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Nachrichten

Betriebsversammlung in Wolfsburg: Jahresauftakt erfolgreich, Kraftakt WLTP

  • Konzernchef Dr. Herbert Diess: Volkswagen soll ein gut geführtes, ehrliches und offenes 
Unternehmen werden
  • Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh erinnert an die Verbundenheit der Belegschaft mit dem Unternehmen

Auf der heutigen Betriebsversammlung im Stammwerk 
Wolfsburg haben Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns und der Marke Volkswagen, sowie der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh den erfolgreichen Jahresauftakt bilanziert. Diess sagte den Beschäftigten: „Die Leitmarke ist auf einem guten Weg, und das liegt nicht zuletzt an Ihnen. Dafür danke ich Ihnen herzlich.“ Osterloh betonte: „Die Belegschaft steht auch in Zeiten der Herausforderung fest zu Volkswagen. Das ist ein Wert, den man nicht hoch genug schätzen kann.“ Diess kündigte zudem an, dass wegen der Umstellung auf den Prüfzyklus WLTP nach dem Werksurlaub am Standort Wolfsburg Schließtage in der Produktion eingeplant werden müssen. Osterloh dazu: „Die Umsetzung der Regelung zu den Schließtagen werden wir in den nächsten Tagen mit dem Unternehmen verhandeln.“

Konzernchef Diess sagte: „Die Volkswagen Mannschaft ist ein starkes Team. Wir sind ein starkes Team.“ Seit 2015 seien rund 100 neue Modelle der Marke Volkswagen auf die Straße gebracht worden, die wirtschaftliche Lage sei verbessert, die Zahl der Auslieferungen auf 6,2 Millionen 
gesteigert worden. Den Konzern habe er in seiner neuen Funktion als Vorstandsvorsitzender in robuster Verfassung übernommen. Das erste Quartal 2018 habe der Konzern mit einem Auslieferungsrekord abgeschlossen, im April wurden 930.000 Konzernfahrzeuge an Kunden übergeben, und die Konzernstrategie TOGETHER 2025 greife. Das sei nicht zuletzt das Verdienst von Matthias Müller, sagte Diess: „Er hat mit hohem persönlichen Einsatz die Grundlage dafür geschaffen, dass wir jetzt die Neuausrichtung von Volkswagen gestärkt fortführen können.“

Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh machte klar, dass der vom 
Betriebsrat angeschobene Zukunftspakt weiter erfolgreich umgesetzt werde: „Allein in diesem Jahr haben wir im Zukunftspakt 300 Zukunftsarbeitsplätze aufgebaut. Insgesamt sind es seit 
Vertragsabschluss 1500.“ Osterloh forderte in diesem Zusammenhang den Vorstand zu Gesprächen darüber auf, wie der technische Fortschritt vor allem in den Bürobereichen gestaltet werden solle: „Wir haben während der Betriebsratswahlen gefordert, dass das Unternehmen mit uns eine verbindliche Roadmap Digitalisierung vereinbart. Wir wollen darüber  verhandeln, welche Effekte die Einführung der neuen Systeme vor allem im indirekten Bereich haben wird. Und was das für die Arbeitsplätze bedeutet.“ Die Sicherheit der Arbeitsplätze bleibe das oberste Ziel des Betriebsrats, sagte Osterloh.

Diess versicherte, Volkswagen werde den nun eingeschlagenen Kurs fortsetzen und stehe vor zwei wesentlichen Aufgaben. „Volkswagen muss noch offener, ehrlicher, in einem Wort: anständiger werden. Und Volkswagen muss schneller und flexibler werden.“  Es gehe um Regeln, Recht und Gesetz, aber auch um Anstand und Moral. Diess wörtlich: „Anstand und Moral fangen im Unternehmen ganz oben an. Messen Sie uns und Ihre Chefs daran!“ Der Konzern wolle nicht nur die Empfehlungen und Vorgaben des Monitors umsetzen, er wolle ein gut geführtes, ehrliches und offenes Unternehmen werden. „Dazu müssen wir uns anstrengen. Alle zusammen!“ Volkswagen werde sein internes Hinweisgebersystem weiter ausbauen, die Compliance-Organisation konzernweit verstärken und integres Handeln in der Unternehmenskultur verankern.

Als Kraftakt bezeichnete der Konzernchef die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP: „Wir müssen allein bei der Marke Volkswagen innerhalb kürzester Zeit über 200 Modellvarianten neu prüfen und zulassen.“ Die Testprozedur sei viel komplexer und dauere länger, der gesamte Prüfaufwand sei drei- bis viermal so hoch wie bisher. „Um das zu bewältigen, wurde und wird auf den Prüfständen quasi rund um die Uhr getestet.“ Für Wolfsburg zeichne sich ab: „Wir müssen im 3. Quartal mit Ausfällen in der Produktion rechnen. Diess erläuterte den Beschäftigten: „Wir bauen nach dem Werksurlaub in Wolfsburg nur Fahrzeuge, die die neuen Normen erfüllen. Die Auslieferungen erfolgen nach und nach, sobald die erforderlichen Zulassungen vorliegen. Dennoch werden wir viele Fahrzeuge zwischenzeitig lagern müssen. Damit diese Zahl nicht zu groß wird, müssen wir in Wolfsburg nach dem Werksurlaub bis Ende September Schließtage einplanen.“ Wie sich diese Tage verteilen, werde in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat besprochen, das Ergebnis werde der Belegschaft dann umgehend mitgeteilt.

Betriebsratschef Osterloh sagte, dass die Auswirkungen von Programmabsenkungen nicht allein auf den betroffenen Beschäftigten abgeladen werden dürften: „Die Kolleginnen und Kollegen können nichts dafür, wenn dieses Unternehmen über Jahre zu wenig Abgasprüfstände gebaut hat und darum plötzlich mit dem Messen nicht nachkommt. Wir werden nicht zulassen, dass diese Situation am Ende des Tages allein von der Belegschaft getragen wird. Denn die Kolleginnen und Kollegen in der Produktion haben die Lage nicht verschuldet.“

In einem Talk mit dem Betriebsratsvorsitzenden Osterloh stand eine Delegation der VfL-Frauen auf der Bühne. Das Team hatte mit Meisterschaft und DFB-Pokal zwei von drei möglichenTiteln geholt und im Champions-League-Finale nur knapp das Triple verpasst. Zudem trat der Sänger und Komponist Peter Maffay auf. Er ist Kuratoriumsmitglied der Volkswagen Belegschaftsstiftung.