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23.08.2010
Die Volkswagen Group South Africa hat sich viel vorgenommen
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ist zu Ende, und Südafrika war ein Gastgeber, wie man ihn sich zu einem solchen Ereignis nur wünschen kann. Kaum Zeit durchzuatmen bleibt allerdings für die Volkswagen Group South Afrika, den größten Arbeitgeber in der Region Nelson Mandela Bay. Zum einen hat man sich viele Ziele gesetzt, die es zu erreichen gilt, zum anderen steht ein wichtiges Jubiläum an: Vor 60 Jahren, im August 1951, lief der erste Käfer in Südafrika vom Band. Wer heute die hochmoderne Fabrik in Uitenhage besucht, kann das kaum glauben. Als Konzernchef Martin Winterkorn während der WM ein neues Logistikzentrum in der Nähe von Pretoria eröffnete, betonte er besonders die wichtige Rolle, die Südafrika im Rahmen der weltweiten Wachstumsstrategie von Volkswagen spielt. Winterkorn nutzte die Gelegenheit, um sich während einer Betriebsversammlung im Werk in Uitenhage persönlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement zu bedanken. „Südafrika und Volkswagen sind seit vielen Jahren ein Gewinner-Team“, sagte der Konzernchef mit Blick auf 2011, wenn VW Südafrika 60. Geburtstag feiern wird.
Schon im vergangenen Jahr gab es deshalb zahlreiche Prozessveränderungen im Werk. Zeitgleich zum neuen Rohbau und zu neuen Technologien in der Montage wurde ein neues Produktionssystem eingeführt. Damals wurden bereits etwa 140 Millionen Euro in den Umbau der Fabrik investiert, in der nach 31 Jahren der letzte Citi Golf vom Band rollte. Noch in diesem Jahr soll die Produktion mit dem Polo-Rechtslenker, dem CrossPolo und dem Polo Vivo – Nachfolger des legendären Citi Golf – auf 120.000 Autos verdoppelt werden. Dazu werden nochmals rund 50 Millionen Euro für die Erneuerung und den Ausbau des Presswerks investiert. David Powels, Managing Director der Volkswagen Group South Africa: „In der Vergangenheit hat Volkswagen Südafrika mehr als 60 Prozent der Teile importiert. Mit der Produktion des neuen Polo-Rechtslenker für den weltweiten Export können wir nun wichtige Volumina nach Südafrika holen. Bei 120.000 Autos pro Jahr erhöhen wir den lokalen Anteil auf 70 Prozent.“ Der Erfolg gibt VW Südafrika recht: Mit aktuell 23,8 Prozent Marktanteil führte Volkswagen im Juli vor Hyundai (17,8 Prozent) und Toyota (12,1 Prozent). Mit dem Polo Vivo knüpft das Unternehmen an den Erfolg des Citi Golf an: Der Vivo belegt neben dem Polo den Spitzenplatz in der Modell-Statistik. Und mit dem Amarok, der im Oktober in den südafrikanischen Markt eingeführt wird, will VW Südafrika den Markt der leichten Nutzfahrzeuge erobern.
Beim Rundgang durch das Werk fallen besonders die „Learning Academies“ auf. Hier werden Mitarbeiter am Produkt geschult. „Wir haben unsere Trainingsaktivitäten massiv ausgebaut und dabei auch die Führungskräfte mit einbezogen“, erklärt Powels.
Neben der Ausbildung wird auch die soziale Verantwortung groß geschrieben. Diese endet nicht am Werktor. „Natürlich wollen wir Autos bauen und Gewinne erzielen. Aber ohne ein intensives Engagement in Social-Responsibility-Projekten haben wir in Zukunft womöglich nicht genügend Kunden, weil nur Menschen mit einem Arbeitsplatz in der Lage sind, unsere Produkte zu kaufen“, so Powels.
VW Südafrika ist Vorreiter im Kampf gegen Aids und engagiert sich seit 2001 aktiv im Kampf gegen die Seuche. Über 300.000 Menschen sterben jährlich in Südafrika an dieser Krankheit. Gemeinsam mit der Nationalen Metallarbeitergewerkschaft NUMSA und der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) legte das Unternehmen 2001 ein Arbeitsplatzprogramm auf. Die wichtigsten Ziele: Erkrankte behandeln, Infektionen vorbeugen, kostenlose Aids-Tests für alle Mitarbeiter und ihre Partner. Der leitende Werkarzt Dr. Alex -Govender wurde für sein Engagement bereits international ausgezeichnet, gehört zum Direktorium der South African Coalition on HIV/Aids (SABCOHA) und wurde kürzlich in das Global Agenda Council des World Economic Forum berufen. Das spricht für sich, aber Govender macht unermüdlich weiter: „Noch ist längst nicht alles erreicht.“ Ein psychologischer Dienst oder auch ein Sportzentrum im Werk sind seine weiteren Ziele.
Info:
Die Volkswagen Group South Africa gehört zu den größten Automobil-Exporteuren in Afrika. Wurden 2009 29.545 Autos exportiert, so sollen es 2010 insgesamt 75.000 Fahrzeuge sein. Mit der Strategie 1 - 10 - 100 hat sich VW Südafrika für 2010 ehrgeizige Ziele gesetzt: Die „1“ steht dafür, in Südafrika Marktführer zu sein. Die „10“ besagt, dass VW Südafrika zu den Top-Ten-Werken im A0/A00-Segment im Volkswagen Konzern gehört, was Produkt- und Prozessqualität und Produktivität angeht. Die „100“ steht für die Lieferantenstrategie: Komponenten dürfen nur so teuer sein wie die gleichen Produkte in Europa.