1. DEUTSCH
  2. Konzern
  3. Großkundengeschäft
  4. Praxisberichte
  5. e-tron

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

e_Gespräch

Dynamisch, souverän, effizient: Als erstes rein elektrisches Serienmodell von Audi bietet der e-tron emissionsfreie Mobilität für mehr als 400 Nonstop-Kilometer. Aber hält der neueste Coup auch im Flottencheck, was er verspricht?

 

Davon wollten sich Norman Scheck, Mobilitätsmanager Netze BW GmbH, und Jochen F. Obrecht, Konzernbereichsleitung Zentraleinkauf und Geschäftsführer der Garant Schuh + Mode Deutschland, selbst überzeugen. Die Gelegenheit dazu bot sich beim Audi e-tron Fahrerlebnis in München. Und so viel sei schon mal verraten: Wenn zwei sich (zumeist) einig sind, freut sich der Dritte ganz besonders …  

Fleet Magazine: Herr Scheck, Herr Obrecht, können Sie uns kurz Ihre jeweiligen Aufgabenfelder erklären?

Norman Scheck: Innerhalb des Mobilitätsmanagements Netze BW für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG kümmere ich mich um das Fuhrparkmanagement für die Flotte der EnBW und verschiedener Gesellschaften – wie beispielsweise Yello; aktuell sind wir ein Team mit 22 Personen.

Jochen F. Obrecht: Die Garant Schuh + Mode Deutschland ist ein Einkaufsverband unabhängiger Einzelhändler für Schuhe, Sport- und Lederwaren, der zur ANWR Group eG gehört; zudem betreiben wir konzerneigene Banken. Ich persönlich habe zwei Funktionen: Zum einen bin ich Geschäftsführer einer unserer Handelsorganisationen, zum anderen fungiere ich als Konzernbereichsleiter auch im Konzerneinkauf und beschäftige mich in diesem Zusammenhang mit dem Thema Mobilität – das ist auch der Grund, weshalb ich heute hier bin.

 

1
2
3

Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 24,6–23,7 (NEFZ); 26,2–22,6 (WLTP)
CO₂-Emission kombiniert in g/km: 0

Das freut uns – zumal Sie heute die Gelegenheit hatten, den neuen e-tron zu fahren. Was sagen Sie denn nun zum ersten vollelektrischen Audi?

Norman Scheck: Ich muss gestehen: Ich finde es generell schon beeindruckend, ein Elektrofahrzeug zu fahren. Da macht der e-tron keine Ausnahme – im Gegenteil: Nicht nur in puncto Haptik, Optik und Dynamik ist der Wagen extrem authentisch; auch die Assistenzsysteme haben mich schwer beeindruckt. Und trotz all der Neuheiten werden die Werte, für die Audi steht, super implementiert.

Jochen F. Obrecht: Das stimmt. Auch ich erkenne die Audi DNA absolut wieder – vor allem in der edlen Außenwirkung. Ehrlich gesagt stand ich der E-Mobilität ja durchaus skeptisch gegenüber: Für mich wirkte das Konzept der eierlegenden Wollmilchsau einfach nicht probat genug, vor allem mit Blick auf die Reichweite. Aber beim e-tron scheinen die Audi Ingenieure dem Thema wirklich Herr geworden zu sein.

Wo wir schon bei der Technik sind: Wie kamen Sie mit den virtuellen Außenspiegeln zurecht, die der e-tron als erstes Serienfahrzeug optional an Bord hat?

Jochen F. Obrecht: Also die finde ich wirklich klasse. Am Anfang ist es zwar neu, wenn man seitlich nach unten statt aus dem Fenster blickt – aber daran gewöhnt man sich schnell. Wir nutzen mittlerweile so viel Technik, und wenn ihr Einsatz zu einem Plus an Sicherheit im Fuhrpark führt, kann das nur gut sein.

 

Im e-tron gibt es nur noch eine seitliche Schaltwippe an der Handauflage in der Mittelkonsole anstatt des klassischen Schalthebels. Fehlt er Ihnen?

Norman Scheck: Überhaupt nicht. Ich finde, dass die Schaltwippe ein ergonomisches Gefühl vermittelt und auch die Bedienung sehr logisch und intuitiv ist.

Nach dem, was ich heute erlebt habe, ist mein Interesse an Elektromobilität definitiv gestiegen. Das Konzept des e-tron ist wirklich praktikabel; das ist mir bei anderen E-Fahrzeugen so noch nicht untergekommen.

