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Mit Respekt und Ruhe zum Erfolg

Mit Respekt und Ruhe zum Erfolg

1988 fing Anke Tesch als Auszubildende in der Technischen Entwicklung von Volkswagen an, heute ist sie im Oberen Management-Kreis und zuständig für die Gesamtfahrzeugentwicklung. Wie Sie das geschafft hat? Mit Talent, Hartnäckigkeit und den richtigen Förderprogrammen.

Wir schreiben das Jahr 1988. Damals hieß der Volkswagen Vorstandsvorsitzende noch Carl Hahn, im Bonner Kanzleramt regierte Helmut Kohl und nur wenige Kilometer vom Volkswagen Werk in Wolfsburg entfernt teilte die deutsch-deutsche Grenze das Land in DDR und Bundesrepublik. Die Welt war eine andere, auch die Arbeitswelt. „Am ersten Tag kamen die neuen Lehrlinge in die riesige Halle – fünf junge Frauen unter 50 Azubis“, erinnert sich Anke Tesch, die in diesem Jahr als 17-Jährige ihre Berufsausbildung bei Volkswagen antrat. „Und damit waren wir noch vergleichsweise viele.“ Die gebürtige Wolfsburgerin lernte Werkstoffprüferin. „Das hieß erstmal: drehen, fräsen, pfeilen.“

Noch während Anke Tesch ihre Ausbildung absolvierte, entdeckte die Konzernführung den Bedarf einer gezielten Förderung zur Gleichbehandlung beider Geschlechter: 1989 vereinbarten Unternehmen und Betriebsrat die noch heute gültigen Grundsätze zur Frauenförderung. Kurze Zeit später wurde die erste Abteilung zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit gegründet.

Vor über 30 Jahren fing Anke Tesch als Auszubildende in der Technischen Entwicklung von Volkswagen an. Etwa zur gleichen Zeit brachte Volkswagen die ersten Förderungsmaßnahmen für Frauen auf den Weg. Heute ist Anke Tesch im Oberen-Management-Kreis (OMK) und Frauenförderung heißt Diversity Management.

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That’s my job – Technische Projektleitung

Frauen bei Volkswagen: eine lange Tradition

Anke Tesch

Frauen bei Volkswagen, das hat schon lange Tradition. „Volkswagen ist ein Unternehmen, in dem es relativ früh relativ normal war, dass auch Frauen arbeiteten, vor allem am Band, im Vertrieb oder im Personalwesen“, erzählt Anke Tesch. Trotzdem kann sie sich an einzelne komische Bemerkungen von älteren Kollegen aus ihrer Anfangszeit erinnert, deren Frauen nicht arbeiteten: „Warum quälen Sie sich hier so ab?“

Doch für Anke Tesch hat Arbeit nichts mit Qual zu tun. „Ich arbeite gerne und ich arbeite viel.“ Lange Tage im Büro sind bei ihr eher die Regel als die Ausnahme. Und sie nutzt ihre Chancen. Drei Jahre nach ihrem Werkstofftechnik-Studium wird Anke Tesch auf ein Mentoring-Programm aufmerksam gemacht – ausschließlich für Frauen, denn damals gab es erst eine Frau im Topmanagement. Das Ziel: herauszufinden, ob man – oder besser: Frau – für das Management geeignet ist. Anke Tesch war das. Die heute 48-Jährige stieg ins Management auf, leitete mehrere Jahre eine Abteilung in Tokio und beendete noch ein weiteres Studium – neben der Arbeit.

Anke Tesch ist eine von wenigen Frauen im Oberen-Management-Kreis von Volkswagen

Ein solches Programm ausschließlich für Frauen war damals innovativ, heute liegt der Fokus auf dem gegenseitigen Austausch von Wissen und Erfahrungen unabhängig des Geschlechts. Schließlich ist auch der Begriff Frauenförderung inzwischen weitgehend überholt. „Unser Ansatz ist heute breiter: Neben Chancengleichheit für Menschen aller Geschlechter schauen wir auf Chancengleichheit für Menschen aller Nationalitäten und aller Altersklassen, unabhängig von zum Beispiel sexuellen Orientierungen und persönlichen Lebensmodellen“, sagt Elke Heitmüller, Leiterin des Diversity Managements des Volkswagen Konzerns. Kurz gesagt: Die vielfältigen Erfahrungshintergründe aller Beschäftigten sollen genutzt werden.  

