Wertsteigernde Faktoren
Zukunftsweisende Technologien und optimierte Prozesse
Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg setzt wettbewerbsfähige Kosten, innovative Produkte und effiziente Prozesse voraus. Die Zufriedenheit der Kunden steht dabei im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Entscheidende Vorteile des Volkswagen Konzerns sind die Kompetenz und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter. Dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt wird konzernweit eine große Bedeutung beigemessen.
Die Effizienz der Werttreiber eines Unternehmens kann durch finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren gemessen werden. Die für den Volkswagen Konzern wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren haben wir im Kapitel Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ausführlich dargestellt. Nachfolgend berichten wir über die nicht finanziellen Werttreiber, zu denen die Prozesse in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Vertrieb und Qualitätssicherung gehören. Darüber hinaus tragen unsere Mitarbeiter und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes bei.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Auch 2006 haben wir uns bei den Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf die Verbesserung der Funktionalität, der Qualität, der Sicherheitsstandards und der Umweltverträglichkeit der Konzernprodukte konzentriert. Dabei berücksichtigen wir zunehmend nicht nur die Ideen unserer Mitarbeiter, sondern binden auch externe Partner mit ein.
NEUE ZUKUNFTSWEISENDE PRODUKTE
Zu den wichtigsten Produkteinführungen gehörten im vergangenen Jahr die folgenden Modelle, Aggregate und Systeme:
Das neue Volkswagen Cabriolet-Coupé Eos. Diese Markteinführung stand ganz im Zeichen unseres hohen Qualitätsanspruchs. Mit dem fünfteiligen Faltstahldach haben wir ein einzigartiges und innovatives Dachkonzept entwickelt, das die Eigenschaften eines Coupé-, Schiebe- und Cabriolet-Daches in sich vereint. Die perfekte Funktionalität vom ersten Serienmodell an haben wir durch die konsequente Optimierung von Produkt und Fertigungsprozess erreicht.
Zusätzliche Features bei Touran und Touareg. Die beiden erfolgreichen Modelle haben wir 2006 grundlegend erneuert. Der Touran wurde als erster Volkswagen mit der in dieser technischen Form einzigartigen Lenkautomatik „Park Assist“ ausgestattet, die das automatische Einparken selbst auf engstem Raum ermöglicht. Darüber hinaus sorgen Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht für zusätzliche Sicherheit. Zu den technischen Neuerungen des Touareg gehören das ABSplus, das den Bremsweg auf losem Untergrund deutlich verkürzt, sowie die Fahrerassistenzsysteme FrontScan und SideScan. Das FrontScan-System warnt den Fahrer mit Hilfe von optischen und akustischen Signalen vor einer Kollision mit vorausfahrenden Fahrzeugen und bereitet die Bremsanlage im Fahrzeug auf eine mögliche Notbremsung vor. Beim SideScan wird der Bereich hinter dem fahrenden Fahrzeug überwacht. Warnsignale machen den Fahrer dabei auf kritische Situationen beim Spurwechsel aufmerksam.
TSI-Motor. Den 2005 mit dem Golf GT erfolgreich eingeführten TSI-Motor haben wir im Berichtsjahr erstmals auch für den Golf Plus und den neuen Touran angeboten und dabei um zusätzliche Leistungsvarianten ergänzt.
Neuer Touran mit Erdgasantrieb. Als weiterer Beitrag zur Reduktion von Kraftstoffverbrauch und Emissionen ist aufgrund des großen Erfolgs der Erdgasmodelle Caddy und Touran EcoFuel nun auch der neue Touran optional mit Erdgasantrieb ausgestattet(1).
Audi braking guard und die neue Generation der adaptive cruise control (ACC). Der innovative Audi Q7 wird ab dem Jahr 2007 über eine Weiterentwicklung des ACC verfügen, die den gesamten Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 200 km/h abdeckt. Das System kann den Q7 hinter einem vorausfahrenden Fahrzeug bis in den Stillstand abbremsen. In Kombination mit dem ACC wird der Audi braking guard erhältlich sein. Hier überwacht ein Radarsensor permanent die Fahrspur vor dem Q7. Wird ein abrupt bremsendes oder deutlich langsameres Fahrzeug erkannt, warnt das System den Fahrer zunächst durch optische und akustische Signale. Reagiert der Fahrer nicht, wird in der zweiten Stufe ein kurzer Bremsruck ausgelöst. Auf diese Weise kann ein unaufmerksamer Fahrer effektiv gewarnt und gleichzeitig zu einer durch den Bremsassistenten optimal unterstützten Vollbremsung bewegt werden. Die Vollbremsung wird jedoch nie vom System selbst ausgelöst.
STUDIEN SORGEN WELTWEIT FÜR AUFSEHEN
Parallel zur Markteinführung zahlreicher Serienmodelle präsentierte der Volkswagen Konzern auch im Jahr 2006 innovative Konzeptfahrzeuge und Studien. Im Februar stellte die Marke Volkswagen Pkw in Berlin erstmals die Studie Concept A vor. Die Mischung aus Sport- und Geländewagen mit Allradantrieb lieferte erste Hinweise auf das Design des neuen Tiguan, der 2007 auf den Markt kommt. Die Weltpremiere der Studie Iroc fand im August ebenfalls in Berlin statt.
Die Neuinterpretation des legendären Scirocco setzt sich mit eigenständigem Design deutlich von der Formensprache bestehender Modelle ab. Das lange Dach und ein vergleichsweise steiles Heck machen den Iroc zu einem echten Sportwagen.
Auf der Mondial de l’Automobil in Paris zog die Marke Škoda mit der Designstudie Joyster die Blicke auf sich. Der kompakte Dreitürer demonstriert die Weiterentwicklung der Designelemente der Marke und folgt dem Anspruch der einfachen, aber cleveren Lösungen.
Die Geschäftssparte Nutzfahrzeuge überraschte im September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung Nutzfahrzeuge in Hannover mit dem Crafter Atacama. Dieses Konzeptfahrzeug ist ein markanter Offroader, der sich durch originelle optische Modifikationen sowie Allradantrieb und höher gelegtes Fahrwerk vom Ursprungsmodell, dem Crafter, abhebt.
INNOVATIONSMANAGEMENT IST STRATEGISCH AUSGERICHTET
Das Innovationsmanagement des Volkswagen Konzerns richtet sich konsequent an den Kundenwünschen aus und bereitet so die Basistechnologien auf zukünftige Kundenanforderungen vor. Dabei treten revolutionäre Themen und Gesamtfahrzeugkonzepte in den Vordergrund, ohne dass evolutionäre Entwicklungen vernachlässigt würden.
