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Nachrichten

Neue Strategie, neue Geschäftsfelder, neue Produkte: Niedersachsens Ministerpräsident Weil informiert sich bei Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover

  • Stephan Weil: „Volkswagen Nutzfahrzeuge geht den richtigen Weg“
  • CEO Dr. Thomas Sedran erläutert Strategie der Marke: „Wandel als Chance sehen“
  • Betriebsratsvorsitzende Bertina Murkovic: „Wichtigste Aufgabe: Transformation nur mit Beteiligung der Beschäftigten“

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich heute bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) am Standort Hannover über die wichtigsten Zukunftsthemen der Marke informiert. Im Mittelpunkt seines Fabrik-Besuchs standen dabei autonomes Fahren, Elektromobilität, Digitalisierung, Transformation sowie neue Geschäftsmodelle. Dr. Thomas Sedran, Vorsitzender des VWN-Markenvorstands, erläuterte zusammen mit weiteren Vorständen Strategien, künftige Geschäftsfelder und technische Neuheiten.

Volkswagen Nutzfahrzeuge übernimmt im Konzernverbund zentrale Zukunftsthemen: Das Werk in Hannover wird zum Kompetenzzentrum für elektrisch angetriebene leichte Nutzfahrzeuge ausgebaut. Ab 2022 läuft hier der vollelektrische ID. BUZZ vom Band, die Neuauflage der Volkswagen Marken-Ikone Bulli. Zudem hat VWN im Konzern eine Kooperation für leichte Nutzfahrzeuge mit Ford gestartet. Außerdem werden in Hannover Konzernaktivitäten rund um neue Mobilitätsdienste wie MOIA und die Entwicklung von vollautonomen Robotaxis gebündelt.

Der Ministerpräsident informierte sich während seines Besuchs am Beispiel der Studie SEDRIC (SElf DRIving Car) insbesondere über das Zukunftsfeld autonomes Fahren. SEDRIC ist Ideenträger für nachhaltige, sichere, komfortable und jederzeit verfügbare Mobilität per Knopfdruck. Zudem sprach Weil bei seinem Rundgang durch das Werk mit Mitarbeitern über den Wandel der Arbeitsplätze hin zu mehr Digitalisierung in der Industrie (Transformation Personal/Produktion).

Weil: Volkswagen Nutzfahrzeuge geht den richtigen Weg

Ministerpräsident Weil: „Eins ist klar: Wir brauchen jetzt deutliche Schritte hin zu einer umweltschonenderen und digitalisierten Mobilität. Ich konnte mir heute ein Bild davon machen, dass Volkswagen Nutzfahrzeuge bei diesen Zukunftsthemen auf dem richtigen Weg ist. VWN engagiert sich stark im Bereich der CO2-freien Mobilität. In der Transformation ist der Bereich Nutzfahrzeuge Vorreiter im VW-Konzern.“

Weil zeigte sich beeindruckt, wie gut die Beschäftigten die Veränderungen mitgestalten.

„Vor dem Hintergrund der sich verändernden Mobilität und den damit verbundenen Herausforderungen für die Automobilwirtschaft haben wir den Strategiedialog Automobilwirtschaft in Niedersachsen ins Leben gerufen. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Transformationsprozess vorausschauend zu begleiten und zu gestalten, Innovationspotenziale niedersächsischer Unternehmen zu nutzen sowie Beschäftigung und Arbeitsplätze zu sichern.“

Sedran: Wir treiben den Wandel entschlossen voran

VWN-Vorstandsvorsitzender Thomas Sedran erklärte bei dem Treffen: „Wir haben mit dem Ausbau unserer Marke zum innovativen Mobilitätsanbieter richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Wir agieren künftig entlang der kompletten Wertschöpfungskette: vom vernetzten Auto über mobile Onlinedienste bis zum einsatzfähigen autonomen E-Fahrzeug. Dazu bündeln wir bei VWN die konzernweite Entwicklung für das autonome Fahren, arbeiten mit Hochdruck an Mobilitätslösungen für Personen und Waren im urbanen Raum. Für den Einsatz künftiger Mobilitätsdienste nutzen wir beispielsweise die Erfahrungen von MOIA.“

