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Wolfsburg, 21.02.2014

Volkswagen Konzern strebt vollständige Übernahme von Scania an

DIES IST KEIN ANGEBOT. NICHT ZUR VERBREITUNG INNERHALB VON
ODER IN KANADA, SÜDAFRIKA oder NEUSEELAND

• Angebot an Scania-Aktionäre in Höhe von 200 SEK (umgerechnet rund
  22,26 EUR) je Aktie beschlossen
• Winterkorn: „Schweden, Scania und seine Mitarbeiter werden im
  Integrierten Nutzfahrzeugkonzern eine zentrale und strategische Rolle spielen.“
• Im Durchschnitt langfristiges zusätzliches Synergiepotenzial von mindestens
  650 Millionen EUR operatives Ergebnis pro Jahr erwartet

Die Volkswagen Aktiengesellschaft hat heute beschlossen, den Aktionären der Scania Aktiebolag („Scania“) ein freiwilliges öffentliches Angebot für sämtliche Scania A- und Scania B-Aktien in Höhe von 200 SEK je Anteilsschein zu unterbreiten (umgerechnet ca. 22,26 EUR). Dies entspricht einer Prämie von 57,0 Prozent bzw. 53,3 Prozent je Scania A- bzw. B-Aktie auf die volumengewichteten Durchschnittskurse der Scania-Aktien während der 90 Tage bis einschließlich Freitag, den 21. Februar 2014. Für die 298.910.903 Aktien, die bisher weder unmittelbar noch mittelbar von Volkswagen gehalten werden, ergibt sich ein Gesamtwert von rund 6,7 Milliarden EUR.

„Scania mit seinen Premium-Produkten, seiner starken Marktposition und seiner technologischen Kompetenz ist ein Kernelement des Integrierten Nutzfahrzeugkonzerns, den wir unter dem Dach des Volkswagen Konzerns vollenden wollen. Mit unserem Angebot streben wir eine nachhaltige und klare Aktionärsstruktur für Scania an. Dies ist ein bedeutender Schritt, um die Vorteile, die der Integrierte Nutzfahrzeugkonzern für alle Beteiligten bietet, vollständig realisieren zu können. Unser Angebot spiegelt diesen hohen strategischen Wert wider. Es ist nach unserer Überzeugung für die Aktionäre von Scania sehr attraktiv und für Volkswagen nachhaltig Wert schaffend“, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft.

Volkswagen ist bereits seit 2000 an Scania beteiligt und hält heute direkt und indirekt insgesamt 89,2 Prozent der Stimmrechte und 62,6 Prozent des Kapitals an dem schwedischen Nutzfahrzeugunternehmen. Aufgrund der bestehenden rechtlichen Beschränkungen zum Schutz der Minderheitsaktionäre von Scania (‚at arm’s length‘-Prinzip) ist es in der gegenwärtigen Eigentümerstruktur allerdings nicht möglich, das volle Potenzial einer engeren operativen Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Scania sowie zwischen MAN und Scania zu realisieren.

Durch den nun angestrebten vollständigen Erwerb von Scania sollen die bestehenden Hindernisse in der Zusammenarbeit beseitigt, wichtige gemeinsame Projekte zügiger realisiert und auf diese Weise zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten und Synergien erzielt werden. Über die bisher kommunizierten Synergien von mehr als 200 Millionen EUR hinaus, die wie angekündigt bis Ende 2014 gehoben werden, erwartet Volkswagen innerhalb des Integrierten Nutzfahrzeugkonzerns im Durchschnitt ein langfristiges zusätzliches Synergiepotenzial von mindestens 650 Millionen EUR operatives Ergebnis pro Jahr. Angesichts der langen Produktlebenszyklen im Nutzfahrzeuggeschäft wird es zehn bis 15 Jahre dauern, bis dieses Potenzial voll ausgeschöpft sein wird.

„Die beabsichtigte volle Integration von Scania in den Volkswagen Konzern folgt einer überzeugenden industriellen Logik. Sie wird Leistungsfähigkeit, Effizienz und Flexibilität der Nutzfahrzeug-Gruppe mit Scania, MAN und Volkswagen Nutzfahrzeuge weiter signifikant verbessern, etwa durch die Implementierung einer gemeinsamen Baukastenstrategie ähnlich wie bei unseren Personenfahrzeugen“, so Dr. Leif Östling, Vorstand für den Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge im Volkswagen Konzern. Damit eröffnen sich zudem neue Perspektiven, etwa durch die künftige gruppenweite Zuständigkeit für bestimmte Systeme und Komponenten oder die verstärkte Nutzung der globalen Präsenz des Volkswagen Konzerns.

Strukturelle Veränderungen bei Scania, insbesondere mit Blick auf die Beschäftigten und die Produktionsstandorte sowie Entwicklungszentren, sind nicht geplant. „Volkswagen hat eine lange, erfolgreiche Tradition in der behutsamen Integration starker Marken unter seinem Konzerndach, bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Identität, ihrer Traditionen, ihrer spezifischen Stärken und eines hohen Maßes an Eigenständigkeit. Was uns etwa bei Audi oder Porsche gelungen ist, das wird uns auch bei Scania gelingen. Das heißt: Schweden, die Standorte und vor allem die Mitarbeiter von Scania werden im Integrierten Nutzfahrzeugkonzern eine zentrale und strategische Rolle spielen“, versicherte Konzernchef Winterkorn.

Die Annahmefrist für das heute beschlossene Angebot an die Scania Aktionäre wird voraussichtlich am 17. März 2014 beginnen und am 25. April 2014 enden. Das Angebot wird unter anderem unter der Bedingung stehen, dass Volkswagen durch das Angebot Inhaber von mehr als 90 Prozent der Gesamtzahl der Aktien von Scania wird. Nach Überschreiten der 90 Prozent-Schwelle wird Volkswagen einen Squeeze-out durchführen und die Scania-Aktien von der Börse nehmen.

Volkswagen wird die im Zuge des Angebots angedienten Aktien aus der vorhandenen Netto-Liquidität des Konzernbereichs Automobile bezahlen. Zur teilweisen Refinanzierung wird Volkswagen neue Volkswagen Vorzugsaktien mit einem Emissionsvolumen von bis zu zwei Milliarden EUR aus dem bestehendem genehmigten Kapital sowie Hybridkapital begeben. „Auch nach der Transaktion wird Volkswagen durch diese Maßnahmen eine solide Finanzierungsstruktur wahren und über eine hinreichende Netto-Liquidität verfügen, um sein gutes Rating zu sichern. Dies ist im Interesse unserer Aktionäre, denn nur mit finanzieller Stärke und Solidität erhalten wir die Basis für weiteres profitables Wachstum und jederzeitige strategische Handlungsfähigkeit“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Volkswagen veröffentlicht das Angebot heute in Übereinstimmung mit schwedischen Gesetzen und Regelungen in einer gesonderten Pressemitteilung, die das Angebot darstellt. Die vollständige Presseerklärung zum Angebot finden Sie unter www.volkswagenag.com/ir.