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„Batmobil“ auf Effizienzjagd

Der Volkswagen Konzern beteiligt sich mit dem Audi e-tron FE05 als Titelverteidiger an der Formula E. Der neue vollelektrische Bolide startet am 15. Dezember beim Auftaktrennen in Riad (Saudi-Arabien). Porsche hat bereits den Einstieg in die Formula E für die Saison 2019/2020 angekündigt.

Lucas di Grassi auf der Formula E in Hongkong

Mit dem Auftaktrennen in Riad (Saudi-Arabien) beginnt am 15. Dezember eine neue Zeitrechnung in der Formel-E-Meisterschaft: Denn dank der höheren Reichweite der Autos starten die Piloten erstmals mit jeweils nur einem Boliden ins Rennen. Mit dem neuen vollelektrischen Audi e-tron FE05 kämpfen Daniel Abt und Lucas di Grassi erneut um den Titel.

Der Grund für die größte Neuerung in der Formel-E-Geschichte: Die Batteriekapazität reicht inzwischen über die gesamte Renndistanz von 45 Minuten aus. Auch das ist ein Beweis dafür, wie Motorsport – und hier vor allem die Formel E – Innovationen und Technologien vorantreibt, die dann massentauglich werden. 

Die Formula E ist jedes Mal ein Massenevent in den beteiligten Städten. Als 2017 nach 20 Jahren erstmals wieder ein Autorennen in der Schweiz stattfand, kamen 120.000 Zuschauer in die City von Zürich. Denn zum großen Kräftemessen der E-Autos kommen Menschen, die zwar nie nach Hockenheim oder zur Formel 1 gehen würden. Die sich aber sehr wohl für Elektromobilität, saubere Luft in den Städten und die Autos der Zukunft interessieren. 

Zwölf Städte, zwölf Wochenenden, 13 Rennen

Daniel Abt nach dem Gewinn des E-Prix 2018 der Formula E in Mexico City

Die fünfte Saison der Formula E wird in zwölf Städten an zwölf Wochenenden mit insgesamt 13 Rennen ausgetragen. Sie endet am 14. Juli 2019 in New York. Besonderheit des Wettbewerbs auch in dieser Saison: Die Formula E findet ausschließlich auf innerstädtischen öffentlichen Straßen statt. Die sind naturgemäß schmaler als Rennstrecken, was den Fahrern äußerste Konzentration abverlangt. 2018/2019 gastiert die Formel E nach dem Start in Riad noch in Hongkong, Marrakesch, Paris, New York City, Santiago, Punta del Este, Mexiko City, Monaco, Rom, Berlin und Bern. Viele Großstädte weltweit unterstützen die Formel E. Die Rennen können mitten in den Cities ausgetragen werden, weil Elektroautos leise und die perfekte Technologie für die Metropolen sind. 20 Fahrer sind in dieser Saison am Start – wobei die Zahl der teilnehmenden Teams und Hersteller ständig wächst. Die Porsche AG hat bereits den Einstieg in die Formel E für die Saison 2019/2020 angekündigt.

Bei der Formel E starten alle Teilnehmer mit Einheitsfahrzeugen und Einheitsbatterien. Dann aber kommt der Wettbewerb ins Rennen: Motoren, Getriebe, Aufhängungen – „alles was hinter der Batterie kommt“ – entwickeln die Produzenten selbst. Damit treten sie nicht nur in den Wettstreit um das schnellste, sondern auch um das effizienteste Fahrzeug. Und sie stellen ihre technische Kompetenz unter Beweis.

Der Sieger muss nicht nur schnell sein – auch effizient

Daniel Abt bei der Formula E, Berlin 2018

Denn im Gegensatz zur Formel 1 siegt bei der Formula E eben nicht unbedingt der Schnellste. Läuft er doch Gefahr, das Ziel gar nicht zu erreichen. „Sieger ist, wer die Mischung aus Geschwindigkeit und Effizienz am besten beherrscht“, erklärt es Stefan Moser, der bei Audi  für die Kommunikation des Motorsports verantwortlich ist. Denn normalerweise reicht die Batteriekapazität nur für 80 Prozent der Strecke, die mit 45 Minuten Fahrzeit plus eine Runde immer gleich lang ist. Der Fahrer ist also zwingend darauf angewiesen, während des Rennens Energie zurückzugewinnen, zu rekuperieren, um überhaupt ans Ziel zu kommen. „Möglichst viel zu rekuperieren, möglichst viel Energie zu schonen, bedeutet eben, das Gas schon länger vor der Kurve wegzunehmen, rollen lassen, weniger zu bremsen – auf Kosten der Schnelligkeit“, erklärt Moser. „Jeder Fahrer muss sich 20 Prozent der Batterieleistung verdienen. Nur dann kommt er ans Ziel.“ Und dort gewinnt dann natürlich auch weiterhin der Erste.

