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Umstellung von NEFZ auf WLTP

Der bisherige NEFZ geht, WLTP kommt. Seit September 2017 werden in vielen Ländern Testverfahren zur Ermittlung von Kraftstoffverbrauch und Abgasemissionen sukzessive durch den Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedure (WLTP) abgelöst.

WLTP im Überblick
dynamischer und international vergleichbar

Auch wenn der Name des neuen Prüfverfahrens für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge auf den ersten Blick etwas sperrig erscheinen mag, bringt es eine ganze Reihe greifbarer Vorteile mit sich.  Diese liegen einerseits in der besseren Vergleichbarkeit, die sich dank einheitlicher Fahrprofile und Messprozeduren ergibt; darüber hinaus zielt die Teststruktur von WLTP auf eine deutlich realitätsnähere Abbildung der Verbrauchs- und Emissionswerte.

Entwickelt wurde WLTP seit November 2007 von Experten der Europäischen Union, Japan und Indien nach UNECE-Richtlinien (Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen). Als Basis hierfür dienten weltweit gesammelte Fahrdaten. Die Einführung  erfolgt ab September 2017 schrittweise in den Ländern der EU-28,  Norwegen, Island, der Schweiz (und Liechtenstein), der Türkei, Israel sowie in modifizierter Fassung in Japan und für Abgasemissionen in China. Auch Indien und Südkorea führen WLTP zu einem späteren Zeitpunkt ein.

  • WLTP versus NEFZ – Ein Vergleich

    Was hat WLTP bisher gültigen Testverfahren voraus? Die zentralen Verbesserungen des neuen Prüfzyklus lassen sich zum Beispiel in einem Vergleich mit dem seit 1997 in der EU gültigen NEFZ verdeutlichen. Bei beiden Methoden wird das Fahrzeug auf einem sogenannten Rollenprüfstand unter Laborbedingungen gemessen – allerdings sind die Rahmenbedingungen und Vorgaben bei WLTP strenger.

      NEFZ WLTP
    Starttemperatur kalt kalt
    Zykluszeit 1.180 Sek. 1.800 Sek.
    Standzeitanteil 25 % 13 %
    Zykluslänge 10.966 m 23.274 m
    Phasen 2 Phasen: Stadt- und
    Überlandfahrt
    4 Phasen: „Low“, „Medium“,
    „High“ und „Extra-High“
    Geschwindigkeit mittel: 34 km/h bis
    maximal: 120 km/h
    mittel: 47 km/h bis
    maximal: 131 km/h
    Beschleunigung mittel: 0,50 m/s2 bis
    maximal: 1,04 m/s2
    mittel: 0,39 m/s2 bis
    maximal: 1,58 m/s2
    Einfluss Sonderausstattung Sonderausstattungen werden gegenwärtig
    nicht berücksichtigt
    Sonderausstattungen werden
    berücksichtigt (Gewicht, Aerodynamik)

    Einflussfaktoren:

    • Geschwindigkeit
      Im Rahmen von WLTP hat das Fahrprofil eine höhere Durchschnitts- und eine höhere Höchstgeschwindigkeit.
    • Dynamik
      Das WLTP-Prüfverfahren integriert deutlich mehr Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge. Zudem kommen Konstantfahrten, wie sie  beim NEFZ zufinden sind, nur für eine Dauer von wenigen Sekunden vor.
    • Fahrzeugausstattung
      Anders als der NEFZ berücksichtigt das WLTP-Verfahren auch Sonder- und Zusatzausstattungen, die sich auf den Verbrauch und die Emissionen auswirken können – für den Kunden muss bereits bei der Fahrzeugkonfiguration der CO₂-Wert des Fahrzeugs ersichtlich sein. Sonderausstattungen wie Klimaanlage und Sitzheizung bleiben bei den Prüfverfahren ausgeschaltet, können jedoch das WLTP-Ergebnis durch ihr Gewicht beeinflussen.
  • WLTP näher betrachtet – Die wichtigsten Details

    Verbrauchs- und Abgaswerte möglichst realitätsnah zu erfassen – das war der Leitgedanke bei der Entwicklung von WLTP. Entstanden ist ein 30-minütiger Fahrzyklus, der durch den Einbezug von Fahrdaten aus vielen verschiedenen Ländern – von Beschleunigungsverhalten bis zu Stillstandszeiten – repräsentative Ergebnisse liefern soll.

