiter zu diversifizieren und andererseits besonders ressourcenschonende Fahrzeuge und Antriebskonzepte zu entwickeln. Die Nutzung neuer, regenerativer Energiequellen gewinnt vor dem Hintergrund der Endlichkeit fossiler Rohstoffe und der sich verschärfenden Klimadiskussion zunehmend an Bedeutung.
Darüber hinaus steht unverändert die Sicherheit der Fahrzeuginsassen sowie die der übrigen Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt unserer Entwicklungsarbeit. Sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme wie ABS und vor allem ESP entwickeln wir fortlaufend weiter. Leitsysteme wie Spurhalte- und Spurwechselassistenten oder automatische Distanzregelungen tragen zukünftig zu einer deutlich erhöhten Verkehrssicherheit bei. Dazu werden die Fahrzeuge mit einer so genannten Umfeldsensorik und passender Auswertungssoftware ausgestattet. Diese Assistenzsysteme dienen dem Fahrer und seiner Sicherheit, aber sie beherrschen ihn nicht.
Als Reaktion auf den kontinuierlich steigenden Kostendruck werden wir die Modulstrategie konsequent weiterentwickeln und ausweiten: Ziel ist es, Bauteilsynergien über Fahrzeugklassen hinweg zu schaffen, sodass Fahrzeugentwicklungen im Baukastenprinzip und damit flexibler gestaltet werden können. Einmal entwickelte Bauteile können dann ohne zeit- und kostenintensive Änderungen in unterschiedlichen Modellen eingesetzt werden. Die Verwendung gleicher Bauteile in hohen Stückzahlen ermöglicht es uns, die Entwicklungs- und Herstellungskosten deutlich zu senken. Für die konzernweite Umsetzung der Modulstrategie werden wir die technischen Entwicklungen aller Standorte miteinander vernetzen. Hilfreich werden dabei die neu eingeführten so genannten Modulbücher sein, in denen derzeit verwendete Bauteile und Baugruppen dokumentiert sind. Fahrzeugentwicklungen für neue Märkte, zum Beispiel Russland und Indien, stellen sich dabei den spezifischen regionalen Anforderungen und berücksichtigen lokale Lieferantenstrukturen.
Das Doppelkupplungsgetriebe DSG hat sich erfolgreich im Markt etabliert. Im Jahr 2006 haben wir fast doppelt so viele Fahrzeuge mit dieser innovativen Technik an Kunden ausgeliefert wie im Vorjahr. Deshalb werden wir diese Technologie für weitere Fahrzeugklassen verfügbar machen und konsequent weiterentwickeln.
MODELLNEUHEITEN
Das Jahr 2007 wird von zahlreichen Neuanläufen geprägt sein:
Die Marke Volkswagen Pkw wird die im Jahr 2006 mit dem Polo gestartete Produktmarke „Cross“ um die Modelle CrossGolf und CrossTouran erweitern. Die Markteinführung der beiden Modelle ist für das erste Quartal geplant. Neben dem neuen Golf Variant wird der Kompakt-SUV Tiguan das Highlight der Marke Volkswagen Pkw im Jahr 2007 sein.
Škoda präsentiert im ersten Quartal den Fabia Kurzheck im neuen Design mit komfortorientiertem Hochdach.
Die Marke Audi wird ihr Produktportfolio um zwei zusätzliche Modelle erweitern: Der neue Audi A5, ein Coupé mit dynamischen Proportionen und sportlicher Eleganz, sowie der Audi R8, ein Sportwagen in faszinierendem Design mit hoher Fahrdynamik, bilden die Höhepunkte der Produktoffensive. Darüber hinaus wird Audi den Nachfolger des TT Roadster und die neue Audi A4 Limousine in den Markt einführen.
Mit dem Altea XL Crossover ergänzt die Marke SEAT die Altea-Modellreihe durch eine Variante mit langem Radstand und verbessertem Platzangebot.