Jochen F. Obrecht Konzernbereichsleitung Zentraleinkauf und Geschäftsführer der Garant Schuh + Mode Deutschland

Zur Serienausstattung gehört ja auch der Effizienzassistent. Welchen Eindruck hat dieses Feature bei Ihnen hinterlassen?

Norman Scheck: Wir haben ihn auf der Rückfahrt getestet und ich fand ihn überaus praktisch; vor allem bei diesen Temperaturen neigt man ja bekanntlich dazu, die Heizung zu stark aufzudrehen. Dann schlägt das Fahrzeug irgendwann vor, die Temperatur etwas runterzuregeln, um Energie zu sparen und die Reichweite zu erhöhen.

Jochen F. Obrecht: Ein großer Schritt nach vorne ist für mich auch der Fakt, dass beim e-tron zwischen Anzeige und Reichweite eine tatsächliche Korrelation besteht. Wenn mir jemand sagt „mach mal lieber deine Klimaanlage aus, dann hast du noch acht Kilometer mehr“ und diese Berechnung wirklich verlässlich ist, dann ist das überaus hilfreich.

 

Worin unterscheidet sich der e-tron von den Elektroautos, die Sie bisher gefahren sind?

Jochen F. Obrecht: Also ehrlich gesagt waren meine Erfahrungen bislang nicht die besten – Thema Reichweite. Der e-tron hingegen ist – das sage ich ganz deutlich – ein wahrhaft vollwertiges Fahrzeug. Er hat alles, was ich von einem Auto erwarte.

Norman Scheck: Ich war mal ein halbes Jahr lang mit einem Elektroauto als Betriebsfahrzeug unterwegs. Zuvor hatte ich mir über das eigene Fahrprofil eher wenig Gedanken gemacht; da war es schon toll zu sehen, wie vorausschauend und energiesparend man fahren kann. Hier erreicht der e-tron natürlich ein neues Level. Was ich außerdem an ihm schätze, ist sein elektrischer Allradantrieb: Durch das hohe Bremsmoment und die hohe Traktion hatte ich bei meinem damaligen E-Fahrzeug einen enormen Reifenverschleiß. Das dürfte beim e-tron sicher nicht passieren …

Stichwort Betriebsfahrzeuge: Welchen Elektroanteil haben Ihre Fuhrparks derzeit?

Norman Scheck: Aktuell haben wir 160 rein elektrische Fahrzeuge im Einsatz. Die größte Herausforderung bestand hier zunächst in der Analyse der Nutzerprofile: Wie viel fährt der Nutzer am Tag beziehungsweise in der Woche? Fährt er drei Tage gar nicht, dann aber 300 Kilometer am Stück? Hier einen sinnvollen Ladeansatz zu finden, ist nicht einfach. Daher haben wir die ersten 50 Fahrzeuge an Nutzer gegeben, die nicht mehr als 150 Kilometer am Tag unterwegs sind; jetzt gilt es, die Ladeinfrastruktur für die Zukunft vorzubereiten – eine anspruchsvolle Aufgabe.

Jochen F. Obrecht: Wir haben tatsächlich gerade noch gar keine E-Fahrzeuge in unserem Fuhrpark – lediglich ein Auto mit Hybridantrieb.

 

Können Sie uns sagen, welchen Gründe für Sie bislang gegen rein batterieelektrische Fahrzeuge sprachen, Herr Obrecht?

Jochen F. Obrecht: Prinzipiell spricht natürlich nichts dagegen. Um Schadstoffe aus den Ballungsräumen zu bekommen, ist E-Mobilität sicherlich der richtige Weg – und den e-tron habe ich mir vorsichtshalber schonmal konfiguriert (lacht). Ob E-Fahrzeuge aber in näherer Zukunft für die ANWR Group eG infrage kommen, entscheidet am Ende die Gesamtbilanz.
 

Herr Scheck, um hier gleich anzuknüpfen: Lohnt sich ein Umstieg rein wirtschaftlich?

Norman Scheck: Ich denke, hier müssen wir noch ein wenig abwarten. Sicherlich haben E-Fahrzeuge für die Flotte aber – von der rein monetären Seite abgesehen – auch marketingtechnisch positive Effekte. Zudem bin ich überzeugt, dass sich bei konventionellen Fahrzeugen mit steigenden Umweltauflagen langfristig das Restwertrisiko erhöht.


Wie steht es denn um das generelle Interesse für E-Fahrzeuge bei Ihren Dienstwagenberechtigten und User-Choosern?

Norman Scheck: Das Interesse ist extrem hoch; erst letztes Jahr hatten wir eine Mitarbeiteraktion, bei der man sich zu sehr guten Konditionen auf E-Fahrzeuge bewerben konnte – und die Rückmeldung war überragend. Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage noch größer wird, wenn mehr flottentaugliche und reichweitenstarke Modelle wie der e-tron auf dem Markt sind.

