EcoRacer

Virtuelle Technologien beschleunigen Entwicklung

Leichtbau-Prototyp war drei Monate nach Entwicklungsstart fahrbereit

Kürzere Entwicklungszeiten durch virtuelle Technologien
 
Wolfsburg, 04. Juli 2006 - Virtuelle Techniken – sprich: neue Analyse- und Simulationsmethoden – erlauben immer höhere Geschwindigkeiten bei der Entwicklung neuer Automobile. Folge: Volkswagen kann schneller auf technologische Trends und Anforderungen reagieren. Zudem senken kürzere Entwicklungszeiten die Kosten. Gleichzeitig sind eine Optimierung der Systemqualität und der Systemsicherheit erklärte Ziele. Besonders anspruchsvoll ist dabei die Entwicklung neuer Fahrwerke, da hier eine Vielzahl sicherheitsrelevanter Baugruppen zum Einsatz kommt. Am Beispiel des Forschungsfahrzeugs EcoRacer – vorgestellt auf der Tokyo Motorshow 2005 – zeigt sich exemplarisch, welch großes Potential Volkswagen im Bereich der virtuellen Prozesse besitzt. Hintergrund: Der EcoRacer entstand in Rekordzeit am Rechner. Bereits nach drei Monaten durchlief der erste „Prototyp" mit bemerkenswert guten Handlingeigenschaften erste Testprogramme.


Nach drei Monaten fuhr der EcoRacer, nach sieben war er fertig

Kurze Rückblende: Der für den EcoRacer zur Verfügung stehende Entwicklungszeitraum war mit insgesamt sieben Monaten sehr kurz. Zumal die Zielvorgabe lautete, ein voll fahrtaugliches Fahrzeug mit einer Vielzahl neuer Komponenten zu konzipieren. Der besondere Reiz der Aufgabe war die zu realisierende Kerneigenschaft des EcoRacers: maximaler Fahrspaß bei minimalem Verbrauch. Und das bedeutete im Hinblick auf den Faktor Fahrspaß ein Fahrwerk mit einem hohen Querdynamikpotential.

Um den knappen Zeitplan überhaupt halten zu können, war von vornherein klar, dass Karosserie und Fahrwerk parallel entwickelt und nahezu zeitgleich fertig werden mussten. Die Zeit für jegliche Art von Erprobung würde damit also auf ein absolutes Minimum beschränkt bleiben. Für das Fahrwerk bedeutete dies: Der erste Schuss musste sitzen. Zweite Chance: Fehlanzeige.

Und der erste Schuss war ein Volltreffer. Möglich wurde dies durch aufwendige Simulationsmodelle sowohl von Vorder- als auch Hinterachse. Durch sie konnten verschiedenste Lastfälle betrachtet sowie kinematische und elastokinematische Reaktionen der Achsen analysiert werden. Eine Schlüsselfunktion hatte an dieser Stelle die Übertragung der quasistatisch ermittelten Berechnungsergebnisse in das dynamische Fahrzeugverhalten. Die Erfahrung der Fahrdynamikspezialisten, gestützt von immer besser werdenden Gesamtfahrzeugsimulationen, ist hierfür immer noch unverzichtbarer Bestandteil.

Nach FEM-basierter Konstruktion und Auslegung der Bauteile konnte wie skizziert bereits nach drei Monaten ein Fahrzeug auf die Räder gestellt werden, das sofort ein gutes Fahrverhalten zeigte. Nach rund einwöchiger Abstimmung von Federn, Dämpfern, Lenkung und ESP war der aktuelle Stand erreicht. Der EcoRacer zeigt damit eindrucksvoll, welche Möglichkeiten die virtuellen Techniken heute bereits bieten. Konzeptionell verbindet der EcoRacer – wie es die Zielvorgaben vorsahen – eine zukunftsweisende Synthese aus knallharter Sparsamkeit und souveräner Sportlichkeit. 230 km/h Höchstgeschwindigkeit, 6,3 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 3,4 Liter Verbrauch sagen alles.
 
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Hinweis

Dieses Thema ist Bestandteil der Volkswagen Konzern- forschung, um die Machbarkeit zu studieren und nicht Serienumfang, bzw. ist derzeit kein Einsatz in Serie geplant.