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Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise…

Kapitäne in Emden

„Jedes Mal, wenn ich die Spur zum Hafen nehme, muss ich lächeln“, sagt Torben Stadtaus über seine morgendliche Fahrt zur Arbeit nach Emden. Er und sein Kollege Dieter Stomberg leben und lieben ihren Job. Hafen und Schifffahrt, das ist genau ihr Ding. Die beiden sind Kapitäne, fahren aber nicht mehr zur See. Sie sind sesshaft geworden, haben ihren Anker bei der Volkswagen Konzernlogistik geworfen.

Ihre Kommandobrücke ist an Land; ihre Passagiere aus Blech kommen zu Tausenden aus allen Himmelsrichtungen angerollt, um sodann von Emden aus in die weite Welt verteilt zu werden: Stomberg und Stadtaus sind verantwortlich für die reibungslosen Seereisen der Autos des Volkswagen Konzerns. Insgesamt befinden sich rund 200 Häfen unter ihrer Ägide. Vom Hafen in Emden aus kontrollieren die beiden die operativen Geschäfte weltweit.

Es ist die Vielfalt ihrer Arbeit, die beiden so gut gefällt. Neben der Aufsicht über Häfen und Schiffe legen sie den technischen Qualitätsstandard fest. Der ist wichtiger Bestandteil sämtlicher Verträge mit den Dienstleistern. „Dort beschreiben wir sehr genau, wie mit den Fahrzeugen umzugehen ist, wie sie gestaut und mit welchem Material sie festgemacht werden müssen“, erklärt Stadtaus.

Techniker mit Hochseelizenz

  • Der Blick übern Deich
  • Der Kapitän von heute
  • Ein perfektes Team

„Seit 15 Jahren sitze ich hier am Hafen mit Blick übern Deich“, skizziert Stomberg seine Tätigkeit bei der Logistik und kann sich keinen schöneren Platz vorstellen. „Wir sind keine Schreibtischtäter“, betonen sie sogleich. Schließlich sind sie intime Kenner der anderen, der maritimen Seite des Schreibtischs – einschließlich der Lizenz, die Anker zu lichten und auf hohe See zu fahren.

Aus ihren früheren Tätigkeiten kennen sie die Abläufe beim Laden und Löschen en Detail. Der Kapitän von heute ist digital unterwegs, genauso handelt er vor Ort, im Gespräch mit den Dienstleistern. „Wenn wir eine bestimmte Schadenshäufigkeit gemeldet bekommen, kann es schon passieren, dass wir unterm Auto liegen“, erzählt Techniker Stomberg. „Wir schauen uns die Schadensbilder sehr genau an, überlegen, wo der Schaden entstehen kann und bieten dann die bestmögliche Lösung an.“

Die Lebenswege von Stomberg und Stadtaus sind unterschiedlich. Als Team ergänzen sie sich perfekt. Jeder hat sein Steckenpferd, muss aber in der Lage sein, sich ganz schnell in den Bereich das andern einzuarbeiten. Beide haben ein ungeheuer großes Netzwerk, kennen die meisten Akteure persönlich und begegnen ihnen auf Augenhöhe.

Ahoi, Kinder des Meeres!

„Ich bin auf dem Schiff groß geworden. Von der Geburt an war ich wie ein Zirkuskind unterwegs, zumindest bis zur Schulpflicht“, erinnert sich Stomberg. Seine Eltern hatten eine Reederei in Emden. Noch heute kann man Stomberg, der nach der Matrosenlaufbahn zunächst bei HapagLloyd arbeitete, um dann als Stauerei-Inspektor von der Emder Verkehrsgesellschaft zu Volkswagen zu wechseln, kein X für ein U vormachen. Maschinen, Antriebe, generell Technik bei Schiffen sind seine Leidenschaft.

„Ich bin auf dem Schiff groß geworden. Von der Geburt an war ich wie ein Zirkuskind unterwegs, zumindest bis zur Schulpflicht.“

Dieter Stomberg

Für den gebürtigen Holsteiner Stadtaus steht fest, dass ihm die Nähe zur See in die Wiege gelegt war: „Die See hat mich seit jeher fasziniert. Deshalb bin ich gezielt zur Marine gegangen.“ Seine anschließende Arbeit als Hafenfacharbeiter in Hamburg ließ ihn Autos auf Schiffe fahren. „Ich habe auch selbst an der Rampe gestanden“, erinnert sich der große Mann mit dem auffälligen silbernen Anker am Mittelfinger. Für Volkswagen arbeitet er seit knapp sieben Jahren. „Sie suchten damals in Braunschweig einen Risikoingenieur, Diplomingenieur, Nautiker oder Havarie-Kommissar. ‚Mensch, sagte ich mir, das bist Du alles‘.“ Mehr als fünf Jahre hielten seine Frau und er es aber nicht aus ohne die Nähe zur See. Seit Januar 2017 unterstützt er Stomberg mit seinem Wissen als Risikoingenieur in der Transportversicherung.

„Die See hat mich seit jeher fasziniert. Deshalb bin ich gezielt zur Marine gegangen.“

Torben Stadtaus

Kein Job wie jeder andere

Nüchtern betrachtet sei der Seetransport ein Betrieb wie jeder andere. „Man muss dafür sorgen, dass es läuft“, sagt Stomberg trocken. Die Sehnsucht, die Anker zu lichten, ist beiden gleichwohl geblieben. Seit er im Beruf sesshaft geworden ist, besitzt Stomberg ein Boot, „um jederzeit eine Insel ansteuern zu können“. Von der Romantik des Seefahrens indes sei wenig übrig geblieben, gibt Stadtaus zu bedenken. Allerdings: „Wenn die Sonne aufgeht und der Mond steht noch und du bist mitten auf dem Ozean, nur mit deinem Becher Kaffee, während alle andern schlafen – dann siehst du Farben auf dem Meer, die sich spiegeln, von denen du nicht glaubtest, dass es sie gibt. Das ist wirklich toll. Das sind aber 15 Minuten, dann kommt der Charterer, dann kommen die Emails, dann kommt die Reederei…“
Sagen sie und trinken einträchtig ihren Kaffee in ihrem kleinen Reich direkt am Deich, das ihnen erlaubt, die geliebte Seeluft nach Belieben schnuppern zu können.

„Wenn die Sonne aufgeht und der Mond steht noch und du bist mitten auf dem Ozean, nur mit deinem Becher Kaffee, während alle andern schlafen – dann siehst du Farben auf dem Meer, die sich spiegeln, von denen du nicht glaubtest, dass es sie gibt. Das ist wirklich toll.“