Historische Verantwortung

Identität sichern - Orientierung schaffen

Die Historische Kommunikation organisiert verschiedene Aktivitäten zu historischen Aspekten an verschiedenen Standorten des Volkswagen Konzerns und ist Anlaufstelle für alle internen und externen Fragen zur Geschichte des Unternehmens und seiner Produkte.

Unternehmensarchiv
Das Unternehmensarchiv ist dabei das Gedächtnis der Volkswagen AG. Es sichert die aus historischen oder juristischen Gründen aufzubewahrenden Dokumente wie Akten, Fotos, Filme, Zeichnungen, Publikationen und Werbung in analoger und digitaler Form und macht sie für die interne und externe Nutzung zugänglich. Diese Überlieferung aus dem Unternehmen wird ergänzt durch Interviews mit Zeitzeugen.

So wird die Voraussetzung dafür geschaffen, das Geschehen von heute als Geschichte von morgen zu verstehen und darüber auskunftsfähig zu sein. In einem von der Historischen Kommunikation betreuten Netzwerk sind die Archive im Konzern miteinander verbunden, um Synergien und ein einheitliches Vorgehen zu erzielen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zum Wissensmanagement.

Geschichts- und Erinnerungsstätten
Drei Geschichtswerkstätten in den Werken Kassel und Braunschweig sowie bei Volkswagen Financial Services AG stärken Identität und historisches Bewusstsein der dort Beschäftigten und tragen zur Sicherung der Überlieferung bei.

Ein Ort lebendiger Erinnerungskultur, an dem über in der Vergangenheit geschehenes Unrecht informiert wird, ist die „Erinnerungsstätte an die Zwangsarbeit auf dem Gelände des Volkswagenwerks“. Sie wurde am 17. Dezember 1999 im Beisein ehemaliger Zwangsarbeiter eröffnet und zeigt mit Dokumenten, Fotos, Zeugenaussagen und Leihgaben persönlich Betroffener die Struktur und das Ausmaß der historischen Menschenrechtsverletzung.

Humanitärer Fonds
Vor dem Hintergrund seiner historischen Verantwortung unterstützt die Volkswagen AG mit ihrem Humanitären Fonds seit 1998 ehemalige Zwangsarbeiter durch individuelle Hilfsleistungen. Bis heute erhielten 2.149 Betroffene Auszahlungen aus dem Fonds. Das Unternehmen gehörte von Anfang an zum Kreis der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, die die im August 2000 durch Bundesgesetz eingerichtete Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft hälftig mit den erforderlichen Finanzmitteln ausstattete. Insgesamt erhielten 1,66 Mio. ehemalige Zwangsarbeiter und andere NS-Opfer in fast 100 Ländern eine abschließende Entschädigungsleistung.

Bereits 1991 stellte die Volkswagen AG 12 Mio. DM für soziale und völkerverbindende Aktivitäten zur Verfügung. Neben sozialen Projekten in den Herkunftsländern der ehemaligen Zwangsarbeiter wurden mit diesem Geld auch Projekte mit Jugendlichen – insbesondere der deutsch-polnische Jugendaustausch – gefördert.

Publikationen
In zwei wissenschaftlich basierten Publikationenreihen „Historische Notate“ und Forschungen, Positionen, Dokumente“(FPD) veröffentlicht die Historische Kommunikation Publikationen zu unterschiedlichsten Aspekten der Volkswagen Geschichte, etwa die jährlich aktualisierte Volkswagen Chronik.

Darüber hinaus lassen Einzelpublikationen zu verschiedenen Fahrzeugmodellen, regelmäßige Beiträge in der Mitarbeiterzeitung „Autogramm“ und eine Vortragsreihe automobile Geschichte lebendig werden.