1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2017
  5. 11
  6. Meerblick Inklusive

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Meerblick Inklusive

„Logistik ist einfach. Man muss nur das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort haben“, sagt Manfred de Vries unerschrocken. Seit kurzem ist der blonde Zwei-Meter-Mann Herr über eine zusätzliche Fläche von knapp 20 Fußballplätzen. Die Erweiterung des Autoports Emden ist ein Großprojekt: 200.000 Quadratmeter und 10.000 Stellplätze mehr, wobei das Runde hier nicht ins Eckige muss, sondern abertausende Fahrzeuge passgenau den für sie vorbestimmten Platz finden müssen.

„Logistik ist einfach. Man muss nur das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort haben.“

Manfred de Vries

Vor 53 Jahren begann mit der Verladung von Volkswagen Käfern in die USA die Erfolgsgeschichte des immer internationaleren Emder Hafens. Ein Viertel der exportierten Volkswagen passieren Emden. De Vries leitet die Autoport Emden GmbH und damit knapp 70.000 Stellplätze, auf denen ähnlich den Gezeiten permanent Bewegung herrscht. Kontinuierlich werden Fahrzeuge aus aller Herren Länder angelandet und zunächst einmal an vorbestimmter Stelle geparkt, um dann per Straße und Bahn ihre endgültige Destination zu erreichen. Genauso werden Fahrzeuge in alle Welt verladen – auch Fremdfahrzeuge, mehrheitlich jedoch die Fabrikate des Volkswagen Konzerns.

Jobmotor Hafen

Die Geschichte des Emder Hafens ist eine ununterbrochene Erfolgsgeschichte. So wie der Käfer jahrzehntelang lief und lief und lief, wächst und wächst der Hafen, weil die Nachfrage nach Automobilen des Volkswagen Konzerns weiter ansteigt. Das Volumen der in Emden umgeschlagenen zehn Konzernmarken ist von 2009 bis 2017 um satte 67 Prozent gestiegen.

Die Zwei Millionen im Visier

Der gewaltige Parkplatz mit Meerblick hatte vor zehn Jahren erstmals die Millionengrenze überschritten. Für 2017 rechnet de Vries damit, nicht ganz 1,5 Millionen Fahrzeuge umzuschlagen. Schon jetzt peilen er und seine Logistikmannschaft die zwei Millionen an. „Man muss Ziele haben“, sagt der sympathische Ostfriese mit dem gewinnenden Lächeln.

Damit die Perlenkette des Transports reibungslos und zuverlässig laufen kann, müssen die logistischen Anbindungen mit der Straße und mit dem Wasser gegeben sein. Das verlange den raschen Ausbau der Autobahn und die Fahrrinnenanpassung der Ems. Redundanz sei unabdingbar für ein stabil funktionierendes System.

Made in Emden: Flaggschiff Arteon

Emden ist Logistik- und Produktionszentrum. Seit mehr als einem halben Jahrhundert werden hier Autos produziert. Neben dem Brot-und-Butter-Fahrzeug Passat fällt der Stadt, in der rund 37.000 Menschen für Volkswagen arbeiten, jetzt auch die Produktion des Arteon zu, des neuen Flaggschiffs der Marke VW. Zwar ist das nicht der direkte Aufgabenbereich von de Vries, gleichwohl spielt die Logistik in alle wichtigen Bereiche des Unternehmens hinein.

Thomas Zernechel, Leiter der Konzernlogistik und damit auch Chef von de Vries, beschreibt das so: „Wir sind final für alle logistischen Tätigkeiten verantwortlich, um die Fertigungen in unseren 120 Standorten zu versorgen und weltweit unsere Kunden mit fertigen Fahrzeugen zu beliefern.“ Die nordeuropäischen Häfen stellen in diesem komplexen Nervensystem sowohl für den Material- als auch die Automobiltransporte zentrale Knotenpunkte dar.

Weltweite Steuerung als Herkulesaufgabe

Diese Nervenbahnen zu steuern, dass alles pünktlich dort ist, wo es bestellt wurde, ist eine wahre Herkulesaufgabe. „Wir sind mit der Beschaffung, der Produktion, mit dem Vertrieb, aber auch unzähligen externen Partnern vernetzt“, sagt Zernechel.

Emden, der drittgrößte Hafen Europas, ist die maritime Drehscheibe von Volkswagen. Mehr als 900 Schiffe laufen Jahr für Jahr im Emder Hafen ein. Das sind drei bis vier Schiffe pro Tag, die sich durch das tideabhängige Fahrwasser der Ems bewegen. 30.000 Lkw fahren pro Jahr den Hafen Emden über den „Friesenspieß“, die A31, an und ca. 170.000 Waggons überqueren die in die Jahre gekommene einspurige Eisenbahnklappbrücke. „Insgesamt wickeln wir über die Verkehrsträger Schiff, Bahn und Lkw rund 12.000 Fahrzeuge arbeitstäglich ab“, beschreibt de Vries den Warenfluss im Hafen an der Emsmündung.