Straßenverkehr 2020headline

Das Automobil bildet derzeit das Rückgrat des Verkehrssystems: Mit Anteilen von 80 Prozent im Personenverkehr und 70 Prozent im Güterverkehr sind Pkw und Lkw die Leistungsträger. Das Automobil ist integraler Bestandteil im Verkehrssystem und deshalb sind für den Volkswagen Konzern Kenntnisse hierzu von großer Bedeutung. Leben wir zukünftig auf dem Land oder in der Stadt? Welches Verkehrsaufkommen erwarten wir für die Zukunft? Werden unsere Straßen (noch) schlechter?

Intelligente Autos auf intelligenter und intakter Straße

Herausforderungen und Lösungsansätze für den Straßenverkehr 2020 in Deutschland


Gemeinsam mit dem technisch-wissenschaftlichen Arbeitskreis acatech unter Federführung von Prof. Dr. Franz Pischinger hat die Volkswagen Mobilitätsforschung die Verkehrsentwicklung in Deutschland bis zum Jahre 2020 prognostiziert sowie Lösungsansätze erarbeitet. Die Experten der acatech-Studie sind sich einig, dass auf den Fernstraßen bis zum Jahr 2020 der Personenverkehr um 20 Prozent und der Güterverkehr um 34 Prozent steigen werden, wobei Autobahnen besonders betroffen sind. Dieser Zuwachs fällt regional allerdings sehr unterschiedlich aus und betrifft besonders die prosperierenden Wachstumsregionen. Der Anteil des Pkw- und Lkw-Verkehrs am Gesamtverkehr („modal split“) bleibt dabei etwa konstant. Wird das Wachstum der geplanten Infrastrukturentwicklung (Bundesverkehrswegeplan) gegenübergestellt, dann zeigt sich, dass die Straßeninfrastruktur in vielen Gebieten der Nachfrage nicht gerecht wird. In der Folge wird der Verkehr dichter und komplexer. Baustellen oder Unfälle sorgen zudem für Verkehrsstörungen, die wiederum die Stau- und Unfallgefahr erhöhen.

Diese Modellrechnung zeigt Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Die Studie verdeutlicht die gesellschaftliche Notwendigkeit, Deutschlands Straßen zu verbessern, d.h. mehr Investitionen für Instandhaltung, Aus- und Neubau zu tätigen. Experten schätzen die Investitionslücke allein für die Bundesfernstraßen auf jährlich zwei bis drei Milliarden Euro. Konkret kann man diese Lücke jetzt schon an den Straßenbrücken sehen: Bereits jetzt haben 15 Prozent der Brücken in Deutschland eine Zustandsnote von „kritisch“ oder „ungenügend“ erhalten, eine Quote, die sich binnen eines Jahres um 24 Prozent erhöhte. Die Infrastruktur braucht neben dem „puren Beton“ aber auch mehr Intelligenz in Form von Verkehrsinformationen und Verkehrsbeeinflussung, z.B. durch Schilderbrücken auf Autobahnen.

Neben der Verbesserung der Infrastruktur sind Ansätze des Verkehrsmanagements ein wichtiger Baustein für den Verkehr von morgen. Hierzu gehören beispielsweise die flächendeckende Diagnose und schnelle Verbreitung von Verkehrslageinformationen, die Ableitung von Fahrempfehlungen sowie ein optimiertes Baustellenmanagement. Denn Baustellen sind Staustellen und jeder verhinderte Stau senkt die Umweltbelastungen und die Unfallgefahr.

Auf dieser Basis können intelligente Fahrzeuge ihr Potenzial entfalten. Im Rahmen der Mobilitätsforschung hat Volkswagen ermittelt, dass ein erweiterter Erfassungshorizont des Fahrers auf Basis der technischen Wahrnehmung von Assistenzsystemen ein verkehrsoptimiertes Fahrverhalten motiviert. Oft lassen sich so kleinere Störungen bereits im Ansatz vermeiden. Kürzere Reisezeiten, weniger Verbrauch sowie stressfreieres Fahren sind die positiven Folgen. Insgesamt ist das Zusammenspiel von intelligenter Straße, innovativem Verkehrsmanagement und hoch entwickelter Fahrzeugtechnik auf einer intakten Infrastruktur der Schlüssel zu mehr Effizienz im Straßenverkehr von morgen.

Weitere Informationen

Acatech_Mobilität_2020
PDF, 86 Seiten, 5.37 MB

Quickfinder

Hinweis

Dieses Thema ist Bestandteil der Volkswagen Konzern- forschung, um die Machbarkeit zu studieren und nicht Serienumfang, bzw. ist derzeit kein Einsatz in Serie geplant.

Weitere Informationen

Acatech_Mobilität_2020
PDF, 86 Seiten, 5.37 MB