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Wolfsburg, 11.03.2010

Volkswagen Konzern beweist 2009 Stärke

• Operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro erreicht
• Voraussetzung für integrierten Konzern mit Porsche geschaffen
• Wichtige strategische Weichenstellung durch Partnerschaft mit Suzuki
• Erfolgreiche Mehrmarkenstrategie wird konsequent fortgesetzt
• Steigerung bei Auslieferungen, Umsatz und Operativem Ergebnis für 2010 erwartet

Der Volkswagen Konzern hat im vergangenen Jahr seine weltweite Wettbewerbsposition gestärkt. „2009 war für die gesamte Automobilindustrie ein echter Härtetest. Volkswagen hat diesen Härtetest nicht nur bestanden, sondern Stärke bewiesen und die Krise deutlich besser gemeistert als viele Wettbewerber “, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Wolfsburg. „Die Stärke des Mehrmarkenkonzerns, unsere Technologiekompetenz und breite Präsenz auf den Weltmärkten sowie die finanzielle Solidität haben uns geholfen, trotz des Abschwungs auf den Weltmärkten das Jahr gut abzuschließen“, so Winterkorn. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Steigerungen bei Auslieferungen, Umsatz und Operativem Ergebnis. „Der Volkswagen Konzern hat im vergangenen Jahr ordentlich Tempo gemacht. Und auch 2010 schalten wir nicht zurück“, betonte Winterkorn.

„Selbst unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen ist es uns gelungen, einen Operativen Gewinn von 1,9 Milliarden Euro zu erwirtschaften und die Netto-Liquidität im Automobilbereich auf 10,6 Milliarden Euro zu erhöhen“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. „Dies stellt im Wettbewerbsumfeld eine sehr gute Leistung unserer Mannschaft dar“, so Pötsch. Er betonte zugleich, dass das anteilige Ergebnis der chinesischen Joint-Venture- Gesellschaften in Höhe von 774 Millionen Euro nicht im Operativen Ergebnis enthalten ist.

Der Absatz des Volkswagen Konzerns stieg in einem um über sechs Prozent rückläufigen Weltmarkt um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Fahrzeuge. Der Pkw-Weltmarktanteil erhöhte sich auf 11,3 (10,3) Prozent. Dies lag im Wesentlichen an dem großen Zuwachs, den die chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften erzielten. Ohne China sank der Absatz um 6,1 Prozent. Die Umsatzerlöse lagen mit 105,2 (113,8) Milliarden Euro um 7,6 Prozent unter denen des Vorjahres.

Belastet wurden der Umsatz sowie das Operative Ergebnis vor allem durch Volumen- und Mixverschlechterungen. Darüber hinaus machten sich Wechselkurseffekte negativ bemerkbar. Positiven Einfluss auf das Operative Ergebnis von 1,9 (6,3) Milliarden Euro hatten erneut niedrigere Fixkosten sowie verbesserte Produktkosten durch optimierte Einkaufskonditionen und Produktivitätssteigerungen. Hier wurden Einsparungen von mehr als einer Milliarde Euro realisiert. „Daran ist zu erkennen, dass wir weiter konsequent an den Kostenstrukturen arbeiten und unsere Prozesse stetig optimieren. Dies verdeutlicht die Ertragsstärke des Konzerns auch unter schwierigen Bedingungen“, sagte Pötsch. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 911 (4.688) Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von 1,60 (1,93) Euro je Stammaktie und 1,66 (1,99) Euro je Vorzugsaktie vor.

Weiter verbessert wurde im vergangenen Geschäftsjahr die Liquiditätslage im Konzernbereich Automobile. Vor allem durch den Abbau der Lagerbestände sowie die Fortführung der konsequenten Ausgaben- und Investitionsdisziplin wurde eine deutlich höhere Netto-Liquidität von 10,6 (8,0) Milliarden Euro erreicht. Hier ist bereits der Mittelabfluss in Höhe von 3,9 Milliarden Euro für die 49,9-prozentige Beteiligung an der Porsche AG berücksichtigt. „Dies ist eine beachtliche Leistung und verschafft uns eine gute finanzielle Basis“, so Pötsch.

Volkswagen investierte 2009 im Konzernbereich Automobile rund 5,8 (6,8) Milliarden Euro vor allem in neue Fertigungsstandorte in Indien, Russland und den USA sowie in neue Modelle wie beispielsweise den Polo, den Audi A1 und den Amarok von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Die Sachinvestitionsquote von 6,2 (6,6) Prozent lag damit im Rahmen der eigenen Erwartungen.

