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MOIA startet Ridepooling-Test in Hannover

Das Mobilitätsunternehmen MOIA will die Städte lebenswerter machen – mit einem neuartigen Ridepooling-Konzept zur gemeinsamen Nutzung von Autos. In Hannover hat nun eine Testphase begonnen. Durch „Co-Creation“ soll die Dienstleistung noch besser werden.

An einem Morgen Anfang Oktober wartet der dunkelblaue VW T6 Van vor dem Café Menagerie in Hannover-Linden. Der T6 sieht von außen ganz gewöhnlich aus: Schiebetür auf der rechten Seite, leicht abgerundete Front und makellos glänzender Lack. Doch er könnte entscheidend dazu beitragen, den Verkehr zu revolutionieren.

Denn der T6 Van ist Teil der Ridepooling-Fahrzeugflotte des Mobilitätsanbieters MOIA in Hannover. Dort startet das junge Unternehmen Anfang Oktober in einen Servicetest mit 3.500 ausgewählten Probenutzern, die das Angebot vergünstigt nutzen können. Servicetest deshalb, weil die Nutzer schon früh die Gelegenheit haben sollen, ihre Wünsche und Anregungen einfließen zu lassen, bevor die Dienstleistung vollends fertig ist. „Co-Creation“ heißt das im MOIA-Vokabular.

Städte lebenswerter und ökologischer machen

„Das Ziel von MOIA ist es, die Städte lebenswerter und ökologischer zu machen“, erklärt MOIA Chief Operating Officer Robert Henrich beim Kick-Off in Hannover. Denn das Konzept sieht vor, dass Menschen mit gemeinsamem Weg sich ein Fahrzeug teilen sollen, statt wie bislang einzelne Autos zu nutzen. Damit ist MOIA eine Art Fahrgemeinschaft 2.0 – on demand, mit dynamischer Routenführung und mit professionellem Fahrer. „Wenn mehr Menschen Autos gemeinsam nutzen, reduzieren sich Lärmbelastung und Feinstaub. Auch Staus könnten dadurch verringert werden“, sagt Henrich.

  • Ein starker Partner

    Als einhundertprozentige Volkswagen Tochter hat MOIA einen starken Partner im Rücken, sowohl was Knowhow als auch Fahrzeuge anbelangt. Das ist auch gut so, denn gerade erst im Dezember 2016 gegründet, hat MOIA mit seinem Ridepooling-Modell nichts Geringeres vor als die Mobilität in den Städten zu revolutionieren.

Der erste T6 im Stadtteil Hannover Linden wird ab sofort gemeinsam mit 19 anderen Fahrzeugen auf Abruf für die ausgewählten Testkunden bereitstehen. Der Van könnte zur Leibnitz Universität fahren, die Familie zum Hausarzt bringen, oder nach dem Kneipenabend sicher das eigene Zuhause ansteuern. „Der Fahrer kommt dorthin, wo der Kunde es wünscht und setzt ihn in unmittelbarer Nähe des Zielortes ab“, sagt Henrich. Im Testbetrieb zunächst auf einer Fläche von immerhin 90 Quadratkilometern.

  1. MOIA-Applikation

    „Die Abholstelle und das Wunschziel können über die App flexibel festgelegt werden“, erklärt Henrich und demonstriert es auf seinem Smartphone mit der MOIA-Applikation. Binnen Sekunden blinkt auf dem Display: „Dein MOIA ist auf dem Weg“.

  2. Möglichst geringe Umwege

    Der Algorithmus wählt die nächstgelegene virtuelle Haltestelle. Wo der Stopp liegt, wird auf einer kleinen Karte angezeigt. „Uns ist ganz wichtig, dass er maximal 250 Meter vom eigenen Standort entfernt ist“, sagt Henrich. Das ist meistens eine deutlich kleinere Entfernung als zur nächsten ÖPNV-Haltestelle. Zum Vergleich: Vom Café Menagerie, wo der Test vorgestellt wird, bis zur nächsten Straßenbahn sind es etwa 350 Meter und fünf Minuten Fußweg. Durch Algorithmen werden die Fahrtwege der einzelnen Vans so berechnet, dass für die Insassen möglichst geringe Umwege entstehen, wenn neue Passagiere zusteigen wollen.

  3. Lizensierte Fahrer

    MOIA setzt auf professionelle Fahrer: „Wir arbeiten nur mit lizensierten Fahrern zusammen, um unseren Nutzern bestmöglichen Service und größte Sicherheit bieten zu können“, betont Henrich.

  4. Eine Marktlücke schließen

    Die MOIA-Strategen glauben, dass ihr Angebot eine Marktlücke schließt. „Denn nicht alle Strecken können gleichermaßen gut vom ÖPNV abgedeckt werden – und Taxifahrten kann und will sich nicht jeder leisten“, analysiert CEO Ole Harms.

  5. In Hannover nur ein Anfang

    Die 20 VW Vans in Hannover sind nur ein Anfang. „Wenn die Nachfrage steigt, stocken wir sehr gerne auch auf“, sagt Harms. 2018 soll das Angebot dann mit den Erfahrungen aus Hannover in Hamburg starten. „In Großstädten wie Hamburg ist so ein Konzept ein Selbstläufer. In Hannover erforschen wir, ob es auch in Städten mit etwas weniger Einwohnern funktioniert“, erklärt der CEO.

Dann klettern Harms und Henrich selbst ins Wageninnere. Es zeigt ganz deutlich, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Auto handelt: Im Inneren gibt es einen großen Bildschirm – ähnlich den Straßenbahndisplays – mit Anzeige des nächsten Stopps. Auch die Sessel stehen mit einigem Abstand zueinander. So hat jeder Mitfahrer genug Privatsphäre und kann nicht beim Sitznachbar private Chatnachrichten oder Emails mitlesen. „MOIA soll komfortabel sein wie ein Taxi, weniger kosten als ein eigenes Auto und Privatsphäre und Sicherheit garantieren“, erklärt COO Henrich.

  • Enge Zusammenarbeit mit Volkswagen

    Bald soll es eine erweiterte Version des T6 speziell für MOIA geben. Dort sind Nutzerwünsche eingearbeitet – eine Haltestange am Einstieg oder ein ausfahrbarer Tritt beispielsweise. Beides sind Ergebnisse eines Co-Design-Workshops, bei dem es dezidiert um die Meinung der Nutzer ging. Die enge Zusammenarbeit mit Volkswagen macht das möglich. Der nächste große Schritt wird dann der Umstieg zum E-Auto sein. Auch daran arbeitet MOIA bereits gemeinsam mit Volkswagen.