Willkommen im Wohnzimmer

Das Wolfsburger Werksgelände, Bereich Technische Entwicklung, an einem trüben Herbsttag. Anke Tesch läuft durch Halle 71, die man fast als „ihr Wohnzimmer“ bezeichnen könnte. Die Wände sind hell, durch die Dachfenster dringt viel Licht, Dutzende zum Teil abgedeckte Fahrzeuge stehen neben den Werkbänken. Alles wirkt sauber und aufgeräumt. Auf einem Schild steht die Formel „Ordnung + Sauberkeit = Sicherheit“.

„Dort drüben in dem Raum habe ich nach dem Studium angefangen“, erzählt Anke Tesch. „Und hier hat mir ein Kollege vor mehr als 20 Jahren das Schrauben beigebracht.“ Ist vieles noch wie damals? „Früher waren die Werkbänke blau, jetzt sind sie grün – sonst hat sich hier in Halle 71 nicht viel verändert.“ Abgesehen natürlich von den Autos und Anke Teschs Aufgaben – denn schon seit vielen Jahren schraubt sie nicht mehr selbst.

Mit ihrem etwa zehnköpfigen Team kümmert sie sich um ganze Fahrzeugprojekte vom ersten Strich der Designer auf Papier bis zum SOP (Start of Production). „Zudem begleiten wir die Modellpflege bis zum End of Production“, erzählt Anke Tesch. Sie läuft durch die Halle, grüßt Kolleginnen und Kollegen und man merkt: Führung heißt bei ihr, respektvoll und freundlich mit allen umzugehen. Laut und autoritär zu sein – damit kann sie nichts anfangen.

Ellbogen und Gummibärchen

Zwar müsse man als Führungskraft schon „Ellenbogen“ mitbringen, aber von Schreikultur hält sie nichts, stellt Anke Tesch klar. „Ich stehe eher für die Gummibärchen-Mentalität.“ Heißt: in Stresssituation erstmal beruhigen, statt gleich laut zu werden – und dann die Aufgabe mit Konzentration angehen.

Anke Tesch bei einer Besprechung mit Kolleginnen und Kollegen

Der Erfolg gibt ihr Recht, allerdings als eine von nur elf Frauen neben 176 Männern im Oberen-Management-Kreis (OMK) der Technischen Entwicklung. In der Gesamtfahrzeugentwicklung war sie sogar die einzige weibliche Führungskraft im OMK. Warum ist das so? „Viele Frauen gehen irgendwann doch aus der Technischen Entwicklung raus, weil ihnen das hier zu maskulin ist“, glaubt Anke Tesch. Deshalb hat sie mit Kolleginnen vor zwei Jahren das Programm „Frauen, Transparenz, Karriere“ gegründet, zusammen mit Diversity Management, Personalwesen und Betriebsrat.

Damit auch Männer daran teilhaben, wurde das Wort „Frauen“ im Programm jüngst in „Kulturwandel und Vielfalt in der TE“ umbenannt. Denn viele Probleme unserer Zeit sind keine reinen Frauenangelegenheiten: „Das sind Gesellschaftsprobleme: alleinerziehende Väter, die in Teilzeit oder von zu Hause arbeiten wollen, oder Männer, die Familienangehörige pflegen müssen“, berichtet Anke Tesch.

Frauenquote ja, Quotenfrauen nein

Das Programm steht exemplarisch dafür, wie Diversity mittlerweile konzernweit gelebt wird. Elke Heitmüller bringt es so auf den Punkt: „Es geht nicht darum, bestimmte Menschen zu fördern, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich alle Menschen bestmöglich entwickeln können.“ Mit dem Konzerngrundsatz „Wir leben Vielfalt“ ist das Thema fest in der DNA von Volkswagen verankert.

