1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2019
  5. 08
  6. Ein Test auf Herz und Lasersensor

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Ein Test auf Herz und Lasersensor

Ein Test auf Herz und Lasersensor

Bei der Formula Student Germany (FSG) präsentieren Nachwuchsingenieure selbstgebaute Rennwagen. Zur Vorbereitung konnten sechs Teams ihre Rennwagen auf dem Prüfgelände Ehra-Lessien testen.

Lukas Mittelviefhaus bereitet sich auf seinen Einsatz als Fahrer vor

Ein warmer Juniwind weht durch den Kiefernwald auf das Testgelände Ehra-Lessien bei Wolfsburg. Die Luft flirrt über dem heißen Asphalt, kleine Elektro-Autos surren zwischen Leitkegeln hindurch. Ein Team schiebt seinen Rennwagen zurück in Richtung Box, nicht weit davon entfernt flitzt ein Wagen ganz ohne Fahrer vorbei – eines der autonom fahrenden Autos, die an diesem Tag hier auf der Strecke unterwegs sind.

In einer der Boxen steht Lukas Mittelviefhaus. Er ist 24 Jahre alt, studiert im 7. Semester Maschinenbau und hat gerade ein Problem. Genau genommen sogar zwei. Mittelviefhaus gehört zum Team Ecurie Aix der RWTH Aachen, und das muss sich dringend um ihre beiden Rennwagen kümmern. Beim „Driverless“, dem 210 Kilogramm schweren autonom fahrenden Boliden, ist das Hochvolt-Batteriemanagement-System ausgefallen. Und der „Electric“, der 187 Kilogramm schwere Elektro-Rennwagen des Teams, startet gar nicht erst.

Ein Jahr geplant, gebaut, getüftelt

Lukas Mittelviefhaus hat Glück, dass das für ihn und seine 80 Teamkollegen an diesem Tag nur eine Testfahrt und noch nicht das echte Rennen ist. Das steht am 5. bis 11. August bevor. Dann treffen sich wie jedes Jahr wieder Tausende Studenten aus mehr als 20 Nationen auf dem Hockenheimring, um die Formula Student Germany (FSG) auszutragen. 118 Teams, die in den Disziplinen Verbrennungsmotor, Elektroantrieb und seit 2017 auch autonomes Fahren gegeneinander antreten. Ein Treffen der talentiertesten Nachwuchsingenieure.

Entsprechend wichtig ist es Lukas Mittelviefhaus, dass bei der Formula Student alles funktioniert. Ein Jahr lang haben er und sein Team geplant, gebaut, getüftelt – das soll sich auszahlen. Deswegen hat Team Ecurie Aix auch gern das Angebot von Volkswagen angenommen, zusammen mit fünf anderen FSG-Teams einen Tag lang die Rennwagen auf dem traditionsreichen Testgelände auf Herz und Nieren zu prüfen. Ein wichtiger Härtetest für das echte Rennen.

Lukas Mittelviefhaus ist seit zwei Jahren im Team. Sein Job: Leiter Faserverbundbauteile – und Fahrer. Jetzt graben sich seine Teamkollegen durch die Technik auf der Suche nach den Ursachen der Fehlfunktionen. „Wenn ein mechanisches Bauteil kaputt geht, dann ist schnell klar, was los ist“, sagt Lukas. „Meldet aber das elektrische System einen Fehler, folgt meist eine längere Fehlersuche.“  

Professionalität bei lockerer Atmosphäre

In der Box von Ecurie Aix surren die Schrauber, Tastaturen klappern. Während die einen Verkleidungen am Rennwagen abmontieren, überprüfen Kollegen am Laptop aufgespielte Programme für die Vehicle Controll Unit. Sie überträgt die Fahrdaten während der Fahrt in Echtzeit. „Bei dem Driverless wollen wir heute die Sensoren kalibrieren und beim Electric das Getriebe weiter einfahren, die Leistung langsam steigern“, sagt Tim Schulte. Der Maschinenbaustudent ist Technischer Leiter für den Electric.  

Der Kabelsalat kann sich als Fehlerquelle entpuppen

Während das Team werkelt, stellt sich ein Mitglied des Teams HorsePower von der Leibniz Universität Hannover in seine Box. „Habt ihr einen Bohrer für uns?“, fragt er in einer kurzen Pause der Stille. Tim sagt „klar“ und schiebt ein „Wie läuft es so bei euch?“ hinterher. „Läuft“, lautet die Antwort. „Hier herrscht kein großes Konkurrenzdenken, viel mehr überwiegt die Unterstützung untereinander“, sagt Tim später. „Es geht nicht darum, wer den schnellsten Wagen hat.“

Am Ende entscheidet die Gesamtwertung aus Beschleunigungs- und Effizienztests oder Rundkurs- und Slalomfahrten. Neben diesen dynamischen Disziplinen müssen sich die Nachwuchsingenieure auch in statischen Disziplinen beweisen. Sie müssen erklären, wie und mit welchen Materialien sie ihren Wagen konstruiert haben oder wie der Business Plan aussieht. Wollen sie gewinnen, müssen sie hier überall Punkte holen.  

