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Flüchtlingshilfe im Konzern - Nachrichten

Ein T5 Transporter für die Seenotretter

(v.li.n.re.) Christian Orlamünder, Kapitän der „Sea Eye", Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Theresa Jepsen, Mitinhaberin des Volkswagen Zentrums, Oscar Voorvaart, Leiter Volkswagen Zentrum Regensburg, Rainer Hensel, Gesamtgeschäftsführer Jepsen Autogruppe, und Michael Buschheuer, Gründer von Sea Eye.

An der Basisstation in Malta treffen die Ehrenamtler des gemeinnützigen Vereins "Sea-Eye" alle Vorbereitungen für ihre Rettungseinsätze auf hoher See. Für den Transport von Material und Crew benötigten die Helfer dringend ein Fahrzeug. Die Flüchtlingshilfe des Volkswagen Konzerns spendete deswegen nun einen Volkswagen T5 Transporter. Die aus Spenden und privaten Mitteln finanzierte Initiative "Sea-Eye" rettet schiffbrüchige Flüchtlinge aus dem südlichen Mittelmeer. In diesem Jahr konnte die ehrenamtliche Crew mit ihrem umgerüsteten Fischkutter „Sea-Eye“ und in enger Zusammenarbeit mit den Küstenwachen über 5500 Menschen retten - überwiegend im Seegebiet vor Libyen. Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer ist dankbar für die dringend benötige Unterstützung: ”Damit geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Transporte mit Versorgungsgütern haben uns immer vor Probleme gestellt. Das gehört jetzt der Vergangenheit an.” Ariane Kilian, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe des Volkswagen Konzerns, betont: „Tausende Menschen sterben bei dem Versuch, in überfüllten Booten nach Europa zu gelangen. Sea-Eye und seine Mitarbeiter leisten mit der Seenotrettung unverzichtbare humanitäre Hilfe für Kinder und Erwachsene in Lebensgefahr. Wir freuen uns, dass wir diese wichtige Arbeit seitens Volkswagen mit einem Transporter unterstützen können.“

Damit geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Transporte mit Versorgungsgütern haben uns immer vor Probleme gestellt. Das gehört jetzt der Vergangenheit an.

Michael Buschheuer Gründer der gemeinnützigen Organisation Sea-Eye

Dass so viele Menschen vor dem Tod bewahrt werden konnten, ist auch die Leistung von Audi-Mitarbeiter Chris Orlamünder, der als Skipper auf der „Sea-Eye“ angeheuert hat. In einen Zeitungsartikel erfuhr der Ehrenamtler von der neugeründeten Hilfsorganisation. „Ich bin quasi seit meinem ersten Lebensjahr zur See gefahren. Als Baby und Kind wurde ich mitgenommen und schon bald habe ich alles Wichtige von meinen Eltern gelernt. Ich habe früh meine ersten Segel-/Motorboot und Funklizenzen gemacht“, erzählt der Seenotretter über seine Anfänge auf dem Wasser. Schnell war dem erfahreneren Skipper und passioniertem Segler klar, dass er bei den Einsätzen der „Sea-Eye“ unbedingt dabei sein wollte. Das hat auch mit sehr persönlichen Erfahrungen zu tun, die Orlamünder früh in seinem Leben gemacht hat: „Meine Motivation hat mit 2 Kindheitserlebnissen zu tun: als 5-jähriger Bub musste ich erleben, wie mein 4 Jahre alter Bruder beinahe ertrunken wäre. Mein Vater konnte ihn schließlich durch einen Sprung ins kalte Wasser in letzter Minute retten. Zum anderen war ich als 12-Jähriger in einer Segelregatta während eines Sturms mit abgebrochenem Mast in Seenot geraten. Beide Erlebnisse gingen gut aus, hätten aber auch tödlich enden können“. Solche Erlebnisse bleiben im Kopf und lassen den Seenotretter auch heute nicht los: „Kinder an Bord: wir fordern Kinderschwimmwesten von der Sea-Eye an'. Diese Funksprüche vom Beiboot an mich auf der Brücke lassen mich heute noch jedes Mal erschaudern. Ich habe selbst noch recht junge Kinder. Und ich kann es nicht ertragen, wenn Kinder auf hoher See ohne Schwimmwesten in seeuntüchtigen Booten sind. Menschen in Seenot zu sehen ist schon schlimm genug. Kinder in Seenot brechen mein Herz. Jedes Mal“.

Im Herbst 2015 wurde der gemeinnützige Verein mit Sitz in Regensburg gegründet. In über 14 Einsätzen war die Crew im Jahr 2016 knapp sieben Monate auf dem Mittelmeer unterwegs. Auch in diesem Jahr wird das Schiff wieder viele Monate auf See sein und Flüchtlinge retten. Und auch Chris Orlamünder wird im Mai wieder dabei sein.