1990-2000
Der Volkswagen Konzern gründet im Dezember 1990 in Ostdeutschland mehrere Gesellschaften, darunter die "Volkswagen Sachsen GmbH" mit ihrem neuen Werk Mosel. Von der tschechischen Regierung erhält die VOLKSWAGEN AG am 10. Dezember 1990 den Zuschlag für die Übernahme des traditionsreichen Automobilherstellers "ŠKODA, automobilová a.s." und verschafft sich mit der Marke einen guten Zugang zu den Automobilmärkten Mittel- und Osteuropas.
Zur Optimierung der Organisationsstrukturen fasst die VOLKSWAGEN AG ihre Finanz-dienstleistungen im März 1991 unter dem Dach der "Volkswagen Finanz GmbH" zusammen, die zum 1. Januar 1994 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Die "Volkswagen Financial Services AG" verfügt als Vollbank über Zugang zu den internationalen Geldmärkten und ermöglicht die Erschließung der weltweit günstigsten Finanzquellen.
Im Zuge der Regionalisierung seiner außereuropäischen Geschäfte bündelt der Volkswagen Konzern 1991 die Standorte USA, Kanada und Mexiko zur "North America Region" (NAR), um die Aktivitäten in Produktion und Vertrieb zu verzahnen. Im Jahr darauf werden die Regionen "Asien-Pazifik" und "Südamerika/Afrika" geschaffen.
Ferdinand Piëch übernimmt zum 1. Januar 1993 den Vorsitz im Vorstand der VOLKSWAGEN AG. Mit einer umfassenden Sanierungs- und Neuordnungsstrategie pariert der Volkswagen Konzern den Einbruch des Nordamerikageschäfts. Nach dem Prinzip "Qualität vor Volumen" baut Volkswagen das Werk Puebla zum effizienten Fertigungsstandort mit "lean production" und hohem "local content" aus.
Mit Einführung der Vier-Tage-Woche für die Beschäftigten der VOLKSWAGEN AG beschreiten Vorstand, Betriebsrat und IG Metall 1994 einen neuen Weg zur Standort- und Beschäftigungs-sicherung. In Kombination mit flexiblen Arbeits-zeitmodellen, einem gleitenden Einstieg für Facharbeiter und Vorruhestandsregelungen bewährt sich die Arbeitszeitverkürzung für alle Beteiligten.
Mit dem Produktionsanlauf des Audi A4 wird 1995 die Konzern-B-Plattform für Mittel-klassefahrzeuge etabliert. Durch die Vernetzung von Plattformen kann der Volkswagen Konzern seine Produkt- und Fabrikstrukturen wirtschaftlicher gestalten und die Typenvielfalt vergrößern. In Emden geht im September 1996 die fünfte Generation der nun mit einem Kuppeldach versehenen Passat Limousine und im August 1997 im Werk Wolfsburg die vierte Golf-Generation in Produktion.
Durch Übernahme der "Bentley Motor Cars Limited" baut die VOLKSWAGEN AG 1998 ihr Angebot im Marktsegment der Luxusklasse aus. Die Marken Bugatti und Lamborghini runden das Engagement des Volkswagen Konzerns nach oben ab.
Mit dem Produktionsanlauf des Lupo 3L TDI, des ersten in Serie gebauten 3-Liter-Autos, schreibt Volkswagen im Juli 1999 ein Stück Automobil-geschichte.