Jochen F. Obrecht: Die Anfragen kommen auch bei uns definitiv. Wobei sich unter unseren User-Choosern viele Außendienstler mit hohen Kilometerleistungen befinden. Ich denke, dass sich auch in diesem Bereich bald etwas tut – und dann stellt sich die Frage nach der Nachfrage sowieso nicht mehr.

 

Laut einer Dataforce-Studie ist die Bereitschaft, auf Elektroantriebe zu setzen, nach persönlichen Erfahrungen höher – wie sehen Sie das nach der heutigen Veranstaltung?

Jochen F. Obrecht: Nach dem, was ich heute erlebt habe, ist mein Interesse an Elektromobilität definitiv gestiegen. Das Konzept des e-tron ist wirklich praktikabel; das ist mir bei anderen E-Fahrzeugen so noch nicht untergekommen.

Norman Scheck: Ich glaube auch, dass es vor allem darum geht, diesen Komfort, dieses ruhige, ausgeglichene Fahren erlebbar zu machen. Dass das geht, haben wir ja heute gesehen.
 

Das Interesse ist extrem hoch; erst letztes Jahr hatten wir eine Mitarbeiteraktion, bei der man sich zu sehr guten Konditionen auf E-Fahrzeuge bewerben konnte – und die Rückmeldung war überragend. Ich bin überzeugt, dass die Nachfrage noch größer wird, wenn mehr flottentaugliche und reichweitenstarke Modelle wie der e-tron auf dem Markt sind.

Norman Scheck Mobilitätsmanager Netze BW GmbH

Herr Obrecht, warum kommt aus Ihrer Sicht die Elektromobilität in Deutschland bislang nicht in Fahrt?

Jochen F. Obrecht: Ich glaube, dass bei dem klassischen Vielfahrer immer noch eine große Unsicherheit besteht; auf gut Deutsch: Was der Bauer nicht kennt, fährt er nicht (lacht). Aber wenn man den Weg weitergeht und konsequent aufklärt, kann man viele Aspekte wie zum Beispiel das Feld der Ladesäulen in den Griff bekommen.


Herr Scheck, viele Ihrer „elektrifizierten“ Dienstwagenfahrer laden sicherlich auch zu Hause – bekommen sie dafür von Ihnen Unterstützung?

Norman Scheck: Absolut! Unsere Car-Policy sieht vor, dass jeder Firmenwagennutzer bei Bedarf eine Pauschale für die Installation einer Wallbox erhält.

 

Unterm Strich, Herr Scheck, Herr Obrecht: Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile der E-Mobilität: Wird 2019 ein „E-Auto-Jahr“?

Jochen F. Obrecht: Für Deutschland würde ich mir definitiv wünschen, dass sich die E-Mobilität weiter durchsetzt – da geht mein Appell ganz klar an die Politik, vor allem, was konkrete Förderprogramme betrifft.

Norman Scheck: Für uns als Energieunternehmen ist die Entscheidung pro E-Mobilität definitiv gefallen – schließlich betreiben wir eines der größten Ladenetze in Deutschland. Die einzige Frage, die sich stellt, ist in meinen Augen die Verfügbarkeit – sprich: Wie viele Fahrzeuge kann Volkswagen 2019 ausliefern? (lacht)
 

KURZPORTRÄT

  •  Netze BW GmbH

    Als größtes Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg ist die Netze BW GmbH das Kompetenzzentrum für Netzmanagement im EnBW-Konzern. Sie betreibt zudem ein rund 100.000 Kilometer langes Stromnetz in der Hoch-, Mittel- und Niederspannung, wartet dieses und baut es kontinuierlich aus. Eine bedeutende Rolle beim Ausbau des Verteilnetzes spielt dabei die Netzanbindung von erneuerbaren Energien. Der Fuhrpark des Unternehmens umfasst aktuell rund 1.800 Pkw.

  • ANWR GROUP

    Mit einem Geschäftsvolumen von 8,7 Milliarden Euro sowie rund 5.500 angeschlossenen Händlern aus der Schuh-, Sport- und Lederwarenbranche zählt die ANWR GROUP zu den erfolgreichsten kooperativen Unternehmernetzwerken in Europa. Operativ konzentriert sich die ANWR Group auf die Geschäftsfelder Handel & Kooperation sowie Finanzdienstleistungen.

Das Interview führte Fleet Magazine Chefredakteur Markus R. Groß