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Was macht ein ... Natural Language Processing Expert?

Wie können Maschinen lernen, die menschliche Sprache zu verstehen? Natural Language Processing (NLP) Expertin Maria Niessen aus dem Volkswagen Data Lab kann das erklären. Teil 3 der Serie über IT-Aufgaben bei Volkswagen.

„Guten Tag. Wenn Sie eine Frage zu Äpfeln haben, sagen Sie: Äpfel“. So erläutert es einem die Stimme vom Band der Telefonhotline, brav antwortet man „Äpfel“. Die Maschine sagt fröhlich: „Sie haben ‚Birnen‘ gesagt“ und vermittelt einen weiter in die telefonische Warteschleifen-Hölle. Kennt man aus früheren Zeiten, ist mittlerweile aber Geschichte. Denn heutzutage „verstehen“ Maschinen immer besser, was Menschen von ihnen wollen. Ob Apples Siri, Amazons Echo oder Google Home – die Spracheingabe bei der Bedienung von Computern, von Programmen, von Maschinen, ist auf dem Vormarsch. Intelligente Systeme, die menschliche Sprache verstehen, werden immer wichtiger für innovative Bedienkonzepte in Fahrzeugen und Unternehmensprozessen von Volkswagen.  

Zwischen Menschen und Computern übersetzen

Im Volkswagen Data Lab in München

„Maschinen haben da große Schwierigkeiten“, sagt Maria Niessen vom Volkswagen Data Lab in München. Das Data Lab ist KI-Kompetenzzentrum im Volkswagen Konzern. Niessen arbeitet dort als Natural Language Processing (NLP) Expertin und erforscht, wie Computerprogramme menschliche Sprache verarbeiten können. „Ich übersetze zwischen Menschen und Computern“, sagt die 37-Jährige und lächelt. Sie ist es gewohnt, komplexe Sachverhalte auf den Punkt zu bringen. Ursprünglich stammt Niessen aus dem niederländischen Groningen, wo sie Kognitionswissenschaften studiert und zum Thema Geräuscherkennung promoviert hat. Seit zwei Jahren arbeitet sie in einem Team, das sich im Volkswagen Data Lab intensiv auf das Textverständnis von Programmen konzentriert.

Einfach für Menschen, schwierig für Maschinen

Doch wie so oft gilt hier: Das, was Menschen ganz einfach und intuitiv können – zumindest in ihrer Muttersprache – ist für Maschinen schwierig. Und umgekehrt: Differentialgleichungen lösen Computer im Handumdrehen, Menschen tun sich da schon schwerer. Warum natürliche Sprache ein Problem für Maschinen ist, abgesehen von Grammatik und Vokabular?  

  • Volkswagen auf der CEBIT 2018

    Volkswagen ist ein digitales Unternehmen, das moderne Informationstechnologie vorantreibt. Vor der CEBIT in Hannover stellen wir in einer Porträtserie Menschen mit spannenden IT-Aufgaben im Konzern vor. Auf der CEBIT (12.-15.6.) wird der Volkswagen Konzern in der Future Mobility Halle (Halle 25) ein Forum sowohl für Interessierte als auch Fachleute bieten: mit packenden Präsentationen und erstklassigen Exponaten, mit interessanten Diskussionsrunden und Talks. Die Bandbreite der Themen und Highlights ist groß. Sie reicht von neuen Formen des digitalen Automobildesigns, Quantencomputing und Erprobungsprojekten mit Blockchain hin zu angewandter künstlicher Intelligenz im Unternehmen und datengestützter Verkehrsoptimierung in europäischen Metropolen. Zudem wird es eine Weltpremiere auf dem Messestand geben.

„Das Zauberwort heißt Kontext“

Natural Learning Expertin Maria Niessen im Gespräch

„Wir als menschliche Nutzer wollen, dass die Maschine ein Problem löst oder einem Wunsch nachkommt“, erläutert Niessen. „Das Zauberwort heißt Kontext. Innerhalb dessen versucht das Programm, die Bedeutung des Gesagten oder Geschriebenen zu erschließen.“ Sie arbeitet aktuell vor allem mit Texten – sie sind leichter zu analysieren als etwas Gesagtes, werden nicht verkompliziert durch die Eigenheiten des Sprechers, also etwa Dialekt oder Sprachgeschwindigkeit. Trotzdem gibt es für die Programme einiges zu lernen.

Niessen und ihr Team füttern Programme dazu mit Daten, lassen sie auf dieser Basis lernen, und korrigieren, wenn es nötig wird. Maschinelles Lernen nennt sich diese Methode. Das Team erforscht dabei Systeme, die Sprache nicht nur erkennen und einordnen können, sondern den Wunsch des Schreibenden oder Sprechenden erkennen und ausführen. „Das ist für viele Bereiche interessant. Zum Beispiel für Systeme im Kundendialog, oder für die Sprachbedienung im Auto, wenn Fahrer und Mitfahrer Informationen und multimediale Unterhaltung fordern“, erklärt die gebürtige Niederländerin.

State of the Art

Die Anfragen hierzu kommen aus dem gesamten Volkswagen Konzern, weltweit. „Das macht es so spannend“, sagt Niessen, „wir können mit tatsächlichen Problemen arbeiten und sie lösen.“ Ob der Chatbot für interne Bestellungen, ob Text-Analyse-Tools für die IT, ob Telefonservices oder User Experience in Fahrzeugen – Niessen und ihr Team helfen Menschen, indem sie Maschinen helfen, menschliche Sprache besser zu verstehen. Und zwar unter den besten Bedingungen: „Wir machen hier State-Of-The-Art-Lösungen“, sagt Niessen stolz. Immer wieder wenden sich neue Abteilungen an das NLP-Team. „Die Kollegen sind alle extrem gut und nett“, sagt Niessen. Wissenschaftlicher Anspruch, gekoppelt mit den Möglichkeiten eines Großkonzerns – der Traum vieler Forscher.