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Flüchtlingshilfe bei Porsche - Nachrichten

An das denken, was wir haben

Echte Freundinnen: Ivette Pasymowski (links) und Ruth.

Es ist eine Freundschaft, die einem bewusst macht, was eigentlich zählt. Die Porsche-Mitarbeiterin Ivette Pasymowski besucht regelmäßig die Flüchtlingsunterkunft in Zuffenhausen. Besonders gut versteht sie sich mit Ruth aus Eritrea. Für die Flüchtlingshilfe bei Porsche erzählt Pasymowski über ihre Erfahrungen und einem neuen Blickwinkel auf das Leben, den ihr Ruth eröffnet hat:

"Den Willen zu helfen hatte ich schon lange, aber der erste Schritt war trotzdem eine Überwindung für mich. Ich habe ja keine Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen. Eines Tages fasste ich mir ein Herz und klingelte an der Tür des Flüchtlingsheims in Zuffenhausen, an dem ich täglich vorbei laufe. Ich hatte mich zuvor beim Flüchtlingssozialdienst der AWO informiert. Vor Ort wartete bereits die Betreuerin Maria auf mich. Sie ist eine der zwei Helferinnen, die im Heim rund 150 Flüchtlinge betreuen. Nach einem Gespräch über die aktuelle Situation in der Unterkunft ermutigte sie mich, selbst Bekanntschaft mit den Bewohnerinnen zu machen. Etwas unsicher wagte ich mich in den zweiten Stock des Gebäudes und sprach eine Gruppe Eritreerinnen an. Nur eine von ihnen, Ruth, konnte etwas Englisch und versuchte zu übersetzen. Die anderen Frauen blieben vorsichtig und etwas distanziert. Ich hatte fast das Gefühl als würden sie mir sagen wollen: Was hast du hier zu suchen? Eingeschüchtert und enttäuscht ging ich nach Hause. Bis mir die Idee kam, meinen eritreischen Bekannten um Übersetzungshilfe zu bitten. Noch am selben Abend stand ich ein zweites Mal vor der Tür – dieses Mal mit Verstärkung. Die Frauen hörten uns interessiert zu und wir tranken gemeinsam Tee.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Am Apparat war die Betreuerin Maria. Ruth hätte sie darum gebeten, mich anzurufen. Ich solle wiederkommen.

In dem Moment war mir klar, dass das Eis gebrochen war. Das hat mich richtig glücklich gemacht und mich umso mehr in meinem Vorhaben bestärkt, den Frauen zu helfen.

So besuchte ich immer häufiger die Unterkunft und unser Vertrauen zueinander wuchs. Wir lernten uns kennen. Bei einem langen Spaziergang erzählte mir Ruth schließlich von ihrer Flucht. Ich war wirklich geschockt, was sie alles durchmachen musste. Das ist für uns gar nicht vorstellbar. Polizisten nahmen die Eritreerin während einer Razzia gefangen, weil ihr Bekannter Protestant war und das in Eritrea nicht erlaubt ist. Man brachte die Frau ins Gefängnis und ließ sie neun Monate lang auf dem kalten Boden schlafen – ohne Decke oder Kissen. Dass die Eritreerin selbst katholisch war, spielte keine Rolle. Eines Tages kam ein starker Sturm auf, als Ruth vor den Gefängnistoren auf dem Feld arbeiten musste. Es regnete in Strömen. Sie ergriff die Chance und flüchtete zu Bekannten. Doch sie wusste, dass sie dort nicht lange bleiben konnte, weil das Militär sie suchen würde. Und so begann ihre Flucht. Ruth floh über den Sudan bis in die Schweiz und schließlich nach Deutschland. Noch von weitem, so beschrieb sie es mir, habe sie die heulenden Sirenen des Gefängnisses gehört.

Heute zeigt mir Ruth jedes Mal aufs Neue, wie froh sie ist, mit mir Zeit zu verbringen. Sie ist fasziniert von der Freiheit, die wir als ganz normal betrachten und bedankt sich für alles – auch, wenn wir nur zusammen mit meinem Hund Gassi gehen. Wir kochen, quatschen und lackieren uns die Nägel. So wie man es mit jeder anderen Freundin auch machen würde.

Wenn ich überlege, was ich von der Begegnung mit Ruth mitgenommen habe, dann ist es Dankbarkeit. Für ein Leben, das mir so manches ermöglicht.

Mir wird immer wieder klar, wie viel Glück ich habe: Ein Leben in Freiheit und ohne Existenzangst, eine gesunde Familie, einen tollen Job und einen guten Arbeitgeber. Zu diesem Gefühl fällt mir ein Zitat von Arthur Schoppenhauer ein: 'Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.'"

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