1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2019
  5. 07
  6. Volkswagen Fellows: Kunst als Wissensaustausch

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Volkswagen Fellows: Kunst als Wissensaustausch

Volkswagen Fellows: Kunst als Wissensaustausch

New York, Wolfsburg, Berlin. Erstmals haben sich die Volkswagen Fellows persönlich kennengelernt. Das Ziel: sich fachlich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Was bedeutet Kunst? Wie vermittelt man künstlerische Inhalte in einer Welt im Wandel mit ihren digitalen, technologischen sowie mobilen Möglichkeiten? Und wie interagiert man heute mit Besuchern jeden Alters, um ihnen Zugänge zu verschiedenen Ausstellungen, neuen Perspektiven und Wissenshorizonten zu ermöglichen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Volkswagen Fellows.  Ein vom Konzern gefördertes Stipendiatenprogramm für den Museumsnachwuchs, das zum Ziel hat, jungen Berufstätigen Praxiserfahrung im Kulturbereich zu ermöglichen und kulturelle Bildung und Vermittlung auf neuen Wegen voranzutreiben

  • Volkswagen Fellows

    Mit dem im Jahr 2012 ins Leben gerufenen Förderprogramm unterstützt Volkswagen junge Stipendiaten/innen im Umfeld Kultur auf ihrem Qualifizierungsweg. Zugang und ein finanzieller Freiraum ermöglichen es den Volkswagen Fellows an innovativen Methoden, experimentellen Formen und zukunftsfähigen Konzepten für die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst zu arbeiten. Beim Einblick hinter die Kulissen von Kulturinstitutionen unterstützen die Teilnehmer sowohl die Forschungsabteilungen und die Veranstaltungsteams als auch die Museumsarchive und die Museumsleitungen der jeweiligen Häuser.  

VW Fellows im MoMA | Eine Partnerschaft, die der Bildung gewidmet ist

Derzeit sind vier junge Frauen in der Städtischen Galerie in Wolfsburg, am MoMA PS1 in New York und am KW Institute for Contemporary Art in Berlin aktiv: Jenny Dirksen, Jelena Toopeekoff, Ellie Burck und Harper Jean.  Die vier Stipendiatinnen kommen von zwei verschiedenen Kontinenten, doch eine gemeinsame Begeisterung eint sie: die Liebe zur Kunst und die Begeisterung, diese anderen näherzubringen. In New York, Berlin und Wolfsburg lernten sich die Stipendiatinnen des Volkswagen Fellowship-Programm nun zum ersten Mal kennen. Um sich einerseits fachlich auszutauschen und voneinander zu lernen, andererseits aber auch, um die jeweiligen Partnerstädte, Mitarbeiter der Museen wie Wendy Woon, Leiterin des Bildungsprogramms im MoMA, und die Arbeit der Institutionen kennenzulernen.

Wie das MoMA (Museum of Modern Art) in New York, einem der meistbesuchten Kunstmuseen der Welt mit einer der weltweit bedeutendsten und einflussreichsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Bereits vor mehr als 80 Jahren hat es sich gleichermaßen der Museums-, wie der Bildungsarbeit verschrieben und ist mit dem MoMA PS1 zudem Träger einer der wichtigsten Entwicklungsräume für die Gegenwartskunst. Die Volkswagen Group of America unterstützt seit dem Jahr 2011 als offizieller Partner das MoMA und das MoMA PS1. Seit dem Jahr 2015 ist Volkswagen außerdem „MoMA Lead Partner of Education“.  

