Stolz auf Wertarbeit

Von Hand gefertigte Premiumprodukte mit einem hohen Anteil edler Naturmaterialien sind das Ergebnis verantwortungsvollen Schaffens. Erfahrung, überlegenes technisches Wissen und eine Unternehmenskultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, müssen sich dabei ergänzen. Bei Bentley Motors in Großbritannien ist das so.
Kennen Sie Crewe? Nein? Das sollten Sie aber – denn nahe Crewe, einem schmucken Städtchen in Nordwestengland, rund 45 Kilometer von den Toren der Industriemetropole Manchester entfernt, befindet sich das Herz altehrwürdiger automobiler Konstruktionskunst: das Bentley Werk. Bentley – schon der Klang dieses Namens lässt viele Herzen höher schlagen, auch bei Menschen, die nicht unbedingt Benzin im Blut haben.
Der Name „Bentley“ ist mit einer legendären Vergangenheit ebenso verbunden wie mit einer erfolgreichen Zukunft: mit den Roaring Twenties des vergangenen Jahrhunderts, als die triumphalen Rennsiege der verwegenen „Bentley Boys“ in Le Mans einen Mythos schufen, mit der königlichen Verbindung zu Rolls-Royce seit den dreißiger Jahren und natürlich mit dem Volkswagen Konzern, der vor zehn Jahren die Verantwortung für dieses Erbe aus Tradition und Technologie übernommen hat.

Leise summend gleitet der Continental Flying Spur, eine Limousine mit der Kraft von 560 Pferden (411 kW)1, vom Flughafen Manchester nach Crewe über die schmalen Landstraßen dahin. Der Reisende spürt, belebt durch eine Rückenmassage per Knopfdruck: Diese Art der Fortbewegung ist eine Klasse für sich. Das Innenleben eines Bentleys, individuell aus den Naturmaterialien Holz und Leder gestaltet, sein Motor, das Chassis und die Karosserie entstehen in einer sorgfältig überwachten Prozesskette, in der sich höchstes handwerkliches Können und technologisches Wissen vereinen. „Für das Verarbeiten aller Nähte im Rückenteil eines Sitzes nehmen wir uns 37 Stunden Zeit“, berichtet stolz eine Mitarbeiterin, die seit fünf Jahren in Crewe tätig ist. Monatelang wurden sie und ihre Kollegin auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet.
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„Bentley steht für ein Unternehmertum, das Leidenschaft und Risikobereitschaft verbindet.“ RICHARD CHARLESWORTH, LEITER VIP UND ROYAL RELATIONS |
EIN BENTLEY ENTSTEHT STÜCK FÜR STÜCK IN AUFWENDIGSTER HANDARBEIT

Das ist das Außergewöhnliche in diesem Werk: Menschen arbeiten in Gruppen zusammen und vervollkommnen durch den Austausch ihrer Erfahrungen ständig das handgefertigte Interieur, etwa die lederummantelten Lenkräder oder die holzverkleideten Konsolen. „Das Besondere an Bentley ist das Arbeitsklima“, erzählt Dave Maddock, Teamleiter in der Holzverarbeitung. Er ist schon seit über 30 Jahren bei Bentley – keine Seltenheit hier, sondern eher die Regel. Auch dass die Mitarbeiter ihre Tätigkeitsfelder wechseln, ist hier üblich. Bevor Maddock seine Vorliebe für die Holzbearbeitung entdeckte, baute er Kurbelwellen in die Autos ein. „Das Management ist eng mit der Belegschaft verbunden“, unterstreicht er. „Das motiviert.“ Auch der Nachwuchs, dessen Förderung bei Bentley höchste Priorität hat, bestätigt diesen Eindruck. „Man kümmert sich hier sehr intensiv um uns, fordernde und abwechslungsreiche Erfahrungen stehen im Vordergrund“, so David Irving, der Ingenieur werden will und von Bentleys Motorentechnologie begeistert ist.
Für das Unternehmen sind „Luxus“ und „Verantwortung“, „edel“ und „nachhaltig“ keine Gegensätze. Soweit Naturstoffe in den Produktionsprozess eingehen, wird auf einen geschlossenen ökologischen Kreislauf geachtet: Rohstoffe stammen von zertifizierten Lieferanten, Holz- und Lederreste werden recycelt. Um Baumarten zu schützen, findet inzwischen unter anderem Walnuss- und Oliven- statt Mahagoniholz Verwendung. Das Verantwortungsgefühl der traditionsbewussten Automobilschmiede reicht aber weit über die Produktion hinaus.
„Wir bauen außergewöhnliche Automobile für Menschen, die zum Nutzen Vieler Außergewöhnliches schaffen“, erläutert Richard Charlesworth die Bentley-Philosophie. Er betreut das britische Königshaus und VIPs in der ganzen Welt. „Unsere Marke“, so Charlesworth, „steht für ein Unternehmertum, das Leidenschaft und Risikobereitschaft verbindet. Diese Kreativität entfaltet Sogwirkung, weil sie für Arbeitsplätze und Prosperität sorgt.“ Erfolgreiche Menschen wollen auch Vorbilder sein und sich karitativ betätigen. Bentley Motors, betont Charlesworth, unterstützt Wohltätigkeitsveranstaltungen und engagiert sich bei Galas zur Bekämpfung von Aids und zur Förderung von Kindern aus bildungsschwachen Schichten.
SCHON DIE VÄTER UND GROßMÜTTER WAREN BEI BENTLEY TÄTIG
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DIE INTENSIVE UND INDIVIDUELLE Förderung von Nachwuchskräften wie etwa Laura Lomas und David Irving hat bei Bentley Tradition. Sie ist Garant für die herausragenden Leistungen einer gewachsenen Marke, die ihrer Exklusivität treu bleiben will. |
Auch in den blitzsauberen Werkshallen in Crewe steht der Mensch im Vordergrund. Nur sechs Roboter greifen in die Fertigung ein, die sonst ausschließlich in den Händen der insgesamt 4.000 Mitarbeiter liegt. Viele sind bereits seit Jahrzehnten bei Bentley tätig, etliche sogar schon in der zweiten oder dritten Generation. Einer von ihnen ist Dave Preece, der mit 47 Jahren am längsten von allen dabei ist. Wenn er erzählt, wie großartig es war, einen Bentley eigens nach den Wünschen der englischen Königin zu gestalten, dann begreift man: In Crewe werden nicht einfach Autos, sondern Einzelstücke mit hohem Liebhaberwert gebaut. „Stolz“ taucht deshalb häufig im Wortschatz der Belegschaft auf. Stolz auf eine Arbeitskultur, die Individualität nicht als überflüssigen Luxus ansieht, sondern als ständige Herausforderung, dem Wunsch einer exklusiven Kundschaft nach Einzigartigkeit zu entsprechen und dabei mit den natürlichen Ressourcen stets verantwortungsbewusst umzugehen.
Ein Bentley wird deshalb auch nur auf Bestellung gefertigt. Rund 10.000 Wagen der Baureihen Arnage und Continental sind im vergangenen Geschäftsjahr – selbstverständlich in geschlossenen Transportern – ausgeliefert worden: handmade in Crewe.

