Sicherheit und Gesundheit

Produktverantwortung wahrgenommen

Gesundheitsgefährdungen durch Lärm- und Abgasemissionen und die Sicherheitsrisiken des Verkehrs stellen für die Automobilindustrie weiterhin große Herausforderungen dar. Zwar ist es den Herstellern gelungen, in den westlichen Ländern mit Sicherheitstechnologien, sauberen Kraftstoffen und technischen Entwicklungen bei Abgasreinigung, Verbrennungsverfahren und der Bekämpfung der Lärmquellen laufend zur Verbesserung der Lage beizutragen. So liegt zum Beispiel das Risiko eines Verkehrsunfalls in Deutschland weit unter dem eines Haushaltsunfalls. Strengere Grenzwerte und Kontrollen lassen auch bei Stick- und Kohlenoxiden, flüchtigen organischen Verbindungen sowie Partikeln signifikante Verbesserungen erwarten. Bleiemissionen werden praktisch vollständig vermieden. Doch vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf.

Die World Health Organization (WHO) spricht in ihrem Bericht “Public Health Issue 2004” von 1,2 Mio. Unfalltoten und mehr als 50 Mio. Verletzten pro Jahr. Für den Zeitraum von 2000 bis 2020 ist nach der WHO Global Burden of Disease (GBD) für die ärmeren Länder eine Steigerung um 80 Prozent, in Südostasien sogar um 144 Prozent, zu befürchten. In den Industrienationen sollen die Opferzahlen bis 2020 noch einmal um 30 Prozent sinken.

Mangelnde Infrastruktur
Die positive Entwicklung in den Industrieländern belegt, dass ein Zusammenhang zwischen der zunehmenden Zahl der Automobile und der tödlichen Unfälle nur mittelbar besteht. Hierfür spricht auch, dass ein Großteil der Verkehrsopfer in den Entwicklungsländern aus der Gruppe der schwächeren Verkehrsteilnehmer stammt.

Ursache sind Mängel bei der Planung, Gestaltung und Finanzierung von Infrastruktur. Darüber hinaus fehlt es an Informationen und Schulungen für Fahrer. Auch mangelt es an leistungsfähigen Notfalleinrichtungen.

Globales Handeln
Die globale Einführung bewährter Standards im Bereich der passiven Sicherheit, bei Infrastruktur und Fahrzeugtechnik könnte die angespannte Lage in den Schwellen- und Entwicklungsländern verbessern.

Nationale Regierungen, Gesetzgebung und Rechtsprechung ebenso wie lokale politische Gemeinschaften sind gefordert, sich dafür einzusetzen.

Intelligente Systeme
Bereits heute kann der Autofahrer intelligente Systeme erwerben, die ihm helfen, auf Risiken im Straßenverkehr angemessen zu reagieren, ohne ihm die Kontrolle über das Fahrzeug zu nehmen. Entwicklungsziel muss darüber hinaus aber ein integriertes System sein, das alle relevanten Gesundheits- und Sicherheitsrisiken analysiert. Es muss dem Fahrer helfen, sich im komplexen Verkehrsgeschehen überall auf der Welt sicher zu bewegen. Auf dem Weg übernimmt die Automobilindustrie eine Schrittmacherrolle.

Flächendeckende Vernetzung
Der Volkswagen Konzern beteiligt sich als führender Anbieter von Mobilitätssystemen an verschiedenen, auch internationalen Projekten zur Fahrzeugsicherheit und Unfallforschung.

Vor allem durch die flächendeckende intelligente Vernetzung von Fahrzeugen miteinander bzw. mit der Infrastruktur erwarten wir in der Zukunft große Beiträge zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit und der Verkehrseffizienz.

Lärm als Gesundheitsrisiko
Auch bei Lärm- und Schadstoffemissionen gibt es, vor allem in den Megacitys der Schwellen- und Entwicklungsländer, viel zu tun. Berechnungen des Sustainable Mobility Project des World Business Councils for Sustainable Development (WBCSD) zeigen dank der zunehmenden Einführung bleifreier Kraftstoffe einen positiven Trend bei Bleiemissionen. Bei anderen Schadstoffen sind die Prognosen wegen der Zunahme des Verkehrs und dem Rückstand bei Technologien zur Schadstoffkontrolle weniger günstig.

Insbesondere das Bewusstsein für Lärm als Gesundheitsrisiko ist außerhalb von Europa und Japan noch sehr gering. Mit wachsendem Lebensstandard werden jedoch auch die durch Verkehrslärm entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten weitere Maßnahmen erfordern. Hersteller und Handel sind aufgerufen, noch sauberere Kraftstoffe und emissionsärmere Antriebe zu erschwinglichen Preisen auf den Markt zu bringen und auch beim Lärmschutz weitere, entscheidende Fortschritte zu erzielen.