2000-2003

Mit einer Beteiligung von 18,7 Prozent und 34 Prozent der Stimmrechte an dem schwedischen LKW-Hersteller "Scania AB" baut die Volkswagen AG im April 2000 ihre Position auf dem internationalen Nutzfahrzeugmarkt aus. Der Volkswagen Konzern eröffnet am 1. Juni 2000 die in Wolfsburg erbaute AutoStadt, die die Markenwelten des Konzern zeigt. Im KundenCenter dieses erlebnisorientierten Dienstleistungs- und Kompetenzzentrums werden Fahrzeuge an die Käufer übergeben.

Die Importeursgesellschaft "Volkswagen Group Australia Pty. Ltd." mit Sitz in Alexandria nimmt zum 1. Januar 2001 den Vertrieb von Volkswagen auf, um die Erschließung des australischen Marktes in eigener Regie voranzutreiben. Die vierte Polo-Generation, die stilistisch und technologisch eine eigene Klasse zwischen Golf und Lupo definiert, geht im August 2001 in Serie. Knapp zweieinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung wird die in Dresden errichtete "Gläserne Manufaktur" am 11. Dezember 2001 eröffnet. Der neuartige Fertigungsprozess verbindet die industrielle Automobilproduktion mit hochwertiger Handarbeit und wird als Attraktion für die Kunden inszeniert, um deren emotionale Bindung an die Marke zu verstärken. Als erstes Modell geht hier im Dezember 2001 der Phaeton in Produktion, mit dem die Marke Volkswagen in die automobile Oberklasse vorstößt.

Zur Schärfung der Markenprofile wird der Konzernbereich Automobile zum 1. Januar 2002 neu geordnet. Die Markengruppe Volkswagen, die für Authentizität und Zu-verlässigkeit steht, vereinigt die Marken Volkswagen-Pkw, Škoda, Bentley und Bugatti. Sportlichkeit, innovative Technik und stilvolles Design prägen das Leitbild der zweiten Markengruppe, bestehend aus den Marken Audi, SEAT und Lamborghini. Die Nutzfahrzeuge sind als eigenständige Marke in die neue Konzernstruktur integriert.

Bernd Pischetsrieder folgt am 16. April 2002 dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch, der seitdem den Vorsitz im Aufsichtsrat der Volkswagen AG führt. Der Golf überholt am 25. Juni 2002 den legendären Käfer auf der Erfolgsspur und wird mit 21.517.415 gefertigten Fahrzeugen zum meistgebauten Volkswagen-Modell. Bei der Volkswagen Slovakia, a.s. in Bratislava läuft im August 2002 die Serienfertigung des Touareg an, ein Geländewagen der Oberklasse, mit dem die Marke Volkswagen in ein neues Marktsegment vorstößt. Die "Auto 5000 GmbH", die auf dem Werksgelände in Wolfsburg eine Fabrik unterhält, nimmt im Dezember 2002 die Fertigung des Kompakt-Vans Touran auf. Für die schlanke Produktion mit flachen Hierarchien, Teamarbeit, flexiblen Arbeitszeiten und mehr Prozesskompetenz der Beschäftigten ist ein spezielles Tarifmodell entwickelt worden, das die Verantwortung für die vereinbarte Stückzahl und Qualität direkt auf die Mitarbeiter überträgt. Das in die Arbeit integrierte Qualifizierungskonzept setzt auf eigenverantwortliches Lernen und berechtigt nach zwei Jahren zum Erwerb des Zertifikats "Automobilbauer IHK".

Mit neuer Dynamik im Design und in der Fahrzeug-technik geht 2003 die fünfte Generation Golf an den Start. Die Volkswagen AG und die chinesische Regierung unterzeichnen am 1. Dezember 2003 eine Absichtserklärung, wonach die Zusammenarbeit durch die Fertigung neuer Produkte und die Gründung weiterer Gemeinschaftsunternehmen intensiviert werden soll. Einen ersten Schritt in diese Richtung markiert die Mitte des Jahres begonnene Errichtung eines zweiten Automobilwerks in Changchun, um die Modellvielfalt der FAW-Volkswagen zu erhöhen. Seit Ende November fertigt die Shanghai-Volkswagen erstmals Fahrzeuge für den Export.