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Flüchtlingshilfe bei Volkswagen Nutzfahrzeuge - Nachrichten

Projekt "Deutsch 360°": 20 Geflüchtete hospitieren im Volkswagen Nutzfahrzeuge-Werk

Die 20 Teilnehmer beim Start der Hospitation zusammen mit Vertretern der Personalabteilung, des Corporate Responsibility Teams und dem Betriebsrat sowie der Landeshauptstadt Hannover.

20 Geflüchtete aus dem Irak, Iran, aus Syrien, Marokko, Sudan und palästinensischen Gebieten haben für vier Wochen im Werk Hannover hospitiert. Der Besuch ist ein Bestandteil des Sprachkurses „360 Grad“. Wir stellen drei Geflüchtete und ihre persönliche Geschichte vor.

Krieg und Gewalt, Verfolgung oder Perspektivlosigkeit. Die Gründe für eine Flucht aus ihrer Heimat waren bei Wisam Maseka, Anas Shamie und Yahya Alshaer vielfältig. Leicht ist es keinem der drei gefallen, alles hinter sich zu lassen und eine Reise mit ungewissem Ausgang anzutreten. Seit zwei bis drei Jahren sind die Männer mittlerweile in Deutschland, wohnen in der Region Hannover. Die Teilnahme am Volkswagen Nutzfahrzeuge Sprachkurs „Deutsch 360 Grad“ sehen sie als besondere Chance. Dazu gehört auch die Hospitation bei Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Das Ziel des Sprachkurses „Deutsch 360 Grad“: Nadine Wolthusen-Brosche von der Landeshauptstadt Hannover leitet das Projekt: „Vor einem halben Jahr haben die Teilnehmer kaum Deutsch gesprochen, haben jetzt schon große Fortschritte gemacht. Das Ziel ist die sogenannte B2-Qualifikation, die für die Arbeitssuche Voraussetzung ist.“ Die Hospitation bei Volkswagen Nutzfahrzeuge sei ein wichtiger Bestandteil des Kurses gewesen. Hier haben die Geflüchteten in einem Arbeitsumfeld die Sprache genutzt und außerdem das Arbeiten in einem großen Unternehmen kennengelernt. Wolthusen-Brosche: „Das macht ihnen Mut und gibt Hoffnung.“

 

Yahya Alshaer, 41 Jahre, Syrien

Näherin Stefanie Naleppa, Manuel Granobs und Yahya Alshaer in der Näh-Werkstatt.

Im Werk Hannover war Yahya in der Näh-Werkstatt eingesetzt. „Das war
auch mein Beruf in Aleppo“, sagt der 41-Jährige. Hier hat er Taschen
oder Kissen für die Produktion genäht. Yahya weiter: „Ich bin sehr
glücklich, weil ich die Chance habe, meinen gelernten Beruf auszuüben.“
Stefanie Naleppa ist Näherin und unterstützt Yahya bei der Arbeit: „Wir
waren im Vorfeld etwas unsicher, wie wird das? Aber die Bedenken sind
alle weg, Yahya spricht richtig gut Deutsch und zeigt großes Interesse an
der Arbeit.“ Im Sommer 2015 ist er mit seiner Familie, seiner Frau,
seinen drei Kindern und seiner gehbehinderten Mutter, geflohen. Erst in
die Türkei, von hier ging es in einem kleinen Holzboot weiter nach
Griechenland – über 200 Kilometer über das offene Meer. „Vor der Küste
ging uns das Benzin aus, wir trieben auf dem Meer. Die Wasserpolizei hat
uns dann gerettet“, berichtet Yahya. Im Flüchtlingstreck ging es weiter
bis nach Deutschland. 20 Tage lang war er mit seiner Familie insgesamt
unterwegs. „Wir haben unter freiem Himmel oder einfachen Unterständen
geschlafen, ich habe aufgepasst, dass wir nicht bestohlen wurden“, so
der 41-Jährige. Seit über zwei Jahren ist er nun in der Region Hannover. „Meine Kinder gehen hier zur Schule, meine Frau besucht einen Deutschkurs, ich möchte arbeiten.“ Die Hospitation bei Volkswagen Nutzfahrzeuge behält er in guter Erinnerung: „Das war eine sehr schöne Zeit.“

Ich bin sehr glücklich, weil ich die Chance habe, meinen gelernten Beruf auszuüben.

