1960-1980
Die Volkswagenwerk GmbH wird am 22. August 1960 zur "Volkswagenwerk Aktiengesellschaft". Zuvor hat der Bundestag mit großer Mehrheit das "Gesetz über die Überführung der Anteilsrechte an der Volkswagenwerk Gesellschaft mit beschränkter Haftung in private Hand" angenommen. Gemäß dem am 21. Juli 1960 erlassenen Volkswagen-Gesetz werden 60 Prozent des Gesellschaftskapitals veräußert, 40 Prozent verbleiben zunächst bei Bund und Land. Die Teilprivatisierung des Volkswagenwerks bringt in der Bundesrepublik Deutschland eine weitere Volksaktie hervor. Bis zum 15. März 1961 werden Volkswagen-Aktien im Gesamtnennwert von 360 Millionen DM zu einem Kurs von je 350 DM ausgegeben. Die Hauptversammlung beschließt am 4. Juli 1985, das Unternehmen von "Volkswagenwerk AG" in "VOLKSWAGEN AG" umzubenennen.
Mit Gründung der "Volkwagen de Mexico, S.A. de C.V." geht am 17. Januar 1964 Volkswagen in Mexiko von der Fahrzeugmontage zur Eigenproduktion über. Mit seinem neuen Produktionsstandort Puebla erreicht die Volkswagen de Mexico 1968 bereits einen Marktanteil von 21,8 Prozent.
Die Daimler-Benz-Tochter "Auto Union GmbH" mit Sitz in Ingolstadt geht zum 1. Januar 1965 in den Besitz der Volkswagenwerk AG über. Durch die Übernahme dieser traditionsreichen wie innovativen Marke stößt der Volkswagen Konzern ins Marktsegment der Oberklasse vor. Die Auto Union wird als selbständige Tochter in den Konzern eingegliedert. Die "Auto Union GmbH" wird am 21. August 1969 mit der "NSU Motorenwerke AG" zur "Audi NSU Auto Union AG" verschmolzen, die zum 1. Januar 1985 in "Audi AG" umbenannt wird.
Zur Festigung der Wettbewerbsposition auf dem schwedischen Markt wird 1968 in Södertälje zusammen mit dem bisherigen Generalimporteur "AB Scania Vabis" die "Svenska Volkswagen AB" gegründet. Hierin ist erstmals die fortan ausgebaute Vertriebsstrategie zu erkennen, auf allen wichtigen Märkten in Europa die Konzernprodukte auf der Großhandelsebene in eigener Regie zu vertreiben.
Durch die Übernahme der Selbstfahrer-Union, dem größten Autovermieter in Deutschland, verstärkt der Volkswagen Konzern im März 1970 sein Engagement in einem zukunftsträchtigen Geschäftszweig. Die in "interRent Autovermietung GmbH" umfirmierte Tochter wird 1988 mit der Europcar zur "Europcar International S.A." fusioniert. Volkswagen hält zunächst 50 Prozent der Anteile. Die Europcar-Gruppe wird von Volkswagen zum 1. Januar 2000 komplett übernommen.
Durch Gründung der "Volkswagen Bruxelles S.A." übernimmt 1971 die Volkswagenwerk AG die Einfuhr und Produktion von Volkswagen in Belgien.

Der Passat geht im Mai 1973 als erstes Modell der neuen Volkswagen-Generation in Produktion - mit Frontantrieb, wassergekühltem 4-Zylinder-Motor, obenliegenden Nockenwellen, Ganzstahl-Karosse und verschiedenen Motorstärken von 55 PS bis 110 PS.
In seiner technischen Konzeption ist er eng an den Audi 80 angelehnt und nach dem Baukastenprinzip gefertigt, das durch standardisierte, in verschiedenen Modellen einsetzbare Bauteile erhebliche Rationalisierungspotenziale freisetzt.
In Wolfsburg beginnt im Januar 1974 die Produktion des Golf. Die Kompakt-Limousine entwickelt sich rasch zum Verkaufsschlager und wird legitimer Nachfolger des legendären Käfer.