    Praxis: Die Zyklusphasen
    In Abhängigkeit von der jeweiligen Leistungsgewichtsklasse durchlaufen die Fahrzeuge auf dem Prüfstand verschiedene Zyklusphasen. Diese sind gekennzeichnet durch Parameter wie Durchschnittsgeschwindigkeit, Streckenlänge oder Dauer.

     

    WLTP-Zyklusphasen im Detail

      Low Medium High Extra-High
    Strecke ca. 3 km ca. 5 km ca. 7 km ca. 7,7 km
    Dauer 156 Sek. 433 Sek. 455 Sek. 323 Sek.
    Stopp-Anteil 26 % 11,1 % 6,8 % 2,2 %
    Höchstgeschwindigkeit 56,5 km/h 76,6 km/h 97,4 km/h 131,3 km/h
    Durchschnittsgeschwindigkeit 25,7 km/h 44,5 km/h 60,8 km/h 94,0 km/h
  • WLTP – Die wichtigsten Neuerungen

    Der neue Prüfzyklus des reproduzierbaren Rollenprüfstandtests ist länger, dynamischer und beinhaltet höhere Geschwindigkeiten. Zudem berücksichtigt WLTP Gewicht und Aerodynamik von Sonderausstattungen und Felgen sowie den Rollwiderstand der Reifen. Deshalb werden Fahrzeuge – je nach gewählter Ausstattung – künftig individuelle CO₂-Emissions- und Verbrauchswerte aufweisen. Sie als Kunde haben hierdurch die Möglichkeit, den CO₂-Wert des Fahrzeugs mit zu beeinflussen. Die WLTP-Messwerte können dabei aufgrund des geänderten Messverfahrens höher ausfallen als bei NEFZ.

    Angabe von NEFZ-Werten
    Bei WLTP zugelassenen Fahrzeugen werden bis Ende 2020 in der Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) sowohl der NEFZ- als auch der WLTP-CO₂-Wert angegeben. Diese NEFZ-Werte werden zum Zwecke der Vergleichbarkeit für die Angabe der individuellen CO₂-Werte in der Regel nach einem von der EU entwickelten Verfahren auf Basis der gemessenen WLTP-Werte errechnet. Es handelt sich um sogenannte korrelierte NEFZ-Werte. Aufgrund der Unterschiedlichkeit beider Testverfahren (WLTP und NEFZ), insbesondere durch die Berücksichtigung der Ausstattung, Gewicht und Aerodynamik, kann sich der korrelierte NEFZ-Wert im Vergleich zum heutigen Stand (einem gemessenen NEFZ-Wert) gegebenenfalls verändern.

Zeitliche Implementierung

Das neue Prüfverfahren WLTP wird in der Europäischen Union schrittweise eingeführt. Dabei gelten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge unterschiedliche Fristen.

  • 1. September 2017
  • 1. September 2018
  • 1. September 2019

Der Leitgedanke für das am 1. September 2017 in Europa und den Anwenderstaaten eingeführte Testverfahren WLTP ist die realitätsnähere Erfassung von Verbrauchs- und Abgaswerten. Im Rahmen der Typprüfung für neu entwickelte Pkw-Modelle und leichte Nutzfahrzeuge der Kategorie N1 Klasse I werden die Verbrauchs- und CO₂-Werte nach WLTP mittels eines 30-minütigen Fahrzyklus repräsentativ und international vergleichbar ermittelt. Die ersten Fahrzeuge – wie beispielsweise der up! GTI – sind bereits nach WLTP typgeprüft. Neben den Fahrzeugen, die nach dem bisherigen Typprüfverfahren NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zugelassen worden sind, nimmt in der Übergangsphase bis zum 1. 9. 2018 die Zahl der nach WLTP typgeprüften Modelle sukzessive zu.

Alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge der Kategorie N1 Klasse I müssen unter WLTP typgeprüft sein. Zudem sind Hersteller leichter Nutzfahrzeuge verpflichtet, die Typprüfung für neu entwickelte Fahrzeuge der Kategorien N1 Klasse II und III sowie für Fahrzeuge der Kategorie N2 nach WLTP vorzunehmen.

Hersteller leichter Nutzfahrzeuge sind verpflichtet, für alle Fahrzeuge der Kategorie N1 Klasse II und III sowie für Fahrzeuge der Kategorie N2 die Verbrauchs- und Abgaswerte nach WLTP auszuweisen.

Umsetzung auf Länderebene
Neben der europäischen WLTP Verordnung für die Typgenehmigung verschiedener Fahrzeugklassen, gibt es auch die europäische Kundeninformationsrichtlinie hinsichtlich der Angabe von Werten in Schauräumen, Konfiguratoren und beim Fahrzeuglabeling. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass die Richtlinie in den Ländern durch die jeweiligen landesspezifischen Gesetze umgesetzt werden muss. So besteuern einige Länder nach CO₂ und erlassen zudem konkrete Vorschriften zum Labeling, während andere Länder nur das eine oder das andere vorsehen. Bei der Anpassung von Fuhrparkrichtlinien von Firmen ist es  daher entscheidend, diese Vielschichtigkeit zu berücksichtigen und bei den betreffenden Behörden und Verbänden die Informationen zu den jeweiligen Ländervorgaben einzuholen. Eine generelle Aussage kann weder von Seiten der EU noch durch den Hersteller getroffen werden.

Unterschiede in der Besteuerung
WLTP wird in den EU-28 Ländern sowie Norwegen, Island, der Schweiz (und Liechtenstein) sowie den EU-Anwenderstaaten Türkei und Israel eingeführt. Die Besteuerung eines Fahrzeugsist grundsätzlich Bestandteil des nationalen Rechts. Entsprechend ist mit unterschiedlichen Vorgehensweisen und Zeitpunkten der Umstellung zu rechnen. Erste Ankündigungen, wann sich die Steuern ändern, wurden von einigen europäischen Ländern, wie beispielsweise Deutschland, Österreich und den Niederlanden, bereits kommuniziert. Inwieweit der WLTP einen monetären Einfluss auf die jeweiligen Ländergesetzgebungen haben wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht geklärt (Stand: September 2017). Grundsätzlich gilt aber, dass sich für bereits zugelassene Fahrzeuge durch die Umstellung auf WLTP keine steuerlichen Nachteile ergeben sollen. Maßgeblich für die Besteuerung und Angabe von Verbrauchswerten sind für das Fahrzeug die festgesetzten Typprüfverfahren und der Tag der Erstzulassung. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand werden Fahrzeuge mit einer Typprüfung unter NEFZ (im Sinne der Besitzstandswahrung) nach NEFZ besteuert.

 

Angabe von WLTP-Werten
Die Typengenehmigung nach WLTP für neue Modelle ist seit September 2017 durch die Europäische Kommission in der EU 28 vorgeschrieben. Wann die WLTP-Werte im Rahmen der Verbrauchskennung gegenüber dem Kunden auszuweisen sind, ist Sache der Mitgliedsstaaten und noch nicht abschließend für jedes Land geregelt. Verpflichtend ist die Angabe der Werte zunächst im Certificate of Conformity (CoC) – welches auch als EG-Übereinstimmungsbescheinigung bezeichnet wird. Da bis Ende 2020 sowohl der NEFZ- als auch der WLTP-Wert im CoC angegeben werden, ist ein Vergleich zwischen WLTP und NEFZ grundsätzlich möglich. Dies ist jedoch nicht zielführend, da beide Werte durch unterschiedliche Testprüfverfahren ermittelt werden.