Yahya Alshaer Hospitant bei Volkswagen Nutzfahrzeuge

Anas Mkhallati Shamie, 18 Jahre, Syrien

Yannik Schindler (li.), Peter Suhr (re.) und Anas Shamie in der Instandhaltung Montage.

In seiner Heimatstadt Aleppo wollte Anas Abitur machen und studieren. Dann kam der Krieg. Mit 16 Jahren ist er aus Syrien geflohen – zu Fuß über die Balkanroute nach Deutschland. „Meinen ersten Tag in Deutschland werde ich nie vergessen“, erzählt Anas. Zuerst hat er sich bei der Polizei in München gemeldet, von dort ging es gleich weiter über Berlin nach Hannover und dann nach Friedland – alles an einemTag. Dort hat er im sogenannten Grenzdurchgangslager seinen Bruder wiedergefunden, den er zwei Jahre lang nicht gesehen hatte. Mit ihm wohnt er mittlerweile in einem Container-Flüchtlingsheim in der Region Hannover. Nachrichten aus seiner Heimat machen ihn traurig. Anas: „Es ist schrecklich, was in Syrien passiert.“ Seine Eltern sind noch in Aleppo, mit seiner Mutter telefoniert er regelmäßig. „Wir können sie nicht nach Deutschland holen, dafür braucht man einen festen Wohnsitz und Arbeit“, sagt Anas. Im Volkswagen Nutzfahrzeuge-Werk ist er in der Instandhaltung Montage eingesetzt. „Der Start war für ihn nicht einfach, er musste erst einmal verstehen, wie unser Laden hier läuft“, erklärt Meister und Ausbildungsbetreuer Peter Suhr, „ich war aber überrascht, dass Anas so gut Deutsch spricht.“ Anas selbst gefällt die Arbeit: „Alle sind hilfsbereit, ich lerne so viel.“

Alle sind hilfsbereit, ich lerne so viel.

Anas Mkhallati Shamie Hospitant bei Volkswagen Nutzfahrzeuge

Wisam Maseka, 20 Jahre, Irak

Wolfgang Weide (li.) und Günther Schrage (re.) betreuen Wisam Maseka beim Schweißen.

Als Wisam im Dezember 2015 in Deutschland ankam, wurde er von seinem Vater und seinem Onkel erwartet. „Meine Familie war schon hier und hat alles vorbereitet“, erzählt er. Im Irak hat Wisam in einer Werkstatt für Autos und Motoren gearbeitet, außerdem als Heizungsbauer. „Zwei Jobs oder mehr zu haben ist ganz normal“, erklärt er. Der Anfang in Deutschland sei schwierig gewesen. Die Kultur, neue Menschen und natürlich die Sprachbarriere. Im Werk war Wisam in der Instandhaltung Rohrleitungsbau eingesetzt. Wolfgang Weide ist Meister in diesem Bereich: „Wisam macht seine Sache gut, ist sehr motiviert.“ Wisam selbst gefällt die Arbeit in der Instandhaltung: „Es macht großen Spaß, ich lerne viel dazu.“ Rohrschlosser Günther Schrage betreut ihn während der Hospitation: „Die Verständigung ist gar kein Problem, wenn man etwas nicht gleich versteht, fragt man einfach noch mal nach. Das klappt hier schon sehr gut.“ Nach „Deutsch 360 Grad“ will Wisam eine Ausbildung anfangen. „Jeder hat einen Traum, meiner ist es, zu arbeiten.“

Jeder hat einen Traum, meiner ist es, zu arbeiten.

Wisam Maseka Hospitant bei Volkswagen Nutzfahrzeuge

Volkswagen Nutzfahrzeuge unterstützt mit der Stadt Hannover und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge das Projekt „Deutsch 360 Grad“. Die Geflüchteten besuchen seit Herbst einen berufsbezogenen Sprachunterricht, der den Einstieg in technisch-gewerbliche Berufe erleichtern soll. Ein Baustein des Kurses war die vierwöchige Hospitation der Geflüchteten im Werk in Hannover.

Projekt Deutsch 360 Grad

Volkswagen Nutzfahrzeuge Kommunikation