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Von der Wiege bis zur Bahre

Konsequent von Anfang bis zum Ende denken: In der Ökobilanz eines Fahrzeugs erkennt man, wo Belastungen für die Umwelt entstehen. So hilft die Analyse, auf dem Weg zur CO₂-neutralen Mobilität schnell voranzukommen.

Eine Ökobilanz zu erstellen ist eine aufwendige Arbeit, es bedarf einer komplexen und aufwendigen Analyse jedes Bauteils.

Wer umweltfreundlich unterwegs sein will, der braucht ein Auto, das wenig verbraucht? Ja, aber ganz so einfach ist es nicht. Es ist natürlich sinnvoll, auf den Kraftstoffverbrauch zu schauen, aber das ist nur eine Seite der Medaille. Nachhaltige Mobilität ist komplex. Vor allem dann, wenn sie wie bei Volkswagen das Ziel hat, CO2-neutral zu sein. Dekarbonisierung (siehe Kasten) heißt das Schlüsselwort in der Nachhaltigkeitsstrategie.

Ganzheitlich zu denken ist das Gebot! Und zwar von der Fahrzeugentwicklung bis zu den benötigten Rohstoffen, von Logistik bis Produktion, vom ersten bis zum letzten Kilometer auf der Straße, von der Abmeldung bis Recycling. Experten sprechen dabei von Ökobilanz, Umweltbilanz oder Produktlebenszyklus-Analyse, auf Englisch Life Cycle Assessment (LCA) genannt. Dies ist eine ISO-genormte, systematische Analyse der Umweltwirkungen eines Produkts während des gesamten Lebensweges. „Wir denken nicht nur an die Produktion und die Nutzungsphase, sondern auch an Rohstoffe, Vorprodukte und Lieferanten sowie an das Recycling“, erklärt Marko Gernuks, Leiter Life Cycle Optimierung.

Von der Wiege bis zur Bahre: Für die Analyse wird zuerst das Leben eines Autos in drei Phasen unterteilt. Die Produktion, die Nutzungsphase und die Verwertung. Die Produktion hat drei Unterkategorien, für die Daten erfasst werden: Rohstoffgewinnung, Komponenten- und Fahrzeugproduktion. Die Nutzungsphase unterteilt sich in Kraftstoff-/Strombereitstellung und Fahrzeugemissionen. Natürlich ist auch Recycling für Volkswagen ein großes Thema, zum Beispiel bei der Zweitverwertung von Batterien oder der Aufarbeitung und dem Wiedereinsatz wertvoller Materialien.

Eine Ökobilanz zu erstellen ist eine aufwendige Arbeit, es bedarf einer komplexen und aufwendigen Analyse jedes (!) Bauteils. Marko Gernuks: „Allein um die Ökobilanz eines Reifens zu erstellen, berücksichtigen wir hunderte Faktoren. Diese finden sich wiederum in 14 Prozessen.“ Volkswagen hat einen automatisierten Prozess zur Erstellung, bei dem nur wenig manuelle Konsolidierung notwendig ist. „Schnell erkennt man, dass der e-Golf nach der Produktion zwar einen höheren Wert in der Ökobilanz aufweist als ein Golf Diesel, aber Achtung: Nach 125.000 Kilometern auf der Straße überholt er seinen Bruder und hat einen besseren Wert in der Ökobilanz.“

Was geschieht mit den Erkenntnissen, die Volkswagen aus der Lebenszyklus-Analyse gewinnt? „Wenn wir wissen, wo die Hot Spots in der Herstellung sind, sind wir handlungsfähig und wissen, wo die Prioritäten liegen“, erklärt Gernuks weiter.

Spannend ist ein Blick auf die Umweltbilanz des neuen Volkswagen ID. Noch 2019 geht das Fahrzeug in die Produktion und mit ihm wird die Marke erstmals ein bilanziell klimaneutrales Auto auf die Straße bringen. CO2-Emissionen werden von Anfang an konsequent vermieden oder reduziert, derzeit unvermeidbare Emissionen werden zudem mit Klimaschutzprojekten ausgeglichen.

