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Schnell und bunt – die Youngtimer aus den 90ern

Kennen Sie sich noch Harlekin, Ibiza und Diablo? Wir zeigen sieben Youngtimer, die Erinnerungen an die farbenfrohen Neunziger aufleben lassen.

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war ein besonderer Moment der Geschichte: Der kalte Krieg war vorbei. Deutschland war wiedervereinigt. Globalisierung und Digitalisierung nahmen Fahrt auf. Aufbruchstimmung und Optimismus prägten das Land. Auch stylemäßig ging es bunt zu: Plateauschuhe, Glitzer-Shirts und Neon-Leggings waren in fast jedem Kleiderschrank zu finden. Zwei Jahrzehnte später sind einige der Highlights von damals natürlich eher peinliche Ausrutscher. Aber Spaß macht die Reise in die Vergangenheit trotzdem. Wir haben sieben Auto-Modelle herausgesucht, die für das Lebensgefühl von damals stehen. Und heute zum Teil begehrte Youngtimer sind. Die Klassiker von morgen bestechen durch ihren ganz eigenen Charme und Charakter. Echte Oldtimer werden sie übrigens erst, wenn sie mehr als 30 Jahre auf der Karosserie haben.

Seat Ibiza – Sportlicher Südländer

Brachte südländischen Esprit auch auf graue deutsche Winterstraßen:
Der Ibiza ist noch heute eines der erfolgreichsten Modelle von Seat.

Sonne, Meer und Strand– Ibiza steht für einen lässigen südländischen Lebensstil. Das Flair vom unbeschwerten Inselleben trug sicher mit zum Erfolg des Seat Ibiza bei. 1993 kam mit dem Typ 6K die zweite Generation auf die Straße. Für das typisch kantig-kastige Äußere ist Giorgetto Giogiaro verantwortlich. Er gilt als einer der einflussreichsten Automobildesigner des 20. Jahrhunderts. Die technische Ausstattung stammte in diesem Modell ausschließlich von Volkswagen. Der agile Kleinwagen hatte als Benziner eine Motorkraft von 45 bis 115 PS, einige Sondermodelle hatten sogar noch mehr Power unter der Haube. Die Dieselvariante der Schrägheck-Limousine wurde mit 64 bis 75 PS ausgestattet. Rund 1,5 Millionen Ibiza 2 verkaufte Seat zwischen 1993 und 2002. Auch heute noch lieben die Kunden den sportlichen Kleinwagen mit spanischem Esprit: Fast zwei Drittel des Umsatzes macht Seat mit dem Ibiza.

Golf VR6 – König der Autobahn

Kraftpaket mit sechs Zylindern:
Der Golf VR6 war auch für eine leistungsorientierte Zielgruppe interessant.

Die Generation Golf konnte Gas geben. Wer es sportlich wollte, für den war der 150 PS starke Golf GTI 16V das Maß der Dinge. Doch es ging sogar noch schneller: Das Topmodell der Baureihe war der Golf VR6 mit sechs Zylindern und 174 PS unter der Haube. Für den typisch satten Sound beim Beschleunigen sorgte die besondere Konstruktion mit einem Zylinderwinkel von 15 Grad. Diese Mischung aus V- und Reihenmotor war notwendig, weil der Golf eher schmal gebaut ist. Mit dem VR6 hat Volkswagen 1991 den bis dahin leistungsstärksten Golf auf die Straße gebracht. Trotzdem mussten die Fahrer nicht auf den Golf-üblichen Komfort verzichten. Die dritte Modellreihe hob sich von ihren Vorgängern vor allem durch die markantere Form und die neuen Front-Scheinwerfer ab. Crashverhalten und Sicherheit, zum Beispiel durch serienmäßige Airbags, wurden deutlich verbessert. Mit rund 40.000 DM war der VR6 nicht ganz preisgünstig. Dafür bot der König der Autobahn aber eine Menge Fahrspaß.

Porsche 911 Carrera RS (964) – Von der Rennstrecke auf die Straße

Rennsport für die Straße:
Der 260 PS-starke Porsche 911 Carrera RS (Typ 964) war ein blitzschnelles Leichtgewicht.

Auch wenn die Neunziger eigentlich eine Zeit des Maximalismus waren: Beim Elfer von damals stand nur das Nötigste zwischen Fahrer, Auto und Straße. Wer hinter dem Lenker sitzt, kann die 260 PS direkt spüren. Heiser röhrt der Motor des 911 Carrera RS (Typ 964), wenn er in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. RS steht übrigens für Rennsport. Und das ist wörtlich gemeint: Alu-Fronthaube und Dünnglas-Scheiben sind sonst nur auf der Rennstrecke zu finden. Daneben entfallen der Unterbodenschutz sowie Dämmmatten, so bringt es der RS auf nur 1.220 kg Leergewicht. Auf 260 PS ist seine Leistung gesteigert, ausgestattet ist er zudem mit der Bremsanlage des 911 Turbo. Im Interieur herrscht Purismus vor: Lederbezogene Schalensitze und Schleifen statt Griffe zum Öffnen der Türe vermitteln Motorsportflair. Mit nur 2.282 gebauten Einheiten besitzt der 911 Carrera RS heute echten Kultstatus.

Lamborghini Diablo – Teuflisch schnell

Eleganz auf vier Rädern:
Der Lamborghini Diablo - hier ein SE 30 - war der Star auf der Straße und sogar Hauptdarsteller in einem Musikvideo.

