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Flüchtlingshilfe im Volkswagen Konzern - Nachrichten

Ehrenamtlich im Flüchtlingscamp im Libanon - Ein Mitarbeiter erzählt

Christian Schaible arbeitet normalerweise bei Volkswagen in Wolfsburg im Büro. Ende letzten Jahres hatte er die Gelegenheit wieder zu seinen Wurzeln als Elektriker zurückzukehren. Warum er dafür in den Libanon gereist ist und was er dabei erlebt hat, berichtet Christian Schaible selbst:

Im letzten Jahr durfte ich mich nach einem Auswahlverfahren den Grünhelmen, einer deutschen Hilfsorganisation,
anschließen. Dank unbezahlten Urlaubs flog ich Anfang November mit Martin Mikat, dem Vorstandsvorsitzenden der Grünhelme, für drei Monate in den Libanon. Wir fuhren nach Arsal, einer Bergstadt in 1550 Metern Höhe an der libanesisch-syrischen Grenze. Hier folgte eine Katastrophe der anderen. Zuerst schwappte der Syrienkrieg über die Grenze und offene Konflikte übernahmen die Stadt. Zehntausende syrische Geflüchtete versuchten im Libanon ein sicheres Zuhause zu finden, doch fanden sie nur weitere Unterdrückung und Gewalt vor. So wurde ihnen beispielsweise von der libanesischen Regierung verboten feste Dächer für ihre Zelte zu errichten. Bagger zerstörten etliche der Flüchtlingsunterkünfte. Eine sich zusätzlich verschärfende Wirtschaftskrise, hohe Inflationsraten und Corona taten ihr Übriges. Über 6.000 Geflüchtete sind in Arsal gefangen, da an eine Rückkehr in die Heimat nach Syrien nicht zu denken ist. Die Grünhelme helfen an mehreren Fronten. Eine davon wurde zumindest für ein paar Monate auch zu meiner Aufgabe: Jedes Flüchtlingszelt soll einen sicheren Stromzugang bekommen.

Die Elektrik vor Ort besteht im Schnitt seit einem Jahrzehnt – somit circa seit Beginn des Syrienkrieges. Es wurden oft falsche, beschädigte, zu dünne und zu alte Leitungen verlegt. Es ist keine Seltenheit, dass ein Meter Kabel aus zehn verwurschtelten Stücken besteht. Sicherungen befinden sich schutzlos im Freien und die Kabel liegen oft auf den Zelten. So kommt es in den Camps fast täglich zu Kabelbränden, die innerhalb von Sekunden auf das ganze Camp übergreifen können. 

Um diesen Zustand zu verbessern, habe ich in einer 6-Tage-Woche mit jeweils zehn Stunden Arbeitszeit zusammen mit einem lokalen Team bestehend aus bis zu 16 Geflüchteten gearbeitet. Auch an Weihnachten und Silvester haben wir die Arbeit nicht ruhen lassen. Wir verlegten neue Außenkabel  und erneuerten innerhalb der Zelte die Steckdosen, Leuchten, separate Sicherungen und Leitungen. Kabelrohre sollten innerhalb der Zelte zusätzlich den Brandschutz erhöhen. All dies geschah im Wechsel mit Zeltaufnahme, Materialbeschaffung, Camp-Planung und Papierkram. Eine Mischung aus Bauleitung, Bandarbeit und Bürokratie, die sich ausgezahlt hat: 719 Zelte haben wir neu verdrahtet.

Den Feierabend verbrachte ich oft bei den Mitarbeitern im Camp und konnte die syrischen Kochkünste bestaunen, alles in Kombination mit Chai und Shisha. Die Gastfreundlichkeit fand hier keine Grenzen. Auch ein wenig Arabisch habe ich in der Zeit lernen können. So konnte ich ein bisschen von dem verstehen, was die syrischen Geflüchtete über ihr Leid, ihre Ängste, aber auch ihre Hoffnung äußerten. Ein guter Ausdruck für Letzteres war die Antwort, die ich von allen bekam, als ich meine eventuelle Rückkehr erwähnte: „Wir sehen uns dann in Syrien!“ Man hat gemerkt, dass diese Aussage einen bitteren Beigeschmack hatte, doch ich hoffe natürlich, sie haben recht und sie können irgendwann in ihre Heimat zurückkehren!

Auch wenn ich nun leider nicht mehr an Bord bin, so geht das Projekt weiter. Es gibt über 140 Camps in Arsal und jedes davon wartet auf die Grünhelme. Nicht umsonst formulierte es der Sozialminister Arsals wie folgt: „Ein einziger Grünhelm macht so viel wie fünf große Organisationen zusammen.“ Die Arbeitsmoral der Grünhelme wird in Arsal anerkannt und ist gerne gesehen, denn sie packen an – und das mit voller Wucht.

Hier auf der Internetseite der Grünhelme erfahrt ihr mehr über ihre Arbeit. Einen ausführlichen Bericht über die derzeitige Situation im Libanon gibt es hier.

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