Die Lebenszyklus-Analyse hilft, indem man den Hot Spot in der Herstellung schnell ausmachen kann: Das Batteriesystem verursacht über 40 Prozent der CO2-Emissionen. Es lohnt sich also ein zweiter Blick auf dieses Bauteil sowie ein Vergleich mit anderen Modellen. Die Möglichkeiten zur Optimierung erschließen sich dann schnell: Nutzt man für die Herstellung der Batterien konsequent Grünstrom, dann sinkt die Umweltbelastung enorm.

Besonders spannend bei der Analyse des Lebenszyklus eines Elektroautos ist auch die Nutzungsphase – obwohl niemand von Volkswagen selbst am Steuer sitzt. Marko Gernuks: „Volkswagen setzt nicht zuletzt bei den Antriebstechnologien auf die E-Mobilität, weil sie aus heutiger Sicht der beste und effizienteste Weg zu einer klimaneutralen und sauberen Mobilität ist“. Doch das Elektroauto ist immer nur so sauber wie der Strom, mit dem es geladen wird. „Deshalb bieten wir dem Kunden mit der neu gegründeten Tochter Elli – die Kurzform von Electric Life – Grünstrom an, mit dem er seinen ID. laden kann.“

Am Ende des Fahrzeuglebens steht das Recycling. Auch für dieses komplexe Feld macht sich Volkswagen selbst stark, überlässt es nicht fremden Firmen. 2009 hat Volkswagen mit dem Forschungsprojekt LithoRec begonnen, sich um das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien zu kümmern. „Aktuell wird am Volkswagen Standort Salzgitter eine Recycling-Pilotanlage für Lithium-Ionen-Batterien errichtet“, sagt Gernuks. „Ziel ist es, den Prozess zu optimieren und den Carbon-Footprint der Batterieherstellung durch den Einsatz von wiedergewonnen Rohstoffen weiter zu reduzieren.“ Das Recycling soll einen geschlossenen Kreis ergeben.  

Die Wirksamkeit aller Maßnahmen zur CO2-Reduzierung spiegelt sich in der Lebenszyklus-Analyse eines Fahrzeugs wider, aber nicht nur dort: Sie fließt auch in den so genannten DKI mit ein. Die Abkürzung DKI steht für „Decarbonization Index“. Dieser hat konzernweit eine wichtige Bedeutung, denn es ist ein Key Performance Indikator der Strategie „Together 2025“ – der Vision, ein weltweit führender Anbieter nachhaltiger Mobilität zu werden. So will Volkswagen bereits im Jahr 2025 weltweit mindestens eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen. Bis 2050 soll der gesamte Volkswagen Konzern bilanziell CO2-neutral sein.

  • Dekarbonisierung – was ist das?

    Dekarbonisierung – mitunter auch Entkarbonisierung genannt – ist dem englischen „decarbonization“ entlehnt und bezeichnet wörtlich die Reduzierung von Carbon, dem Synonym für Kohlenstoff. Präzise gemeint ist damit die Umstellung auf eine Wirtschaftsweise, die den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) nachhaltig reduziert und kompensiert. Langfristiges Ziel ist die Schaffung einer CO2-freien Weltwirtschaft. In diesem Zusammenhang müssen Autohersteller wie Volkswagen neben anderen Wirtschaftsbereichen ihren Beitrag leisten. Rund 14 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entfallen laut IPCC auf den Transport-Sektor – Tendenz steigend. „Das CO2-Problem ist die größte globale Herausforderung“, sagte kürzlich Michael Jost, Chef-Stratege der Marke Volkswagen. Die Automobilhersteller sind also gefordert.  

  • Pariser Übereinkommen

    Was ist das Pariser Übereinkommen?

    
Auf der Pariser Klimaschutzkonferenz (COP21) im Dezember 2015 haben sich 195 Länder erstmals auf ein allgemeines, rechtsverbindliches und weltweites Klimaschutzübereinkommen geeinigt. Das Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, der die Erderwärmung auf deutlich unter 2° Celsius begrenzen soll, um einem gefährlichen Klimawandel entgegenzuwirken. Das Pariser Übereinkommen schlägt die Brücke zwischen den derzeitigen politischen Strategien und der vor dem Ende des Jahrhunderts zu erzielenden Klimaneutralität. Volkswagen handelt, um das im Pariser Abkommen festgelegte Ziel einer klimaneutralen Gesellschaft bis 2050 zu erreichen.

    Mehr Informationen:

    Pariser Übereinkommen