Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Wenn jeder Cent zählt

Erdgas-Antrieb bietet gerade für die Betreiber großer Fahrzeugflotten überzeugende Vorteile

Ein Cent. Das sollte ein Kilometer im Erdgas-Auto weniger kosten als im gleichen Modell mit Diesel-Motor. „Bei dieser Differenz könnten wir dem Treibstoff endlich zum Durchbruch verhelfen“, sagt Frank Woesthoff von Volkswagen Financial Services.

Bei dieser Rechnung hat die Finanztochter des Konzerns vor allem die Flottenbetreiber im Blick. Es sind ihre größten Kunden: Unternehmen, die mehrere Fahrzeuge leasen, manchmal sogar tausende. „Die rechnen ganz genau, was der Betrieb kostet“, weiß Woesthoff. Er hofft daher, dass immer mehr professionelle Kunden auf Erdgas, auch CNG genannt, umsteigen. Zu ihrem eigenen Nutzen.

„Das Thema Erdgas-Antrieb kam bislang nicht so richtig voran. Das werden wir ändern.“

Dr. Jens Andersen
1
2
3

Volkswagen hat große Pläne. „Das Thema Erdgas-Antrieb kam bislang nicht so richtig voran. Das werden wir ändern“, sagt Dr. Jens Andersen. Der Konzern-Beauftragte für Erdgasmobilität startete in Hamburg eine Roadshow. Sie soll bald auch in anderen Städten bekannt machen, was zu wenig Menschen wissen: Erdgas ist die günstige und sauberste Brennstoff-Alternative zu Benzin oder gar Diesel. Sozusagen die preiswerte Energiewende. Wer nachhaltig und preiswert fahren will, kommt um diesen Antrieb nicht herum.

Erstmals haben sich zu diesem Thema zehn Unternehmen zusammengetan. Auf Initiative von Volkswagen sind Gasnetzanbieter und Tankstellenbetreiber vereint. Sie wollen gemeinsam die Vorteile von CNG als Treibstoff aufzeigen. Die Zeit dafür ist günstig. Die Zweifel am Diesel wachsen, erste Städte wollen den Selbstzündern sogar die Durchfahrt verbieten. Mit CNG wird das nie geschehen: „Das ist der mit Abstand sauberste Verbrennungsantrieb. Kein Brennstoff hinterlässt so wenig Schadstoffe wie CNG“, sagt Dr. Jens Andersen. 

Ziele der Brancheninitiative sind: Die Zahl der Erdgas-Tankstellen innerhalb von wenigen Jahren auf 2000 verdoppeln und die Zahl der Erdgas-Fahrzeuge bis 2025 auf eine Million verzehnfachen.

Damit das funktioniert, sind attraktive Fahrzeuge nötig. Die Marken des Volkswagenkonzerns haben zahlreiche Neuheiten im Angebot. Zu den 14 CNG-Fahrzeugen gehören Audi A5 und A4, aber auch der Bestseller Golf, Skoda Octavia oder Seat Leon. Und bald auch der VW Polo mit Erdgasmotor.

Für seine professionellen Kunden will der Konzern den Umstieg so bequem wie möglich gestalten. Auch hier gibt es innovative Ideen. So ist eine Art Flatrate im Gespräch: Zu Beginn der Leasing-Periode bucht der Nutzer eine bestimmte Menge an Kilometern zum festen Preis. In ihr ist alles enthalten – inklusive Treibstoff und Wartung. „Damit wüsste der Kunde auf drei Jahre hinaus genau, was ihn das Auto kostet“, sagt Financial-Mann Woesthoff. Für die Branche wäre das revolutionär, denn sie bekäme damit finanzielle Planungssicherheit.

