1. DEUTSCH
  2. News
  3. Flüchtlingshilfe
  4. 2021
  5. 5
  6. Ausbildung als aktive Integration

Wir nutzen Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen und unsere Kommunikation mit Ihnen zu verbessern. Wir berücksichtigen hierbei Ihre Präferenzen und verarbeiten Daten für Analytics und Personalisierung nur, wenn Sie uns durch Klicken auf "Zustimmen und weiter" Ihre Einwilligung geben oder über den Button "Cookie Präferenzen setzen" eine spezifische Auswahl festlegen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Informationen zu den einzelnen verwendeten Cookies sowie die Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und in der Cookie-Richtlinie.

Zustimmen und weiter Cookie Präferenzen setzen

Ausbildung als aktive Integration

Ausbildung als aktive Integration

Integration ist ein Thema, das viele Unternehmen in den vergangenen Jahren beschäftigt hat. Was bedeutet es, Menschen einzustellen, die weder in unserem Kulturkreis großgeworden sind, noch vollständig unsere Sprache beherrschen? Wie das funktionieren kann, zeigt sich bei uns in unserem Unternehmen.

Viele Konzernmarken, die Vertriebsregionen und die Volkswagen Autohäuser stellen seit einigen Jahren Flüchtlinge in ihren Betrieben ein. Damit leisten sie -neben einer aktiven Integration der Geflohenen in die Gesellschaft- auch einen Beitrag zur Verringerung des Fachkräftemangels in der Automobilindustrie, indem sie selbst ausbilden und die Nachwuchskräfte nach ihrer Lehre übernehmen und an sich langfristig binden.

So haben beispielsweise bei der Handelsgruppe Volkswagen Group Retail Deutschland (VGRD) oder bei Autohäusern in den vergangenen Jahren einige Flüchtlinge eine Ausbildung angefangen oder einen zukunftssicheren Job gefunden. Fünf Kollegen der Volkswagen Automobile Stuttgart, der Audi Stuttgart GmbH, der Volkswagen Automobile Hannover und des Autohauses Warncke in der Nähe von Bremen, erzählen uns, wie sie ihre Heimat verlassen mussten, was ihnen auf dem Weg nach Deutschland widerfahren ist und wie sie ihren Alltag in einem fremden Land gemeistert haben.  

Davood Ramhormozi-Zadeh bei seiner Arbeit im Audi Zentrum Stuttgart.

Bereits 2014 kam der heute 34 Jahre alte Davood Ramhormozi-Zadeh mit seiner Frau Hamideh aus dem Iran nach Deutschland. Er floh aus religiösen und politischen Gründen und hoffte, sich ein neues Leben in Deutschland aufbauen zu können. Mittlerweile hat er sich hier gut eingelebt. Davood hat 2016 mit seiner Frau ein gemeinsames Kind bekommen. Besonders freut er sich darüber, dass seine Arbeitskollegen*innen ihn in jeder Lebenslage unterstützen: „Ich bin sehr dankbar, dass ich so viel Solidarität erfahren darf. Gerade in schwierigen Situationen standen meine Kollegen*innen hinter mir und haben mir sehr geholfen“, erzählt Davood. In 2019 gab es eine schwierige Situation. Im Mai stand er kurz vor der Abschiebung in den Iran. Auch dank der Unterstützung seiner Kollegen*innen bei der Audi Stuttgart GmbH, die einen spezialisierten Fachanwalt engagierten, konnte die Abschiebung abgewendet werden. „Für mich war das eine sehr schwere Zeit. Ich hatte Angst, dass ich alles verliere, was ich mir in den vergangenen Jahren aufgebaut habe“, so der junge Iraner. Im Februar 2020 gab es dann aber wieder eine gute Nachricht. Davood konnte seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker erfolgreich abschließen und wurde von der Audi Stuttgart GmbH am Standort Feuerbach übernommen.  

Der 25-jährige Syrer Mohammad Suyeeh arbeitet leidenschaftlich für sein berufliches Ziel: die Ausbildung erfolgreich abschließen und dann in Stuttgart fest angestellt werden.

