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20.02.2008

"Car-to-Car"-Kommunikation

Ihren Sensoren sei dank, können die Autos schon heute viele Informationen aus ihrer Umgebung aufnehmen. Doch weiter als der Radarsensor des Abstandsregeltempomaten sehen sie noch nicht. Künftig allerdings wird ein Volkswagen dem Fahrer auch sagen können, was ihn nach der nächsten Kurve oder hinter einer Kuppe erwartet. Denn unter dem Stichwort „Car-to-Car“-Kommunikation machen sich die Entwickler die Sensoren vorausfahrender Autos zunutze und geben diese Informationen in elektronischem Kettenbrief nach hinten weiter.

Car-to-Car KommunikationDie Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Kommunikation über alle Marken und Modelle hinweg sind so vielfältig wie die Verkehrssituationen: Ein Warnsignal, wenn der Vordermann eine Vollbremsung macht, eine Alarmmeldung, wenn nach der Kurve ein Pannenfahrzeug steht, ein Hinweis, falls sich an der bevorstehenden Kreuzung ein anderes Fahrzeug auf Kollisionskurs nähert – all das kann ein elektronisches Netzwerk vorhersehen und an den Fahrer weitergeben.

Technisch werden dafür bewährte Komponenten genutzt: Das GPS-System liefert die aktuellen Positionsdaten, Licht- und Regensensor und der Bordcomputer ermitteln etwa das Wetter, und anhand der ESP-Signale kann man Rückschlüsse auf die Fahrbahnbeschaffenheit ziehen. Und zur Übertragung der Nachrichten dienen standardisierte W-LAN-Netzwerke, wie sie Laptop-Besitzer auch beim Surfen im Internet nutzen. Die Technik ist im Prinzip die gleiche: Allerdings müssen sich diese Netze natürlich in wenigen Sekundenbruchteilen von selbst aufbauen und absolut sicher gegen Hacker sein.

Die neue Technik ermöglicht allerdings nicht nur die Kommunikation mit anderen Fahrzeugen, sondern auch mit der Infrastruktur. Verkehrsleitstellen könnten auf diese Weise stets aktuelle Daten zum Straßenzustand und zur Verkehrsdichte erhalten. Ampelkreuzungen funken kurz vor Ende der Rotphase ein Startsignal an die stehenden Autos, die dann automatisch ihren Motor anlassen. Und wer nachts an eine rote Ampel heran fährt, könnte bald ohne Wartezeit und Kontaktschleife auf Grün hoffen, wenn von links und rechts sonst niemand kommt.

Bevor man elektronisch mit dem Vordermann auf Du und Du sein wird, müssen die in verschiedenen Konsortien zusammengeschlossenen Hersteller allerdings nicht nur technische Hürden nehmen. Sondern vor allem müssen sie eine gewisse Anzahl an Systemen auf die Straße bringen. Denn natürlich funktioniert die Staffel nur, wenn genügend Fahrzeuge Informationen sammeln, weitergeben und verarbeiten können.