Um den Wünschen der gewerblichen Kunden in Zukunft noch besser entsprechen zu können, erweitert die Geschäftssparte Nutzfahrzeuge das erfolgreiche Modell Caddy um eine „Maxi“-Version mit langem Radstand.
Die Volkswagen Financial Services AG wird ihre im Berichtsjahr erfolgreich gestartete Mobilitätsoffensive fortsetzen und auf weitere Märkte ausdehnen. Dank der intensiven Zusammenarbeit mit den Marken des Konzerns werden in Zukunft verstärkt innovative Finanzdienstleistungen für Konzernfahrzeuge angeboten.
ERWARTETE AUSLIEFERUNGEN AN KUNDEN UND MARKTANTEILE
Für das Jahr 2007 streben wir an, die Auslieferungen an Kunden im Vergleich zum Vorjahr leicht zu steigern. Die verbesserte Kundenzufriedenheit und der Erfolg unserer neuen Modelle werden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Indem wir weitere Segmente besetzen, wollen wir Marktanteile halten beziehungsweise hinzu gewinnen.
Für den westeuropäischen Pkw-Markt rechnen wir aufgrund der fortgeschrittenen Marktsättigung mit einem moderaten Rückgang unserer Auslieferungen an Kunden, verbunden mit einem leicht niedrigeren Marktanteil. Auch in Deutschland erwarten wir, dass der Pkw-Marktanteil nach der deutlichen Steigerung im Jahr 2006 bei sinkenden Verkaufszahlen eher rückläufig sein wird. Die Erhöhung unseres Verkaufsvolumens in Zentral- und Osteuropa entwickelt sich entsprechend des prognostizierten Marktwachstums, sodass sich der Pkw-Marktanteil auf dem Niveau des Vorjahres bewegen wird.
Auf dem nordamerikanischen Pkw-Markt rechnen wir für das Jahr 2007 mit weiter steigenden Auslieferungszahlen. Daraus wird sich ein leichtes Wachstum unseres Pkw-Marktanteils ergeben.
Unser Anteil am Pkw-Markt in Südamerika/Südafrika wird bei moderaten Verkaufszuwächsen voraussichtlich etwas unter dem Vorjahresniveau liegen.
Wir erwarten, dass unser Auslieferungsvolumen im asiatisch-pazifischen Raum – insbesondere in China und Indien – der dortigen positiven Wirtschaftsentwicklung entsprechend ansteigen wird. Der Pkw-Marktanteil des Konzerns wird auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.
NEUE MÄRKTE
Die Wachstumszentren des globalen Automobilmarktes sehen wir künftig in Indien, Russland und der Region Südostasien.
Nach den USA, China, Japan und Deutschland wird Indien in knapp zehn Jahren zu den fünf wichtigsten Automobilmärkten der Welt gehören. Um von dieser Entwicklung profitieren zu können, planen wir dort – zusätzlich zur bereits bestehenden Škoda-Fertigung – den Aufbau eines Werkes der Marke Volkswagen Pkw. Das Werk wird ein speziell auf die Bedürfnisse der indischen Kunden ausgerichtetes Fahrzeug produzieren.
Russland wird innerhalb der nächsten Jahre zu den zehn größten Automobilmärkten weltweit gehören. Die konzerneigene Vertriebsgesellschaft Volkswagen Group RUS OOO importiert und vertreibt bereits heute erfolgreich Fahrzeuge aller Konzernmarken. Um die Wachstumschancen des russischen Marktes noch besser nutzen zu können, werden wir in der Stadt Kaluga, südwestlich von Moskau, ein Werk errichten. Für 2007 ist die Aufnahme der Produktion von Fahrzeugen der Marken Volkswagen und Škoda in der Russischen Föderation geplant.
