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Flüchtlingshilfe bei Volkswagen PKW - Nachrichten

Fünf Flüchtlinge, ein Praktikum und der Zauberwürfel

Der Zauberwürfel entsteht: Ahmet Mohamed Abdi (v. l.n.r.), Ausbilder Dirk Pinnecke, Ali Mohamed, Mohamed Mohamed und Hozan Ahmedsaleh fertigen aus Aluminium Schritt für Schritt die drei Bauteile für den komplexen Würfel.

Aus einem schlichten Aluminiumblock entstehen drei so exakt aufeinander abgestimmte Metallteile, dass sie sich zu einem Würfel vereinen, den nur der Kenner wieder auseinander bekommt. Mit Stemme, Bohrer und Feile haben sie diesen Zauberwürfel während ihres zweiwöchigen Praktikums in der Ausbildungswerkstatt am Standort Wolfsburg gefertigt und damit handwerkliche Grundfertigkeiten trainiert. Als „unlösbaren Knoten“ beschreibt Dirk Pinnecke von der Berufsausbildung Werk Wolfsburg den kniffligen Würfel. Möglich gemacht hat das Praktikum die Kooperation der Volkswagen Berufsausbildung mit der Berufsschule BBS2, Außenstelle Dieselstraße in Wolfsburg. Dort werden die Flüchtlinge im sogenannten Berufsvorbereitungsjahr mit Sprachförderung und der Klasse SPRINT (Abkürzung für: Sprache und Integration) auf ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg vorbereitet. Die jungen Flüchtlinge haben unter anderem gelernt, einfache technische Zeichnungen zu verstehen, mit dem Messschieber umzugehen und das Material nach den Vorgaben der Konstruktionszeichnung zu bearbeiten. Dirk Pinnecke hat die Flüchtlinge während ihrer zwei Wochen im Werk begleitet.

Damit seine Schüler über die handwerklichen Grundfähigkeiten hinaus einen Einblick in die Fertigung am Standort bekamen, zeigte er seinen neugierigen Schülern einige Fertigungsprozesse, beispielsweise die Fertigung von Antriebsgelenkwellen. Insgesamt haben acht Flüchtlinge ein zweiwöchiges Praktikum in unterschiedlichsten Bereichen des Werks absolviert. Neben dem Standort Wolfsburg laufen Praktika auch im Werk Hannover. Weitere Standorte planen ebenfalls solche Angebote im Rahmen von Berufsintegrationsklassen und Qualifizierungsprojekten. Mohamed Mohamed, 18 Jahre, kam vor sechs Monaten aus Syrien nach Deutschland. Über sein schönstes Erlebnis bei Volkswagen erzählt er: „Als ich den fertigen Würfel endlich in der Hand hatte“. Sein Bruder Ali, 17 Jahre, nickt mit dem Kopf und wiederholt den Satz seines Bruders leise. Mit seinem breiten Lächeln zeigt Ali allen, wie stolz er auf seine Arbeit ist. Beide Brüder wohnen zusammen im Hollinghaus des Diakonisches Werks Wolfsburg e.V. Ahmet, Mohamed Abdi, kam ebenfalls vor sechs Monaten aus Somalia nach Wolfsburg und spricht schon richtig gut Deutsch. Selbstbewusst und mit ruhiger Stimme steht er vor der Gruppe aus Praktikanten und Mitarbeitern der Volkswagen Group Academy und erzählt. Er und sein Ausbilder werfen sich dabei immer wieder Blicke zu. Schon nach kurzer Zeit ist hier eine freundschaftliche Beziehung gewachsen: „Unser Betreuer war sehr, sehr nett zu uns und auch alle anderen Leute, die wir hier trafen, waren aufgeschlossen und hilfsbereit“, berichtet Ahmet über seinen ersten Kontakt mit der deutschen Arbeitswelt. Nach dem Abschluss der Berufsvorbereitung in der BBS2 möchte er sein Abitur machen und studieren. „Ich könnte mir Medizin vorstellen“, überlegt der junge Mann, dessen Vater schon vom Arztberuf träumte. Sein Junge hat vielleicht bald die Chance dazu.

„Mich hat enorm beeindruckt, wie gut die Flüchtlinge schon Deutsch sprechen – und das schon nach vier Monaten hier in Deutschland“, schwärmt Ausbilder Pinnecke. „Das hat wunderbar geklappt den jungen Leuten die Dinge zu erklären und wenn einer etwas sprachlich mal nicht verstanden hatte, haben die anderen Praktikanten aus dem Team gleich übersetzt“, lobt der engagierte Betreuer sein fleißiges Praktikanten-Team. „Den unlösbaren Knoten“ nehmen die Praktikanten mit und werden in der Klasse der BBS2 in der Dieselstraße die Mitschüler mit der schwierigen Aufgabe konfrontieren. „Das ist ein erstes Erfolgserlebnis für die jungen Leute, dass sie ein durchaus komplexes Gebilde aus Aluminium mit ihren eigenen Händen und Werkzeugen gefertigt haben“, weiß der erfahrene Ausbilder. Auch für ihn war die Zeit mit den Flüchtlingen eine bereichernde Erfahrung.

Das hat wunderbar geklappt den jungen Leuten die Dinge zu erklären und wenn einer etwas sprachlich mal nicht verstanden hatte, haben die anderen Praktikanten aus dem Team gleich übersetzt.

Dirk Pinnecke Ausbilder am Standort Wolfsburg