Komplett neues Auto entwickelt

Komplett neu entwickelt: Audi e-tron FE05

2017/2018 hat Audi den Titel für den Volkswagen Konzern geholt. Das Team des Premiumherstellers wird also in dieser Saison besonders gejagt werden. Darauf haben sich die Kollegen akribisch vorbereitet. Sie haben ein komplett neues Auto aufgebaut, den Audi e-tron FE05. Sein Herzstück: der Antriebsstrang. Er besteht aus Motor, Inverter (Umrichter), Getriebe, Teilen des Hinterachsenfahrwerks sowie der entsprechenden Software. „Wir haben das Grundkonzept mit einem Gang beibehalten und gleichzeitig alle Elemente im Detail weiterentwickelt und neu gefertigt“, sagt Tristan Summerscale, Projektleiter Formel E bei Audi. 95 Prozent der Teile des Antriebsstrangs sind neu. Dabei gelang es den Ingenieuren, zehn Prozent Gewicht zu sparen. 

Schon Mitte 2017, also noch vor dem Auftakt der vergangenen vierten Saison, begannen Summerscale und sein Team mit der Entwicklung des Audi e-tron FE05. Ende Juli 2018 nahm die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) das Fahrzeug ab. Änderungen waren nun nicht mehr erlaubt, lediglich die Software dürfen die Entwickler während der Saison weiter verbessern. 

In der fünften Saison der Formel E darf der Motor im Qualifying maximal 250 kW (340 PS) leisten. In den Rennen ist die Leistung auf 200 kW (272 PS) begrenzt. Neu sind die sogenannten Aktivierungszonen: Passiert der Fahrer diese Zone auf der Strecke, erhöht sich die Leistung seines Autos kurzzeitig auf 225 kW (306 PS). Die Formel-E-Fans können ihren Lieblingsfahrer auch in dieser Saison wieder per Online-Voting unterstützen: Mit dem „FanBoost“ steigt die Leistung kurzfristig bis auf 250 kW (340 PS). Mit dem erfolgreichen Voting wird dem Fahrer über Funk die Energie freigeschaltet, die zu einem Überholvorgang mehr eingesetzt werden kann.

Den Strom beziehen alle Formel-E-Teams aus einer identischen, 374 Kilogramm schweren Batterie von McLaren. Die Lithium-Ionen-Batterie befindet sich zwischen Fahrersitz und Antriebsstrang, hat eine Kapazität von 52 kWh und ist innerhalb von 45 Minuten aufgeladen. Eine völlig neue Entwicklung für die fünfte Saison ist das von Audi entwickelte Brake-by-Wire-System. Bremsbetätigung und Übertragung zur Hinterachse sind dabei voneinander entkoppelt und elektronisch geregelt. Die Bremskraftverteilung ist somit immer optimal eingestellt und die Rekuperation damit noch effizienter. 

Von 0 von 100 km/h? In 3,1 Sekunden!

Das Mindestgewicht eines Formel-E- Rennwagens liegt bei 900 Kilogramm, inklusive Fahrer. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Elektrorennwagen in 3,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 240 km/h. Besonders auffällig: Der neue Audi e-tron FE05 kommt ohne Heckflügel aus – ein Unikum im Motorsport. Für den Abtrieb sorgt stattdessen der große Diffusor am Heck des Rennautos. 

„Batmobil“, „Star Wars“, „Raumschiff“ kommentierten Fans und Medien die futuristische Optik nach den ersten Testfahrten. „Wenn ich zwischen anderen Autos auf der Strecke fahre, komme ich mir vor wie in einem Science-Fiction-Film“, sagt Daniel Abt.

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