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Auf den Mond mit Pioniergeist aus Ingolstadt

Mission To The Moon

Die AUDI AG unterstützt maßgeblich das Berliner Tech Start-up PTScientists (Part-Time Scientists) bei dessen „Mission To The Moon“. Das Ziel: Als erster Automobilhersteller auf dem Mond Wissenschafts- und Technologie-Geschichte schreiben

Audi lunar quattro - Topspeed 3,6 km/h: Der Audi lunar quattro, der Rover für den Mond.

Das Testgelände für den Mond steht in Berlin-Marzahn. Im Osten der Hauptstadt lagern in einer großen Halle mehrere Tonnen Vulkanstaub aus der Eifel. Er ist grobkörnig und besitzt annähernd die Eigenschaften der Mondoberfläche. Deshalb testen Ingenieure hier die Räder für ein Fahrzeug, das schon im kommenden Jahr auf dem Erdtrabanten unterwegs sein soll. Dieser Rover wird keine Menschen transportieren, sondern wissenschaftliche Geräte. Er ist nur einen Meter lang und wiegt weniger als 30 Kilo. Vorne auf dem Fahrzeug prangen vier Ringe und ein angedeuteter Single-Frame Kühlergrill. Das sind die auf der Erde weithin bekannten Markensymbole von Audi. Das nächste Auto auf dem Mond ist sicher der kleinste Audi, den es je gab. Keiner aber war je in einer so spektakulären Umgebung unterwegs. Tagsüber 120 Grad Hitze, nachts 180 Grad Kälte: Der Rover mit den vier Ringen muss extreme Bedingungen aushalten.  

An dem Projekt „Mission To The Moon“ tüftelt eine Handvoll Wissenschaftler des Berliner Start-Up PTScientists schon seit Jahren. Sie rechnen, denken und konstruieren in Marzahn, umgeben von schmucklosen Hochhausbauten, wo es viel Platz für das Unternehmen gibt. „Wir wachsen ständig und brauchen große Flächen für unsere Experimente“, sagt Karsten Becker. Er ist technischer Informatiker und Weltraum begeistert, so wie alle hier bei PTS. Das Geschäftsmodell der jungen Firma: Reisen zum Mond, privat finanziert und unbemannt. Im nächsten Jahr soll der erste Start stattfinden.

Video: Mission to the Moon – Vom Projekt Mensch zum Menschheitsprojekt

Audis entscheidender Einstieg

Leidenschaftlicher Support: Audi-Experten aus verschiedenen Fachbereichen unterstützen die Part-Time Scientists mit Hingabe dabei, den Audi lunar quattro fit für seine Reise zum Mond zu machen.

Den bisher wichtigsten Schub für seine Mission erhielt das Berliner Tech Start-up aus Ingolstadt. “Ohne Audi wären wir nie dort, wo wir heute sind“, sagt Robert Böhme, der CEO von PTScientists. „Seit Audi als erster globaler Kooperationspartner an Bord ist, uns technisch und im Marketing unterstützt, wandelt sich unsere Mission von einem `Berliner Garagen-Unternehmen´ zu einem global bekannten Innovationsprojekt.“

Mit der Missionspremiere Mitte 2015 in Cannes begann die weltweite Vermarktung. Anschließend ging es für den Audi lunar quattro auf Veranstaltungen rund um den Globus. Der letzte Marketing-Coup: Ein Auftritt im Hollywood-Blockbuster „Alien: Covenant“ (mehr dazu unter www.audi.com/mission). Robert Böhme ist begeistert: „Dank des Audi Marketing ist unsere Mission heute global bekannt und besitzt ein exzellentes Image. Das half uns sehr, weitere Partner wie Vodafone, Wikipedia, NASA oder die europäische Weltraumagentur ESA zu gewinnen. “

Doch nicht nur im Marketing, sondern auch in der Technischen Entwicklung, in der Produktion und im Design wurde bei Audi Pionierarbeit geleistet. Viele Teile des Audi lunar quattro wurden bei dem Autohersteller gestaltet, mitentwickelt und produziert. Leichtbau, Allradtechnik, teilautonomes Fahren, Konnektivität, Elektroantrieb, Solartechnik, 3D-Druck, Hochleistungselektronik: Das sind relevante Technologien im aktuellen Automobilbau ebenso wie im Mondrover. Sie ermöglichen einen breiten Wissenstransfer für beide Seiten.

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Audi lunar quattro - Hocheffizient: Eine ultra-Batterie dient als Puffer für die Verbrauchsspitzen der Motoren und treibt den Rover an, wenn das Panel nicht optimal ausgerichtet ist.
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Audi lunar quattro - Leichtbau: Durch einen optimalen Materialmix und das Know-how von Audi im Bereich des 3D-Aluminiumdrucks konnte das Gewicht des Rovers stark reduziert werden.
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Audi lunar quattro - Kameras: Auf dem Mond orientiert sich der Rover nur über vier Kameras. Mit ihnen kann er auch Gegenstände untersuchen, 3D-Aufnahmen, Panoramabilder und 360-Grad-Schüsse machen.

Die Privatwirtschaft entdeckt das All

Audi lunar quattro - quattro-Antrieb: An den um 360 Grad drehbaren Rädern wird nur so viel Drehmoment freigegeben, dass keines durchdreht.

Zwei Rover pro Mission will PTS auf dem Trabanten absetzen. Der erste Weg wird zu Apollo 17 führen. Die US-Flagge steht seit 45 Jahren auf dem Mond. Der mit hochsensiblen Kameras bestückte Rover wird sich ihr nähern, damit die Berliner Forscher sie untersuchen können. Näher als etwa 200 Meter dürfen sie aber nicht heranfahren. Die letzten Spuren der Menschen auf dem Mond gelten als „Mondkulturerbe“ und damit als unveränderbar.

Audi lunar quattro

Die Rover mit dem Audi-Emblem werden künftig auch fremde Nutzlast mit sich führen. Unternehmen, Institute, Privatleute: Den Frachtraum der Mondfahrzeuge kann man mieten, für etwa 750 000 Euro pro Kilo. Die PTS-Missionen werden Experimente mitnehmen oder Messstationen, ganz nach Auftrag. Außerdem haben die Forscher eine Raumkapsel namens Alina entwickelt, in der sie ihre Fahrzeuge transportieren. „Die Raketen, mit denen Kapsel und Rover ins All geschossen werden, mieten die Berliner übrigens bei kommerziellen Anbietern. Das geht heute fast so einfach wie ein Taxi buchen. Schließlich werden fast wöchentlich Satelliten ins All geschossen.

Irgendwann könnten die Mond-Aktivitäten sogar zum Sprungbrett ins All werden – für andere, bemannte Missionen. Etwa zum Mars.