INVESTITIONS- UND FINANZPLANUNG 2007 BIS 2009 KONZERNBEREICH AUTOMOBILE
IN MRD. EURO

INVESTITIONS- UND FINANZPLANUNG 2007 BIS 2009
Im Konzernbereich Automobile werden sich die Investitionen in den Jahren 2007 bis 2009 auf 24,7 Mrd. € belaufen. Neben den Sachinvestitionen umfasst diese Summe auch die Zugänge aktivierter Entwicklungskosten und die Investitionen in Finanzanlagen.
Von dem Gesamtbetrag entfallen 17,7 Mrd. € auf Sachinvestitionen, 10,7 Mrd. € werden allein in Deutschland investiert. Nachdem wir in den vergangenen Jahren eine relativ niedrige Investitionsquote erreicht haben, wird sich diese – wie bereits in der vorhergehenden Planung vorgesehen – nachhaltig auf einem wettbewerbsfähigen Niveau von unter 6 % bewegen.
Mit 11,8 Mrd. € wird der Konzern im Planungszeitraum den wesentlichen Anteil der Sachinvestitionen des Automobilbereichs für die Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette aufwenden. Schwerpunkte sind Nachfolgemodelle und neue Derivate in nahezu allen Fahrzeugklassen. Damit setzt der Volkswagen Konzern seine Modelloffensive mit dem Ziel fort, die Märkte noch besser abzudecken. Im Aggregatebereich werden neue Generationen von Benzinmotoren mit Vorteilen bei der Leistung, dem Verbrauch und damit den Emissionswerten eingeführt. Bei den Dieselmotoren stellen wir auf die Common-Rail-Technologie um. Die Doppelkupplungsgetriebe, bei denen der Konzern nach wie vor weltweit eine Alleinstellung innehat, werden weiterentwickelt; die Kapazitäten passen wir an die steigende Nachfrage an.
Im Nicht-Produktbereich sind für die kommenden drei Jahre Investitionen von 5,9 Mrd. € geplant. Die Fertigung der neuen Produkte erfordert auch aufgrund unserer Qualitäts- und Kostenziele Anpassungen in den Presswerken, Lackierereien und Montagen. Außerhalb der Fertigung sind im Wesentlichen Investitionen in den Bereichen Entwicklung, Qualitätssicherung, Originalteileversorgung und Informationstechnologie vorgesehen. In der Investitionsplanung ist auch der Aufbau neuer Fabriken in Russland und Indien enthalten. Damit werden die wachsenden Märkte mit Fahrzeugen aus lokaler Produktion versorgt.
Wir verfolgen das Ziel, die Investitionen im Automobilbereich aus den selbst erwirtschafteten Mitteln zu finanzieren. Für den Prognosezeitraum erwarten wir einen Cash-flow aus dem laufenden Geschäft in Höhe von 31,9 Mrd. €. Die erwirtschafteten Mittel werden damit den Investitionsbedarf des Konzernbereichs Automobile um 7,2 Mrd. € übertreffen und somit die Liquiditätssituation kontinuierlich verbessern.
Nicht im Konsolidierungskreis und damit nicht in den oben genannten Zahlen enthalten sind die Gemeinschaftsunternehmen in China. Diese Gesellschaften werden in den Jahren 2007 bis 2009 insgesamt 1,9 Mrd. € investieren. Diese Investitionen werden aus eigenen Mitteln der Joint-Venture-Gesellschaften finanziert.
Im Konzernbereich Finanzdienstleistungen sind für den Zeitraum 2007 bis 2009 Investitionen in Höhe von insgesamt 19,8 Mrd. € geplant. Davon entfallen auf das Vermietvermögen (saldiert mit Abgängen) 10,4 Mrd. € und auf den Anstieg der Forderungen aus Leasing-, Kunden- und Händlerfinanzierung 9,1 Mrd. €. Die Investitionen können – wie in der Branche üblich – nicht vollständig aus dem geplanten Cash-flow der laufenden Geschäftstätigkeit von 9,2 Mrd. € gedeckt werden. Den zusätzlichen Mittelbedarf in Höhe von 10,6 Mrd. € finanzieren wir vor allem durch im Geld- und Kapitalmarkt etablierte Daueremissionsprogramme und durch Kundeneinlagen aus dem Direktbankgeschäft.
