1. DEUTSCH
  2. News
  3. Stories
  4. 2017
  5. 06
  6. Die Mischung macht‘s

Wir setzen Cookies (eigene und von Drittanbietern) ein, um Ihnen die Nutzung unserer Webseiten zu erleichtern und Ihnen Werbemitteilungen im Einklang mit Ihren Browser-Einstellungen anzuzeigen. Mit der weiteren Nutzung unserer Webseiten sind Sie mit dem Einsatz der Cookies einverstanden. Weitere Informationen zu Cookies und Hinweise, wie Sie die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers ändern können, entnehmen Sie bitte unserer Cookie-Richtlinie. Akzeptieren

Die Mischung macht‘s

Das E-Auto kommt, das ist sicher. Auf dem Weg dorthin setzt der Volkswagen Konzern auf einen intelligenten Mix von Antriebstechnologien

Audi Q8 concept

Mit der Umsetzung des Zukunftsprogramms „TOGETHER – Strategie 2025“ bereitet sich der Volkswagen Konzern konsequent auf den tiefgreifenden Wandel vor, der die Automobilbranche in den kommenden Jahren bewegen wird. Zu den zentralen Feldern gehört dabei die Neuausrichtung des Antriebsportfolios. „Die Zukunft fährt elektrisch“, sagt Ulrich Eichhorn, Leiter Konzern Forschung und Entwicklung . Klar ist zugleich auch: Die Elektromobilität kommt nicht auf einen Schlag von heute auf morgen. Bis reine E-Fahrzeuge das Straßenbild bestimmen, setzt der Konzern auf einen intelligenten Mix verschiedener Antriebstechnologien.

In seiner Planung geht das Unternehmen davon aus, dass 2025 noch drei von vier Neuwagen mit einem Benzin- oder Dieselmotor verkauft werden. „Der Verbrenner bleibt auf absehbare Zeit unverzichtbar“, sagt Eichhorn. Das gelte trotz aller Diskussionen auch für moderne Diesel-Motoren, die die EU6-Norm erfüllen. Noch bieten die Selbstzünder große Effizienzpotenziale. „Diese werden wir heben.“.

Gleichzeitig vereinfacht und entschlackt das Unternehmen das Portfolio an Benzin- und Dieselmotoren. Bis zum Jahr 2020 soll es in den großen Baureihen 40 Prozent weniger Varianten geben. „Die Aggregate werden von mehreren Konzernmarken genutzt, damit vermeiden wir teure Doppelarbeit“, sagt Eichhorn. Möglich machen das unterschiedliche technische Baukästen sowie kleinere Hubräume. Ein Beispiel: Der 1,5-Liter-Vierzylinder-TSI-Motor, der bereits in mehr als 45 Modellen der Marken Volkswagen, Audi, SEAT und ŠKODA arbeitet.  

Panamera 4 E Hybrid

Wenn die Umstellung auf die neue Motorenwelt abgeschlossen ist, wird der Konzern in seinen Volumenbaureihen Motoren vom Reihendreizylinder bis zum V6 anbieten und damit ein Leistungsband von 65 bis 450 PS abdecken.

Auch die Sport- und Luxusmarken nutzen Synergien: So wird der neue 4,0-Liter-V8-Biturbomotor von Porsche auch in Modellen von Audi, Bentley und perspektivisch auch Lamborghini arbeiten. Teure Parallelentwicklungen spart sich der Konzern damit.

Mehr Effizienz – so heißt das Ziel auch beim Verbrauch: Um zehn bis 15 Prozent sparsamer sollen Diesel und Benziner aus dem Volkswagen Konzern bis 2020 werden. Zehn Milliarden Euro wird das Unternehmen binnen fünf Jahren investieren. Technische Mittel sind optimierte Brennverfahren und Einspritzsysteme, aber auch intelligenter Leichtbau. So werden Metalle durch Kunst- und Verbundstoffe ersetzt, wenn dies sinnvoll ist. Auch die Zylinderabschaltung wird weiter verbessert, um den Verbrauch zu senken.