Die Innovationsportfolios der Markengruppen Volkswagen und Audi sowie der Geschäftssparte Nutzfahrzeuge werden kontinuierlich synchronisiert. Ziel ist hier, markenübergreifende Schwerpunkte in der Entwicklungsarbeit zu setzen und Aktivitäten zu bündeln. Einerseits werden Innovationen bewusst intern als strategische Themen entwickelt, um Alleinstellungsmerkmale im Markt zu sichern. Andererseits werden durch das frühe Einbeziehen ausgewählter Lieferanten in den Entwicklungsprozess externe Innovationsquellen erschlossen.
MITARBEITER SIND MIT PATENTEN ERFOLGREICH
Für den Volkswagen Konzern haben wir im Berichtsjahr 1.320 Patente gesichert, davon 1.064 in Deutschland und 256 im Ausland. Der überwiegende Teil der Patente entfiel auf den Bereich der interaktiven Systeme, die Schnittstellen zwischen Mensch und Technik bilden. Die hohe Innovationskraft unserer Mitarbeiter wird einmal mehr durch die Vielzahl der Patentanmeldungen dokumentiert.
KOOPERATIONEN SCHAFFEN SYNERGIEN
Bei der Erschließung kleinerer Marktsegmente gewinnen Kooperationen mit anderen Fahrzeugherstellern an Bedeutung. Durch die Zusammenarbeit können wir Entwicklungskosten und Investitionen niedrig halten und Geschäftsrisiken minimieren. Bestehende Kooperationen, beispielsweise mit Porsche bei der Produktion der Modelle Volkswagen Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne, haben wir im Berichtsjahr erfolgreich fortgeführt. Um die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern bei zukünftigen Projekten zu optimieren, haben wir Zuständigkeiten klar geregelt und neue Organisationsstrukturen etabliert.
EINBINDUNG VON EXTERNEM F&E-KNOW-HOW
Der Volkswagen Konzern wird auch in den kommenden Jahren intensiv an neuen Modellen arbeiten. Dies stellt nicht nur erhebliche Anforderungen an unsere eigenen Entwicklungskapazitäten, sondern unterstreicht auch die Notwendigkeit, das Know-how unserer Lieferanten und einzelner Entwicklungspartner noch stärker als bisher in unsere Innovationstätigkeit zu integrieren. Nur so ist es möglich, die erhöhte Anzahl der Projekte trotz kürzerer Entwicklungszeiten bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen erfolgreich abzuschließen. Zugleich können wir mit diesem Ansatz die eigenen Ressourcen auf die Kernkompetenzen der technischen Entwicklung konzentrieren. Insbesondere bei der Entwicklung von Modulen und Komponenten nutzen wir die Kompetenz der späteren Serienlieferanten. Bei der Entwicklung von Fahrzeugderivaten besteht die Möglichkeit, dass ein Generalpartner – natürlich in enger Zusammenarbeit mit den Volkswagen Projektteams – die komplette Serienentwicklung übernimmt. Mit dieser Bündelung der Kräfte können wir die technische Entwicklung künftig noch flexibler an die sich verändernden Kundenanforderungen, Marktbedürfnisse oder Gesetzesanforderungen anpassen.
AKTIVIERTE ENTWICKLUNGSKOSTEN LIEGEN ÜBER VORJAHRESWERT
Im Berichtsjahr lagen die Forschungs- und Entwicklungskosten im Konzernbereich Automobile über denen des Vorjahres. Auch die aktivierten Entwicklungskosten stiegen gegenüber dem Vorjahr an, allerdings nur unterproportional. Aus diesem Grund sank die Aktivierungsquote auf 34,9 (35,1) %. Der Anteil der nach IFRS ergebniswirksamen Forschungs- und Entwicklungskosten an den Umsatzerlösen des Automobilbereichs betrug im Vergleich zum Vorjahr unverändert 4,8 %.
Konzernweit waren zum 31. Dezember 2006 im Bereich Forschung und Entwicklung 21.447 Mitarbeiter (– 1,9 %) beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 6,6 % an der Gesamtbelegschaft. In diesem Wert sind die Mitarbeiter der at Equity konsolidierten fahrzeugproduzierenden Beteiligungen Shanghai-Volkswagen Automotive Company Ltd. und FAW-Volkswagen Automotive Company Ltd. enthalten.
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN IM KONZERNBEREICH AUTOMOBILE

BESCHAFFUNG
Im Berichtsjahr haben wir das Lieferantenmanagement weiterentwickelt und noch enger mit unseren Zulieferern zusammengearbeitet, um Prozesse, Kosten und die Lieferqualität zu optimieren. Ein weiterer Schwerpunkt war die weltweite Sondierung von Beschaffungsquellen.
INTENSIVIERUNG DES LIEFERANTENMANAGEMENTS
Die 2005 eingeführten Lieferantenklausuren haben sich erfolgreich etabliert. Auf zwei im Jahr 2006 durchgeführten Veranstaltungen haben Mitarbeiter aus den Bereichen Beschaffung und Technische Entwicklung zusammen mit ausgewählten Lieferanten wieder vielversprechende Verbesserungspotenziale identifiziert. Dazu gehören technische Maßnahmen zur Kostenreduzierung sowie Ansätze zur Prozessoptimierung, die kontinuierlich umgesetzt werden.
Ergänzend zu den Lieferantenklausuren wurde die Plattform für die Zusammenarbeit mit Lieferanten, ausgehend vom Schwerpunkt der Materialkostenoptimierung, auch hinsichtlich der Themen Qualität und Innovationsmanagement ausgeweitet.
Im neu geschaffenen Forum „Lieferantenqualität“ erarbeiten Mitarbeiter aus den Bereichen Beschaffung, Qualitätssicherung und Technische Entwicklung gemeinsam mit ausgewählten Lieferanten Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der gelieferten Teile und Komponenten. Dabei konnten innerhalb kürzester Zeit erhebliche Qualitätsfortschritte erzielt werden.
Mit dem Forum „Innovation“ haben wir ein weiteres Instrument für die strategische Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten etabliert. Die offenen und von gegenseitigem Vertrauen geprägten Dialoge bei diesem Forum tragen dazu bei, neue partnerschaftliche Ansätze für die Entwicklung von Innovationen zu finden. Die Lieferanten werden frühzeitig in den Produktentstehungsprozess eingebunden, damit der größtmögliche Nutzen für den Kunden erzielt wird.
