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Der Volkswagen Konzern geht beim Kohleausstieg voran

„Der Volkswagen Konzern will und muss seinen Beitrag leisten, um den Klimawandel einzudämmen und die Luftqualität zu verbessern.“

Matthias Müller

Am Produktionsstandort Wolfsburg wird die Strom- und Wärmeerzeugung komplett auf Erdgas umgestellt. Der CO2-Ausstoß soll dadurch um 60 Prozent reduziert werden.
Mit der größten Umweltschutzeinzelmaßnahme seines Bestehens macht sich der Volkswagen Konzern zum Vorreiter beim Kohleausstieg: Die beiden unternehmenseigenen Kraftwerke am Standort Wolfsburg werden bis zum Jahr 2022 komplett auf Erdgasbetrieb umgestellt. Durch die Modernisierung der zwei Anlagen und den damit verbundenen Verzicht auf Steinkohle wird der CO2-Ausstoß pro Jahr um 1,5 Millionen Tonnen reduziert. Das entspricht einer Verringerung am Standort Wolfsburg um fast 60 Prozent – oder umgerechnet dem jährlichen CO2-Ausstoß von 870.000 Autos. Bezogen auf die Konzern-Produktionsstäten weltweit geht der CO2-Ausstoß damit um 15 Prozent zurück.

„Durch den Umbau können wir nachhaltig eine umweltschonende Strom- und Wärmeproduktion für den Volkswagen Standort Wolfsburg, aber auch für die Stadt Wolfsburg gewährleisten“, sagte Michael Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der VW Kraftwerk GmbH, der die Pläne am Donnerstag in der Autostadt vorstellte. Nach dem Umbau würden am Standort Wolfsburg 33 Prozent weniger Brennstoff eingesetzt, dessen Wirkungsgrad zudem deutlich höher sei als bei der Verwendung von Steinkohle.

Der Modernisierungsbeschluss des Konzernvorstands umfasst die Errichtung mehrerer neuer Gas- und Dampfturbinenanlagen als Ersatz für die bestehenden Steinkohlekessel. Dafür werden rund 400 Millionen Euro investiert, die Inbetriebnahme soll zwischen 2021 und 2022 erfolgen.

„Der Volkswagen Konzern will und muss seinen Beitrag leisten, um den Klimawandel einzudämmen und die Luftqualität zu verbessern“, erklärte Konzernchef Matthias Müller den Beschluss zum Steinkohleausstieg in Wolfsburg. „Deshalb treiben wir die Elektrifizierung unserer Fahrzeuge voran und machen gleichzeitig die klassischen Antriebe effizienter und sauberer. Und deshalb setzen wir uns auch in der Produktion neue, ambitionierte Ziele: Bis 2025 werden wir die Umweltlasten im gesamten Volkswagen Konzern um 45 Prozent gegenüber 2010 reduzieren.“ Die Umstellung der beiden Kraftwerke am Konzernsitz Wolfsburg von Kohle auf Gas sei dafür ein klares Zeichen und ein wichtiger Schritt. „Weitere werden folgen“, so Müller.

Die Pläne sehen vor, im „Heizkraftwerk Nord/Süd die Kohlekessel durch eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) und drei Heißwasser-Kessel zu ersetzen. Damit können allein dort in Zukunft ca. 135 Megawatt elektrische Leistung sowie ca. 386 Megawatt thermische Leistung erzeugt werden. Zudem sollen auf dem heutigen Kohle-Lagerplatz neben dem „Heizkraftwerk West“ zwei weitere GuD-Anlagen entstehen, die dann ca. 288 Megawatt elektrische und ca. 260 Megawatt Wärmeleistung erreichen. Die entsprechenden Genehmigungen der Behörden sowie dem Fortgang der Detailplanung und der Ausschreibung vorausgesetzt, könnte noch 2018 mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden.
„Für den Fall einer zukünftig wirtschaftlichen Erzeugung von synthetischem Erdgas, etwa durch die Nutzung von Power-to-Gas-Anlagen, könnten wir sogar eine vollständige CO2-Neutralität erreichen. Dies würde im Sinne der Energiewende eine zukunftsweisende Ergänzung zu den erneuerbaren Energien bilden“, sagte Michael Heinemann von der Kraftwerk GmbH am Donnerstag.
Doch nicht nur Kohlendioxid steht bei den neuen Anlagen auf der Streichliste, auch der Wasserverbrauch, das Abfallaufkommen und die übrigen Emissionsfrachten werden mitunter drastisch reduziert – durchschnittlich um 50 Prozent.  Damit leistet das Unternehmen auch einen Beitrag zur Reduzierung der lokalen Umweltlasten.
Die beiden Kraftwerke am Standort Wolfsburg stellen nicht nur den überwiegenden Anteil der Stromversorgung der Standorte Wolfsburg, Emden, Hannover, Kassel, Braunschweig und Salzgitter der Marken Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie  der Volkswagen-Komponentenwerke sicher. Auch die Wärmeversorgung des Werkes sowie der Stadt Wolfsburg erfolgt über diese Anlagen.

Um das Wahrzeichen des Wolfsburger Standortes, die vier gemauerten Schornsteine Heizkraftwerk Nord/Süd, muss sich indes niemand Sorgen machen, sie werden auch nach der Umrüstung weit sichtbar in den Himmel ragen. Allerdings bekommen sie Zuwachs. In ihrem Schatten werden zwei weitere, etwa 64 Meter hohe Kamine errichtet.