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Herbert Diess: Volkswagen muss deutlich effizienter werden

Ob bei Umsatz, Auslieferungen oder Ergebnis vor Sondereinflüssen - der Volkswagen Konzern hat sein profitables Wachstum im ersten Halbjahr 2018 fortgesetzt. Beim Pressegespräch blickt Vorstandsvorsitzender Herbert Diess auf die Aufgaben der Zukunft.  Die Halbjahresbilanz sei erfreulich, sagt der CEO. „Aber wir können uns darauf nicht ausruhen, denn in den kommenden Quartalen liegen große Anstrengungen vor uns – vor allem im Hinblick auf die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus.“ Auch der wachsende Protektionismus stelle die global vernetzte Automobilindustrie vor große Herausforderungen.

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Frank Witter, Geschäftsbereich 'Finanzen und Controlling'
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Frank Witter, Geschäftsbereich 'Finanzen und Controlling'
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Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw

Am Morgen hatte der Volkswagen Konzern sehr solide Umsatz- und Ergebniszuwächse bekanntgegeben:

  • Der Konzernumsatz legte von Januar bis Juni gegenüber Vorjahr von 115,3 auf 119,4 Milliarden Euro zu.
  • Das Operative Ergebnis stieg vor Sondereinflüssen von 8,9 auf 9,8 Milliarden Euro – allerdings mussten im 2. Quartal im Zusammenhang mit der Dieselkrise Belastungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro berücksichtigt werden.
  • Die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen stieg von 7,7 auf 8,2 Prozent. Nach Steuern legte der Halbjahresgewinn des Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu.
  • Weltweit lieferte der Volkswagen Konzern im ersten Halbjahr 5,5 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus. Das bedeutete ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Wachstum zeige, dass die zahlreichen neuen Modelle der Konzernmarken die Kunden rundum überzeugten, sagt Diess.

„Wir werden in den kommenden Monaten alles daran setzen, das Vertrauen unserer Kunden weltweit zu bestätigen. Unser erklärtes Ziel ist, Volkswagen bei Ertragsstärke, Innovationskraft, Nachhaltigkeit und bei der Kundenzufriedenheit zum führenden Unternehmen in unserer Industrie zu machen.“

Herbert Diess CEO
Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw

Das Wachstum zeige, dass die zahlreichen neuen Modelle der Konzernmarken die Kunden rundum überzeugten, sagt Diess. „Wir werden in den kommenden Monaten alles daran setzen, das Vertrauen unserer Kunden weltweit zu bestätigen. Unser erklärtes Ziel ist, Volkswagen bei  Ertragsstärke, Innovationskraft, Nachhaltigkeit und bei der Kundenzufriedenheit zum führenden Unternehmen in unserer Industrie zu machen.“

Das größte Volumen- und Ergebnisrisiko sieht der Konzernchef beim Thema WLTP. Zwischen August und Oktober werde es zu Engpässen bei bestimmten Modellvarianten und zu Schließtagen an den Standorten kommen. Diess: „Ausdrücklich bestätigen wir unser Ziel für die Auslieferungen für das Gesamtjahr. Aber klar ist: Das wird im zweiten Halbjahr ein Kraftakt, auch auf der Margenseite.“ Rückenwind erwartet der Konzern von der Fortsetzung der Modelloffensive.

„Wir werden uns weiter sehr ambitionierte Ziele setzen.“

Diess betont, dass der neue Vorstand die Neuausrichtung des Konzerns konsequent vorantreibt. Als Beispiele nennt er die Verselbständigung von Volkswagen Truck&Bus, die Umwandlung der Komponente in eine eigene unternehmerische Einheit sowie zukunftsweisende Allianzen mit Hyundai oder Ford. Darüber hinaus wurde der Konzern größter Anteilseigner an QuantumScape. Das Investment über 100 Millionen US-Dollar ist ein wichtiger Baustein der Konzern-Batteriestrategie. Diess: „Ein langfristiges Ziel ist die Errichtung einer Produktionsanlage für Feststoffbatterien bis 2025.“
Der CEO betont, dass er Volkswagen insgesamt sowie alle Marken deutlich effizienter, produktiver und rentabler machen will: „Wir werden uns weiter sehr ambitionierte Ziele setzen.“ Über die vergangenen Jahrzehnte sei Volkswagen zu einem sehr produktorientierten Unternehmen geworden. „Diese starke Produktorientierung ist grundsätzlich etwas Gutes, weil sie vielfach zu überlegenen Fahrzeugen geführt hat; das werden wir uns bewahren. Sie hat aber auch Effizienz und Rendite gekostet“, sagt Diess. Volkswagen müsse insbesondere in den Volumenmarken zu einer deutlich stärkeren Produktions- und Prozessorientierung kommen. „Aber ohne die überlegene Produktsubstanz aufzugeben, die uns erfolgreich macht. Das ist für unser Unternehmen ein Paradigmenwechsel.“

„Wir haben der Bürokratie den Kampf angesagt, auch in der Zentrale.“

Die ersten Ansätze betrachtet Diess als vielversprechend. „Wir wollen gemeinsam mit den Marken, über alle Werke hinweg, bis 2025 rund 30 Prozent mehr Effizienz schaffen: bei den Fabrikkosten, der Produktivität und Investitionen.“  Auch den Aufwand für die Konzernsteuerung will Diess in den nächsten Jahren deutlich verringern. „Wir haben der Bürokratie den Kampf angesagt, auch in der Zentrale.“
Gleichzeitig will sich Volkswagen bei Softwarekompetenz und digitaler Vernetzung deutlich verstärken. Auch bei der Elektromobilität stellt das Unternehmen die Weichen. Diess: „Bis 2020 kommen konzernweit 50 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt. In wenigen Wochen startet der Audi e-tron*. Nächstes Jahr kommt der Porsche Taycan* aus Zuffenhausen. Mit dem VW I.D.* aus Zwickau wollen wir die Golf-Klasse für das Elektrozeitalter definieren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“