Mohammad Suyeeh flüchtete Anfang 2017 vor dem Krieg aus Syrien und kam nach Deutschland. Dafür hat er einen sehr beschwerlichen und gefährlichen Weg auf sich genommen. Mohammad ist als Palästinenser in Syrien geboren. Daher besitzt er keinen syrischen Pass und gilt in Deutschland als staatenlos. Bei der Volkswagen Automobile Stuttgart fand er im September 2018 eine Ausbildungsstelle zum Mechatroniker. Bereits im Vorlauf seiner Ausbildung hat er sich gute Deutschkenntnisse angeeignet und konnte diese als ehrenamtlicher Übersetzer für syrische Flüchtlinge einsetzen. „Ich fühle mich hier in Stuttgart sehr wohl, auch weil inzwischen meine Familie nachgekommen ist. Ich wurde hier von allen gut aufgenommen und freue mich jeden Tag aufs Neue, zur Arbeit zu gehen. Nur mit den schwäbischen Dialekt meiner Kollegen*innen habe ich noch einige Schwierigkeiten“, sagt Mohammad und lächelt verschmitzt. Auch seine jüngeren Geschwister haben sich im Schwabenland gut eingelebt. Seine Schwester beendet voraussichtlich im Sommer 2020 ihre Ausbildung zur Bürokauffrau. Mohammads andere Geschwister gehen noch zur Schule. Für die Zukunft hat der 25-jährige Syrer schon genaue Vorstellungen. „Ich möchte meine Ausbildung erfolgreich abschließen, meine Fachhochschulreife erlangen und möglichst als Geselle hier bei der Volkswagen Automobile Stuttgart übernommen werden“, sagt Mohammad. Dafür stellt er alles andere hinten an. Im September 2019 hat er mit der Abendschule angefangen, um seine Fachhochschulreife nachzuholen. Ein Ziel steht dabei über allen anderen: „Ich möchte die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und mir und meiner Familie ein neues Leben aufbauen“, erzählt Mohammad. Neue Freunde hat er bereits gefunden. Kürzlich ist er mit seiner Freundin in eine eigene Wohnung gezogen und einen weiteren Traum konnte sich Mohammad auch schon verwirklichen: „Ich habe mir meinen eigenen gebrauchten Audi A5 gekauft“, erzählt Mohammad sichtlich stolz. Eine Sache geht ihm aber nicht aus dem Kopf: „Ich habe große Sorgen davor, dass meine Eltern zurück nach Syrien müssen. Dann wüsste ich nicht, was ich machen sollte“, sagt der 25-jährige.  

Der 41-jährige Mohammad Ali Heidari Mousa hatte anfangs einige Schwierigkeiten in Deutschland. Mittlerweile hat er sich gut eingelebt und möchte sich hier seine Zukunft aufbauen.

Mohammad Ali Heidari Mousa und Sear Alyousuf arbeiten beide bei Volkswagen Automobile Hannover. Ali ist im dritten Lehrjahr zum Lackierer. Der 41-jährige floh vor der politischen Lage im Iran. Schon früh in seinem Leben musste Ali Verantwortung übernehmen. Als sein Vater verstarb, musste er die Vaterrolle für seine zehn Geschwister übernehmen. „Die Schwierigkeiten der ersten Zeit habe ich hinter mir gelassen.“ Ali kam 2016 mit seiner Frau und seinem Kind nach Deutschland. „Die erste Zeit in einem fremden Land war sehr schwer für mich und meine Familie. Ich hatte Probleme mit der Sprache, und ich habe mich hier nur schwer zurechtgefunden. Aber diese Schwierigkeiten habe ich überwunden und hinter mir gelassen“, berichtet Ali. Bei der Volkswagen Automobile Hannover ist Ali sehr gut aufgenommen worden. Er versteht sich gut mit seinen Kollegen*innen und erfährt hier ebenso Unterstützung wie Offenheit und Neugier gegenüber seiner Lebensgeschichte. Dafür ist er sehr dankbar. Für die Zukunft wünscht sich Ali Gesundheit für sich und seine Familie. Beruflich will er im Lackierbereich bleiben: „Ich würde gerne nach meiner Ausbildung hier bleiben und übernommen werden. Für die fernere Zukunft kann ich mir aber auch vorstellen, dass ich mich mit einer Autolackiererei selbstständig mache. Aber das ist momentan wirklich nur ein Traum“, sagt Ali mit funkelnden Augen. „Sich ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden, ist nicht gerade einfach.“  

Sear Alyousuf floh vor Krieg und Terror aus Syrien und verlor dabei eins seiner Kinder. Nun ist er froh, dass er und seine Familie in Deutschland sicher sind.

Sear Alyousuf ist im ersten Lehrjahr zum Lackierer. Der 27-Jährige stammt aus Idlib in Syrien und ist gemeinsam mit seiner Frau und seinen zwei Kindern vor Krieg und Terror geflohen. Eines seiner Kinder hat er im Krieg in Syrien verloren. Das macht Sear heute noch sehr traurig: „Dass ich mein Kind verloren habe, ist furchtbar. Ich bin aber froh, dass wir jetzt hier in Deutschland sicher sind“, fügt Sear traurig, aber erleichtert hinzu. Zu Volkswagen Automobile Hannover ist Sear über ein Langzeitpraktikum gekommen. Sear ist von seinen Kollegen*innen in Hannover sehr gut aufgenommen worden. Gerade die Anfangszeit in Deutschland empfand Sear als schwierig: „Sich in einer fremden Kultur und ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden, ist nicht gerade einfach. Aber jetzt klappt alles schon ganz gut“, sagt Sear. Dankbar ist er vor allem dafür, dass er nicht mehr täglich um sein Leben im Krieg fürchten muss und dass er in Hannover die Möglichkeit bekommen hat, sich eine sichere Zukunft aufzubauen: „Ich möchte gerne meine Ausbildung schnellstmöglich mit guten Ergebnissen abschließen und dann bei Volkswagen in Hannover fest angestellt werden. Das ist mein beruflicher Traum für die Zukunft“, erzählt Sear. „Ansonsten wünsche ich mir für meine Familie Gesundheit und dass wir in Frieden ein neues Leben aufbauen können“, sagt der 27-jährige Syrer zum Abschluss des Gesprächs.

