twinDRIVE
Mobil mit Strom aus der Steckdose
Leise rollt der Golf twinDRIVE in die heimische Garage. Der Fahrer steigt aus, steckt den Stecker in die Steckdose, die Batterie wird geladen. Bei solchen Plug-in-Hybrid-Autos kommt die Ladeenergie aus der Steckdose und vom Verbrennungsmotor. Besser noch: Die mit dem Netz verbundenen Fahrzeugbatterien können – wenn die technische Entwicklung so weit ist und genügend Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge angeschlossen sind – sogar als Pufferspeicher zur Stabilisierung der Stromversorgungsnetze genutzt werden.
Fachleute sind sich einig darüber, dass es noch ein sehr langer Weg ist in eine derart saubere und Rohstoff sparende automobile Zukunft. Das gilt für die Entwicklung der Fahrzeuge, aber auch für die Art der Stromerzeugung. Denn aus Umweltgesichtspunkten ist Elektromobilität besonders sinnvoll, wenn der Strom erneuerbar erzeugt wird.
Gemeinsam stark
Das Plug-in-Hybrid-System im Golf twinDRIVE ist ein wichtiger Schritt zum Auf- und Ausbau der Elektromobilität. Der erste Prototyp ist mit seinem effizienten Dieselmotor komplett langstreckentauglich, lässt sich aber auch über Strecken bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren. Dazu gibt es an den Hinterrädern zwei Radnabenmotoren, unter der Haube arbeiten ein kompakter Verbrennungsmotor und ein weiterer Elektromotor zusammen, hinzu kommt jede Menge Elektronik, und im Kofferraum hat der Lithium-Ionen-Akku seinen Platz.
Die Technik im Golf twinDRIVE bietet dem Fahrer die Möglichkeit, per Tastendruck zu entscheiden, ob der Wagen rein elektrisch fährt oder im Hybridbetrieb. Er kann diese Entscheidung aber auch dem Auto überlassen. Wenn er per Navigationssystem vorgibt, wohin die Reise geht, übernimmt das elektronische Gehirn die Aufgabe, die elektrische Energie der Batterie bis zum nächsten Tankvorgang so sinnvoll wie möglich einzusetzen.
In der Hauptrolle: der Elektromotor
Der Verkehr der Zukunft wird sich zu 80 Prozent in Städten und Ballungsgebieten abspielen, der effiziente und saubere Antrieb für die Kurzstrecke steht im Vordergrund. Dank der Lademöglichkeit an der Steckdose kann dieser Verkehr mit Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen rein elektrisch ablaufen. Deshalb spielt beim Golf twinDRIVE, anders als beim Hybridauto, der Elektromotor die Hauptrolle. Die kann er allerdings nur übernehmen, wenn das Netz der Strom-„Tankstellen“ ausreichend dicht ist. Wie die Infrastruktur beschaffen sein muss, welche Anforderungen Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge erfüllen müssen und wie sie noch verbessert werden können, das wird in einem Flottenversuch in Berlin untersucht. Die bis zu 20 Fahrzeuge vom Typ Golf Variant sollen von einem zentralen Elektromotor an der Vorderachse kombiniert mit einem Ottomotor angetrieben werden.
Neben einigen Forschungsinstituten, einem Energieversorger und Volkswagen sind auch Batteriehersteller beteiligt. Schließlich geht es hier unter anderem darum, die Entwicklung von kompakten Hochleistungsbatterien zur Serienreife voranzutreiben.