WELTWEITE BESCHAFFUNGSAKTIVITÄTEN
Neben den traditionellen Märkten Deutschland und Westeuropa werden Länder wie China, Indien und Russland als Beschaffungsquelle immer attraktiver. Einerseits können sie unsere lokalen Fertigungen direkt beliefern, andererseits bieten sie Kostenvorteile für in Europa gefertigte und zum Export vorgesehene Fahrzeuge. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Beschaffungsmärkte sind die Faktorkosten, die Wechselkursentwicklung sowie das Know-how der lokalen Lieferanten hinsichtlich Qualität und Entwicklung. Um die Potenziale dieser Märkte noch besser nutzen zu können, haben wir konzernweit unsere Research- und Scouting-Aktivitäten verstärkt. Die bisher lokal agierenden Beschaffungsteams wurden neu strukturiert und zu so genannten Regional Sourcing Offices weiterentwickelt.
BESCHAFFUNGSVOLUMEN
Das Beschaffungsvolumen des Volkswagen Konzerns stieg im Berichtszeitraum um 4,1 % auf 68,8 Mrd. €. Der Anteil deutscher Zulieferer lag im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 52,1 %.
BESCHAFFUNGSVOLUMEN NACH GESCHÄFTSSPARTEN UND MÄRKTEN

FAHRZEUGPRODUKTIONSSTANDORTE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
ANTEIL AN DER GESAMTPRODUKTION 2006 IN PROZENT

PRODUKTION
Auch im vergangenen Jahr meisterte die Produktion zahlreiche Neuanläufe. Parallel dazu wurden die Fertigungsprozesse im Sinne einer höheren Effizienz weiter optimiert und neue Produktionsstandards entwickelt, um die Qualität unserer Fahrzeuge auf hohem Niveau zu verankern.
ZAHLREICHE NEUANLÄUFE ERFOLGREICH GEMEISTERT
Die Fortsetzung der Modelloffensive brachte auch im Jahr 2006 zahlreiche Neuanläufe mit sich: Neben einer Vielzahl von Produktaufwertungen startete weltweit die Fertigung von 13 neuen Modellen. Zu den wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres zählten bei der Markengruppe Volkswagen der Volkswagen Eos, der Škoda Roomster sowie die Bentley-Cabriolets Azure und Continental GTC. Bei der Markengruppe Audi waren das Audi TT Coupé und der Audi R8 die wichtigsten Neulinge im Produktportfolio. Der Produktionsanlauf des Crafter, der in den DaimlerChrysler Werken in Düsseldorf und Ludwigsfelde hergestellt wird, zählte für Volkswagen Nutzfahrzeuge zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres.
FLEXIBLE PRODUKTIONSSTANDORTE
Der Volkswagen Konzern verfügt weltweit über 46 Fertigungsstandorte. An insgesamt 32 Konzernstandorten stellen wir Fahrzeuge her. Dabei profitieren wir von dem seit Jahren bewährten Drehscheibenkonzept, das je nach Bedarf die Fertigung unterschiedlicher Fahrzeugtypen auf der gleichen Produktionslinie vorsieht. Zusammen mit der Modulstrategie, die die Verwendung gleicher Module und Baugruppen in verschiedenen Fahrzeugen ermöglicht, und dem Konzept der „Mehr-Marken-Standorte“ erreichen wir die nötige Flexibilität, um jederzeit auf Bedarfsschwankungen reagieren zu können.
FERTIGUNGSPROZESSE WEITERENTWICKELT
Die Produktionsprozesse des Volkswagen Konzerns werden laufend auf Verbesserungspotenziale hin überprüft. Um die Produktivität zu steigern und Produktionskosten zu senken, haben wir die Standardisierung der Fertigung mit Hilfe der Modulstrategie vorangetrieben. Die erarbeiteten Standards bei Produktkonzepten, Fertigungsprozessen und Betriebsmitteln bilden die Grundlage für ein konzernweit gültiges Produktionssystem. Zusätzlich werden in der Fertigung Benchmark-Analysen eingesetzt, um Best-Practice-Ansätze zu identifizieren. Daraus ermittelte Optimierungspotenziale setzen wir unmittelbar um.
Auch im Jahr 2006 haben wir die Entwicklung neuer Fertigungstechnologien konzernweit forciert. So konnte zum Beispiel das Schweiß- und Lötverfahren CMT (Cold Metal Transfer) in der Serienfertigung eingesetzt werden. Der Vorteil hier: Durch die geringere Wärmeeinwirkung bleiben die Metallteile deutlich formstabiler. Neue Erkenntnisse tauschen die Bereiche Technische Entwicklung und Produktion über eigens dafür eingerichtete elektronische Plattformen oder auf Projekttagen an den einzelnen Standorten des Konzerns aus.
NEUE VEREINBARUNGEN FÜR OPTIMIERTE PROZESSE
Die im Juli 2006 verabschiedete Betriebsvereinbarung „Volkswagen-Weg“ bildet die Grundlage für tiefgreifende Veränderungen in den Arbeitsabläufen und Prozessen der Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Für die Standorte in Deutschland wird im ersten Schritt ein einheitliches Produktionssystem etabliert, das jedem einzelnen Standort verbindliche Ziele setzt sowie hohe Standards und Methoden vorgibt, deren Einhaltung fortlaufend überprüft wird. Durch eine noch effektivere Zusammenarbeit aller Bereiche im Produktentstehungsprozess wird die Prozess- und Produktqualität weiter erhöht, die Produktivität gesteigert und so die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern verbessert.
Die Entwicklung und Fertigung von Komponenten des Konzerns wird künftig weltweit zentral koordiniert. Ziel ist es, technologisch hochwertige und wettbewerbsfähige Komponenten für die Konzernfahrzeuge sicherzustellen sowie die Entwicklung des Drittmarktgeschäfts zu stärken.
PRODUKTIONSJUBILÄEN DES JAHRES 2006
Im April 2006 wurde eine Erfolgsgeschichte der Marke Volkswagen Pkw fortgeschrieben: Der 14-millionste Passat verließ die Werkshallen in Emden. Zwei Monate später lieferte Audi das 1,5-millionste Modell des A3 aus. Im Juli lief bei Škoda das 10-millionste Fahrzeug seit dem Beginn der Automobilproduktion im Jahr 1905 vom Band. Die Geschäftssparte Nutzfahrzeuge meldete im gleichen Monat 7,5 Millionen produzierte Modelle vom Typ Bus in den Bauformen Transporter, Caravelle und Multivan. Das Werk Kassel gab im August den Bau des 500-tausendsten Doppelkupplungsgetriebes (DSG) bekannt. Im September erreichte die Zahl der seit 1953 in Spanien produzierten SEAT-Modelle die 15-Millionen-Grenze.
MARKETING UND VERTRIEB
Das Image und die Stärke unserer Marken leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Volkswagen Konzerns. Auch im Jahr 2006 haben wir intensiv an der Positionierung unserer Marken gearbeitet.