Nach Maßgabe der EU-Kommission sollen zum 1. Januar 2019 die ausgewiesenen WLTP-Verbrauchswerte einheitlich angezeigt werden. Der Volkswagen Konzern weist für alle neuen Modelltypen, die unter WLTP typgeprüft wurden, innerhalb der rechtlichen Grenzen der Mitgliedsstaaten, in seinen Konfiguratoren bereits beide Werte aus, um für die Kunden frühzeitig Transparenz zu schaffen.

Auswirkungen aufs Flottengeschäft

Mit der Einführung von WLTP können sich einige Änderungen für den Fuhrpark ergeben. Die zentralen flottenrelevanten Fragen und Antworten haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst.

  • Wie betrifft WLTP bereits zugelassene Fahrzeuge?

    Grundsätzlich gilt: Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich  durch die Umstellung auf WLTP nichts. Im ersten Schritt der Einführung ab 1. September 2017 ist WLTP zunächst nur für neue Modelltypen relevant; ab 1. September 2018 sind die WLTP Richtlinien dann verpflichtend für alle Neuzulassungen. Für Nutzfahrzeuge der Kategorie N1 Klasse II und III sowie der Kategorie N2 ist die Einführung um ein Jahr versetzt.

  • Welche steuerlichen Auswirkungen sind zu erwarten?

    Steuerlich ändert sich für bereits zugelassene Fahrzeuge nichts. Maßgeblich für die Besteuerung und Angabe von Verbrauchswerten für das Fahrzeug ist das zum Zeitpunkt der Erstzulassung geltende Typprüfverfahren. Nach dem gegenwärtigen  Kenntnisstand werden Fahrzeuge mit einer Typprüfung unter NEFZ (im Sinne der Besitzstandswahrung) nach NEFZ besteuert. Die Anpassung der CO₂ Besteuerung liegt in der Hoheit der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und wird somit im jeweiligen nationalen Recht geregelt. Da der NEFZ für die Besteuerung bis mindestens 31. August 2018 oder bis zur Anpassung des nationalen Rechts maßgeblich ist, sehen wir aktuell keine unmittelbare Veränderung der Kraftfahrzeugsteuer. Aber: Da der WLTP, im Vergleich zum NEFZ, aufgrund eines realistischeren Typprüfverfahrens höhere CO₂-Werte ausweisen wird, wäre bei Beibehaltung des aktuellen nationalen Steuerrechts von einer erhöhten Kraftfahrzeugsteuer auszugehen.

    Hinweis: Der konkrete Einfluss auf die CO₂-Werte kann derzeit noch nicht beziffert werden, da es zum einen keine Umrechnungsformel zum WLTP gibt, zum anderen die Erfahrungswerte fehlen. Zudem sind wir als Hersteller dazu verpflichtet, nur offizielle typgeprüfte Werte herauszugeben. Auch die Reichweite wird fahrzeugindividuell ermittelt.

  • Unterschiede in der Besteuerung?

    Die Besteuerung eines Fahrzeugs ist grundsätzlich Bestandteil des nationalen Rechts. Entsprechend ist mit unterschiedlichen Vorgehensweisen und Zeitpunkten der Umstellung zu rechnen. Maßgeblich für die Besteuerung und Angabe von Verbrauchswerten sind für das Fahrzeug die festgesetzten Typprüfverfahren und der Tag der Erstzulassung. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand werden Fahrzeuge mit einer Typprüfung unter NEFZ (im Sinne der Besitzstandswahrung) nach NEFZ besteuert.

  • Angabe von WLTP-Werten?

