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Flüchtlingshilfe bei Volkswagen Financial Services AG - Nachrichten

EURO-Leasing: Integration hinterm Lenkrad

Auch das gehört dazu: Checken, wann der nächste Ölwechsel fällig ist.

Sittensen, Sitz der Euro-Leasing – einem Tochterunternehmen der Volkswagen Financial Services, im März: Während der Syrer Shadi Awad den schwarzen Audi A3 durch Sittensen lenkt, sitzt Aladen Hassan auf der Rückbank. "Wer darf denn hier an der Kreuzung als erster fahren?", fragt der gebürtige Sudanese nach vorne. "Wir müssen warten. Da wir Linksabbieger sind, müssen wir den Geradeausverkehr durchlassen", sagt Fahrlehrer Hermann Gehrke. Langsam setzt sich das Auto wieder in Bewegung. Vor und hinter dem Fahrschulwagen fahren nun immer mehr andere Autos, es nieselt und die Sicht ist schlecht. Shadi Awad schweigt und steuert das Auto sicher durch Sittensen, einer Zukunft in Deutschland entgegen.

Shadi Awad, 32 Jahre, und Aladen Hassan, 35 Jahre, sowie drei weitere Geflüchtete machen gerade ihren PKW-Führerschein. Bezahlen müssen sie dafür nichts, denn die Fahrstunden gehören zu einem Projekt, das die EURO-Leasing initiiert hat: „Finanzierung von LKW-Führerscheinen zur Qualifizierung für den Arbeitsmarkt“. Der bestandene PKW-Führerschein ist die Voraussetzung für den LKW-Führerschein und der ist das Ziel. Innerhalb kurzer Zeit und in enger Zusammenarbeit mit Oliver Lemke, Geschäftsstellenleiter der Bundesagentur für Arbeit in Rotenburg, hat EURO-Leasing das Projekt im Herbst auf die Beine gestellt. „Mit unserem Projekt möchten wir eine Brücke schlagen, damit die Flüchtlinge so rasch wie möglich in ihrer neuen Heimat Fuß fassen“, sind sich Angela Bosum, Leiterin Personal, und Jörn Otten, Betriebsrat, einig.

Die Projektteilnehmer haben zunächst einen Sprachkurs an der Volkshochschule in Sittensen und ein einwöchiges Praktikum bei EURO-Leasing absolviert, dem Truck und Trailer Vermieter von MAN Financial Services. Dabei haben sie Überführungsfahrten der LKW begleitet und den Mitarbeitern beim Ausschecken der LKW unterstützt. Ihnen wurde das Aufsatteln der Trailer und vieles mehr erklärt – praktisches Wissen, dass sie für den LKW-Führerschein gut gebrauchen können. Hunderttausende Flüchtlinge suchen einen Zugang zum Arbeitsmarkt. Zu all den Hürden der Asylanträge kommt für viele die fehlende Fahrerlaubnis hinzu. Hier entstehen hohe Kosten, selbst für jene Flüchtlinge, die schon einen Führerschein besitzen. Führerscheine aus den typischen Herkunftsländern wie Syrien, Afghanistan oder dem Irak werden in Deutschland nur für sechs Monate gemäß einer "Touristenregelung" anerkannt. Für eine Umschreibung ist dann eine theoretische und praktische Prüfung vonnöten. „Für uns ist dieses Engagement eine Herzensangelegenheit. Als größter Arbeitgeber in Sittensen tragen wir eine besondere Verantwortung für die Menschen in dieser Region. Wir haben auch schon mit zwei Unternehmen vor Ort gesprochen, die den erfolgreichen Absolventen der Qualifizierungsmaßnahme eine berufliche Perspektive bieten möchten. Unsere Fünf haben sich bei den beiden potentiellen Arbeitgebern auch schon umgeschaut“, stellt Angela Bosum heraus.

Berufskraftfahrer werden gesucht: Im September 2016 wurden laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln bundesweit 15.000 offene Stellen gemeldet. Beste Voraussetzungen für die fünf angehenden Kraftfahrer.

Im Januar startete die Personalabteilung zusammen mit dem Betriebsrat und den Kollegen bei EURO-Leasing zusätzlich noch ein Patenprogramm. Die Flüchtlinge haben einen Mitarbeiter aus dem Unternehmen als direkten Ansprechpartner. Egal ob es sich um Übersetzen von Behördendeutsch handelt, erklären von Regeln, die in Deutschland gelten oder sich einfach mit den Flüchtlingen bei einem Kaffee unterhalten, was ihre Deutschkenntnisse erweitert: So sieht praktische Hilfe aus.
 

Der bestandene PKW-Führerschein ist die Voraussetzung für den LKW-Führerschein und der ist das Ziel.