Zudem treibt der Volkswagen Konzern den Ausbau der Erdgasmobilität voran. Nach wie vor fristet diese Antriebsart in den meisten Ländern ein Nischendasein – angesichts der Vorteile aber völlig zu Unrecht, sagt Eichhorn. Schließlich verbrennt Erdgas sauberer als Benzin und Diesel und ist daher ökologisch sinnvoller. Das gilt ganz besonders, wenn Biogas verwendet wird.

Audi Q8 concept

Volkswagen baut deshalb seine Erdgas-Palette kräftig aus. Zu den neuen Modellen werden zum Beispiel der Audi A4 Avant, der A5 Sportback, der Volkswagen Polo und der SEAT Ibiza gehören. Gemeinsam mit Tankstellen- und Gasnetz-Betreibern sowie anderen Autoherstellern wird Volkswagen zudem das CNG-Tankstellennetz in Deutschland ausbauen – von heute 900 auf 2.000 Standorte. Die Erdgas-Flotte auf deutschen Straßen soll damit bis 2025 auf eine Million Fahrzeuge wachsen – zehnmal so viel wie heute.

Neben den Verbrennungsantrieben wird Volkswagen seine Modellpalette immer weiter elektrifizieren – auf unterschiedlichen Wegen. „Bis sich rein batterieelektrische Konzepte in der Breite durchsetzen werden, spielen alle Formen teilelektrifizierter Antriebe eine wichtige Rolle. Wir nutzen dabei die Möglichkeiten, die unsere modularen Komponenten bieten. Mit ihnen können wir jeden Grad der Elektrifizierung darstellen und somit unterschiedliche Kundenwünsche gezielt bedienen – zu einem vernünftigen Preis und bei überschaubarem Aufwand“, betont Eichhorn.

Beispiel Plug-in-Hybride, die Strom und Benzin tanken: Porsche zeigt mit dem Panamera 4 E-Hybrid, dass diese alternative Technologie den gewohnten Fahrspaß bieten kann. Und sie hat große Vorteile: In der Stadt fährt der Viersitzer ohne Lärm und Emissionen, für längere Strecken außerhalb schaltet sich der Verbrennungsmotor automatisch dazu.

Außerdem gibt es sogenannte Mild-Hybride, die Strom zur Unterstützung nutzen, als eine Art Turbolader. Welche Vorteile das bringt, zeigt die Audi-Studie Q8 sport concept: Der elektrisch unterstützte Sechszylinder liefert die Performance eines Achtzylinders – verbraucht aber so wenig wie ein Vierzylinder. Diese Technik wird bald in vielen Audi Modellen arbeiten.

e-Golf
Stromverbrauch in kWh/100 km: 12,7 kombiniert; CO2-Emissionen kombiniert in g/km: 0; Effizienzklasse: A+

Zu den Brückentechnologien gehören auch die Vollhybride, die Benzin tanken und Strom produzieren. Volkswagen entwickelt derzeit eine neue Generation dieser Modelle speziell für den US-Markt.

Und schließlich stehen am oberen Ende der E-Skala reine Stromer wie der e-Golf. Er kommt heute mit einer Batterieladung bis zu 300 Kilometer weit – das genügt den meisten Pendlern für eine ganze Woche.

Volkswagens E-Modelle im Volumenbereich entstehen künftig auf der Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB). Bis 2025 will der Konzern mehr als 30 weitere reine Elektro-Fahrzeuge auf den Markt bringen. Wenn das erste MEB-Modell 2019 zu kaufen ist, wird es eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern zum Preis eines vergleichbaren Diesels bieten. Und noch mehr ist realistisch – mit Batterietechnologien der Zukunft, die jetzt schon im Volkswagen Konzern entwickelt werden.

Die Marken Audi und Porsche arbeiten zudem gemeinsam mit BMW, Daimler und Ford daran, die Zahl der Ladestationen deutlich zu erhöhen und so die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität zu verbessern - ein wichtiger Schritt, um sie im Massenmarkt zu etablieren. Das Joint Venture startet den Ausbau der Infrastruktur noch in diesem Jahr, bis 2020 sollen die Kunden Zugang zu Tausenden von Hochleistungsladepunkten bekommen. Die Ladestationen an Autobahnen und hoch frequentierten Durchgangsstraßen sollen öffentlich zugänglich sein und damit das elektrische Fahren über längere Strecken ermöglichen. Das Ziel: Bequemlichkeit wie beim herkömmlichen Tanken.