KUNDENZUFRIEDENHEIT GESTEIGERT
Die Zufriedenheit der Kunden ist ein zentrales Ziel der Konzernstrategie. Daher führen wir für die Konzernmarken regelmäßig Befragungen in allen wichtigen Märkten der Welt durch. Auf Basis der Umfrageergebnisse erarbeiten wir Verbesserungsmaßnahmen und setzen diese um. 2006 haben wir dadurch bei den Marken Volkswagen Pkw, Audi, Škoda und SEAT erhebliche Fortschritte erzielt. Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen.
KUNDENBEZIEHUNGEN AUFBAUEN UND FESTIGEN
Die Autostadt in Wolfsburg ist die Kommunikationsplattform des Volkswagen Konzerns und seiner Marken. Ihre Aufgabe ist, durch den Dialog mit den Kunden den Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu fördern. Untersuchungen haben ergeben, dass die Wahrnehmung der einzelnen Marken beim Kunden durch den Besuch der Autostadt gestärkt wird. Die konsequente Serviceausrichtung sowie immer wieder neue Inszenierungen rund um das Thema Mobilität haben die Autostadt zu einem der beliebtesten Reiseziele Deutschlands gemacht. Das ZeitHaus der Autostadt, eines der erfolgreichsten Automuseen weltweit, sowie mehr als 200 Events im Jahr lassen den Stammsitz des Volkswagen Konzerns darüber hinaus zum kulturellen Veranstaltungsort werden. Seit der Eröffnung vor sechs Jahren haben mehr als 13 Millionen Menschen die Autostadt besucht.
Über 160.000 Auslieferungen in der Autostadt pro Jahr bedeuten, dass bereits nahezu jeder dritte Volkswagen Kunde in Deutschland die Möglichkeit nutzt, seinen neuen Wagen direkt an unserem Stammsitz abzuholen. Damit ist die Autostadt das volumenstärkste Auslieferungszentrum weltweit. Neben der Fahrzeugübergabe in der Autostadt bieten wir den Kunden auch an anderen Standorten des Konzerns die erlebnisorientierte Abholung ihres Neufahrzeugs an.
MARKENSTÄRKE SICHERT UNSEREN ERFOLG
Der Volkswagen Konzern ist dank seines klar positionierten Markenportfolios in der Lage, attraktive Fahrzeugkonzepte in allen Segmenten anzubieten. Die hohen Bekanntheitswerte der Marken Volkswagen, Audi, Škoda und SEAT, insbesondere im deutschen Markt, sind ein Beleg für den Erfolg dieser Markenpositionierung. Wegen des intensiven Wettbewerbs auf den Automobilmärkten wird es für die Hersteller immer wichtiger, die reinen Produkteigenschaften einer Marke mit Emotionen und immateriellen Werten zu verbinden, um so eine Abgrenzung zu den übrigen Marktteilnehmern zu erreichen. Mit unserer strategischen Markensteuerung auf Konzernebene, die alle Berührungspunkte zum Kunden betrachtet, haben wir dafür gute Voraussetzungen geschaffen.
Die Marke Volkswagen ist heute wie keine andere Marke weltweit der Inbegriff von Qualität, Zuverlässigkeit und deutscher Ingenieurskunst. Insbesondere in Europa und China haben die Kunden großes Vertrauen in die Leistung der Marke. Kontinuierlich steigende Auslieferungen in diesen Märkten unterstreichen dies.
Das Leistungsversprechen „Vorsprung durch Technik“ steht heute fast synonym für einen stetig wachsenden Erfolg der Marke Audi im anspruchsvollen Premiumsegment. Mit dem hochwertigen, sportlichen und progressiven Markenauftritt ist es uns gelungen, Audi in der Kundenwahrnehmung als Ausdruck fortschrittlicher Technologien und zukunftsweisenden, sportlichen Designs zu verankern.
Mit Škoda verfügt der Volkswagen Konzern über eine Marke, mit der unsere Kunden ein hohes Maß an Verlässlichkeit verbinden. Sie zeichnet sich durch ein ausgesprochen attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und intelligent-funktionale Fahrzeugkonzepte aus. Das ist auch der Grund dafür, dass die Marke Škoda ihre Marktposition kontinuierlich ausbauen konnte.
Mit dem Slogan „auto emoción“ entwickelt sich SEAT zunehmend zu einer Marke für Kunden, die auf sportliches Design bei gleichzeitig attraktiven Anschaffungs- und Betriebskosten Wert legen.
Die Luxusmarken Bugatti, Bentley und Lamborghini verleihen dem Volkswagen Konzern zusätzliche Attribute wie Eleganz, Exklusivität und Stärke.
Mit ihrem breit aufgestellten Produkt- und Dienstleistungsportfolio bietet die Geschäftssparte Nutzfahrzeuge für jeden Transport- und Beförderungswunsch die maßgeschneiderte Lösung.
REMARKETING VON GEBRAUCHTWAGEN
Das herstellereigene Gebrauchtwagengeschäft gewinnt vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Mobilitätsprodukten wie Leasing zunehmend an Bedeutung. Im vergangenen Jahr haben wir deshalb mit der Umsetzung eines ganzheitlichen Gebrauchtwagengeschäftsmodells für die verschiedenen Marken begonnen. Ziel ist hier, die Restwerte der Fahrzeuge auf hohem Niveau zu stabilisieren, um die Kundeninvestition zu schützen. Stabile Restwerte bilden die Basis für attraktive und wettbewerbsfähige Leasing- und Finanzierungsangebote im Neuwagengeschäft.
STRUKTUR DES GROSSKUNDENGESCHÄFTS IM VOLKSWAGEN KONZERN
Mit dem Aufbau der Volkswagen Group Fleet International haben wir im Berichtszeitraum einen bedeutenden Schritt in der Weiterentwicklung des Volkswagen Konzerns hin zum Mobilitätsanbieter getan. Das Ziel dieser neuen Geschäftseinheit ist, den Verkauf aller Konzernfahrzeuge – vom Kleinstwagen bis zum Modell der Luxusklasse – mit allen für Großkunden wichtigen Finanzdienstleistungen zu bündeln. Die Vorteile für die Kunden sind die höhere Transparenz sowie Zeit- und Kostenersparnisse. Die Volkswagen Group Fleet International ist zukünftig der zentrale Ansprechpartner für das internationale Flottengeschäft mit Fahrzeugen der Konzernmarken.
QUALITÄTSSICHERUNG
Produkt- und Servicequalität sind die Schlüssel zur Kundenzufriedenheit und damit zur Kundenloyalität. Qualität schafft Vertrauen. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf das Image unserer Marken und ist ein wesentliches Kriterium bei der Kaufentscheidung des Kunden.
