Car-to-Xheadline

Ein Kommunikationssystem für viele Anwendungen

Die Volkswagen Konzernforschung arbeitet an einem System, das durch direkte Kommunikation von Fahrzeugen untereinander oder von Fahrzeugen mit fest installierter Infrastruktur eine Vielzahl von Anwendungen ermöglicht:   

  • Frühzeitige Information des Fahrers über Verkehrsstörungen und mögliche Hindernisse 
  • Kommunikation mit der Verkehrsinfrastruktur
  • Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern
  • Verbesserung der Navigation
  • Download von für den Fahrer geeignet aufbereiteten Informationen
  
Die technologische Basis der Kommunikation ist der Standard IEEE 802.11, welcher aus dem Heim- und Office-Bereich als Wireless LAN bekannt ist. Der Standard wird zur Zeit an die Anforderungen der Automobilindustrie angepasst. Das Kommunikationssystem zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:  
 
  • Fahrzeuge bilden spontan ein Ad-Hoc Netzwerk.
  • Weiter entfernte Fahrzeuge werden über Multi-Hop Kommunikation erreicht.
  • Die Fahrzeuge können anhand ihrer geografischen Position adressiert werden - es wird ein positionsbasiertes Routingverfahren verwendet.
  • Sowohl bei sehr hohen Fahrzeugdichten, zum Beispiel bei Staus auf Autobahnen, als auch bei sehr geringen Dichten, zum Beispiel Nachts auf Landstraßen, erreichen die Nachrichten mit hoher Zuverlässigkeit und geringer Latenz ihr Ziel.
  • Durch geeignete Algorithmen wird die nötige Sicherheit gegen unbeabsichtigte oder mutwillige Störungen erreicht. 
Ist Wireless LAN überhaupt für den Einsatz in sich schnell bewegenden Fahrzeug geeignet? Die Volkswagen Konzernforschung hat dazu Praxistests durchgeführt und vielversprechende Ergebnisse erzielt: In Abhängigkeit von der abgestrahlten Leistung und dem genutzten Frequenzband lassen sich in ungestörten Umgebungen Reichweiten von über 1000 m erzielen und auch bei Relativgeschwindigkeiten von 200 km/h werden kurze Nachrichten noch zuverlässig übertragen.
 
Die Volkswagen Konzernforschung hat mehrere Versuchsfahrzeuge mit einem
Car-to-X System ausgestattet. Bei diesen Prototypen sind folgende Anwendungen erprobt:
  • Information über die Position von Fahrzeugen mit eingeschaltetem Warnblinker
  • Glätteinformation auf Basis eines ESP-, ABS- oder ASR-Eingriffs
  • Einfache Abstandsinformation zu vorausfahrenden Fahrzeugen
  • Aufbau einer Sprachverbindung zu einem anderen Fahrzeug 
Außerdem können vom Besitzer autorisierte Nutzer nach Eingabe ihres Benutzernamens und Passwortes mit einem normalen PDA oder Notebook über einen Webbrowser auf das Fahrzeug zugreifen und zum Beispiel den Status der Zentralverriegelung oder den Tankfüllstand abfragen.
 
Die Kommunikation mit Infrastruktur ermöglicht beispielsweise den Empfang von Informationen über Ampelzustände, von Verkehrszeichen oder über freie Parkplätze. Die nötige Infrastruktur muss allerdings noch geschaffen werden.
 

Voraussetzung für alle Anwendungen sind herstellerübergreifende, standardisierte Protokolle. Die Konzernforschung steht im Bereich der Car-to-X Kommunikation in enger Kooperation mit anderen Automobilherstellern und Zulieferern. Sie ist unter anderem im Car-to-Car Communication Consortium  im BMBF Förderprojekt NOW: Network on Wheels  und in der EU Initiative COMeSafety aktiv.

 


Quickfinder

Hinweis

Dieses Thema ist Bestandteil der Volkswagen Konzern- forschung, um die Machbarkeit zu studieren und nicht Serienumfang, bzw. ist derzeit kein Einsatz in Serie geplant.