Deswegen hat sich der Konzern auch eine eigene, die gesetzlichen Vorgaben übertreffende Frauenquote verordnet. Seit 2011 gelten solche Quoten – von der Einstellung der technischen Auszubildenden bis hin zur Top-Managerin. Seit 2017 wird im Zuge des konzernweit gültigen Diversity-Indexes zudem der weltweite Anteil von Frauen im Management und von internationalen Führungskräften im Top-Management nachverfolgt. So wichtig eine Frauenquote für die Zielsetzung eines Unternehmens ist: Als Quotenfrauen will Anke Tesch sich und ihre Kolleginnen nicht verstanden wissen. Die Leistung zähle, nichts anderes.

Daher berät das Diversity- und Frauenförderungs-Team um Elke Heitmüller Fachbereiche auch zu chancengleichen Strukturen und Prozessen und bringt Innovationsprojekte auf den Weg, die genau das fördern. Hier sind zum Beispiel Jobsharing-Modelle oder die „Flexi-Schicht“ zu nennen. Eine große Herausforderung, die es dabei zu bewältigen gilt: auch Schicht-Arbeitenden am Band flexiblere Arbeitsmodelle anbieten zu können.

Mehr Maschinenbauerinnen gewünscht

Zudem organisiert das Diversity- und Frauenförderungs-Team in Kooperation mit der Group Academy oder einzelnen Fachbereichen Programme und Veranstaltungen. Gemeinsam mit Anke Teschs Abteilung beispielsweise versucht das Diversity-Team, mehr Frauen für technische Berufe zu begeistern. Denn noch immer entscheiden sich viele Abiturientinnen im Zweifel doch eher für BWL statt für Maschinenbau.

„Darum gehen wir schon in die Schulen und achten darauf, dass dort die MINT-Fächer nicht zu kurz kommen“, berichtet Anke Tesch. Außerdem vermittelt Volkswagen Schülerpraktika und hat ein Programm aufgelegt, damit junge Frauen direkt nach dem Abitur ein halbes Jahr im Konzern mitarbeiten können.

Auch Mitarbeiternetzwerke wie „LGBT* and friends“ oder das Väternetzwerk erhalten Unterstützung durch den Konzern. Führungskräfte weltweit werden im Programm „Diversity wins“ darauf sensibilisiert, unbewusste Vorurteile und Stereotype zu erkennen und langfristig abzubauen. Und – last but not least – steht beim Diversity-Team die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weit oben auf der Agenda.

„Man wird akzeptiert, toleriert, ist einfach Kollege“

Warum das Ganze? Weil es dem ganzen Unternehmen nützt. „Vielfalt ist ein ganz klarer Business-Case. Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen können wir nur mit einer vielfältigen Belegschaft, in der jeder sein volles Potenzial einbringen kann, bewältigen. Vielfalt macht uns kreativer und widerstandsfähiger“, erklärt Elke Heitmüller. Je vielfältiger die Mitarbeiter, umso breiter die Denkweisen und umso besser am Schluss die Produkte.

Von der Felge bis zur Front: Anke Teschs Team ist für die Gesamtfahrzeugbeurteilung verantwortlich

Anke Tesch steht in Halle 71 an einem neuen Modell. „Bei der Fahrzeugbeurteilung hatten wir letztens eine interessante Diskussion über Schienen für Kindersitze. Ergebnis: Die Installation eines Kindersitzes muss so einfach wie möglich funktionieren, damit Mütter – und auch Väter – das ohne Problem bewältigen können“, erzählt sie. Der Input kam von einer jungen Kollegin. Auch bei der Außenfarbe oder den Sitzen bringen Frauen eigene Vorstellungen ein. Das gebe den Fahrzeugen einen etwas feminineren Touch, so Anke Tesch. Das ist wiederum wichtig, weil heute nicht wenige Autokäufer Frauen sind. „Die Kundinnen sehen Autos oft anders als Männer.“

Es hat sich einiges in Sachen Gleichberechtigung getan, seit Anke Tesch bei Volkswagen anfing, wenngleich noch nicht alles perfekt ist. „Aber es muss aus den Köpfen raus, dass das Arbeiten hier eine reine Männergeschichte ist. Das ist es einfach nicht.“ Die Kollegen seien alle offen und man arbeite gut zusammen. „Heute merkt man, dass die Gleichberechtigung sehr stark ist. Es wird nicht mehr aufgeschaut, weil da plötzlich eine Frau ist. Man wird akzeptiert, toleriert, ist einfach Kollegin.“