„Simply clever“ in Tschechienheadline

Škoda ist einer der ältesten Autobauer der Welt. „Simply clever“ – dieses Selbstverständnis prägt die Traditionsmarke seit jeher. Es spiegelt sich nicht nur in dem besonders attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis: In vielen Details der Škoda-Fahrzeuge ist die ausgefeilte tschechische Ingenieurskunst zu erkennen, die im 20. Jahrhundert gereift ist.

 

Mladá Boleslav liegt nur eine dreiviertel Autostunde von Prag entfernt. Der Weg in die Škoda-Stadt führt durch Vororte, die Ausfallstraße ist gesäumt von Heimwerkermärkten und Möbelhäusern. Überall ist zu spüren: In Tschechien, einer Nation der Tüftler und Bastler, herrscht Aufbruchstimmung – und das nicht erst seit dem EU-Beitritt. Als wichtiges Industrieland haben die Tschechen mit ihrem Erfindergeist schon früh zur wirtschaftlichen Entwicklung der Mitte Europas beigetragen. Man sagt den Tschechen nach, sie seien wie das Glas aus Böhmen: klar, geradeaus und unverwüstlich. Und diese Eigenschaften schlagen sich auch beim Bau ihrer Autos nieder.

Und doch liegt über Mladá Boleslav, der 45.000-Einwohner-Stadt, zugleich der Zauber Böhmens, jene unvergleichliche Melange aus Palatschinken, Apfelstrudel und frisch gebrautem Bier, aus Wäldern, Burgen und Feldern. Die Gegend rund um die Stadt würde eine wunderbare Kulisse für einen der beliebten tschechischen Märchenfilme bieten – und tatsächlich ist Mladá Boleslav Schauplatz eines Märchens geworden, eines indes, das Wirklichkeit geworden ist. Seit mehr als hundert Jahren werden dort Autos der Marke Škoda gebaut. Noch in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts galten sie als „Nuckelpinnen“; Lästerzungen machten sich über den tschechischen „Blechflitzer“ lustig, dessen Lieferzeiten für Ersatzteile nie unter einem Monat lagen. Dennoch zählte er zum Besten, was der damalige Ostblock zu bieten hatte.

„‚Simply clever‘ ist nicht umsonst unser Markenslogan.“ FRANK SCHÄFER, INTERIEUR-DESIGN, ŠKODA


NICHT ÄRGERN, BESSER MACHEN

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Tschechen zu den Pionieren des Automobilbaus gehört. Den Anstoß dafür gab – ein Fahrrad. Václav Klement, ein technikbegeisterter Buchhändler aus Mladá Boleslav, hatte sich ein Zweirad deutscher Herkunft gekauft, dessen Rahmen sich aber schon nach kurzer Zeit verzog. Der Kunde formulierte daraufhin – natürlich auf Tschechisch – einen Brief an die Filiale des Dresdner Fahrradbauers im böhmischen Ústí nad Labem mit der Bitte um Reparatur. Er möge bitte in einer verständlichen Sprache schreiben, lautete die barsche Antwort, die Klement erhielt; so erzählt es Lukáš Nachtmann, Historiker im Škoda Auto Museum.

Václav Klement fackelte nicht lange: Zusammen mit dem Schlosser Václav Laurin eröffnete er 1895 eine eigene Fahrradmanufaktur. Bereits drei Jahre später nahm das kleine florierende Unternehmen Fahrräder mit Hilfsmotor in sein Angebot auf, im Jahr darauf präsentierten die Tüftler aus der tschechischen Kleinstadt ein Motorfahrrad, dessen Antrieb zwischen den Rädern im Rahmen integriert war – diese Bauweise findet sich bis heute bei allen Krad-Generationen.

„Einen wahren Meilenstein in der Geschichte der tschechischen Ingenieurskunst setzten Laurin und Klement 1905 – sie bauten ihr erstes Auto, die Voiturette A“, erzählt Nachtmann, und die Begeisterung über seine Landsleute ist ihm anzusehen. Zu Recht, denn durch diesen Wurf zählt die Marke Škoda, die 1925 durch den Zusammenschluss von Laurin & Klement mit dem Schwerindustrie-Unternehmen Škoda Pilsen zu ihrem Namen kam, zu den ältesten noch existierenden Automobilfabriken der Welt.