PRODUKTQUALITÄT
Ein Spiegel der Produktqualität, vor allem in der Langzeitperspektive, ist die Zuverlässigkeit. Die Kennzahlen „Schadensfälle pro Fahrzeug im Verlauf der Lebensdauer“ und „Garantie- und Kulanzvergütungen“ sind daher konzernweit die wichtigsten Steuerungselemente in der Qualitätssicherung. Um diese Kennzahlen bewerten zu können, hat die Marke Volkswagen Pkw im Jahr 2005 das Forum Produktqualität gestartet. Hier arbeiten Teams aus Forschung und Entwicklung, Produktion und Qualitätssicherung zusammen, um gemeinsam die Zielvereinbarungen zu den beiden Kennzahlen individuell für jedes Modell zu erreichen. Die monatlichen Reviews schaffen ein Frühwarnsystem und gewährleisten eine schnelle Kommunikation zwischen den Bereichen. Sie bieten einen zeitnahen Überblick über den Stand der Kennzahlen, sodass bei sich abzeichnenden Fehlentwicklungen schnell gegengesteuert werden kann.
Die Wichtigkeit der Qualitätskennzahlen im gesamten Unternehmen verdeutlicht die Tatsache, dass das Bonussystem des Managements an das Erreichen der vereinbarten Ziele gekoppelt ist. Dadurch wird die fortlaufende Qualitätsverbesserung der Produkte im Interesse unserer Kunden beschleunigt.
Das Ziel, die Qualitätskennzahlen kontinuierlich zu verbessern, ist konzernweit verankert und wird durch eine regelmäßige Kommunikation unterstützt. Der Konzern zeichnet zudem jährlich die Prozesse, die die höchsten Werte bei der Verbesserung der Kennzahlen erreicht haben, mit dem Volkswagen Excellence Preis aus. Im Jahr 2006 ging der Preis an das fahrzeugbauende Audi Werk in Ingolstadt und die Getriebefertigung der Marke SEAT im spanischen Prat.
SERVICEQUALITÄT
Um auch bei der Servicequalität eine kontinuierliche Verbesserung zu erreichen, unterstützt der Bereich Qualitätssicherung Vertragshändler und -werkstätten bei der Konzeption schneller und kostengünstiger Reparatur- und Serviceleistungen. Bereits im Laufe des Produktentstehungsprozesses werden in Zusammenarbeit mit der Forschung und Entwicklung Reparaturlösungen erarbeitet und im Interesse des Kunden finanziell bewertet.
Von der Übergabe des Fahrzeugs über Serviceintervalle bis hin zu Reparaturen ist die Betreuungsqualität ein wichtiges Instrument zur Steigerung der Kundenloyalität. Der Werkstattbesuch ist nach dem Kauf eine der wenigen Gelegenheiten, mit dem Kunden direkt in Kontakt zu treten. Die Qualitätssicherung stellt den Vertragswerkstätten daher eine weltweit zugängliche Datenbank bereit, die eine schnelle Diagnose und Lösung von Problemen ermöglicht. Im Kundendienst gewonnene Erkenntnisse fließen über den etablierten Prozess der Qualitätssteigerung sowohl in die Serienproduktion als auch in die Entwicklung neuer Produkte ein.
MITARBEITER
Zum Ende des Geschäftsjahres 2006 beschäftigte der Volkswagen Konzern 324.875 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle haben daran mitgewirkt, dass wir im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche neue Modelle in die Märkte eingeführt sowie einen Absatz- und einen Produktionsrekord erzielt haben.
Um im Wettbewerb, der sich stetig verschärft, bestehen zu können, brauchen wir eine Spitzenmannschaft, die sich durch Kompetenz, Engagement, aber auch Fitness auszeichnet. Dies unterstützen wir mit unserer Personalarbeit.
INVESTITION IN DIE ZUKUNFT
Die Nachwuchsgewinnung bei Volkswagen ist ein zentraler Baustein unserer Personalpolitik, der wesentlich dazu beiträgt, die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu erhöhen. Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft und die Berufsausbildung die Grundlage dafür, dass Volkswagen auch künftig qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Zum Jahresende bildete der Konzern weltweit 9.199 junge Menschen als Nachwuchs für unsere Spitzenmannschaft aus.
Unser attraktives und umfangreiches Angebot unterschiedlicher Ausbildungsberufe spiegelt die breit gefächerte Arbeitswelt von Volkswagen wider. In unserem Ausbildungszentrum bei VW do Brasil zum Beispiel bilden wir derzeit 119 junge Menschen innerhalb von zwei Jahren zu qualifizierten Mechanikern aus, um sie später in hoch technisierten Produktionsprozessen einsetzen zu können. In unserem Zentrum für praktische Ausbildung bei VW Slovakia spezialisieren sich 40 Auszubildende im Bereich Mechatronik-Elektronik auf Automatisierungstechnik.
Im Mai 2006 hat der Volkswagen Konzern erneut seine weltbesten Auszubildenden mit dem „Best Apprentice Award“ ausgezeichnet. 20 junge Absolventen aus zehn Ländern und drei Kontinenten wurden geehrt. Für diese Jugendlichen begann im Anschluss ein individuelles Förderprogramm, das von der jeweiligen Konzerngesellschaft gestaltet wird.
Zur Rekrutierung von akademischem Nachwuchs in der Volkswagen AG hat sich das Studium im Praxisverbund etabliert und wird in den kommenden Jahren deutlich ausgeweitet. Diese Personalentwicklungsmaßnahme ist eine eng verzahnte Kombination von Berufsausbildung, Vermittlung von akademischem Wissen an den Hochschulen und Umsetzung des erworbenen Wissens in der betrieblichen Praxis. Während der gesamten Studienzeit wechseln sich Semester an der Hochschule und Einsatzzeiten im Unternehmen ab. So findet bereits in der Ausbildung ein intensiver Wissenstransfer zwischen erfahrenen Fachkräften und jungen Mitarbeitern statt. Die Studenten erlangen in der Regel innerhalb von vier Jahren einen IHK- und einen Bachelor- oder Diplomabschluss und stehen den Fachabteilungen anschließend als sehr gut ausgebildete und teamfähige Mitarbeiter zur Verfügung.
Auch zukünftig wird die Volkswagen AG in die Ausbildung investieren und, wie tarifvertraglich vereinbart, bis zum Jahr 2009 jährlich 1.250 Auszubildende einstellen, einschließlich der Studierenden im Praxisverbund.
WEITERBILDUNG FÖRDERT KOMPETENZEN
Die schnelle Weiterentwicklung der Technologien und immer effizientere Arbeitsprozesse stellen die Mitarbeiter des Volkswagen Konzerns vor wachsende Herausforderungen. Die Volkswagen Coaching GmbH bietet den Beschäftigten daher umfangreiche praxis- und bedarfsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen an und setzt diese um.