ZIELGRÖSSEN DER WERTORIENTIERTEN STEUERUNG
Der für den Konzernbereich Automobile definierte Mindestverzinsungsanspruch an das investierte Vermögen liegt, basierend auf den vom Kapitalmarkt abgeleiteten langfristigen Zinssätzen und der Zielkapitalstruktur (Marktwert des Eigenkapitals zu Fremdkapital = 2:1), unverändert bei 9 %.
Die durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen, vor allem der im Berichtsjahr erzielte Tarifabschluss sowie die vollzogenen Personalanpassungen, werden uns auf der Kostenseite deutlich entlasten und dazu beitragen, dass wir die Ertragskraft früherer Jahre zurückgewinnen. Zusätzlich werden die im Rahmen von ForMotionplus erzielten Einsparungen die Wirtschaftlichkeit unserer Produkte weiter verbessern.
ZUKÜNFTIGE ORGANISATORISCHE UNTERNEHMENSSTRUKTUR
In seiner Sitzung am 11. Januar 2007 stimmte der Aufsichtsrat den Plänen des Vorstandsvorsitzenden zur Umstrukturierung von Vorstand und Leitungsgremien sowie zur Neuordnung der Konzernorganisation zu.
Der Vorstand wird um drei Ressorts erweitert: Das Ressort Konzern Forschung und Entwicklung wird von Herrn Prof. Dr. Martin Winterkorn in Personalunion geleitet. Verantwortlich für das Ressort Konzern Produktion ist Herr Prof. Dr. Jochem Heizmann. Das Ressort Konzern Vertrieb wird zu einem späteren Zeitpunkt besetzt.
Die bisher bestehenden Markengruppen Volkswagen und Audi werden aufgelöst; alle Marken des Konzerns stehen künftig selbstständig nebeneinander.
Das Gremium Konzernleitung bleibt bestehen und wird erweitert um die Vorstandsvorsitzenden der Marken Volkswagen Pkw (in Personalunion Herr Prof. Dr. Martin Winterkorn), Škoda (Herr Detlef Wittig), Bentley (Herr Franz-Josef Paefgen), Audi (Herr Rupert Stadler), SEAT (Herr Erich Schmitt) und Nutzfahrzeuge (Herr Stephan Schaller). Ebenfalls neu in die Konzernleitung rückt Herr Stephan Grühsem, der Leiter der Konzernkommunikation ist.
GESAMTAUSSAGE ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG
Im Berichtsjahr haben wir entscheidende Schritte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und der Ertragskraft des Volkswagen Konzerns unternommen. Auch im Jahr 2007 werden wir die Aktivitäten zur Verbesserung der Kostenstrukturen und der Prozesse mit unverminderter Kraft fortsetzen. Dies in Verbindung mit dem attraktiven Modellprogramm und den geplanten neuen Produkten stimmt den Vorstand zuversichtlich, dass im Jahr 2008 ein Konzernergebnis vor Steuern von mindestens 5,1 Mrd. € erwirtschaftet wird.
Dieser Bericht enthält Aussagen zum künftigen Geschäftsverlauf des Volkswagen Konzerns. Diesen Aussagen liegen Annahmen zur Entwicklung der Wirtschaft einzelner Länder und insbesondere der Automobilindustrie zugrunde, die wir auf Basis der uns vorliegenden Informationen getroffen haben und die wir zurzeit als realistisch ansehen. Die Einschätzungen sind mit Risiken behaftet, und die tatsächliche Entwicklung kann von der erwarteten abweichen.
Sollte es daher in unseren wichtigsten Absatzmärkten, wie Westeuropa (darunter insbesondere Deutschland), USA, Brasilien oder China, zu unerwarteten Nachfragerückgängen oder zu einer Stagnation kommen, wird das unsere Geschäftsentwicklung entsprechend beeinflussen. Das Gleiche gilt im Falle wesentlicher Veränderungen der zurzeit bestehenden Wechselkursverhältnisse zum US-Dollar, zum britischen Pfund, zum japanischen Yen, zum brasilianischen Real, zum chinesischen Renminbi und zur tschechischen Krone.