  • Volkswagen und das MoMA

    Über 40 Projekte sind mit Hilfe der Partnerschaft zwischen  Volkswagen und dem MoMA bereits realisiert worden: 10 Ausstellungen, Installationen im berühmten Skulpturengarten, VW Sunday Sessions im VW Dome, 7 Art Labs, 13 VW Fellows, der Ausbau des Online Bildungsprogrammes, Bildungsprogramme für Familien, Senioren, Lehrer und Schulklassen, Menschen mit Behinderungen und verschiedenste Bürgerorganisationen. Mit der EXPO:1 ermöglichte die Partnerschaft ein internationales Kunstprojekt, das schließlich den Anstoß gab, die Kunstinstallation „Rain Room“ erstmals in Shanghai zu präsentieren. Die von der Volkswagen Group of America geförderte Errichtung des VW Dome erweiterte die Möglichkeiten des MoMA PS1. So finden dort seit über sechs Jahren die beliebten VW Sunday Sessions statt. Als Hauptpartner des Bildungsprogramms förderte die Volkswagen Group of America zudem verschiedene museumspädagogische Angebote wie „The People's Studio", „Art Lab", „Gallery Sessions" und „Prime Time". Als weiterer Meilenstein der Zusammenarbeit gilt die Ermöglichung von bislang sechs Online-Kunstseminaren, die über die Plattform Coursera zugänglich sind, interaktive Apps sowie Angebote, die zum kostenfreien Download bereitgestellt werden.

Kunst zu einem Bindeglied zwischen Kulturen, Menschen und Ideen werden zu lassen, ist eines der Hauptziele des MoMA. Dabei setzen die Macher vor allem auf partizipatorische Erlebnisse innerhalb des Hauses wie auch auf interagierende Digitalangebote, durch die das Publikum das Haus kennenlernt. Im Oktober 2019 wird das berühmte New Yorker Museum in einem Erweiterungsbau einen „The Platform“ genannten Raum eröffnen. Dort wird das MoMA Education Programm zum Herzstück. „The Platform“ soll zum Experimentieren mit Ideen dienen und das Publikum zur Interaktion einladen.

Am MoMA PS1 arbeiten derzeit auch die Volkswagen Fellows Ellie Burck und Harper Jean. Ellie Burcks Fachbereich sind Digitalmedien. In dieser Rolle schneidet sie an der berühmten New Yorker Kunstinstitution im Stadtteil Queens jeden Tag Videos von Liveperformances für die Künstler und digitalen Archive. Ein Traumjob, für den sie gerne von Michigan nach New York City gezogen ist. Ähnlich begeistert von ihrer Arbeit zeigt sich auch Harper Jean. Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin ist im MoMA PS1 an der Entwicklung von Sonderveranstaltungen im Haus beteiligt. Eine herausfordernde Aufgabe, speziell wenn es um die Organisation von Partys, den sieben Museumsnächten im Jahr oder Fotoshootings geht.

Für die deutsche Volkswagen Fellow Jenny Dirksen ist das MoMA gar eine Inspirationsquelle für ihre eigene Arbeit am Ausstellungshaus KUNST-WERKE (auch genannt: KW Institute of Contemporary Art oder kurz: KW) in Berlin. Die KUNST-WERKE sind einer der zentralen Orte für zeitgenössische Kunst in der deutschen Hauptstadt. In den 1990er-Jahren wurden sie von Klaus Biesenbach – ehemaliger Direktor des MoMA PS1 – zusammen mit Kommilitonen im Gebäude einer ehemaligen Margarinefabrik gegründet. Während ihres Forschungsvorhabens arbeitet die studierte Kunsthistorikerin als Volkswagen Fellow an der Aufarbeitung und dem Aufbau eines Archivs. Dieses soll die Sammlung und die Geschichte der KW der letzten 25 Jahre digital für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Hier ähnelt die Arbeit dem, was das MoMA bereits in seinen Räumen geschaffen hat. Ein ständiger Raum integriert im Museum, der Geschichte erlebbar macht. Jenny Dirksen muss dafür die Sammlung systematisch sichten.