    Obwohl die Typengenehmigung nach WLTP für neue Modelle seit September 2017 durch die Europäische Kommission vorgeschrieben ist, wurde die konkrete Ausweisung von WLTP-Werten vor dem Kunden bislang noch nicht terminiert. Verpflichtend ist die Angabe der Werte zunächst nur im „Certificate of Conformity“ (CoC) – welches auch als EG-Bereinstimmungsbescheinigung bezeichnet wird. Es gibt an, dass das Fahrzeug bestimmten international geltenden Normen entspricht und dient dazu, die Zulassung zu vereinfachen. Da bis Ende 2020 sowohl der NEFZ als auch der WLTP-Wert im CoC angegeben werden, ist ein Vergleich zwischen WLTP und NEFZ  grundsätzlich möglich, jedoch nicht zielführend, da beide Werte durch unterschiedliche Testprüfverfahren ermittelt werden. Die zur Kundeninformation ausgewiesenen WLTP-Verbrauchswerte in Schauräumen, Konfiguratoren, dem CO₂-Energieeffizienzlabel und der Kraftfahrzeugsteuer sollen nach Maßgabe der EU Kommission zum 1. Januar 2019 einheitlich umgesetzt sein. Bis dahin gelten die NEFZ Angaben bis zur Anpassung des nationalen Rechts weiterhin verbindlich. Auf freiwilliger Basis können die WLTP-Werte bis dahin zusätzlich angegeben werden. So weist der Volkswagen Konzern für alle neuen Modelltypen, die unter WLTP typgeprüft wurden, in seinen Konfiguratoren bereits beide Werte aus, um die Kunden frühzeitig auf das Thema aufmerksam zu machen.

  • Bedarf meine Fuhrparkrichtlinie einer Anpassung?

    Neben der Fahrzeugauswahl und der Einhaltung firmeninterner Richtlinien ist oftmals der CO₂-Ausstoß der Flotte ein entscheidendes Instrument für die Besteuerung. Jedoch basiert diese sowie die  Angabe von Verbrauchswerten bis zur gänzlichen Anpassung des nationalen Rechts auf dem NEFZ. Aufgrund der ausstehenden Gesetzesratifizierungen und dem Fehlen von offiziellen, durch das KBA typgeprüften Werten, ist eine Anpassung der Fuhrparkrichtlinie zum aktuellen Zeitpunkt nicht ratsam. Dennoch empfiehlt sich eine Sensibilisierung der Fahrzeugnutzer mit Hilfe von WLTP typgeprüften Werten.

  • Höhere Testergebnisse – mehr Kraftstoffverbrauch?

    Generell gilt: Der individuelle Kundenverbrauch ist unabhängig vom Testzyklus. Ziel des Typprüfverfahrens ist es, durch einen standardisierten und reproduzierbaren Prozess, eine Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen Fahrzeugmodellen und Herstellern sicherzustellen. In der Realität hängen Verbrauch und CO₂-Emissionen eines Fahrzeugs von einer Vielzahl von Faktoren ab, die sich auch nicht durch den WLTP 1:1 im Labor rekonstruieren lassen. Einen zentralen Faktor stellen hier die unterschiedlichen Fahrstile dar – das heißt: Wenn zwei Fahrer das exakt gleiche Fahrzeug unter den exakt gleichen Bedingungen im realen Straßenverkehr bewegen, werden sich zwangsläufig unterschiedliche Werte ergeben, etwa durch individuelles Beschleunigungs- und Bremsverhalten. Im WLTP fällt die Angabe von Verbrauchswerten höher aus, weil das neue Typprüfverfahren die verschiedenen Fahrprofile realistischer abbildet.

Real Driving Emissions (RDE)

Ergänzend zu WLTP trat in Europa am 1. September 2017 die neue Regelung zu RDE (I) (Real Driving Emissions) für neu typgeprüfte Pkw-Modelle in Kraft. Mit RDE werden Emissionen – wie beispielsweise Stickoxide (NOX) sowie die Partikelanzahl (PN) – im Straßenverkehr unter realen Umweltbedingungen gemessen. Die gesetzliche Regelung RDE ersetzt nicht den WLTP, sondern ergänzt ihn. Während WLTP auf dem Prüfstand gemessen wird, erfolgt die Messung bei RDE im realen Fahrbetrieb.