Im Bereich der technischen Qualifizierung bestimmen maßgeschneiderte Konzepte das Weiterbildungsangebot. Beispielhaft zu nennen ist in diesem Zusammenhang der Aufbau der Fahrzeugfertigung in Russland, bei dem die spezifischen technischen und kulturellen Bedingungen sowie der Wissensstand der Beschäftigten zu berücksichtigen sind. Auch für den Produktionsanlauf des Tiguan in Wolfsburg sind umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich – unter anderem, um alle Beteiligten mit den neuen Arbeitsprozessen vertraut zu machen.
IDEEN ZAHLEN SICH AUS
Unsere Mitarbeiter reichten im Jahr 2006 europaweit 124.391 Verbesserungsideen ein. Die davon umgesetzten 69.840 Vorschläge trugen dazu bei, die Qualität unserer Produkte zu erhöhen, die Prozesse effizienter zu machen und die Kosten um insgesamt 306,8 Mio. € zu reduzieren. Für ihre Kreativität und die aktive Teilnahme am Unternehmensgeschehen erhielten die Ideengeber Prämien in Höhe von insgesamt rund 32,6 Mio. €.
MEHR LEISTUNG DURCH GESUNDHEIT UND FITNESS
Der Gesundheitsstand der produzierenden Werke des Volkswagen Konzerns lag im Berichtsjahr mit 97,2 % auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.
Ein erstes wichtiges Element eines umfassenderen „Volkswagen Check Up“ ist der „HerzCheck“, der in allen Werken durchgeführt wird. Das mit diesem Verfahren ermittelte Risikoprofil ist auch für viele andere Erkrankungen relevant. Mit dem Volkswagen Check Up sollen zukünftig bewährte Früherkennungsprogramme systematisiert und um weitere wichtige Programme ergänzt werden. Dabei werden die Erfahrungen bei der Audi AG genutzt, die ein solches Programm bereits eingeführt hat.
Darüber hinaus trägt ein systematisches Integrationsmanagement dazu bei, unsere Mitarbeiter nach Krankheit oder Unfall wieder schnell und wertschöpfend in den Arbeitsprozess zu integrieren. Mit diesen Maßnahmen wollen wir die Arbeitszufriedenheit und Produktivität der Mitarbeiter steigern und die krankheitsbedingte Abwesenheit weiter reduzieren.
VERBESSERTE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
2006 lautete die wesentliche Aufgabe im Personalmanagement, die Basis für den noch effizienteren Einsatz der Mitarbeiter zu schaffen.
Die Restrukturierungsmaßnahmen für die sechs traditionellen Werke der Volkswagen AG (Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Hannover, Emden) wurden umgesetzt. Der im Oktober 2006 erzielte Tarifabschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt, um Produktivität, Auslastung und Arbeitskosten wieder auf das Niveau des Wettbewerbs zu bringen.
Im Mittelpunkt des Verhandlungsergebnisses steht eine Erhöhung der Arbeitszeit auf bis zu 33 Wochenstunden im direkten und bis zu 34 Wochenstunden im indirekten Bereich. Ein direkter Lohnausgleich findet nicht statt. Für jeden Standort wurden Fertigungsumfänge festgelegt, die die Auslastung und damit die Beschäftigung sicherstellen.
Der Tarifabschluss beinhaltet auch ein neues Modell der Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter. Die an die Beschäftigten ausgeschütteten Beträge können – abhängig vom Unternehmensergebnis – zukünftig deutlich über denen vergangener Jahre liegen. Dieses Modell stärkt das Bewusstsein der Belegschaft für die eigene Leistung und dient als Teilkompensation für die Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich. Außerdem sieht der Tarifabschluss eine pauschale Einmalzahlung in das betriebliche Altersversorgungssystem der Mitarbeiter vor.
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern, werden die Arbeitskosten und -prozesse kontinuierlich optimiert. Im Berichtsjahr wurden im Zuge dessen auch Personalanpassungen vorgenommen. Nach dem Prinzip der so genannten doppelten Freiwilligkeit erhielten zunächst alle Tarifmitarbeiter das Angebot, das Unternehmen auf der Basis von Aufhebungsverträgen zu verlassen. Der Abschluss der Verträge stand jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den jeweiligen Fachbereich. Bis zum 31. Dezember 2006 unterschrieben 5.937 Beschäftigte einen Aufhebungsvertrag. Der überwiegende Teil dieser Mitarbeiter entschied sich für die Selbstständigkeit, fand eine neue Anstellung außerhalb des Konzerns oder begann eine Weiterbildung beziehungsweise ein Studium. Parallel zu den Abfindungsangeboten haben wir 2006 die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme der Altersteilzeit erweitert und diese auch den Beschäftigten der Jahrgänge 1952 bis 1954 angeboten. Dazu hatten wir die Dauer der Altersteilzeit bereits Ende 2005 auf bis zu sieben Jahre erhöht. Im Berichtsjahr sind 2.013 Mitarbeiter in die passive Phase der Altersteilzeit eingetreten. 6.189 Mitarbeiter der Jahrgänge 1952 bis 1954 haben bereits verbindliche Vereinbarungen zum Abschluss von Altersteilzeitverträgen unterzeichnet. Diese Mitarbeiter werden bis zum Jahr 2013 das Unternehmen verlassen und in die passive Phase der Altersteilzeit eintreten.
GESUNDHEITSSTAND DER PRODUZIERENDEN WERKE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
IN PROZENT

FLEXIBLER PERSONALEINSATZ
Das Flexibilitätsinstrument „PersonalEinsatzBetrieb – Beschäftigungssicherung“ hat sich im Volkswagen Konzern als Drehscheibe zwischen Arbeitsplatzangebot und Mitarbeiterpotenzialen etabliert. Mit Hilfe der Drehscheibe setzen wir Beschäftigte aus dem Personalüberhang in neue, sowohl interne als auch externe, Beschäftigungsfelder ein. Wir werden dieses Instrument kontinuierlich weiterentwickeln, um dem sich verändernden Bedarf gerecht zu werden.
INTERNATIONALE RESTRUKTURIERUNGSPROGRAMME
Auch an unseren internationalen Standorten haben wir Restrukturierungsprogramme zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durchgeführt.
Aufgrund der Überkapazitäten in Europa mussten wir den Standort Brüssel zurückbauen. Hierzu haben wir den Beschäftigten Aufhebungsverträge angeboten, die stark nachgefragt werden, sodass wir den verbleibenden Mitarbeitern auch für den Überbrückungszeitraum 2007 und 2008 Perspektiven aufzeigen konnten. Darüber hinaus wurde den älteren Mitarbeitern ein Angebot zum freiwilligen Vorruhestand unterbreitet.
