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Elektrisierende Leidenschaft

"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel"

Das berühmte Sepp-Herberger-Motto gilt auch für Christian Laumann, Lukas Wächter & Co. Vor einem Jahr, als die FSG16 gerade zu Ende gegangen war, die Elektro-Rennwagen in den Boxen standen und die Sieger ihre Awards auf der Bühne im großen Zelt entgegennahmen, da startete das Lions Racing Team seine Vorbereitung auf die neue Saison. „Sofort nach dem Wettbewerb kamen uns erste Ideen, wie wir unser Antriebssystem verbessern können“, sagt Christian Laumann. Was sein Team darüber hinaus vom Hockenheimring mit nach Hause nahm? „Einen Extra-Schub Motivation für den Wettbewerb in diesem Jahr.“

Das Lions Racing Team mit dem Teampaten Christian Felsch (Aggregateentwicklung Marke Volkswagen; links), Laura Fey (Hochschulmarketing Marke Volkswagen; Dritte von links) und zwei selbstgebauten Rennwagen aus den Vorjahren – dem LR13 und dem LR16.

FSG – dieses Kürzel steht für die Formula Student Germany. Eine feste Größe dieses internationalen Konstruktionswettbewerbs ist das Lions Racing Team, das 55 junge Frauen und Männer zählt. An der Technischen Universität Braunschweig studieren sie Maschinenbau oder Elektromobilität, Informatik oder Mechatronik. Und zwischen Hörsaal, Seminar und Bibliothek nutzen sie so ziemlich jede freie Minute, um im Technikum des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik ihren neuen elektrisch betriebenen Rennwagen zu entwickeln – den LR17.  

Wie viel Zeit sie in die Konstruktion ihres Fahrzeugs investieren? „So viel, dass ich darüber lieber nicht nachdenken möchte“, sagt Lukas Wächter lachend. Das Lions Racing Team funktioniert wie ein kleines Unternehmen, im Entwicklungsprozess hat jeder eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Christian Laumann zum Beispiel ist der Herr der Zahlen, er kümmert sich um die Finanzen. Lukas Wächter ist technischer Leiter und verantwortlich dafür, dass der rote-weiße LR17 unter Strom steht.

240 Kilogramm wird der Rennwagen wiegen, wenn er fertig ist. Und in unter drei Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen.

Vorteil Testumgebung: Der Systemtest liefert den Studierenden der TU Braunschweig wichtige Erkenntnisse.

Wenn man beim Werkstattbesuch die Teammitglieder fragt, welche Herausforderungen es beim Bau des emissionsfreien Elektro-Renners gebe, dann erzählen sie von ihrem Vier-E-Motoren-Konzept und dem Kohlefaser-Monocoque, beschreiben die Weiterentwicklung von Fahrwerk und Aerodynamik. „Die Herausforderung ist alles – das ganze Paket“, sagt Lukas Wächter. 240 Kilogramm wird der Rennwagen wiegen, wenn er fertig ist. Und in unter drei Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen.

Ein Thema ist für das Braunschweiger Team von besonderer Bedeutung: die Konstruktion des elektrischen Antriebsstrangs; und dass dessen Komponenten auf der Strecke gut miteinander kommunizieren, damit sie ihre Funktionen sicher erfüllen. „Bei Volkswagen ist das nicht anders“, betont Dr. Christian Felsch, „auch bei uns prägt das Software Engineering den Antrieb des Elektrofahrzeugs.“

Sandwichbauweise: Das Monocoque des neuen LR17 wird aus Kohlefaser und mit Aluminiumwabenkern gefertigt.

Christian Felsch ist Assistent von Friedrich Eichler, Leiter der Aggregateentwicklung der Marke Volkswagen. Und er ist Pate des Lions Racing Teams. Volkswagen unterstützt eine Reihe von Hochschulteams, die bei der Formula Student Germany antreten – finanziell und mit fachlicher Expertise. „Wir teilen unsere Erfahrungen aus der Aggregateentwicklung und geben so Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Christian Felsch seine Rolle.

Nicht die schnellsten Fahrzeuge landen bei der Formula Student ganz vorne – entscheidend ist das Gesamtpaket. Es gibt eine Reihe von Disziplinen, und die Königsdisziplin der elektrischen Wettbewerbsklasse ist die sogenannte Endurance, wo vor allem das Antriebssystem seine Zuverlässigkeit auf langer Strecke dokumentiert. Wegen Problemen am Akku ließ das Lions Racing Team sein Fahrzeug hier während der FSG16 in der Box stehen – was für die diesjährige Formula Student Germany vom 8. bis 13. August besagte Extra-Motivation entfacht hat.  

Ihre Leidenschaft für Automobiltechnik ist wirklich ansteckend.

Hilfe zur Selbsthilfe: Lukas Wächter (rechts), technischer Leiter des Lions Racing Teams, und Teampate Christian Felsch im Gespräch.

„Aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres haben wir viel gelernt“, betont Lukas Wächter – und zeigt auf den neuentwickelten Systemtest, mit dem das Lions Racing Team das Zusammenspiel von Soft- und Hardware außerhalb des Fahrzeugs vorerprobt. Hunderte virtueller Fahrversuche liefern den Studierenden wichtige Erkenntnisse für den Wettbewerb.

Christian Felsch hat ausführlich mit ihnen über den Systemtest und seine Vorteile für Motoren, Umrichter, Akku & Co. diskutiert. Das Lions Racing Team profitiert von seinem Teampaten – und Volkswagen womöglich von den Studierenden. „Ihre Leidenschaft für Automobiltechnik ist wirklich ansteckend. Vielleicht werden sie in Zukunft Teil unseres Teams, um Volkswagen bei seiner Elektrooffensive zu unterstützen.“

Bleibt die Frage: Was hält das Lions Racing Team, das den LR17 am 4. Mai der Öffentlichkeit präsentieren wird, eigentlich vom Sound der E-Motoren? Davon, dass die Rennwagen schnurren statt brummen? Das sei absolut kein Problem, sagt Lukas Wächter lachend – genauso wie die Reichweite. „Der Akku lässt sich präzise auf die benötigte Leistung und den erforderlichen Energieinhalt abstimmen. Der Elektromotor ist für den Rennsport sehr gut geeignet.“  

Volkswagen unterstützt fünf Hochschulteams

Bei der Formula Student Germany vom 8. bis 13. August in Hockenheim gibt es drei Wettbewerbsklassen: neben der Formula Student Electric, wo 35 Teams an den Start gehen, die Formula Student Combustion (für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren) und zum ersten Mal die Formula Student Driverless (für autonom fahrende Fahrzeuge).

Das Hochschulmarketing der Marke Volkswagen unterstützt fünf Hochschulteams, die Elektro-Rennwagen konstruieren: Lions Racing Team (TU Braunschweig), Bremergy Racing (Universität Bremen), Formula Student Team Delft (TU Delft), Ecurie Aix (RWTH Aachen) und HorsePower (Universität Hannover). Auch die Marken Audi, Porsche, MAN und Scania engagieren sich für die Formula Student.

Wie auch in den vergangenen Jahren wird das Hochschulmarketing vor Ort sein, um die Teams zu betreuen – und um Berufseinsteigern die hervorragenden Perspektiven aufzuzeigen, die Volkswagen als attraktiver Arbeitgeber bietet. In Hockenheim können Absolventen mit Experten aus Forschung und Entwicklung, Produktion und weiteren Geschäftsbereichen über deren Aufgaben sprechen und auch die neuesten Modelle aus der Volkswagen Welt kennenlernen.