Im vergangenen Jahr wurden zudem wichtige Entscheidungen zur Schaffung des integrierten Automobilkonzerns mit Porsche getroffen, der in mehreren Stufen entstehen soll. So hat sich Volkswagen im Dezember mit 49,9 Prozent an der Porsche AG beteiligt. „Die Zusammenführung von Volkswagen und Porsche zu einem Konzern mit zehn starken Marken folgt einer überzeugenden strategischen, industriellen und finanziellen Logik. Der integrierte Konzern hat das Potenzial, in Zukunft erhebliches zusätzliches Wachstum zu realisieren“, sagte Winterkorn. 

Eine weitere wichtige Weichenstellung erfolgte durch die Einigung auf eine strategische Partnerschaft mit Suzuki, in deren Rahmen sich Volkswagen Anfang 2010 mit 19,9 Prozent an dem japanischen Unternehmen beteiligte. Die Partnerschaft von Volkswagen und Suzuki bringt zwei starke und erfolgreiche Automobilunternehmen zusammen, die sich unter anderem hinsichtlich ihres Produktportfolios, der weltweiten Vertriebsnetze und der globalen Produktionskapazitäten ideal ergänzen. „Durch die Partnerschaft mit Suzuki wird Volkswagen im Kleinstwagensegment und in den asiatischen Wachstumsmärkten einen Quantensprung machen“, sagte Winterkorn.

Strategie 2018

Weiter vorangetrieben wurde im vergangenen Geschäftsjahr die Strategie 2018 des Volkswagen Konzerns. Die konsequente und strikte Kosten- und Investitionsdisziplin ist wesentlicher Bestandteil dieser Strategie mit dem Ziel, das weltweit ökonomisch und ökologisch führende Automobilunternehmen zu werden.

Kernelemente der „Strategie 2018“ sind unter anderem eine gezielte Ausweitung des Marken- und Produktportfolios sowie eine weitere Stärkung der globalen Präsenz. Zudem wird die branchenweite Spitzenposition bei Qualität, Kundenzufriedenheit und Attraktivität als Arbeitgeber angestrebt. Daneben sind weitere Senkungen von Kosten und Investitionen unter anderem durch eine deutliche Ausweitung des Baukastenprinzips vorgesehen. Außerdem wird die breit angelegte Erforschung und Entwicklung umweltfreundlicher Antriebe vorangetrieben. Dabei wird auch die Kompetenz bei Elektro-Antrieben strategisch gebündelt und stufenweise ausgebaut. Ziel ist dabei die Marktführerschaft im Bereich der E-Mobilität bis 2018.

Im Rahmen der Strategie 2018 wird mittelfristig eine operative Umsatzrendite von mindestens 5 Prozent im Automobilgeschäft angestrebt, ohne Berücksichtigung der für 2011 vorgesehenen Integration von Porsche. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge soll mittelfristig auf rund 8 Millionen und bis zum Jahr 2018 auf über 10 Millionen Fahrzeuge steigen. Die Umsatzrendite vor Steuern des Konzerns (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Umsatz) soll dann bei über 8 Prozent liegen.

Märkte

Der Volkswagen Konzern konnte seine gute Wettbewerbsposition im vergangenen Jahr in dem sehr schwierigen Marktumfeld ausbauen. In einem um 6 Prozent rückläufigen Weltautomobilmarkt konnte Europas größter Automobilhersteller mit einer attraktiven und umweltfreundlichen Modellpalette die Auslieferungen um 1,3 Prozent auf 6,3 Millionen Fahrzeuge steigern und in wichtigen Märkten weitere Marktanteile gewinnen. Die wachstumsstärksten Länder waren dabei China, Deutschland und Brasilien. In China legten die Auslieferungen dabei um 36,7 Prozent auf 1,4 (1,0) Millionen Einheiten zu. Auf dem deutschen Markt setzten die Marken des Konzerns insgesamt 1,2 (1,1; +17,6 Prozent) Millionen Fahrzeuge ab. In Brasilien erzielte der Konzern ein Auslieferungswachstum von 9,4 Prozent auf 697.300 (637.500) Einheiten. Die Verkaufszahlen des Konzerns in den USA lagen in einem stark eingebrochenen Markt mit einem Minus von 5,3 Prozent auf 298.000 Einheiten nur leicht unter dem Vorjahreswert.

