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München/Wolfsburg, 30.11.2012

Volkswagen Konzern verabschiedet Charta der Zeitarbeit

Konzernvorstand, Arbeitnehmervertreter und Globaler Industriegewerkschaftsverband unterzeichneten Regelung

Prof. Dr. Martin Winterkorn unterzeichnet die "Charta der Zeitarbeit im Volkswagen Konzern" zusammen mit Dr. Horst Neumann (2.v.l.), Bernd Osterloh (rechts) und Frank Patta (links), Generalsekretär des Weltkonzernbetriebsrats von Volkswagen. Konzernvorstand, Europäischer Konzernbetriebsrat und Weltkonzernbetriebsrat der Volkswagen Aktiengesellschaft haben heute eine „Charta der Zeitarbeit im Volkswagen Konzern“ verabschiedet. Mit der Charta werden die Grundsätze für das Instrument der Zeitarbeit im gesamten Volkswagen Konzern festgelegt. Dazu gehört unter anderem die Sicherstellung angemessener Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen von Zeitarbeitnehmern.

Unterzeichnet wurde die Charta anlässlich der Weltkonzernbetriebsratssitzung bei der Nutzfahrzeugmarke MAN in München vom Vorsitzenden des Vorstands, Prof. Dr. Martin Winterkorn, von Personalvorstand Dr. Horst Neumann, vom Vorsitzenden des Weltkonzernbetriebsrats, Bernd Osterloh, und von Berthold Huber als Präsident der internationalen Gewerkschaftsföderation „IndustriAll Global Union“.

Der Vorstandsvorsitzende Prof. Martin Winterkorn betonte: „Wir bei Volkswagen sind uns der Verantwortung für jeden einzelnen Mitarbeiter bewusst und handeln danach. Dies gilt für Stammbeschäftigte ebenso wie für die Zeitarbeiter. Die Charta, mit der wir angemessene Beschäftigungs- und Entlohnungsbedingungen von Zeitarbeitnehmern sicherstellen, zeigt: Wir nehmen unsere Verantwortung ernst.“

Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagte: „Mit dieser Vereinbarung setzen wir erneut einen Meilenstein für die Gleichbehandlung von Arbeitnehmern. Zeitarbeiter im Volkswagen Konzern sind keine Beschäftigten zweiter Klasse. Mit der Charta regeln wir die Umsetzung von Equal Pay und Equal Treatment ebenso wie die maximale Einsatzdauer. Die Charta ist eine wichtige Weiterentwicklung und Ergänzung bereits bestehender Vereinbarungen, besonders der Charta der Arbeitsbeziehungen im Volkswagen Konzern.“

Personalvorstand Dr. Horst Neumann betonte: „Volkswagen setzt Zeitarbeit maßvoll und als notwendiges Flexibilitätsinstrument ein. Zugleich erhalten Zeitarbeitnehmer bei Volkswagen Qualifizierungsangebote. Zeitarbeit eröffnet dem Einzelnen eine Chance auf Übernahme in die Stammbelegschaft oder bessere Anstellungschancen außerhalb des Unternehmens.“

Der „IndustriAll Global Union“-Präsident und Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, hob hervor: „Die Charta sichert zu, dass die Zahl der Zeitarbeiter stets im angemessenen Verhältnis zur Stammbelegschaft steht. Indem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vereinbaren, dass Zeitarbeit nicht als Instrument zur Kostensenkung missbraucht wird, ist dies einmal mehr Ausdruck der besonderen Mitbestimmungskultur bei Volkswagen. Diese Mitbestimmungskultur ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg und die Stärke von Volkswagen."

Unternehmens- und Arbeitnehmerseite haben in der Charta die folgenden wesentlichen Punkte vereinbart:

  • Der maßvolle Einsatz von Zeitarbeit ist für Volkswagen ein notwendiges Flexibilitätsinstrument, als Richtgröße gilt ein Anteil von fünf Prozent Zeitarbeiter.
  • Das Equal-Pay-Prinzip wird im Rahmen eines Stufenplans umgesetzt, die Entlohnung der Zeitarbeitnehmer im Konzern entwickelt sich anschließend mit steigender Erfahrung und Qualifizierung analog der Stammbelegschaft.
  • Zeitarbeit im Volkswagen Konzern ist mit Qualifizierungsangeboten für die Zeitarbeitskräfte verbunden.
  • Zeitarbeit ist neben Berufsausbildung und Traineeprogrammen sowie externen Direkteinstellungen ein dritter Zugangsweg in die Volkswagen Stammbelegschaft.
  • Zugleich dient die Zeitarbeit bei Volkswagen dem Ausgleich konjunktureller Schwankungen sowie der Bewältigung besonderer Aufgaben, für die vorübergehend Personalbedarf besteht.