Ziel des im Herbst 2005 begonnenen und 2006 fortgesetzten Restrukturierungsprogramms bei Shanghai Volkswagen ist die Erhöhung der Produktivität sowohl im direkten als auch im indirekten Bereich. Schwerpunkte bilden Qualifizierungsmaßnahmen für Fertigungsmitarbeiter und Workshops zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse. Im indirekten Bereich soll die Produktivität auf das Niveau „Best in Class“ erhöht werden. Mit Personalanpassungen und der Optimierung der Personalstruktur mittels Outsourcing haben wir hier bis Ende 2006 bereits wichtige Fortschritte erzielt. Das Restrukturierungsprogramm steht damit kurz vor dem Abschluss und trägt zum Turnaround von Shanghai Volkswagen bei.
Bei Volkswagen do Brasil wurde im Sommer für die größten Standorte Anchieta und Taubaté ein weitreichendes Restrukturierungsabkommen mit den Gewerkschaften geschlossen – die Basis für eine nachhaltige Sanierung der Gesellschaft. Das Abkommen beendet die Beschäftigungsgarantie, die 2001 gegeben wurde, und ebnet den Weg für die Anpassung der Belegschaft um insgesamt mehr als 4.000 Mitarbeiter bis Ende 2008. Darüber hinaus wurden Grundlagen für Kostensenkungen durch neue Entgeltstrukturen, Arbeitszeitkonten und eine Neudefinition der Sozialleistungen vereinbart. Außerdem sagte die Arbeitnehmerseite zu, dass sie ihren Beitrag zu deutlichen Produktivitätssteigerungen leisten werde.
UMWELTMANAGEMENT IM KONZERN
Unsere Konzern-Umweltpolitik zeichnet sich durch einen integrierten Ansatz aus, der die Auswirkungen von Fertigungsprozessen und Produkten auf die Umwelt im Voraus bewertet und somit schon bei deren Planung berücksichtigt. Unser vorrangiges Ziel ist dabei, ökonomisch und ökologisch sinnvolle Lösungen zu erarbeiten, um den Einsatz von Ressourcen zu minimieren und langfristig Kosten zu reduzieren.
Die Konzern-Umweltgrundsätze berücksichtigen sowohl unsere strategischen Leitlinien als auch technische Vorgaben, zum Beispiel in der Produktion.
Sie gewährleisten, dass in den Fertigungsprozessen des Konzerns weltweit vergleichbare Umweltstandards gelten. Alle Marken tragen die Verantwortung für die Umsetzung dieser Standards an ihren Standorten.
VIELFÄLTIGE UMWELTSCHUTZPROJEKTE DER MARKEN
Den Konzern-Umweltgrundsätzen folgend haben die Marken im Jahr 2006 verschiedene Projekte zum Schutz der Umwelt vorangetrieben:
Die Marke Volkswagen Pkw hat mit der Markteinführung des Polo BlueMotion eine Nachhaltigkeitsinitiative gestartet, mit deren Hilfe die Ressourcen der Erde geschont werden sollen. Zukünftig wird an der Bezeichnung BlueMotion die jeweils sparsamste Variante einer Baureihe zu erkennen sein. Zahlreiche Detailmaßnahmen wie längere Getriebeübersetzungen, aerodynamischer Feinschliff und innermotorische Modifikationen senken den Verbrauch, die Emissionen und letztlich auch die Unterhaltungskosten, ohne die Fahrzeugdynamik zu beeinträchtigen.
Das Produktionsprogramm im Škoda-Werk in Kvasiny wurde um das Modell Škoda Roomster ergänzt. Dazu mussten die Produktions- und Logistikflächen sowie die Infrastruktur erheblich erweitert werden. Alle in diesem Zusammenhang getätigten Investitionen wurden im Vorfeld auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft, sodass die umweltrelevanten Anlagen und Abläufe die „Beste verfügbare Technik“ (BAT) darstellen. In der Produktionsstätte werden beispielsweise eine Erdgas-Heizanlage mit Wärmerückgewinnung, eine moderne Abwasser-Aufbereitungsanlage und Lärmschutzbarrieren zur Minimierung der Geräuschbelastung der Gemeinde Kvasiny eingesetzt. Die gesetzlichen Umweltschutzauflagen und die umweltpolitischen Grundsätze des Konzerns werden somit dauerhaft erfüllt.
Audi hat mit dem Sieg im 24-Stunden-Rennen von Le Mans eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich sparsamer Verbrauch und Fahrdynamik nicht zwingend gegenseitig ausschließen: Der Audi R10 TDI gewann als erstes Fahrzeug mit Dieselmotor und Partikelfilter das legendäre Rennen und stellte gleichzeitig einen neuen Distanzrekord auf.
Die Marke SEAT hat in ihrem Werk in Martorell die Einführung des Lackierprozesses auf Wasserbasis abgeschlossen. Durch das neue Lackierverfahren werden die Lösungsmittelemissionen um 60 % reduziert. Darüber hinaus verbessert sich die Produktivität und – gemessen an der Qualität und dem Verbrauch von Farbe – auch die Prozesseffizienz.
Der Nutzfahrzeug-Standort Hannover liegt historisch bedingt in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten. Lärm- und Geruchsbelästigungen der Nachbarschaft durch den Fertigungsprozess lassen sich zwar nicht völlig vermeiden, aber vermindern. Um die Interessen von Anwohnern und Unternehmen zusammenzuführen, findet zwei Mal jährlich ein Nachbarschaftsdialog statt, der auch Behörden, Vereinen und Bürgerinitiativen offensteht. Die Veranstaltung fördert Transparenz und Vertrauen auf beiden Seiten. Auch können durch die frühzeitige Erörterung von geplanten Veränderungen Genehmigungsverfahren am Standort beschleunigt werden.
PROJEKTE UND INITIATIVEN FÜR DEN UMWELTSCHUTZ
Das Forschungsprojekt „Lifecycle Engineering für Industriebauten“ verfolgt das Ziel, neben den wirtschaftlichen, sozialen und umweltrelevanten Aspekten auch die technische Relevanz der Errichtung und des Betriebs von Industriebauwerken zu untersuchen und zu bewerten. Die Ergebnisse sollen Konzerngesellschaften und Zulieferern beispielsweise dabei helfen, den besten Standort und die beste Fabrikstruktur für ein Industriegebäude oder eine bestimmte Anlagentechnik auszuwählen. Das Projekt wird von der Deutschen Umweltstiftung gefördert. Volkswagen arbeitet hier eng mit regionalen Unternehmen und Instituten sowie der Stadt Wolfsburg zusammen.