Marken und Geschäftsfelder

Im vergangenen Jahr wurden konzernweit 75 neue Modelle, Nachfolger und Produktaufwertungen auf den Markt gebracht. „Diese breite Aufstellung hat sich auch und gerade in der Krise bewährt“, so Winterkorn.

Für die Marke Volkswagen Pkw stand neben der Markteinführung von Neuheiten wie der fünften Generation des Polo auch die Erweiterung der Modellreihe des neuen Golf um Derivate wie den Golf Plus und Golf Variant im Mittelpunkt. Die Auslieferungen stiegen um 7,8 Prozent auf 4,0 Millionen Fahrzeuge. Der Absatz lag dagegen mit 3,5 (3,6) Millionen Einheiten unter Vorjahr, da die chinesischen fahrzeugproduzierenden Joint Venture nicht zu den Gesellschaften der Marke Volkswagen Pkw zählen. Aufgrund des rückläufigen Absatzes sowie Mixverschlechterungen lag das Operative Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr damit bei 561 (2.715) Millionen Euro.

Die Premium-Marke Audi erweiterte die Produktpalette unter anderem um das Audi A5 Cabriolet und A5 Sportback. Zudem lief die Produktion des neuen A8 an. Mit einem Operativen Ergebnis von 1,6 (2,8) Milliarden Euro stellte Audi die hohe Konkurrenzfähigkeit auch unter den aktuell schwierigen Marktbedingungen unter Beweis. Die Kennzahlen der Marke Lamborghini, die in den Werten der Marke Audi enthalten sind, entwickelten sich rückläufig.

Für Škoda waren die Anläufe des Geländewagens Yeti und des Superb Combi wesentlich im vergangenen Geschäftsjahr. Das Operative Ergebnis der tschechischen Marke erreichte 203 (565) Millionen Euro. Hier machten sich auch die anhaltend ungünstigen Wechselkursverhältnisse negativ bemerkbar.

Bei SEAT stand modellseitig der neue Exeo ST im Mittelpunkt. Trotz der konsequenten Verfolgung des Ergebnisverbesserungsprogramms verbuchte die Marke ein Operatives Ergebnis von -339 (-78) Millionen Euro. Hier machte sich vor allem die rückläufige Absatzlage bemerkbar, wobei sich insbesondere die schwierige Situation auf dem spanischen Pkw-Markt negativ auswirkte.

Bentley verbuchte bei deutlich rückläufigen Absatzzahlen für Oberklasse-Fahrzeuge ein Operatives Ergebnis von -194 (+10) Millionen Euro.

Volkswagen Nutzfahrzeuge erzielte ein Operatives Ergebnis von 313 (375) Millionen Euro, in dem der Ertrag aus dem Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts enthalten ist.

Scania erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis von 236 (417) Millionen Euro.

Die Volkswagen Finanzdienstleistungen lieferten mit 606 (893) Millionen Euro erneut einen hohen Beitrag zum Operativen Ergebnis des Konzerns.

Ausblick

Nach Einschätzung des Vorstands bleibt das Klima in der weltweiten Automobilbranche rau. Zwar wird 2010 mit einer leichten Erholung des Weltmarktes gerechnet, das Volumen des Jahres 2007 wird aber voraussichtlich nicht vor 2012 wieder erreicht werden.

„Unsere Präsenz in allen wichtigen Regionen der Welt, die Mehrmarkenstrategie sowie unsere Technologiekompetenz und die daraus resultierende jüngste, umweltfreundlichste und breiteste Fahrzeugpalette sind entscheidende Vorteile für unser Unternehmen“, führte Winterkorn aus. Die neun Marken des Volkswagen Konzerns werden im Jahr 2010 eine große Zahl neuer Modelle präsentieren und damit unsere Stellung auf den Weltmärkten konsequent ausbauen. Wir gehen deshalb davon aus, dass unsere Auslieferungen an Kunden über denen des Jahres 2009 liegen werden.

Die Umsatzerlöse und das Operative Ergebnis des Konzerns werden 2010 trotz Volumenverschiebungen zwischen den Märkten über den Werten des Vorjahres erwartet. Volatile Zins- und Wechselkursverläufe werden sich unverändert belastend auf das Ergebnis auswirken. Volkswagen wird weiterhin auf eine konsequente Ausgaben- und Investitionsdisziplin und die stetige Optimierung der Prozesse setzen.

Weitere Informationen zur Jahrespressekonferenz sind auf den Internetseiten www.volkswagen-media-services.com abrufbar.