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Formula Student Germany: Los geht’s!

Formula Student Germany: Los geht’s!

Die Formula Student Germany ist einer der wichtigsten Wettbewerbe für Nachwuchs-Ingenieure, die neben ihrem Studium Rennautos bauen. So bereitet sich das Team der TU Hamburg vor – mit Unterstützung von Volkswagen.

Ein Jahr lang haben sie Zeit gehabt. Doch jetzt ist es nur noch eine Woche, bis es ernst wird und ihr autonomer Rennflitzer „egn18-dv“ eigenständig eine unbekannte Strecke fahren muss. Noch klappt es nicht ganz perfekt. Das Studierenden-Team der TU Hamburg steht in der prallen Hitze auf einer Rennbahn nahe Buxtehude und macht das Gefährt startklar. Es wiegt rund 230 Kilogramm, hat einen Bordcomputer, Lasersensoren, eine Kamera und ein selbstgeschriebenes C++-Programm an Bord, mit dem es sich selbst steuert.

Der Rennwagen wird vom 6. bis 12. August bei einem der weltweit wichtigsten Wettbewerbe für Nachwuchs-Ingenieure starten, der Formula Student Germany am prestigeträchtigen Hockenheimring. Hochschul-Teams aus der ganzen Welt reisen extra dafür an, haben ein Jahr lang an ihren Fahrzeugen gebaut, Zeit, Energie, Schweiß und jede Menge Hirnschmalz hineingesteckt. China, Pakistan, USA, Israel – von überall her kommen sie, wetteifern miteinander um den schnellsten, leichtesten, günstigsten und überhaupt besten Rennwagen. Es gibt verschiedene Kategorien: Verbrennungsmotoren, Elektromotoren und auch das Fahren von autonomen Fahrzeugen – erst vor einem Jahr wurde diese Kategorie eingeführt. Und für 2018 nochmal ordentlich erschwert. Jetzt muss das Fahrzeug einen ihm völlig unbekannten Kurs bewältigen - und das ist eine große Herausforderung.

Das autonome Fahren optimieren: Julian Lobisch im Gespräch mit Sebastian Griep

In Buxtehude sieht man das. Eine leichte Brise kommt auf, die Kiefern um die Strecke herum rauschen. Der Wagen fährt los, langsam, tastend, mit kurzen, zögerlichen Zwischenspurts. Er schafft fast die Hälfte des Parcours, der mit gelben und blauen Pylonen abgesteckt ist, bevor er die Strecke verlässt und nicht mehr weiterweiß. Er fängt an zu piepsen. „Oje, da hat er wieder gedacht, die Strecke ist woanders“, lacht Julian Lobisch, 26 Jahre alt und Student der Elektrotechnik. Er testet den Wagen mit verschiedenen Parametern, justiert hier und dort im Programm nach, fährt Runde um Runde, sowohl am Computer als auch auf der realen Strecke. „Aktuell sind es 80 Stunden in der Woche, die wir hier verbringen“, sagt er.

Warum tut sich das jemand an? „Das macht echt Spaß“, sagt Julian. Seine Kommilitonen und Teammitglieder pflichten ihm bei. „Ich habe immer etwas nebenher gemacht, das wird sonst doch langweilig“, sagt Janine Alt, 24, Studentin der Produktionstechnik und im Team zuständig für die Finanzen. „Da muss man manchmal echt den Deckel draufhalten“, schmunzelt sie, „alle wollen immer sofort die besten und teuersten Teile für ihren Part.“ Heute sind nur fünf Teammitglieder an der Teststrecke – der Rest ist gerade mit dem zweiten Wagen, auch einem Elektrofahrzeug, in Österreich auf einem Wettbewerb, wo sie damit den ersten Platz holen. Dieser Wagen fährt allerdings nicht autonom, sondern braucht einen Fahrer. Das Team e-gnition startet am Hockenheimring also mit zwei E-Fahrzeugen: Einem autonom fahrenden und einem mit Fahrer. Insgesamt besteht das Team aus 60 Mitgliedern.