1
SEAT Leon 1.4 TGI: Verbrauch Benzin in l/100km, Erdgas in kg/100km, kombiniert 5,3 / 3,6 | CO2-Emissionen, g/km: kombiniert 124 / 98
2
SEAT Mii ECOFUEL: Verbrauch Erdgas in kg/100km, kombiniert 2,9 | CO2-Emissionen, g/km: kombiniert 83 | Effizienzklasse: A
3
Audi A4 Avant g-tron: Verbrauch Benzin in l/100km, Erdgas in kg/100km, kombiniert 6,5 / 4,4 | CO2-Emissionen, g/km: kombiniert 147 / 117

Auch das Argument der geringeren Umweltbelastung zählt für Flottenbetreiber. Sie müssen sich ihren Mitarbeitern und oft auch Eigentümern gegenüber rechtfertigen, die immer häufiger nachhaltiges Wirtschaften fordern. CNG-Fahrzeuge helfen dabei.
Das gilt umso mehr, als der bislang von Vielfahrern bevorzugte Diesel derzeit wegen drohender Fahrverbote in Städte in der Diskussion ist, was zu sinkenden Wiederverkaufswerten führen könnte. Bei einem CNG-Fahrzeug ist genau das nicht zu befürchten. Positiv dabei wird sich auch auswirken, dass die Bundesregierung gerade die weitgehende Befreiung von der Energiesteuer für Erdgas bis 2026 verlängert hat. Und bis dahin ist vielleicht auch die Produktion von regenerativem CNG so weit fortgeschritten, dass der CNG-Betrieb von Fahrzeugen nahezu ohne Schadstoffe möglich ist.

„Wer sparen will, kommt um CNG nicht herum“

Jens Andersen, Bereichsleiter Technologiestrategie und -management und im Volkswagen Konzern zuständig für den Erdgas-Antrieb, erklärt die Chancen des alternativen Treibstoffs.

Herr Andersen, Erdgas-Autos kennt man schon lange. Warum forciert Volkswagen den Antrieb jetzt?

CNG ist ein wichtiger Teil der Antriebsstrategie des Konzerns, bei Pkw wie bei Nutzfahrzeugen. Zwar wollen wir 2025 ein Viertel unserer Autos elektrisch betreiben. Aber drei Viertel werden eben noch mit Verbrennungsmotor unterwegs sein. Bei der CNG-Technik gab es in letzter Zeit große Fortschritte. Unsere aktuellen Erdgas-Antriebe besitzen Turbo-Lader. Sie sind damit so kräftig und komfortabel wie Benziner. Gegenüber anderen Verbrennungsmotoren besitzen sie wichtige Vorteile: wesentlich weniger Schadstoff-Emissionen und geringere Kosten im Betrieb.

Wer sollte ernsthaft über den Kauf eines CNG-Antriebs nachdenken?

Wenn man die Umwelt rasch schonen, Geld sparen und dennoch nicht auf Komfort verzichten will, kommt man eigentlich um Erdgas nicht herum. Wir haben deshalb eine ganze Reihe von neuen CNG-Modellen entwickelt, die gerade auf den Markt kommen. Und zwar in sämtlichen Volumenmarken. Aktuell gibt es von Volkswagen, Audi, SEAT und ŠKODA 14 unterschiedliche CNG-Modelle. Weitere sind in Vorbereitung.

Was erwartet die Kunden bei einem solchen Auto?

Diese Antriebe überzeugen mit Laufruhe und Wirtschaftlichkeit. Niemand muss mehr auf Dynamik oder Komfort verzichten, wenn er sich für Erdgas entscheidet. Es gibt einen 1,0 Liter großen Dreizylinder sowie zwei Vierzylinder: mit 1,4 Liter und mit 2,0 Liter Hubraum für die Audi-Modelle. Alle wurden speziell für den CNG-Antrieb konstruiert. Zusätzlich besitzen die Autos noch Benzintanks, falls der Weg zur nächsten Erdgas-Tankstelle zu weit ist.

Die Reduzierung der Schadstoffe beim Verbrauch am Beispiel Golf wirkt allerdings nicht spektakulär: 103 Gramm CO2 pro Kilometer mit CNG gegenüber 123 Gramm beim Benziner.