Bei der Formula Student Germany (FSG) präsentieren Nachwuchsingenieure selbst gebaute Rennwagen. Zur Vorbereitung auf den internationalen Konstruktionswettbewerb konnten sechs Teams ihre Elektro-Rennwagen auf dem Volkswagen Prüfgelände Ehra-Lessien testen

Volkswagen ...

Kein Video von Volkswagen mehr verpassen, hier geht's zum Abo:
http://vwgroup.to/YnzD8

---

Weitere Informationen zu Volkswagen finden Sie auf dem Volkswagen Newsroom:
https://www.volkswagen-newsroom.com/de

und auf Twitter:
https://twitter.com/volkswagen_de

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Formula Student Germany

Volkswagen unterstützt finanziell und fachlich

Benjamin Leuchter (r.) und Tim Schulte (l.) tauschen Erfahrungen aus

So ergänzt der internationale Wettbewerb das Studium der Nachwuchsingenieure um intensive Erfahrungen in Konstruktion, Fertigung und wirtschaftlichen Aspekten des Automobilbaus. Volkswagen, seit vielen Jahren Partner der Formula Student Germany, unterstützt einige Hochschulteams dabei nicht nur finanziell, sondern auch fachlich. In Ehra-Lessien sind neben Ecurie Aix und HorsePower auch das Team Bremergy von der Universität Bremen, das Lions Racing Team der TU Braunschweig, das niederländische DUT Racing Team der TU Delft und das e-gnition Team der TU Hamburg vor Ort.

Der Konzern profitiert von der frühzeitigen Bindung der Teammitglieder durch persönlichen Kontakt und Wissenstransfer. Damit geht auch Möglichkeit des direkten Recruitings talentierter Nachwuchsingenieure einher.

Mittendrin im Geschehen ist auch Volkswagen Pilot Benjamin Leuchter, einziger Deutscher Starter im FIA-Tourenwagen-Weltcup. Leuchter, 31 Jahre, 1,65 Meter, 60 Kilo, sitzt im Boliden des e-gnition Teams, dem egn19-ev, und lässt sich vor dem Start einweisen. „Du müsstest weiter hinten sitzen“, ruft ein Mitglied aus dem Team. „Dann kann ich aber nur Gas geben und nicht bremsen“, sagt Leuchter. „Das wäre schlecht“, konstatiert jemand. „Für den Anfang reicht’s“, scherzt einer der Studenten.

Probleme gehören dazu

Ganz ohne Fahrer geht der egn19-dv auf die Strecke. Steuern, beschleunigen und bremsen – das alles macht der Wagen selbst. Im Vergleich zum Vorjahr ist er mit zwei weiteren Lasersensoren ausgestattet worden, Navigationssystem und Erkennung von Streckenkennzeichnungen wurden optimiert.

Finn Heydebreck sitzt im egn19-ev, dem Elektro-Rennwagen der TU Hamburg

„Wir sind erst einmal froh, dass beide Autos fahren“, sagt Finn Heydebreck. „Das ist zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt selbstverständlich.“ Der 20-Jährige ist im Aerodynamik-Team zuständig für den Innenaufbau. Das Team fährt nur mit zwei Drittel Drehmoment und drei Viertel Leistung. „Wir wollen heute in erster Linie die neuen Motoren testen“, sagt er.  Ehra-Lessien bietet dafür viel Platz. „Unsere Teststrecke ist deutlich kleiner. Hier können wir unter realistischen Bedingungen ausgiebig testen.“, erklärt Kommilitonin Sarah Klass, zuständig für Hochvolt-Komponenten im Elektronik-Team.

Eine Pause in der Sonne? Wohl kaum. Sarah Klass prüft die Elektronik des Driverless

Gegen Mittag sitzt auch Lukas Mittelviefhaus wieder in seinem Rennwagen. Es gibt immer noch Probleme, die Pedalbox ist falsch kalibriert – zurück in die Box. Von der Professionalität, mit der die Teams Probleme lösen, ist sogar Benjamin Leuchter beeindruckt. „Das ist auch für mich eine Möglichkeit, meinen Horizont in Sachen Technik zu erweitern.“ Tim freut sich über den prominenten Besuch. „Von einem professionellen Rennfahrer können wir viel lernen. Auch bei Themen wie Koordination außerhalb des Autos.“

Team Ecurie Aix hat schließlich doch noch den entscheidenden Fehler gefunden: eine Signalstörung, hervorgerufen durch eine millimeterbreite Isolierung, die den Signalweg immer erst dann störte, nachdem der Wagen abgebockt wurde. Aufgebockt in der Box ist es daher niemandem aufgefallen. So ist Lukas am Nachmittag nun endlich startklar. Der Rennwagen steht auf der Strecke. Und um 14:55 Uhr kommt die Durchsage: Ready to drive. Lukas lässt den Elektromotor aufheulen.