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Autos bauen mit Echtzeit-Tracking

Autos bauen mit Echtzeit-Tracking

Im spanischen Martorell baut SEAT aus 16 Millionen Einzelteilen täglich 2.300 Autos. Damit Produktion und Logistik so effizient und umweltfreundlich wie möglich funktionieren, liefert der neue Control Tower 200.000 Kennzahlen in Echtzeit. Ein großer Vorteil – auch für die Kunden.

Auf den ersten Blick erinnern die großen Videowände an einen Flughafen-Tower: Eine Landkarte zeigt die Umrisse von Südeuropa; rechts und links aktualisieren sich Zahlen und Codes im Sekundentakt. Fluglotsen, die den Luftverkehr organisieren, arbeiten hier allerdings nicht. Stattdessen dreht sich alles um Logistik. SEAT benötigt in seinem Werk im spanischen Martorell täglich rund 16 Millionen Teile, um 2.300 Autos herstellen zu können. Alle Daten, die mit den Einzelteilen verknüpft sind, werden im SEAT Control Tower in Echtzeit übertragen.  

Alle Informationen - jederzeit

David Castilla (Mitte) leitet das Projekt, das in nur 26 Wochen entstanden ist

David Castilla leitet das Projekt, das in nur 26 Wochen entstanden ist. Mithilfe einer App kann er den genauen Standort jedes Teils überwachen, das für die Herstellung eines Autos benötigt wird. Zum ersten Mal erhält SEAT damit in Echtzeit Informationen zum Materialfluss oder zum Verbrauch von Produktionsmaterial. „Informationen, die früher Stunden und mehrere Telefonanrufe in Anspruch genommen haben, werden jetzt in Sekunden aktualisiert“, erklärt der Projektleiter.

200.000 Kennzahlen werden im Control Tower täglich in Echtzeit aktualisiert. Das Auto wird so zum riesigen Puzzle, jede Komponente ist wichtig. Ziel ist es, jede erdenkliche Größe zu überwachen - von Lieferantenbeständen bis hin zu Vorgängen in Transport- und Logistikzentren. Die Voraussetzung dafür: Big Data. „Daten sind unser Rohstoff für den Aufbau digitaler Projekte“, führt Projektleiter David Castilla aus. „Wenn Daten also nicht gut genug sind, wird die Digitalisierung immer komplexer und verliert an Glaubwürdigkeit. Sich dessen bewusst zu sein und ein klares Programm zur Sicherung der Datenqualität aufzustellen, das trägt zum Erfolg bei.“

How do you manage 16 million parts daily?

Vorteile für die Kunden

Für David Castilla und sein Team ist der Control-Tower-Ansatz eine riesige Herausforderung. Schließlich ist das System „ein völlig neuer Ansatz, wie wir die Digitalisierung in unsere Produktionsprozesse integrieren“. Vom neuen Ansatz profitieren in Zukunft nicht nur Lieferanten, sondern besonders die Kunden: „Wir können die Prozesse besser kontrollieren und somit bessere Services und neue Geschäftsmodelle anbieten“, erklärt Castilla. Wie das genau aussieht? Durch die Echtzeit-Kontrolle erhalten Kunden direkte Informationen darüber, wann das Auto gebaut wird. So kann SEAT einen exakten Liefertermin zusichern. „Wenn wir eine Echtzeit-Kontrolle darüber haben, was gerade passiert und wann das Auto am Band sein wird, können wir neue Wege der sogenannten dynamischen Konfiguration einschlagen“, sagt der Projektleiter.

Höhere Effizienz, weniger CO₂

Mit der App sind David Castilla und sein Team auf der Shortlist für den SEAT Innovationstag

Mit dem Control Tower ist SEAT in der Lage, die gesamte Lieferkette in Echtzeit zu optimieren. Ein Effekt, von dem auch die Umwelt stark profitieren wird. „Viele Teile werden mithilfe von Lkw angeliefert. Wir wollen dabei die optimalen Lkw verwenden, um die Teile pünktlich liefern zu können und beispielsweise den Platzbedarf weiter zu reduzieren“, erklärt Castilla. Dies wird mit einer App erreicht, die die Geolokalisierung von Lkw ermöglicht und eine Interaktion in Echtzeit ermöglicht. „Die App bietet die erste vorausschauende ETA (Estimated Time of Arrival)“, ergänzt David Castilla. In künftigen Projektphasen sollen außerdem neue Methoden zur Wettervorhersage eingeführt werden, um alternative Routen anzubieten und die auf der Straße verbrachte Zeit zu verkürzen.

David Castilla und sein Team haben sich mit dieser App einen Platz auf der Shortlist für den SEAT Innovationstag gesichert, bei dem die innovativsten mitarbeitergetriebenen Projekte ausgezeichnet werden. Aktuell befindet sich der SEAT Control Tower noch in der Einführungsphase. Erste Einsparungen erwartet Castilla aber schon im kommenden Jahr. Bis dahin werden weiterhin jeden Tag 16 Millionen Einzelteile getrackt – in Echtzeit.