AUSSICHTEN
Das Wachstum der weltweiten Automobilnachfrage wird sich 2007 voraussichtlich verlangsamen. Wir gehen davon aus, dass insbesondere in China und auf den Märkten Südamerikas die Steigerungsraten geringer ausfallen werden. Für die Märkte in Westeuropa, darunter auch Deutschland, erwarten wir ein rückläufiges Zulassungsvolumen, während die Märkte Nordamerikas voraussichtlich leicht wachsen werden. Zusammen mit der unsicheren politischen Lage im Nahen Osten werden sich die hohen Energie- und Rohstoffpreise weiterhin belastend auswirken. Der Wettbewerb in der Automobilbranche wird sich aller Voraussicht nach nochmals verschärfen.
Der Volkswagen Konzern befindet sich aufgrund seiner attraktiven Modellpalette in einer guten Wettbewerbssituation. Die Vielzahl neuer Fahrzeuge, die wir im Jahr 2007 in bestehenden und neuen Marktsegmenten einführen werden, wird unser Produktportfolio erweitern und unsere Wettbewerbsposition nochmals verbessern. Aufgrund dessen rechnen wir 2007 mit einem leichten Anstieg der Auslieferungen an Kunden im Vergleich zum Vorjahr. In der Folge werden die Umsatzerlöse des Volkswagen Konzerns 2007 den Wert des Vorjahres übertreffen. Die Aktivitäten zur Verbesserung der Kostenstrukturen und der Prozesse werden wir im Jahr 2007 mit unverminderter Kraft fortsetzen. Dies führt zusammen mit den im Berichtsjahr unternommenen Schritten zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Das Operative Ergebnis des Jahres 2007 wird voraussichtlich über dem Operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen des Vorjahres liegen. Die Sachinvestitionsquote wird 2007, bedingt durch unsere intensiven Anstrengungen zur Modernisierung und Erweiterung der Modellpalette, die des Jahres 2006 übersteigen. Wir werden die Sachinvestitionen auch weiterhin diszipliniert handhaben und die Quote nachhaltig auf einem wettbewerbsfähigen Niveau von unter 6 % halten, ohne dadurch neue Projekte zu beeinträchtigen. Wir erwarten im Konzernbereich Automobile erneut einen positiven Netto-Cash-flow.
ERKLÄRUNG DES VORSTANDS DER VOLKSWAGEN AG
Der Vorstand der Volkswagen AG ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Die Berichterstattung erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den Auslegungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Der Konzernlagebericht wird unter Beachtung der Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Die Volkswagen AG ist nach §315a HGB verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) zu erstellen.
Die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts wird durch interne Kontrollsysteme, den Einsatz konzernweit einheitlicher Richtlinien sowie durch Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter sichergestellt. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und konzerninternen Richtlinien sowie die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontrollsysteme werden kontinuierlich konzernweit geprüft. Die vom Gesetzgeber geforderte Frühwarnfunktion wird durch ein konzernweites Risikomanagement-System erreicht, das dem Vorstand ermöglicht, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, hat gemäß Beschluss der Hauptversammlung den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht als unabhängiger Wirtschaftsprüfer geprüft und den im Anschluss an den Anhang abgedruckten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
In Anwesenheit des Abschlussprüfers sind der Konzernabschluss, der Konzernlagebericht, der Prüfungsbericht sowie die vom Vorstand zu treffenden Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung von Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden können, im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats und im Aufsichtsrat der Volkswagen AG eingehend erörtert worden. Das Ergebnis dieser Prüfung geht aus dem Bericht des Aufsichtsrats hervor.
Wolfsburg, den 20. Februar 2007
Der Vorstand