Die KUNST-WERKE in Berlin ähneln in ihrer Arbeitsweise aber nicht nur durch das derzeitige Bestreben des Aufbaus eines öffentlichen Archivs und mit ihrer Verbindung zu Klaus Biesenbach dem MoMA in New York. Als lebendiger Ort für die Berliner und die internationale Kunstszene bieten die KUNST-WERKE wie auch das MoMA ein breites Angebot an kulturellen und pädagogischen Vermittlungsprogrammen. Beim Besuch der Volkswagen Fellows in den Räumen an der Berliner Auguststraße gab Kuratorin Cathrin Meyer mit einer Führung durch die im Umbau befindlichen Ausstellungsräume deshalb einen komprimierten Überblick über die KUNST-WERKE: Wie sich durch das Engagement und den Mut von einer Gruppe junger Kunstinteressierter in den frühen 1990er-Jahren aus dem Haus eine Institution für die zeitgenössische Kunst entwickelte. Aber auch, wie die Macher der KUNST-WERKE mit verschiedenen Veranstaltungen wie der „Pogo Bar“, Projekten wie „REALITY“ und einem im Innenhof ansässigen Café Kulturförderung betreiben.

  • Pogo Bar, REALITY

    Seit Anfang 2017 wird in der POGO BAR, die im Kellergewölbe der KW bereits Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre existierte, ein wöchentlich wechselndes Programm mit Performances, Lesungen, Interventionen, Filmvorführungen und Gesprächen veranstaltet. Das Projekt „REALTY“ setzt sich mit der Rolle zeitgenössischer Kunst in Zusammenhang mit Gentrifizierung auseinander.

Auf Einladung des „MoMA Lead Partner of Education“ Volkswagen Konzern, kamen auch ausgewählte Teilnehmer des MoMA-Online-Seminarprogramms zum Treffen am KW. So trafen sich erstmals Online-User aus Deutschland mit dem MoMA Education Team aus New York. Als einer der innovativsten Kunstinstitutionen stellt das MoMA seine Ressourcen Kunstinteressierten aus aller Welt online zur Verfügung. Mit Hilfe der Volkswagen Group of America konnte das Angebot an Online-Seminaren seit 2014 umfassend erweitert und um eine Reihe kostenfreier Kurse ergänzt werden. Inzwischen haben über 600.000 Menschen weltweit die Seminare genutzt.

Dass Kunstvermittler und -pädagogen einen enormen Beitrag leisten, wenn sie über alle Generationen hinweg Zugänge zu Ideen und Werken von Künstlern schaffen, die für unseren gesellschaftlichen Diskurs maßgeblich sind, zeigte sich auch beim Besuch in Wolfsburg.  

Hier arbeitet die freischaffende Kunstvermittlerin Jelena Toopeekoff als Volkswagen Fellow in der Städtischen Galerie Wolfsburg. Für sie ist das Stipendium vor allem Anlass, um Wissenschaft, Philosophie und Kunstvermittlung zusammenzubringen. Einerseits, um Debatten und Diskurse innerhalb der Kunstvermittlung neu zu entwickeln und weiterzuführen. Andererseits, um sich tiefergehend den Fragen zu widmen, inwiefern man Besucher in Museen und Ausstellungsräume einbinden kann. Mit Unterstützung von Dr. Susanne Pfleger, der Direktorin der Städtischen Galerie, hat sie ebenfalls einen Raum im Museum geschaffen, der eigens der Kunstvermittlung gewidmet ist.  

Mit der Förderung der Volkswagen Fellows, die im Rahmen ihres Treffens und des Austauschs mit anderen Stipendiaten in New York, Berlin und Wolfsburg auch eine Tour durch die Autostadt unternahmen, zeigt Volkswagen: Das Engagement für Kunst und Kultur ist für den Konzern von besonderer Bedeutung. Nicht nur, weil Kunst die Sicht auf die Dinge in der Welt verändert, sondern auch, da der kulturelle Diskurs und die kulturelle Vielfalt entscheidende Grundlagen für ein werteorientiertes und fortschrittorientiertes Miteinander bilden. Demnächst kommt ein weiterer Volkswagen Fellow hinzu, wenn im Rahmen der Partnerschaft mit der Nationalgalerie in Berlin ein weiteres Stipendium ausgelobt wird