Den Wandel zur E-Mobilität sieht Sedran hierbei als „einmalige Chance“ für VWN: „Wir investieren mehrere Milliarden Euro in nachhaltige Mobilität für leichte Nutzfahrzeuge, ein Großteil davon fließt in die Elektromobilität. Zusammen mit der Belegschaft wollen wir diese Antriebstechnologie in ihrer alltäglichen Nutzung auf ein neues Level heben.“ Um die individuellen Kundenwünsche noch besser erfüllen zu können, produziere das Werk Hannover neben Fahrzeugen mit modernsten Dieselaggregaten künftig auch Hybridmodelle und ab 2022 E-Fahrzeuge der ID. BUZZ-Familie. Der VWN-Chef betonte: „Der Bulli der Zukunft kommt aus Hannover! Damit sorgen wir für Zukunftssicherung der Marke und somit des Standorts.“

Der tiefgreifende Strukturwandel könne jedoch nur im „konstruktiven Dialog“ von Unternehmen und Politik gelingen. Sedran: „Wir bei VWN arbeiten intensiv an einem gesamtheitlichen Angebot, an einem Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt.“ Zu einer erfolgreichen E-Mobilitätsoffensive gehöre aber auch der zügige Aufbau einer flächendeckenden und länderübergreifenden Lade-Infrastruktur, richtete Sedran seinen Appell an die Politik.

Murkovic: Wichtigste Aufgabe – Transformation nur mit Beteiligung der Beschäftigten

Auch die VWN-Betriebsratsvorsitzende Bertina Murkovic setzt auf Zusammenarbeit von Politik und Unternehmen, damit der Wandel gelingen kann: „Wir haben immer deutlich gemacht, dass der Weg insbesondere in die E-Mobilität die Unterstützung aus der Politik braucht. Und zwar ganz konkrete Initiativen, die im betrieblichen Alltag verankert sind. Ich bin überzeugt, dass das Qualifizierungschancengesetz hier Hilfe bietet. Transformation gelingt nur mit den Menschen. Konkret muss in den Abteilungen erarbeitet werden, wohin die Reise geht und wie die Perspektiven für die Beschäftigten aussehen.“

Transformation Personal, Produktion, Technologien

VWN-Produktions- und Logistikvorstand, Dr. Josef Baumert, erklärte bei dem Rundgang im Werk Hannover: „Die Digitalisierung der Produktion und sämtlicher vor- und nachgelagerter Prozesse verspricht wichtige Vorteile im Wettbewerb. Zugleich ist sie auch eine Herausforderung, die eine umfassende Transformation beinhaltet. Dabei ist es von großer Bedeutung, die Belegschaft insbesondere in der Produktion frühzeitig für die Arbeit der Zukunft fit zu machen. Wir ergreifen deshalb bereits heute ganz konkrete Maßnahmen, die Beschäftigten für die Arbeit von morgen zu qualifizieren. Das ist wichtiger Teil unserer vorausschauenden Beschäftigungssicherung.“
 
Als aktuelles Beispiel nannte Baumert den Bereich ‚Manueller Karosseriebau-Finish‘, bei dem in einem ersten Schritt 97 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für neue Aufgaben qualifiziert werden. Beate Brandes, Personalleiterin VWN Deutschland, ergänzte: „Wir gestalten den Weg gemeinsam mit den Beschäftigten. In vielen Gesprächen wurden so Kompetenzen, Potenziale und Wünsche erörtert und konkrete Ideen für den weiteren Einsatz entwickelt.“

Alexander Hitzinger, VWN-Vorstand für Technische Entwicklung (verantwortet im Konzern auch das neu gegründete 'Zentrum für Autonomes Fahren und *Mobility as a Service'), stellte bei dem Besuch des Ministerpräsidenten Antriebs- und Produktstrategien sowie Planungstand beim Autonomen Fahren dar. Hitzinger: „Fortschreitende Digitalisierung wird unsere Mobilität grundlegend verändern. Unser Ziel ist es daher, in Zukunft den autonomen Transport von Gütern und Personen im öffentlichen Raum anbieten zu können. Dies wird nachhaltig zur Verbesserung des Verkehrsflusses und auch der Sicherheit im Straßenverkehr beitragen.“ Vor diesem Hintergrund erläuterte Hitzinger die Interaktion einzelner Sensoren beim Autonomen Fahren sowie die Herausforderungen hinsichtlich der Zusammenarbeit und Komplexität verschiedener Fahrzeugsysteme.

*MaaS/TaaS: MaaS: „Mobility-as-a-Service“, (Mobilität als Dienstleistung), TaaS: „Transport-as-a-Service“ (Transport als Dienstleistung). Das Schlüsselkonzept ist, die Nutzer, Menschen oder Güter in den Mittelpunkt zu stellen und für die individuellen Bedürfnisse maßgeschneiderte Mobilitätslösungen anzubieten.