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Brief an unsere Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinen und Aktionäre,

es gibt viele Gründe, in ein Unternehmen zu investieren. Die einen suchen nach Rendite – nach Unternehmen mit gesunder Basis und guten Perspektiven. Die anderen suchen nach Firmen, die Verantwortung für Mensch und Umwelt wahrnehmen. Aber alle suchen Unternehmen, die wertvoll sind. Die Werte schaffen – und die für Werte stehen. Ein solches Unternehmen will Volkswagen sein. Wir richten unser Geschäft deshalb an drei Pfeilern aus: Digitalisierung, Elektrifizierung und Steigerung des Unternehmenswertes.

Das Geschäftsjahr 2018 zeigt: Wir haben Wert geschaffen, trotz eines schwierigen Umfelds. Dafür stehen 10,8 Millionen ausgelieferte Fahrzeuge – so viel wie nie. Dafür stehen mehr als 70 neue Modelle unserer Marken. Zum Beispiel SUVs wie der Volkswagen Touareg und T-Roc, ŠKODA Kodiaq und Karoq, SEAT Arona und Audi Q8. Und dafür stehen nicht zuletzt unsere Finanzzahlen: Der Umsatz stieg auf 235,8 Milliarden Euro. Das Operative Ergebnis kletterte auf 17,1 Milliarden Euro (vor Sondereinflüssen in Höhe von −3,2 Milliarden Euro). Und die Operative Umsatzrendite lag mit 7,3 % vor Sondereinflüssen am oberen Ende des Zielkorridors.

Der Konzern ist finanziell robust aufgestellt. Unser operatives Geschäft hat sich als widerstandsfähig erwiesen, auch wenn wir mit Gegenwind zu kämpfen hatten. In Europa hat das neue WLTP-Testverfahren die Produktion verzögert. Im Vertrieb kam es zu Verschiebungen, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Besonders Volkswagen Pkw und Audi haben unter der WLTP-Einführung gelitten. Mit erhöhten Prüfkapazitäten und reduzierter Variantenvielfalt wollen wir die nächste WLTP-Stufe reibungsloser bestehen.

Umfangreiche Gegenmaßnahmen haben wir auch definiert, um die Ergebnissituation zu verbessern. Bei allen Marken laufen entsprechende Programme. Bentley, Audi und insbesondere auch die Kernmarke Volkswagen
müssen wirtschaftlicher arbeiten. Bei der Marke Volkswagen geht es vor allem darum, die Zukunft aus eigener Kraft zu gestalten. Allein im Wolfsburger Stammwerk wollen wir deshalb bis 2020 die Produktivität um 25 Prozent erhöhen.

Diese Anstrengungen sind auch deshalb nötig, weil politische Unsicherheit und schwächelnde Konjunktur unser Geschäft in vielen Weltregionen beeinflussen. Das gilt auch in China, wo sich die Wirtschaft durch den Handelsstreit mit den USA im zweiten Halbjahr stark eingetrübt hat. Trotzdem konnten wir den Marktanteil in diesem Kernmarkt weiter ausbauen und sind mit 4,2 Millionen Auslieferungen leicht gewachsen. Kurz: Das Ergebnis 2018 war ein Kraftakt. Bei unseren mehr als660.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich mich für ihren Einsatz herzlich bedanken!

Selbstverständlich sollen auch Sie als Anteilseigner vom Erfolg profitieren. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher eine deutliche Erhöhung der Dividende um 0,90 Euro auf 4,80 Euro je Stammaktie und auf 4,86 Euro je Vorzugsaktie vor.

Wir setzen auf das Elektroauto, weil es aus heutiger Sicht die beste und effizienteste Wahl für weniger CO2 im Verkehr ist.

Herbert Diess

Mit Blick voraus bleibt die Lage herausfordernd. Der technologische Wandel unserer Branche – von Elektromobilität über Digitalisierung, Vernetzung und neue Mobilitätslösungen bis hin zum automatisierten Fahren – fordert viel Kraft und Geld. Wir wollen diese Entwicklung von der Spitze gestalten. Dafür richten wir uns neu aus. Wir steigern Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, nehmen Geschwindigkeit auf und
überarbeiten unsere Kostenstrukturen.

Die kommenden Jahre stehen im Zeichen unserer E-Offensive. Wir bekennen uns zum Pariser Abkommen und leisten unseren Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt. In den nächsten fünf Jahren planen wir Investitionen von rund 30 Milliarden Euro in die Elektromobilität. Wir setzen auf das Elektroauto, weil es aus heutiger Sicht die beste und effizienteste Wahl für weniger CO2 im Verkehr ist. Bis 2025 bringen wir 50 neue Elektromodelle auf die Straße. Jedes vierte Auto in unserem Angebot soll dann ein Stromer sein. Und mit dem Volkswagen ID. bieten wir in Kürze das erste Fahrzeug mit CO2-neutraler Lieferkette und Produktion. Das verändert auch das Gesicht unserer Fabriken: Zwickau, Emden und Hannover wandeln sich zu reinen Elektrowerken und formen den größten E-Produktionsverbund Europas. Auch in China läuft der Umbau der Werke Anting und Foshan auf Hochtouren. 2022 ist der Produktionsstart von Elektroautos in Nordamerika geplant.

Aber die Veränderung des Autos geht weit über den Antrieb hinaus. Es entwickelt sich zum hochkomplexen, vernetzten Endgerät. Wenn Sie so wollen: zum „Tablet auf Rädern“. Software wird das Auto von morgen prägen: von Assistenzsystemen über Infotainment bis hin zum vollautonomen Fahren. Wer dabei global erfolgreich sein will, braucht Skaleneffekte. Volkswagen hat als führendes Branchenunternehmen die nötige Größe. Was uns in vielen Bereichen fehlt, ist Software-Kompetenz. Die eignen wir uns Schritt für Schritt an: Wir verstärken uns mit Partnern, bauen mit Hochdruck Ressourcen auf, überarbeiten Strukturen und ändern unsere Arbeitsabläufe. Als erster etablierter Autohersteller trennen wir die Hardware- von der Software-Entwicklung. Dazu haben wir in der Marke Volkswagen ein eigenes Vorstandsressort für Software eingerichtet. Dort liegt zusätzlich auch die Verantwortung für den Konzernbereich Digitales & Software-Services.

Unser Ziel behalten wir fest im Blick: Wir wollen uns zum weltweit führenden Anbieter für nachhaltige Mobilität entwickeln. Das erreichen wir, indem wir uns weiter verbessern. Wir wollen nachhaltig wachsen und Werte schaffen. Für unsere Kunden. Für unsere Belegschaft. Für unsere Anteilseigner.

Ich danke für Ihr Vertrauen und lade Sie ein, uns auf dem Weg weiter zu begleiten.

Herzlichst

Ihr

Herbert Diess