Messverfahren und Grenzwerte
RDE ist ein Echtzeittest. Der RDE-Prüfzyklus sieht einen Streckenmix vor, der zwischen 90 und 120 Minuten Fahrtzeit in Anspruch nimmt. Dabei misst das Portable Emission Measuring System (PEMS) den Schadstoffausstoß, erfasst aber auch gleichzeitig die zugehörigen Parameter des Fahrzeugs und der Umgebungsbedingungen (GPS-Daten, Geschwindigkeit, Höhenmeter und Temperatur). Die Fahrstrecke besteht aus drei Abschnitten: Stadt (ca. 34 Prozent der Gesamtstrecke), Land (ca. 33 Prozent) und Autobahn (ca. 33 Prozent). Sie befindet sich zwischen null und 700 Höhenmeter über Normalnull. Die Außentemperatur liegt zwischen +3 °C und +30 °C.

  WLTP RDE
Temperatur 14°C bis 23°C 3°C bis 30°C
Moderate Testrandbedingungen
Gewicht Leeres Fahrzeug +Fahrer + 15% Zuladung Bis zu 90% Zuladung
Dauer 30 Minuten 90 bis 120 Minuten
Strecken Definierter Zyklus Beliebige Strecke (Stadt, Land und Autobahn)
im Rahmen der Testrandbedingungen

 

Die Einführung von RDE erfolgt in zwei Stufen:

  • Stufe RDE (I): Ab September 2019 gültig für alle neu zugelassenen Pkw-Modelle. NOX-Emissionen dürfen maximal den 2,1-fachen Wert (Konformitätsfaktor [CF]) des unter NEFZ beziehungsweise WLTP ermittelten Wertes betragen.
  • Stufe RDE (II): Ab Januar 2020 gültig für alle neu typgeprüften Pkw-Modelle. NOX-Emissionen dürfen maximal die gleiche Höhe des NOX-Laborwerts (bei Berücksichtigung der Messtoleranz von 0,5 = Maximalwert 1,5) betragen. Ab Januar 2021 gültig für alle neu zugelassenen Fahrzeuge.

Hinweis: Für die Partikelanzahl gilt für alle neu zugelassenen Fahrzeuge bereits ab September 2018 der Laborwert auch auf der Straße (bei Berücksichtigung der Messtoleranz von 0,5 = Maximalwert 1,5).

EURO Norm 6

Die Emissionsnorm EURO 6 ist eine Verordnung der Europäischen Union, die die Maximalwerte für verschiedene Emissionen, welche die Fahrzeughersteller bei einer Typprüfung einhalten müssen, festlegt. Die Emissionsnormen werden so bezeichnet, dass dem ausgeschriebenen Wort „EURO“ eine Zahl folgt, welche die Normengeneration beschreibt.

Die Emissionskennung EURO 6 sagt etwas darüber aus, welche Emissionsnorm und Grenzwerte eingehalten werden und nach welchen Prüfverfahren aktuell getestet wird. Seit dem 1. September 2015 müssen alle Neuwagen die EURO-6-Grenzwerte für Stickoxid- und Partikelemissionen erfüllen. Ergänzende Großbuchstaben weisen auf zusätzliche Messverfahren hin. Mit der Einführung von WLTP wurde die Emissionskennung EURO 6Ax eingeführt. Mit Einführung der EURO 6d Temp. (temporär bis Ende 2020) sind, neben den WLTP-Werten, neue Grenzwerte für den Abgastest auf der Straße (RDE) hinzugekommen. Dabei darf der Wert für Stickoxide (NOX) im RDE-Test um das 2,1 fache höher sein als der unter WLTP gemessene Wert. Mit der 2020 einsetzenden EURO 6d wird der Konformitätsfaktor auf 1,0 zzgl. Messungenauigkeit mit dem Faktor 0,5 gesenkt.

