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Volkswagen Kassel wird E-Motoren-Zentrum der Zukunft

  • Transformationstreiber und Technologieführer: Standort Kassel wird zum Schlüssellieferanten für die E-Mobilität und Kompetenzzentrum für den gesamten E-Antriebsstrang
  • Volkswagen Group Components investiert bis 2026 rund 1,2 Mrd. Euro in Baunatal
  • Heute Produktion auf 18 E-Traktions-Linien, Verdoppelung bis 2026 geplant
  • Einstieg in die Pulswechselrichter-Technologie ab 2025
Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender Kassel, Olaf Korzinovski, COO der Volkswagen Group Components, Jörg Fenstermann, Werkleiter Kassel, Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik und CEO der Volkswagen Group Components, Konzern-Personalvorstand Gunnar Kilian, Daniela Cavallo, Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende.

Der Volkswagen Group Components Standort Kassel wird zum Schlüssellieferanten für die E-Mobilität: Das Werk wird die 2015 gestartete Transformation beschleunigen und das Produktportfolio mit Hochdruck auf Tech-Komponenten für Elektroautos fokussieren. Die Anzahl der aktuell 18 Fertigungslinien für E-Motoren und weitere E-Komponenten wird sich in den kommenden 4 Jahren verdoppeln. Langfristig soll Kassel zum reinen E-Werk und zum Systemanbieter für die E-Mobilität werden: Als konzernweites Kompetenzzentrum für E-Antriebe entwickelt Kassel im Verbund mit den Marken Volkswagen und Audi den elektrischen Antriebsstrang der künftigen Scalable Systems Plattform (SSP). Für diese Schritte investiert Volkswagen Group Components bis 2026 rund 1,2 Milliarden Euro in den Standort, mehr als zwei Drittel der Summe entfällt auf Entwicklung und Fertigung von E-Komponenten.

Der elektrische Antriebsstrang der nächsten Generation wird in Sachen Effizienz, Leistung und Volumen ganz neue Maßstäbe setzen. Dafür geht Volkswagen in die Eigenentwicklung: Neben dem E-Antrieb mit Rotor und Stator wird künftig auch der Pulswechselrichter selbst entwickelt und produziert. Als zentrale Steuerungs- und Regelungseinheit ist er quasi das Gehirn des Antriebsstrangs und ein Schlüssel zu geringeren Stromverbräuchen, größeren Reichweiten und höherer Leistung. Der Erstanlauf des ersten eigenentwickelten Pulswechselrichters für den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) am Standort ist für 2025 geplant. Für dessen Industrialisierung sind innovative Fertigungsverfahren mit eingeflossen, die am Standort entwickelt wurden.

Das zweite große Kompetenzfeld im Werk Kassel ist die Fertigung hochintegrativer Plattformteile. Mit dem Know-how der Experten in Europas größter Leichtmetallgießerei wurde ein innovatives Verfahren für den Strukturteileguss auf bereits bestehenden Anlagen entwickelt. Dadurch wird die Fertigung von Großbauteilen auf mittelgroßen Druckgussmaschinen ermöglicht. Das erste Großgussbauteil im Projekt wurde für einen Hinterwagen abgegossen. Das 1,6 m x 1,5 m große Bauteil ersetzt gegenüber der konventionellen Karosseriefertigung 33 Einzelteile. Kassel ist befähigt, auch die SSP-Plattform mit Großguss-Teilen und weiteren hochintegrativen Plattformteilen zu versorgen und damit einen zur Reduktion der Fertigungszeit künftiger E-Fahrzeuge beizutragen.

Transformation zum Schlüssellieferant der E-Mobilität
Volkswagen Group Components transformiert alle deutschen Werke von der Verbrenner-Technologie hin zu Tech-Komponenten für die E-Mobilität. Über den Fortschritt der Transformation im Komponentenwerk Kassel informierten sich Konzernvorstand und Konzernbetriebsrat auf dem diesjährigen Standortsymposium. Der Standort Kassel präsentierte sich auf dem Symposium an 40 Projektständen mit zahlreichen Produkt- und Prozessinnovationen sowie Digitalisierungs- und Transformationsthemen.

Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik und CEO der Volkswagen Group Components, sagte: „Kassel hat die bisherige Transformation mit großer Kompetenz und Mut gemeistert – und wird auf dieser Basis zu Volkswagens E-Motoren-Zentrum der Zukunft! Im Fokus steht der E-Antriebsstrang mit der künftigen Eigenentwicklung und -fertigung des Pulswechselrichters. Denn damit werden Effizienz und Reichweite des E-Autos maßgeblich definiert. Mit unseren Tech-Komponenten für die kommende SSP-Plattform wollen wir die beste Gesamtsystemeffizienz erzielen. Der Komponentenstandort Kassel mit seiner hohen Entwicklungs- und Maschinenbaukompetenz bietet alle Voraussetzungen dafür.“

Konzern-Personalvorstand Gunnar Kilian ergänzte: „Insgesamt ist der Standort bestens für die Zukunft aufgestellt. Fundament dafür ist die hervorragend qualifizierte Mannschaft, ihr großes Engagement und eine zukunftsweisende Produkt- sowie Fertigungstiefe. Kassel ist im gesamten Transformationsprozess erfolgreich – und gestaltet den Weg mit den Menschen sowie einer hohen sozialen Verantwortung.“

Daniela Cavallo, Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzende lobte: „Die Kolleginnen und Kollegen in Kassel treiben Innovationen in Richtung Elektromobilität konsequent voran und gestalten die Transformation gemeinsam. Das hat der Standortrundgang gezeigt, bei dem alle Beteiligten mit hoher Kompetenz und großer Leidenschaft ihre Themen vertreten haben. Das ist der richtige Weg für Volkswagen‘‘.

„Der Wandel am Standort Kassel kann nur gemeinsam mit der Mannschaft erfolgreich umgesetzt werden‘‘, betont Werkleiter Jörg Fenstermann. Alle Bereiche haben mit Top-Innovationen gezeigt, welche Kompetenz im Standort steckt, um erfolgreicher Systemlieferant für die Scalable Systems Plattform zu sein: mit dem ersten Großgussteil in der Konzerngeschichte oder Innovationen im Bereich des Pulswechselrichters. „Kassel ist gut für die Zukunft gerüstet. Wir haben ein hoch motiviertes Team am Start, das in jeder Situation beweist, was in ihm steckt.“

Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender am Standort Kassel betonte: „Die im Symposium gezeigten Produkte und Projekte sind eine Auswahl aus der Ideenvielfalt und Leistungsfähigkeit unserer Kasseler Belegschaft. Neben unseren direkten in der Produktion beschäftigten Kolleginnen und Kollegen sind auch unsere indirekten Beschäftigten eine wichtige Säule, um die Herausforderungen aller Zukunftsthemen zu bewältigen. Die Veränderungsprozesse in der Transformation brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit. Gemeinsam mit dem Unternehmen legen wir jetzt die Weichen für zukunftsweisende neue Produkte und langfristige Beschäftigungssicherung. Das hat sich die Kasseler Belegschaft verdient“

Mit rund 16.000 Mitarbeitern das weltgrößte Komponentenwerk des Volkswagen Konzerns hat Kassel die Transformation bereits 2015 eingeleitet und ist heute konzernweiter Nukleus für die Entwicklung und Produktion von E-Antrieben. Beginnend mit den ersten elektrischen Antrieben für den e-up!1 in 2015 sind bis heute insgesamt 1,7 Mio. alternative Antriebe gefertigt worden. Seitdem wurde die Expertise für Entwicklung und Fertigung von Komponenten für die E-Mobilität konsequent ausgebaut. Der Standort produziert heute unter anderem elektrische Antriebe für die MEB-Modelle des Volkswagen Konzerns für Europa und Nordamerika. Aktuell sind bereits rund 4.000 Mitarbeiter in der E-Mobilität beschäftigt.

In den kommenden Jahren wird der Standort die Transformation weiter beschleunigen und das Produktportfolio auf Tech-Komponenten für die Elektro-Plattformen des Volkswagen Konzerns umstellen, allen voran für die künftige SSP-Plattform. Alleine bis 2026 wird der Standort sieben neue Komponenten im Programm haben, im Gegenzug laufen nicht mehr zukunftsfähige Komponenten aus. Langfristig könnte Kassel zum größten Komponentenwerk der E-Mobilität werden und neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze in der E-Mobilität schaffen.

Neben den zahlreichen Maßnahmen zur Reduzierung der Fabrikkosten sind die Beispiele zur Reduktion von CO2 und zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette richtungsweisend. Im Rahmen der Dekarbonisierungstrategie haben die Beschäftigten Kassel im Jahr 2021 durch die konsequente Umsetzung von über 200 Effizienzmaßnahmen ca. 25.000.000 kWh eingespart. Dies entspricht dem jährlichen Energiebedarf von ca. 6.250 Haushalten (4 Personen ca. 4.000 kWh/a) und einer CO2-Einsparung von ca. 15.000 t/a. Allein durch die Umrüstung von 9.000 Leuchtstoffröhren auf energiesparende LED-Technik, konnte der jährliche Energieverbrauch um 3.600.000 kWh reduziert werden.


1) e-up! (61 kW/83 PS) 1-Gang-Automatik Stromverbrauch (NEFZ): 12,9-12,7 kWh/100 km (kombiniert); CO₂-Emission in g/km: 0; Effizienzklasse: A+++

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