Das gilt im reinen Fahrbetrieb und auch nur mit herkömmlich gefördertem, fossilen Erdgas. Wir betrachten aber den gesamten Lebenszyklus eines Autos: von dessen Herstellung über die Treibstoffproduktion bis zum Verbrauch. Und da schneidet CNG sehr viel besser ab als Benzin oder Diesel. Verwendet man regenerative Energie, ist es sogar unschlagbar.

Welche Energie meinen Sie?

Ich spreche von BIO- oder E-Gas, das durch Vergärung oder mit Hilfe von Windkraft gewonnen wird. Pflanzliche Reste oder sogar Gülle aus der Landwirtschaft werden dabei zu Methan vergoren. Dieses speist man in das allgemeine Erdgasnetz ein. E-Gas wiederum entsteht mit Windkraft. Audi betreibt dazu bereits eine Pilotanlage. Auch hier speist man CNG in das Netz ein – und hat auf diese Weise fast null Emissionen bei Herstellung und Verbrauch. Das ist der mit Abstand sauberste Verbrennungsmotor.

Die Vorteile liegen also auf der Hand. Warum ist CNG bei uns bislang trotzdem so wenig bekannt?

Der Nutzen für die Umwelt und der geringere Preis müssen sich tatsächlich noch besser herumsprechen. Gerade für professionelle Betreiber von Wagenflotten sind die Kosten entscheidend. Die könnten viel Geld sparen, wenn sie unsere modernen CNG-Autos einsetzen. Zumal Diesel-Antriebe wegen der strengen Emissions-Vorschriften immer teurer werden. Es gibt außerdem große Länder wie Brasilien oder Indien, wo die Elektrifizierung noch sehr viel länger dauern wird als bei uns. Bis dahin ist CNG eine überzeugende Technologie, mit der die großen Emissionsprobleme in den Städten angegangen werden können. Das gilt auch für Omnibusse und Lastwagen: Da bieten wir ebenfalls schadstoffarme Erdgas-Varianten an.

Warum arbeitet Volkswagen bei seiner CNG-Kampagne mit anderen Firmen zusammen?

Unsere Interessen ergänzen sich und wir können gemeinsam viel intensiver für den Erdgas-Antrieb werben. Die CNG-Mobilität ist ja nicht nur für uns als Automobilhersteller von Bedeutung. Auch für die Erdgas-Industrie wird das Auto als Abnehmer immer interessanter. Deshalb haben wir im Rahmen unserer „TOGETHER – Strategie 2025“ nun eine breite Allianz mit Energieversorgern, Tankstellenbetreibern und Netzgesellschaften geschmiedet. Gemeinsam wollen wir das Thema endlich richtig voranbringen. 2025 soll es auf unseren Straßen eine Million Autos mit CNG-Antrieb geben, zehnmal mehr als heute, und bundesweit rund 2000 CNG-Tankstellen.

Interview: Susanne Frank

Vita

Dr. Jens Andersen, 54, ist seit mehr als 25 Jahren im Volkswagen Konzern tätig. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur ist dort für die Steuerung neuer Technologien zuständig. In diesem Rahmen ist er auch Konzernbeauftragter für Erdgasmobilität. Zuvor war Dr. Andersen unter anderem für die technische Leitung aller Pkw-Fahrzeugprojekte der Marke Volkswagen zuständig. Auch die Leitung der Aggregate-Strategieentwicklung gehörte zu seinen früheren Aufgabengebieten.

Der begeisterte Motorradfahrer will den CNG-Antrieb mit völlig neuen Ideen voranbringen. Dazu gehört eine „Flatrate“ für kommerzielle Flottenbetreiber. Diese könnten bald CNG-Dienstwagen zu einem festen Kilometerpreis leasen. Treibstoff, Wartung und Miete wären darin schon enthalten – und der Preis pro Kilometer soll günstiger sein als beim Dieselantrieb.

Mehr zum Thema CNG-Mobilität finden Sie unter www.discover-cng.com.