Drei Sportwagen auf einsamen Bergstraßen: Elegant legen sie sich in die Kurven, beschleunigen, mal ist der eine vorne, mal der andere. Besonderer Blickfang in der kargen Landschaft: der violette Lamborghini Diablo. Und der Mann hinter dem Steuer: Jay Kay, Sänger der Band Jamiroquai. Für das Video zu „Cosmic Girl“ kurvte er 1996 im Diablo durch Spanien. Nicht nur das, ihm gehörte der Supersportwagen auch. Kosmisch ist auch dessen Leistung: Von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden, ab 1993 hatte er Vierradantrieb und eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h. Einige Sondermodelle waren sogar noch PS-stärker. Der legendäre Auto-Designer Marcello Gandini war für das elegante Äußere verantwortlich. Produziert hat Lamborghini zwischen 1990 und 2001 knapp 3.000 Exemplare des Kultautos. Den Namen Diablo bekam es übrigens von einem Stier. Besonders wendig, schnell, mutig und unerschrocken soll das vierbeinige Vorbild des Sportwagens in der Arena einen Torero besiegt haben.  

Skoda Felicia – Vielseitiger Alltagsbegleiter

Für jeden gab es den passenden Felicia:
Skoda brachte das Erfolgsmodell als Kurzheck, Kombi, Van und sogar Pickup auf die Straße.

Nicht alles war groß und schrill in den Neunzigern. Sie waren auch das Jahrzehnt der soliden Kleinwagen. Einer von ihnen war der Felicia. Für Skoda markierte er den Aufbruch in eine neue Ära: Er war das erste Auto, das unter Regie des Volkswagen Konzerns gebaut wurde. Im Felicia steckt viel aus Wolfsburg: Zum Beispiel sind die Außenspiegel des Polo III verbaut. Der 1,6-Liter-Benzinmotor und der Dieselmotor gaben auch Polo und Golf Antrieb. Zwei Airbags und ABS machten den Felicia sicher. Zwischen 1994 und 2001 wurden 1,4 Millionen Stück gebaut – als Kurzheck, Kombi, Vanplus und Pickup. Der Zweisitzer mit offener Ladefläche ließ sich in der Version Felicia Fun sogar mit ein paar Handgriffen zum Viersitzer umbauen. Das Wetter musste allerdings mitspielen, denn die zweite Sitzreihe stand im Freien. Wer denkt, der Felicia sei nur ein braver Pkw ganz ohne Glamour: Er hat es 1994 als erster Skoda auf das Cover des tschechischen Playboys geschafft.

Audi RS2 Avant - der Beste aus zwei Welten

In diesem Audi steckt viel Porsche:
Der Power-Kombi RS2 Avant war eine Kooperation der beiden Automarken.

Alles ist möglich, hieß es in den optimistischen Neunzigern. Warum also nicht den schnellsten fünftürigen Kombi bauen, dachte man sich bei Audi. 1994 war es soweit: Besitzer von Sportwagen staunten nicht schlecht, als auf der Autobahn plötzlich ein biederer Audi 80 an ihnen vorbeizog. Was sie bei Tempo 260 nicht sahen: es war der neue RS2 Avant. Von außen ähnelt er dem 80, aber innen steckte viel Porsche. Die beiden Automarken haben den bis dahin schnellsten Audi für die Straße gemeinsam entwickelt. Sein 315 PS starker Fünfzylinder-Motor beschleunigte in 5,4 Sekunden auf 100 km/h. Auch außen gab es ein paar Hinweise auf die Kooperation: Ein kleiner Porsche Schriftzug schmückte Kühlergrill und Heckklappe. Außenspiegel, Blinker, Nebelleuchten, Felgen und die innenbelüfteten Bremsscheiben sind zum Beispiel original Porsche. Trotzdem bot der Sportwagen genug Platz für Gepäck und Kinder. Mit 98.900 DM war er aber sicherlich nicht die erste Wahl für das Familienauto. Trotzdem wurde der erste Power-Kombi ein Erfolg. Während der zweijährigen Bauzeit wurden in Zuffenhausen knapp 2.900 Stück produziert.

VW Polo Harlekin – Jetzt wird’s bunt

Ein echtes Kind der Neunziger:
Poppig bunt und individuell war der Polo Harlekin. Die Kunden waren begeistert.

Im Jahrzehnt des aufkeimenden Individualismus fehlte eigentlich nur noch eins: das personalisierte Auto. Deshalb hat Volkswagen 1994 ein neues Baukastenprinzip für die Ausstattung des Polo III eingeführt. Damit auch alle davon erfahren, sollte die Werbung ein echter Hingucker werden. Ein paar Azubis hatten die Idee, einen Polo aus unterschiedlich farbigen Karosserieteilen herzustellen. 20 Prototypen wurden gebaut, nur so als Marketinggag. Volkswagen hatte nicht mit der Begeisterung der Kunden gerechnet: Sie wollten auch ihren persönlichen Harlekin. Eine Sonderedition von 1.000 Stück sollte die Nachfragen nach den farbenfrohen Polos befriedigen. Letztlich verließen 3.806 Harlekins das Volkswagen Werk in vier Farbkombinationen. Wer einen der poppigen Kleinwagen haben wollte, wusste nicht, wie die Karosserie zusammengewürfelt sein wird. Klar war nur, dass es eine Mischung aus Chagallblau, Flashrot, Pistaziengrün und Ginstergelb ist.