Die Volkswagen AG ist Mitte des Jahres 2006 der Clean Energy Partnership (CEP) beigetreten. Das weltweit angelegte Demonstrationsprojekt für emissionsfreie Mobilität, dem damit insgesamt elf Unternehmen angehören, erprobt die Alltagstauglichkeit und die Systemfähigkeit des Energieträgers Wasserstoff. Mit ihrem Engagement will die Volkswagen AG umweltschonende, nachhaltige Mobilität fördern und wichtige Erkenntnisse aus dem Einsatz der Wasserstofftechnologie unter kundennahen Bedingungen gewinnen. Volkswagen ergänzt die CEP-Flotte durch einen Touran HyMotion. Die CEP ist ein Element der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und auf einen Zeitraum bis Dezember 2007 angelegt. Die Projektergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert, sobald die Auswertung der Erfahrungen von Testkunden, Technikern und Tankstellenbetreibern abgeschlossen ist.
ANTRIEBS- UND KRAFTSTOFFSTRATEGIE
Volkswagen berücksichtigt die Anforderungen einer nachhaltigen Mobilität insbesondere bei der Entwicklung von Aggregaten. Wir tragen dazu bei, einerseits die lokalen Emissionen sowie den Ausstoß klimarelevanter Gase zu senken und andererseits die Abhängigkeit vom Rohöl zu reduzieren.
Im Bereich der Ottomotoren knüpfen wir mit der TSI-Technologie, einer Benzin-Direkteinspritzung mit integriertem Kompressor und Turbolader, an das Erfolgskonzept des TDI-Motors an. TSI-Motoren zeichnen sich durch einen gegenüber anderen Einspritzmotoren um bis zu 20 % geringeren Verbrauch aus – bei zugleich unverminderter Fahrdynamik. Ein weiteres Beispiel für hoch effiziente Antriebstechnik ist das Doppelkupplungsgetriebe DSG, das gegenüber einem herkömmlichen Automatikgetriebe einen deutlich besseren Wirkungsgrad bei rund 15 % geringerem Verbrauch aufweist.
Neben Otto- und Dieselmotoren nehmen Hybridantriebe einen zentralen Platz in unserer Antriebsstrategie ein. Gemeinsam mit strategischen Partnern und in Zusammenarbeit mit internationalen Universitäten arbeiten wir intensiv an der Umsetzung von Hybridantrieben in zukünftige Serienprojekte. Mit der Vorstellung des Audi Q7-Hybrid auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2005 in Frankfurt demonstrierte der Volkswagen Konzern eindrucksvoll sein Potenzial auf diesem Gebiet.
Die im Verlauf des Berichtsjahres in den Markt eingeführten Modelle Touran- und Caddy-EcoFuel werden stark nachgefragt; sie können wahlweise mit Benzin oder Erdgas betrieben werden. Im Erdgasbetrieb emittieren sie bis zu 25 % weniger CO2. Der Ausstoß von Schwefeldioxid, Ruß und anderen Partikeln wird nahezu vollständig vermieden.
Langfristig konzentrieren wir uns auf die Entwicklung von regenerativem Wasserstoff für Brennstoffzellen, der hinsichtlich Verbrauch und Emissionen die höchste Nachhaltigkeit besitzt. Bei den Forschungen in Richtung Hochtemperatur-Brennstoffzelle haben wir 2006 einen entscheidenden Fortschritt erzielt: Dank des Einsatzes von Elektroden, die eine höhere Betriebstemperatur für Brennstoffzellen zulassen, ist das neue System effizienter, kleiner und auch preiswerter als bisher bekannte Brennstoffzellen.
Im Mittelpunkt unserer Kraftstoffstrategie steht die Diversifikation der Energiequellen. Das bedeutet, dass eine Vielzahl von Rohstoffen der Erzeugung von Kraftstoffen dienen soll, die an bereits bestehenden Tankstellen vertrieben und in heutigen Fahrzeugen weltweit genutzt werden können. Dabei spielt die annähernd CO2-neutrale Biomasse eine bedeutende Rolle. Sie kann neben Rohöl und Erdgas zur Erzeugung synthetischer Kraftstoffe eingesetzt werden. Diese Kraftstoffe ähneln den heutigen Dieselkraftstoffen. Sie sind jedoch, insbesondere auf Basis von Biomasse, im Gegensatz zu herkömmlichem Diesel nahezu schwefel- und aromatenfrei. Das bedeutet: volle Kompatibilität mit den übrigen Antriebskomponenten bei gleichzeitig deutlicher Reduktion der Emissionen und der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. In einem nächsten Schritt werden wir neue Herstellungsprozesse dazu nutzen, den Kraftstoffen spezielle, auf die Motorenanforderungen abgestimmte Eigenschaften zu verleihen. Damit werden neue Brennverfahren möglich, die den Verbrauch und die Emissionen nochmals reduzieren. Das von Volkswagen entwickelte CCS-Brennwertverfahren stützt sich auf die Verwendung dieser Kraftstoffe. CCS (Combined Combustion System) vereint die Vorteile von Diesel- und Ottomotoren und könnte eines der wichtigsten neuen Motorenkonzepte der kommenden Jahrzehnte werden.
AUSGEZEICHNETER UMWELTSCHUTZ
Aufgrund der niedrigen Emissions- und Verbrauchswerte seiner Modelle ist Volkswagen aus der vom Marktforschungsinstitut J.D. Power im Jahr 2006 erstmals durchgeführten „Alternative Powertrain Study“ als umweltfreundlichster Automobilhersteller hervorgegangen. Das Institut untersuchte 37 in den Vereinigten Staaten vertretene Automarken anhand verschiedener umweltrelevanter Aspekte. Volkswagen überzeugte in der Studie und kam mit den drei Modellen Golf, Jetta und New Beetle in die Top-30 der emissionsärmsten Benzin- und Hybrid-Pkw; zusätzlich konnten wir mit unserer innovativen Dieselflotte punkten.
Für das gemeinsam mit der SiCon GmbH entwickelte Volkswagen-SiCon-Verfahren zeichnete die EU-Kommission Volkswagen im Juni 2006 mit dem „European Business Award for the Environment“ aus. Bei dem Verfahren werden im Altfahrzeug-Recycling-Prozess Wertstoffe gewonnen, die dem Wirtschaftskreislauf als Sekundärrohstoffe wieder zugeführt werden können. Durch diese umweltgerechte Verwertung von Altfahrzeugen als Rohstoffquelle werden die natürlichen Ressourcen geschont.
Weitere Informationen zum Umweltmanagement der Volkswagen AG erhalten Sie auf der Internetseite www.volkswagen-nachhaltigkeit.de.
(1) Caddy Life EcoFuel: Kraftstoffverbrauch kg/100 km: 8,2 innerorts; 4,7 außerorts; 6,0 kombiniert; CO2-Emission g/km: 157.
Touran EcoFuel: Kraftstoffverbrauch kg/100 km: 8,1 innerorts; 4,5 außerorts; 5,8 kombiniert; CO2-Emission g/km: 153.