Somit darf bei der Norm EURO 6d der im Abgastest auf der Straße gemessene Wert für NOX maximal 1,5-mal höher sein als der unter WLTP gemessene Wert.

Ausgewählte Emmissionskennungen
Emissionskennung der
EU 6 (auszugsweise)
EU 6W
 
EU 6ZD
 
EU 6AD
***
EU 6AG
(EU 6BG)
EU 6AJ
 
Für Typprüfungen ab 01.09.2014 ** * 01.09.2017 01.01.2020
Für bereits typgeprüfte Neufahrzeuge
gelten folgende Übergangsfristen
01.09.2015 ** 01.09.2018 01.09.2019 01.01.2021
Emissions-Norm EURO 6b EURO 6c EURO 6c
EURO 6d Temp.
EURO 6d
Testverfahren
NEFZ NEFZ WLTP + RDE WLTP + RDE WLTP + RDE

    * Für die Typprüfung nicht vorgesehen.
  ** Unterliegt keinen Einführungsfristen. Sie kann freiwillig verwendet werden.
*** Für die Partikelanzahl gilt der Laborwert auch auf der Straße (bei Berücksichtigung der
      Messtoleranz von 0,5 = Maximalwert 1,5); beinhaltet ein Monitoring für die NOx-Werte.

FAQ

  • Für wen ist WLTP relevant?

    WLTP ist eine gesetzlich verbindliche Zulassungsvoraussetzung und gilt gleichermaßen für alle Hersteller. Zudem gilt das neue Typprüfverfahren sowohl für konventionelle Verbrenner, als auch für Hybride und Elektrofahrzeuge.

  • Wird WLTP Einfluss auf meine Fahrzeugkonfiguration haben?

    Bisher ist der NEFZ für die Bestimmung von Verbrauchs- und CO₂-Werten sowie Reichweiten maßgeblich. Im neuen WLTP-Typprüfverfahren erfolgt die Messung unter Berücksichtigung des Gewichts der Sonderausstattung, der Aerodynamik des Fahrzeugs, der Felgen, des Rollwiderstands des Reifens und der Motorgetriebevariante. Deshalb werden Fahrzeuge zukünftig individuelle Emissions- und Verbrauchsangaben besitzen. Der Kunde hat hierdurch die Möglichkeit neben dem Preis auch den CO₂-Wert seines Fahrzeuges mit zu beeinflussen.

  • Höhere Testergebnisse – mehr Kraftstoffverbrauch?

    Generell gilt: Der individuelle Kundenverbrauch ist unabhängig vom Testzyklus. Ziel des Typprüfverfahrens ist es, durch einen standardisierten und reproduzierbaren Prozess, eine Vergleichbarkeit zwischenunterschiedlichen Fahrzeugmodellen und Herstellern sicherzustellen. In der Realität hängen Verbrauch und CO₂-Emissionen eines Fahrzeugs von einer Vielzahl von Faktoren ab, die sich auch nicht durch den WLTP 1:1 im Labor rekonstruieren lassen. Einen zentralen Faktor stellen die unterschiedlichen Fahrstile dar – das heißt: Wenn zwei Fahrer das exakt gleiche Fahrzeug unter den exakt gleichen Bedingungen imrealen Straßenverkehr bewegen, werden sich zwangsläufig unterschiedliche Werte ergeben, etwa durch individuelles Beschleunigungs- und Bremsverhalten. Im WLTP fällt die Angabe von Verbrauchswertenhöher aus, weil das neue Typprüfverfahren die verschiedenen Fahrprofile realistischer abbildet.

Downloads und Links

  • Infomaterial zum Download

    Das neue Maß der Dinge WLTP im Überblick für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge Link zum PDF
    WLTP im Fuhrpark Wie sich das neue Prüfverfahren auf Flotten auswirkt Link zum PDF
    WLTP und RDE – ein Überblick Die aktuellen Prüfverfahren und ihre Auswirkungen auf Flottenkunden Link zum PDF
  • Nützliche Links

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