Bashar Turan flüchtete mit 13 Jahren aus Syrien und machte beim Volkswagen Autohaus Warncke seine Ausbildung.

Bashar Turan hat vor enigen Wochen seine Ausbildung bei dem Autohaus Warncke erfolgreich abgeschlossen. Der gebürtige Syrer freut sich riesig über die bestandene Prüfung. Mit ihm seine Familie, Freunde und Bekannten. „Alle, die mich kennen sind glücklich“, sagt der 21-Jährige, der vor acht Jahren aus seiner Heimat geflüchtet ist.

Bashar Turan ist 13 Jahre alt, als er aus Syrien nach Deutschland flieht. Er will den Bürgerkrieg und die tägliche Gewalt in seiner Heimat hinter sich lassen und macht sich auf nach Deutschland? Über die Türkei-Route kommt er schließlich nach Tarmstedt. Da leben zwei seiner Brüder. Er richtet sein Leben in der kleinen Gemeinde in Niedersachsen neu ein - ohne seine Eltern, die in Afrin leben, nordwestlich von Aleppo in Syrien, und ohne einen großen Teil seiner Familie. Er lernt zuerst Deutsch im Kivinan-Bildungszentrum in Zeven. Seine Deutsch-Lehrerin hilft ihm, einen Ausbildungsplatz zu suchen. Bashar Turan will eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker machen.

Es gelingt, das Autohaus Warncke in Tarmstedt bei Rothenburg/Wümme als Ausbildungsbetrieb zu gewinnen. Während Bashar Turan seine Lehre antritt, durchläuft er parallel dazu die VTA-Zusatzausbildung. VTA steht für Volkswagen Technologie für Auszubildende. Mit diesem Kurs, den die Volkswagen Service Group Nord anbietet, steigen viele angehende Kfz-Mechatroniker in ihr Volkswagen Berufsleben ein.

Über die bestandene Gesellenprüfung freuen sich alle. Nicht nur die Familie, auch Freunde und Bekannte. Auch Turans Chef, Volkswagen Händler Wolf Warncke, ist froh und stolz: „Von Bashars fachlichen Fähigkeiten waren wir immer überzeugt. Und auch von seiner Bereitschaft und von seinem Willen“, so der Tarmstedter.

Die Volkswagen Flüchtlingshilfe des Autohauses konnte durch ihr Netzwerk Bashar nicht nur in Sachen Ausbildung, sondern auch in Hinsicht behördlicher Themen, Wohnungssuche, Austausch mit der Schule usw. helfen. Das alles neben der normalen Kfz-Mechatroniker-Ausbildung mit ihren diversen Lehrgängen, speziellen Fachausbildungen und der Berufsakademie.

Das macht die Konzern Flüchtlingshilfe

Die Konzernflüchtlingshilfe ist Partner verschiedener Hilfsorganisationen wie des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), des Deutschen Roten Kreuz (DRK), des Malteser Hilfsdienstes sowie regionaler Verbänden, Vereine und Städte (Jobcenter, Integrationsreferat, ARGE, etc.). Es werden gemeinsame Projekte aufgestellt und gefördert wie beispielsweise die Einstiegsqualifizierung, Sprachkurse, schulische Bildung und Integration, Studienförderung, Praktika oder der Einstieg in den Beruf. (vgl. das Schaubild „ Die drei Säulen des Engagements“). Konzernweit hat die Konzernflüchtlingshilfe bereits über 6.000 geflüchtete Menschen mit ihren Projekten erreicht.

Allgemeine Informationen

Im Jahr 2015 traf Europa und Deutschland die wohl größte Flüchtlingsbewegung in der jüngeren Geschichte. Viele Flüchtlinge flohen vor Krieg, politscher Verfolgung und weiteren menschenverachtenden Missständen in ihren Heimatländern. Sie nahmen den beschwerlichen und zuweilen auch lebensgefährlichen Weg auf sich, weil sie in ihrer Heimat um ihr Leben fürchten mussten. Knapp 500.000 Asyl- und Folgeanträge wurden im Jahr 2015 in Deutschland registriert. Laut Migrationsbericht 2015 des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge war dies der höchste Stand seit 1992. Viele Flüchtlinge kamen nach Deutschland in der Hoffnung für sich und ihre Familien ein neues, sichereres Leben aufbauen zu können.  

Wichtiger Hinweis

Wenn Sie auf diesen Link gehen, verlassen Sie die Seiten der Volkswagen AG. Die Volkswagen AG macht sich die durch Links erreichbaren Seiten Dritter nicht zu eigen und ist für deren Inhalte nicht verantwortlich. Volkswagen hat keinen Einfluss darauf, welche Daten auf dieser Seite von Ihnen erhoben, gespeichert oder verarbeitet werden. Nähere Informationen können Sie hierzu in der Datenschutzerklärung des Anbieters der externen Webseite finden.

Weiter zur Seite Abbrechen