Was ich persönlich am tollsten finde, ist der Zusammenhalt. Sowohl in unserem Team als auch von der Community bei der Formula Student.

Sebastian Griep, 23, Student der Energie- und Umwelttechnik und zuständig fürs Marketing bei Team e-gnition

„Das Event in Deutschland ist einfach etwas Besonderes“, sagt Sebastian Griep, 23, Student der Energie- und Umwelttechnik, und zuständig fürs Marketing. „Was ich persönlich am tollsten finde, ist der Zusammenhalt. Sowohl in unserem Team als auch von der Community dort.“ Carl Giest, 26, nickt. Er ist schon zum vierten Mal dabei, Technischer Leiter des Driverless Autos und studiert Ingenieurswissenschaften. „Das ist wie ein Festival“, sagt er über die Formula Student Germany am Hockenheimring. Die Hochschulteams campen – der Stimmung tut das anscheinend gut. „Alle sind so motiviert, alle haben so viel schon reingesteckt und man hilft sich gegenseitig“, schwärmt Sebastian, zum zweiten Mal dabei.

Das autonome e-Fahrzeug von e-gniton, dem Team der TU Hamburg

„Die Erfahrungen, die man sammelt, die tollen Leute, die man kennenlernt, die Stimmung im Team, das ist mir das Wichtigste“, sagt Robert Oehlmann, 28, studiert Computer Science und ist zuständig für die Software. Manchmal sei es ein bisschen schwierig, alle im Team miteinander zu koordinieren. „Aber wir sind insgesamt super aufgestellt für den Wettbewerb“, sagt Sebastian. Dass es Spaß macht, dass alle sehr viel dazulernen, dass Theorie und Praxis verbunden werden – das ist sicherlich wichtig. Aber ums Gewinnen geht es doch sicherlich auch? „Klar, man braucht ja Ziele“, sagt Robert und zwinkert.

Für den Sieg genügt es nicht, als Erster ins Ziel zu kommen. Alle Aspekte werden gewertet. Es gibt statische und dynamische Disziplinen. In einer der statischen Disziplinen erklären die Studierenden beispielsweise, wie sie ihren Wagen konstruiert haben, welche Materialien sie einsetzen, wie die Kostenkalkulation und wie der Business Plan aussieht. Bei den dynamischen geht es um das Fahren in verschiedenen Wettbewerben. Nur wer überall Punkte holt, gewinnt den Wettbewerb – also das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

Volkswagen unterstützt Studierende

Die Formula Student Germany gilt als härtester der weltweit stattfindenden Wettbewerbe. Gerade bei den autonomen Fahrzeugen schaffte es im Jahr 2017 nur rund ein Drittel durch das Scrutineering – die akribische Sicherheitsüberprüfung vor der Starterlaubnis. Seit 2012 wird das Event mit Unterstützung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) veranstaltet. Aber auch große Unternehmen wie Volkswagen unterstützen das Event und einzelne Teams mit Know-How und Finanzen. Im Einzelnen fördert Volkswagen die folgenden Teams:

  • e-gnitionTeam der Uni Hamburg

    Platzierung 2017: 3 (FSD) & 10 (FSE); Platzierung 2016: 21 (FSE)
  • Bremergy Racing der Uni Bremen
    
Platzierung 2017: 33 (FSE); Platzierung 2016: nicht qualifiziert
  • DUT Racing Team der TU Delft

    Platzierung 2017: 13 (FSE); Platzierung 2016: 2 (FSE)
  • Ecurie Aix der RWTH Aachen

    Platzierung 2017: 10 (FSD) 2016: 12 (FSE)
  • HorsePower Hannover der Uni Hannover

    Platzierung 2017: 6 (FSD)
  • HorsePower Hannover der Uni Hannover

    Platzierung 2017: 24 (FSE); Platzierung 2016: 29 (FSE)
  • Lions Racing Team der TU Braunschweig
    
Platzierung 2017: 22 (FSE); Platzierung 2016: 34 (FSE)