 

IN ALLEN WINKELN DER WELT AUF ERFOLGSKURS

In den zwanziger und dreißiger Jahren entwickelte sich Škoda zu einem der bekanntesten Autohersteller Europas. Die Modelle Rapid, Popular und Superb – Letzterer wurde inzwischen neu aufgelegt – absolvierten legendäre Ferntouren in exotischen Regionen: Afrika und die Sahara, Indien und der Himalaya waren die Reiseziele polyglotter Weltenbummler. Die Solidität der Pkw von Škoda und ihre Fahreigenschaften waren allen Strapazen der rauen Pisten gewachsen. Sie verhalfen dem tschechischen Unternehmen zu internationalem Ruhm. Das stärkte natürlich auch das Ansehen im eigenen Land. „Tschechische Ingenieurskunst“ – dieser Begriff machte damals die Runde. Die Wagen aus Mladá Boleslav füllen ihn heute wieder mit neuem Leben.

„‚Simply clever‘ ist nicht umsonst unser Markenslogan“, erklärt Frank Schäfer, der bei Škoda für das Interieur-Design verantwortlich ist und auch federführend bei der Innenraumgestaltung des neuen Škoda Fabia war. „Simply clever“ steht hier für großen Nutzwert und viel Familienfreundlichkeit. Der Kofferraum ist der größte seiner Klasse; er ist mit Taschenhaken und weiteren intelligenten Lösungen ausgestattet; durch eine verstellbare Hutablage ist er halbierbar. „Wir kämpfen immer um jeden Kubikzentimeter“, sagt Schäfer. Wie praktisch der Škoda ist, sieht man ihm schon von außen an. „Souverän und robust, klar gezeichnet und schnörkellos“, beschreibt Jens Manske, Head of Design bei Škoda, die Design-Guidelines des Unternehmens. Funktionale Formgebung ist – neben der im Volkswagen Konzern sorgfältig geprüften Technik – einer der Erfolgsgaranten für die Marke.

Das zeigt sich auch in den Auslieferungszahlen: Bereits 2004 überschritten sowohl der Fabia als auch der Octavia die Millionengrenze. Seit fünf Jahren hat sich Škoda fest in der Top Ten der deutschen Zulassungsstatistik etabliert. „Es ist ein Auto aus dem Herzen Europas, das man aber inzwischen in 100 Ländern weltweit kaufen kann“, resümiert Marçal Farreras, Marketingleiter bei Škoda. Der Spanier spricht Englisch in Tschechien – noch ein Beitrag von Škoda zum Europa der Gegenwart und der Zukunft.

FRANK SCHÄFER, Interieur-Design Škoda, war federführend bei der Innenraumgestaltung des Škoda Fabia

LUKÁŠ NACHTMANN, Historiker im Škoda-Museum, bezeichnet die Leistung von Laurin & Klement als „wahren Meilenstein in der tschechischen Ingenieurskunst“.

 

TSCHECHISCHE INGENIEURSKUNST
Von Würfelzucker zu Memrec

Wetten, Sie profitieren täglich von tschechischen Erfindungen? Dabei haben Sie vermutlich noch nie etwas von Jakob Christof Rad, Jindrich Waldes oder Prokop Diviš gehört. Diese Herren haben unser Leben mit Würfelzucker, Druckknöpfen und Blitzableitern angenehmer und sicherer gemacht.

Auch heute erblicken viele Neuheiten das Licht der Welt in Tschechien: zum Beispiel Memrec – eine Vorrichtung, mit der Computer über die Augen gesteuert werden können. Oder Nanospider, eine Technologie für das Weben von Nanofasern. Man sieht: Auch für heutige tschechische Erfindungen gilt das Škoda-Motto – „Simply clever“.


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